Autor Thema: Von Galilei über Hubble zu Herschel und weiter  (Gelesen 127814 mal)

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Offline Jürgen

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Re: Schwarzes Loch: Fressorgie lässt Wolke leuchten
« Antwort #105 am: 18 Oktober, 2007, 19:30 »
Niemand weiss bislang genau, ob ein einmal entstandenes Schwarzes Loch noch an Masse zunehmen kann, weil die tatsächlichen Vorgänge an dem Ereignishorizont noch nicht verstanden sind, noch weniger dahinter...
Selbst unser beschränktes Verständnis von Zeit greift unter so extremen Verhältnissen nicht und kann leicht zu totalen Fehlinterpretationen führen.
Welche Zeit herrscht direkt am Ereignishorizont, verglichen mit der näheren Umgebung?
Wie stehen Masse und Schwerkraft wirklich über die Zeit in Verbindung, bei solchen Bedingungen?

Insofern gibt es keinen zwingenden oder auch nur 'vernünftigen' Grund, dass ein Schwarzes mit der Masse entstanden sein muss, die es 'jetzt' zu haben scheint.
Und damit muss die Theorie über die Entstehung stellarer Schwarzer Löcher weder fehlerhaft noch unvollständig sein, sie kann es aber sehr wohl...
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1mØ mit DiSEqC 1.3/USALS als LNB2 an DVB-S2 STB, aktuell 30°W bis 55°O
1.) FM2A88X Extreme6+, A8-6600K (APU mit 4x 3,9 GHz und Radeon HD8570D), 16GB DDR3 1866, 128GB SSD, 3TB HDD, Win10 x64 Pro 1909 / 10.0.17763.107, Terratec T-Stick Plus (für DAB+), Idle Verbrauch ca. 35 Watt
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3.) Raspberry Pi 512MB u.a. mit Raspbian
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Dauer-Lauschangriff auf außerirdische Zivilisationen
« Antwort #106 am: 19 November, 2007, 19:43 »
SETIs Sprung ins 21. Jahrhundert hat begonnen – Allen Telescope Array nimmt Arbeit auf. Ab 2010 horchen 350 Radioteleskope im Verbund ins All und durchforsten dabei sekündlich 100 Millionen Kanäle. Planetenjäger und SETI-Forscher wollen Hand in Hand arbeiten

Das seit 2001 in der Planung und im Bau befindliche Allen Telescope Array (ATA) ist das erste Teleskop, das speziell für die Suche nach außerirdischem Leben konstruiert wurde. Der Paradigmenwechsel in der SETI-Forschung (SETI = Search for Extraterrestrial Intelligence/Suche nach außerirdischen Intelligenzen) ist programmiert. Erstmals können Radioastronomen bald 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche ungestört und ununterbrochen nach außerirdischen Kosmogrammen Ausschau halten. Die bislang 42 phasenweise operierenden Schüsseln funktionieren tadellos. In dreieinhalb Jahren soll das Netzwerk auf 350 Teleskope anwachsen. Mindestens 25 Millionen Dollar wären aber noch nötig, um das ehrgeizige Projekt voranzutreiben.

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Quelle : www.heise.de

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Forscher vermuten dunkle Materie in Halos von Galaxien
« Antwort #107 am: 02 Dezember, 2007, 01:46 »
Das kosmologische Lambda-CDM-Modell (Lambda: Kosmologische Konstante, CDM: Cold Dark Matter) beruht auf der Annahme der Existenz so genannter dunkler Energie und dunkler Materie – Masse, die weder optische noch andere elektromagnetische Strahlung aussendet, sondern nur gravitativ wechselwirkt. Gegenwärtig geht man davon aus, dass dunkle Energie und dunkle Materie zusammen rund 96 Prozent unseres Universums ausmachen. Darüber, wo die dunkle Materie herkommt, wie und wo man sie aufspüren könnte, streiten die Gelehrten.

Laut einem Bericht der EETimes wollen Forscher der McMaster University in Hamilton, Ontario nun mit Hilfe der Rechenleistung des Shared Hierarchical Academic Research Computing Network die fehlende dunkle Materie dingfest gemacht haben. Dazu verwendeten die Wissenschafter das nach eigenen Aussagen bislang aufwendigste Modell zur Galaxienentstehung.

Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass das Lambda-CDM-Modell grundsätzlich korrekt sei. "Es bedurfte nur einer detaillierteren Simulation", meint Sergey Mashchenko, Forscher am Department of Physics & Astronomy an der McMaster-Universität. Das CDM-Modell sage deutlich mehr dunkle Materie in den Zentren entfernter Galaxien voraus als nachweisbar sei. Auf großen Skalen funktioniert das CDM-Modell laut Mashchenko gut, ihm fehlten jedoch die Details, um die Entstehung einzelner Galaxien zu beschreiben. Eben diese Details wollen die McMaster-Forscher in ihrem erweiterten Modell berücksichtigt haben und kommen so zu dem Schluss, dass Supernovae interstellare Gaswolken samt dunkler Materie in die Außenbereiche von Galaxien beförderten. Entsprechend müsste die dunkle Materie nicht im Zentrum der Galaxien, sondern in deren Außenbereichen in unsichtbaren Halos zu finden sein.

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Strahlende Phantomgalaxie
« Antwort #108 am: 08 Dezember, 2007, 14:56 »
Hubble schießt farbenprächtiges Bild einer Zwillingsgalaxie der Milchstraße, die optisch zu den schönsten ihrer Art zählt

Die effektivste Zeitmaschine, mit der Wissenschaftler seit April 1990 tief in die Vergangenheit reisen, schwebt nach wie vor im irdischen Orbit. Das von der NASA und ESA konstruierte und finanzierte Weltraumobservatorium Hubble (HST) hat uns – wie kein anderes Teleskop zuvor – mit atemberaubenden, gestochen scharfen Bildern verwöhnt. Auch dieses Mal wieder. Unlängst veröffentlichten beide Agenturen eine Serie brillanter Astrofotos. Es sind Bilder einer Galaxie, die der Unsrigen nicht unähnlich ist. Wer mag von dort wohl auf unsere Welteninsel blicken?

Das hätte sich der große amerikanische Astronom Edwin Hubble (1889-1953) damals bestimmt nicht in seinen kühnsten Träumen ausgemalt, dass sein Name eines Tages einmal für eines der bislang erfolgreichsten astronomischen Weltraumprojekte stehen würde. Eigentlich hätte in den 1950er Jahren keiner je erahnen können, dass ein nach Edwin Hubble benanntes Teleskop ein halbes Jahrhundert später einmal im Orbit weilen und von dort in die unendliche Endlichkeit des Universums eintauchen würde.

Edwin Hubble bei der Arbeit. Bild NASA

Die Nummer 74

Inzwischen ist das 11 Tonnen schwere und 13,2 Meter lange, mittlerweile schon seit mehr als 17 Jahren im Orbit auf Dienstreise befindliche orbitale NASA-ESA-Fernrohr das wertvollste und erfolgreichste kosmische Observatorium der Postmoderne. Längst ist es ein fester, nicht mehr wegzudenkender Bestandteil der Astronomie und sogar eine feste Größe in den Medien geworden, was vielleicht damit zusammenhängt, dass es kaum einen vergleichbaren Satelliten im Orbit gibt, der einerseits so hochbetagt, andererseits aber dank effektiver Wartung zugleich mit den Jahren immer besser, präziser und leistungsfähiger geworden ist.

Jetzt noch unverzichtbar, aber voraussichtlich 2013 wird Hubble von dem "James Webb Space Telescope" (JWST) abgelöst. Bild: NASA

Dass Hubble unersetzbar ist, bewies das orbitale Fernrohr unlängst erneut, als es eine Spiralgalaxie ins Visier nahm, die mit zu den schönsten ihrer Art zählt. Messier 74 (NGC 628);;http://seds.org/messier/m/m074.html zählt zu den bekanntesten im Sternbild Pisces (Fische) angesiedelten Galaxien. Entdeckt wurde sie bereits im September 1780 von [extern] Pierre Méchain (1744-1804), bevor der französische Astronom Charles Messie (1730-1817) sie katalogisierte und entsprechend nummerierte.

Chandra-Bild von Messier 74 im Röntgenlicht und optischem Licht aus dem Jahr 2001 Bild: X-ray: NASA/CXC/U. of Michigan/J.Liu et al.; Optical: NOAO/AURA/NSF/T.Boroson

Aus dem Zentrum spiralisiert

Nur 32 Millionen Lichtjahre (10 Millionen Parsec) von uns entfernt, kommt das kosmische kreiselähnliche Gebilde wie eine kleinere Version der Galaxis daher. Mit schätzungsweise 100 Milliarden Sonnen ist Messier 74 etwas kleiner als unsere Milchstraße, ähnelt dieser aber in puncto Morphologie. Obwohl wir praktisch senkrecht auf die Symmetrie-Ebene dieser fernen Welteninsel blicken, können Astronomen die ganze Pracht und Ausdehnung dieser Galaxie nur mit hochauflösenden Teleskopen bewundern, Hobby-Astronomen hingegen weitaus seltener, was diese dazu animierte, diese Welteninseln mit dem Spitznamen "Phantomgalaxie" zu versehen.

Das aktuelle Hubble-Bild von M 74. Die neuen Fotos setzen sich aus Daten zusammen, die das Weltraumteleskop in den Monaten November/Dezember des Jahres 2003 und Februar/Juni 2005 von Messier 74 gesammelt hat. Bildt: NASA, ESA, and The Hubble Heritage (STScI/AURA)-ESA/Hubble Collaboration

Auf den neuen Hubble-Bildern kommen alle Charakteristika dieser Materieoase gut zur Geltung. So leuchtet das helle Zentralgebiet dieses Systems im rötlichen Licht der älteren, metallarmen Sterne. Förmlich ins Auge sticht die perfekte Symmetrie. Der Betrachter sieht, wie sich die Arme der Spiralgalaxie aus NGC 628 aus dem galaktischen Zentrum herauswinden. Dies gilt auch für die Staubstraßen, die ihren Ursprung ebenfalls am Galaxiekern haben. Sie winden sich entlang der Spiralarme vom Herzen der fernen Weltensinsel fort.

GMOS-Aufnahme von M 74 aus dem Jahr 2001 zum Vergleich. Bild: Gemini Observatory, Hilo Hawai'i

Tanz der Satellitengalaxien

In besagten Spiralarmen stellen Gas- und Staubwolken das Gros der Materie. In ihnen erblicken durchweg neue Sterne das Licht der fernen Welteninsel, von denen die heißesten und hellsten sogenannte Blaue Sterne sind. Die ultraviolette Strahlung, die diese abgeben, bringt die Wasserstoffwolken zum Glühen. Blaue Zwerge kommen vergleichsweise selten vor, dominieren aber – nomen est omen – in einem unverkennbar bläulichen Ton.

Infolge seiner Größe und Masse bindet M 74 einige Satellitengalaxien (siehe folgendes Bild) an sich. Sie umkreisen die wunderschöne Spiralgalaxie wie Monde einen Planeten umrunden.

Aktuelle Hubble-Aufnahme des Galaxienrandes von M 74. In der Mitte des Bildes sieht man – ganz klein – eine weitere Spiralgalaxie. Bild: NASA, ESA, and the Digitized Sky Survey 2. Acknowledgment: Davide De Martin (ESA/Hubble)

Bereits vor mehr zwei Jahren lag ein sehr hochauflösendes Foto dieser Galaxie vor, aufgenommen von GMOS, dem zwei Tonnen schweren "Gemini Multi-Object Spectograph". Was Jakob Staude vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg seinerzeit über dieses Bild zum Besten gab, hat auch heute noch Gültigkeit:

"Die Massereichsten unter den neu entstandenen Sternen sind auch die kurzlebigen, hellsten und heißesten: Sie sind zwar besonders selten, aber dennoch ist ihr bläuliches Licht innerhalb der Spiralarme vorherrschend. Die allerheißesten dieser Sterne emittieren eine ionisierende Strahlung, welche die ausgedehnten Wolken interstellaren Wasserstoffs, aus denen die neuen Sterne laufend entstehen, zu ihrem charakteristischen roten Leuchten anregt."

Quelle und Links : http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26778/1.html

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Das Zeitalter der Schwarzen Sterne
« Antwort #109 am: 09 Dezember, 2007, 10:20 »
Womöglich leuchteten die ersten Sterne gar nicht im sichtbaren Bereich: nach Berechnungen von US-Forschern spielte Dunkle Materie bei ihrer Bildung eine stärkere Rolle als bisher vermutet.

Heute vor 13 Milliarden Jahren herrschte eine recht explosive Stimmung im Universum. Eben war es erst in einer gigantischen Explosion entstanden, dem Big Bang, Strukturen, wie wir sie heute kennen, existierten noch nicht.

Seine Zusammensetzung muss aber schon dem mittlerweile deutlich ruhigeren Kosmos entsprochen haben, der sich in der Gegenwart um uns ausbreitet. Das heißt auch: sichtbare Materie stellt nur vier Prozent des Universums dar. 23 Prozent rechnet man der so genannten Dunklen Materie zu, der Rest ist Dunkle Energie. Über diese Verhältnisse sind sich die Wissenschaftler großteils einig - sie erklären auch, warum das Weltall in dem Tempo auseinanderstrebt, das es nun mal messbar an den Tag legt.

So könnte ein Dunkler Stern ausgesehen haben, wenn man ihn im Infrarot-Spektrum betrachtete. Der Kern (rot) ist von Wolken aus Helium- und Wasserstoffgas umgeben. Bild: University of Utah

Worüber man sich jedoch bisher wenig Gedanken gemacht hat, das ist die Rolle der Dunklen Materie in der Kinderstube des Universums. Hat sie sich fein aus der Erziehung herausgehalten, sind die heutigen Strukturen ohne ihr Zutun zustande gekommen? Wegen der damaligen Größen- und Dichtenverhältnisse scheint das nicht sehr wahrscheinlich. US-Forscher der University of Utah haben nun in einer Studie für die Physical Review Letters untersucht, wie das Universum damals tatsächlich ausgesehen haben könnte.

Die Theorie geht bisher davon aus, dass sich im Nachhall der Riesenexplosion feinste Wirbel in der kosmischen Strahlung bildeten, die zu lokalen Dichteunterschieden führten. Die Materie begann, sich an diesen Stellen zusammenzuklumpen. In dem Maße, wie sich Helium- und Wasserstoffatome in Wolken sammelten, kühlten sich die Teilchen ab. Die Wolken schrumpften dadurch allmählich - bis an einem bestimmten Zeitpunkt die Dichte groß genug war, dass die Kernfusion einsetzen konnte, die noch heute die Sterne antreibt.

Wo passt in dieses Modell die Dunkle Materie? Die Wissenschaftler um Paolo Gandolo gehen davon aus, dass sie die Zusammenballung zu den ersten Sternen verzögerte. Die Neutralinos der Dunklen Materie könnten sich gegenseitig annihiliert haben, dabei Quarks, Antiquarks und Wärme produzierend. Dieser Prozess hinderte, wenn das Simulationsmodell der Forscher stimmt, die riesigen Gaswolken daran, weiter zu schrumpfen und klassische Sterne zu bilden. Rund 80 bis 100 Millionen Jahre nach dem Big Bang prangten stattdessen Dunkle Sterne am Himmel, die nur im Infrarotbereich strahlten. Sie müssen 400- bis 200.000-mal größer als die Sonne gewesen sein. Die Prozesse in ihrem Inneren setzten allerdings auch Gammastrahlung, Protonen und Antiprotonen frei - um harmlose Giganten handelte es sich nicht.

Das Modell des Forscherteams hat drei wesentliche Auswirkungen. Es erklärt einerseits die Bildung schwerer Elemente auf neue Weise. Zweitens könnte es bei der Suche nach Dunkler Materie helfen - Gamma- und andere Strahlung, die aus einem solchen Stern kommt, hätte ganz charakteristische Eigenschaften. Und drittens könnte es erklären, warum sich Schwarze Löcher schon so früh in der Evolution des Universums bildeten - nach der bisherigen Theorie ist das nicht richtig erklärbar. Theoretisch könnte das Universum, meinen Gandolo und Kollegen, noch immer Dunkle Sterne beherbergen. Ob sich der Prozess der Neutralino-Annihilation und der Abkühlung der Gaswolke die Waage halten können, hängt aber wesentlich von der Masse der Neutralinos ab. Und da man diese hypothetischen Bestandteile der Dunklen Materie noch nie beobachten konnte, kann man in die Computermodelle sehr frei jeden beliebigen Wert einsetzen.

Quelle : www.heise.de

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Voyager im Termination Shock
« Antwort #110 am: 12 Dezember, 2007, 11:35 »
30 Jahre ist sie schon unterwegs - jetzt hat die Raumsonde "Voyager 2" die Zone zwischen Sonnensystem und interstellarem Raum erreicht, den "Termination Shock". Die Messdaten zeigen: Die Grenze flattert hin und her und fungiert als mächtiger Teilchenbeschleuniger.


Edward Stone vom California Institute of Technology gehört zu den Wissenschaftlern, denen besonders viel Geduld abverlangt wird. 1972 war er zum "Voyager"-Projekt gestoßen, 1977 wurden die Zwillingssonden "Voyager 1" und "Voyager 2" ins All geschossen. Spektakuläre Daten lieferten die Sonden dann höchstens alle paar Jahre. Nun verlässt "Voyager 2" unser Sonnensystem - die bislang 30 Jahre währende Reise tritt in eine neue Phase.

Stones Beharrlichkeit wurde immer wieder belohnt: Die Sonden funkten beeindruckende Fotos vom Jupiter oder den Ringen des Saturn zur Erde (siehe Bilderstrecke unten). Nun, nach 30 Jahren Flug, hat Sonde Nummer 2 die Zone des sogenannten Termination Shock vermessen - die Grenze zwischen Sonnensystem und interstellarem Raum.


"Ein neuer Meilenstein in der 30-jährigen Geschichte von 'Voyager'", sagt Stone voller Stolz auf der Pressekonferenz in San Francisco. "Zum ersten Mal haben wir direkte Messungen vom Termination Shock." Zugleich habe "Voyager 2" bewiesen, dass das Sonnensystem eingedrückt sei. Bislang habe es dafür nur Indizien gegeben.

Der Termination Shock markiert den Rand unseres Sonnensystems. Der Solarwind wird an dieser Grenze durch das interstellare Magnetfeld stark abgebremst. Das zeigen auch die Messdaten, die das "Voyager"-Team jetzt auf dem Treffen der American Geophysical Society (AGU) vorgestellt hat. Auf dem weiteren Flug wird "Voyager 2" die sogenannte Heliosheath passieren, wo sich Sonnenwind und interstellares Gas mischen - dahinter beginnt der interstellare Raum.

Es gab bislang keine Messungen von der Außengrenze unseres Sonnensystems. Der erste Versuch mit "Voyager 1" schlug fehl, Instrumente fielen aus, zudem gingen Daten verloren. Mit "Voyager 2" hatten die Nasa-Forscher mehr Glück und konnten so beim Passieren des Termination Shock dabeisein - zumindest mit ihren Instrumenten.

"Die Sonde hat den Termination Shock gleich fünf Mal durchquert", berichtet Stone und vergleicht die Situation mit Wellen, die den Strand erreichen. Das Wasser kommt, geht zurück, eine neue Welle kommt. Auch wenn der Begriff Termination Shock Schlimmes befürchten lässt - beim Durchfliegen der Grenzzone war "Voyager 2" nicht in Gefahr: "Das Raumschiff nimmt keinen Schaden", betont Stone.

"Voyager 1" hat den Termination Shock schon 2004 passiert - in einem Abstand von rund 94 Astronomischen Einheiten (AE) zur Sonne. Eine AE entspricht dem mittleren Abstand Erde - Sonne, also knapp 150 Millionen Kilometern. "Voyager 2" hat diese Marke nun ebenfalls erreicht - allerdings in dem geringeren Abstand von 84 AE.

Die Abstände der Shocks zur Sonne sind verschieden

Die beiden Sonden entfernen sich in verschiedenen Richtungen von der Sonne: nach Norden ("Voyager 1) beziehungsweise nach Süden ("Voyager 2"). Normalerweise sollten die Abstände von der Sonne zum Termination Shock in alle Richtungen gleich sein - der nun gemessene Unterschied beweist jedoch, dass unser Sonnensystem eine Delle hat.

"Das interstellare magnetische Feld ist offenbar an der Stelle, an der sich 'Voyager 2' befindet, stärker als an anderen Stellen", erklärt Stone das Phänomen. Sein Forscherkollege Leonard Burlaga vom Goddard Space Flight Center der Nasa ergänzt: "Der stellare Wind versucht, in den interstellaren Raum zu dringen - aber der sagt Nein." Der Termination Shock ist laut Burlaga eine sehr dynamische Grenze. Sie flattert hin und her, so konnte die Sonde die Marke auch fünf Mal durchqueren.

Eine Überraschung erlebten die Forscher, als sie die Temperaturwerte des Plasmas aus Protonen und Elektronen untersuchten, aus denen der Sonnenwind besteht. Sie hatten mit einer starken Aufheizung gerechnet - irgendwohin musste die beim Abbremsen des Sonnenwindes freiwerdende Energie schließlich gehen. Doch statt der erwarteten Million Kelvin zeigten die Instrumente nur rund 200.000 Kelvin an. Wohin war die Energie verschwunden?

"Ein mächtiger Teilchenbeschleuniger"

"Wahrscheinlich steckt sie in Partikeln, die von außen aus dem interstellaren Raum kommen und ionisiert werden", sagt Burlaga im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Diese Teilchen würden sich danach deutlich schneller bewegen - so zumindest die Theorie der Forscher. "Der Termination Shock ist ein mächtiger Teilchenbeschleuniger", glaubt Burlaga.

Für ihn und "Mister Voyager", den Sondenpionier Stone, ist die Mission "Voyager" noch lange nicht zu Ende. Stone ist gerade dabei, die Projektförderung für die nächsten drei Jahre zu beantragen, ursprünglich sollten die Sonden nur vier Jahre fliegen - zu Saturn und Jupiter.

"Die Sonden werden den interstellaren Raum erreichen", ist sich Stone sicher. "Die Frage ist nur, ob wir dann noch genug elektrische Energie an Bord haben." Nach Stones Angaben wird es wohl noch sieben bis zehn Jahre dauern, bis auch die Heliosheath durchquert ist - dann beginnt der interstellare Raum. "Die Energie wird mindestens bis 2020 reichen, vielleicht sogar bis 2025."

Die Sonde könnte ihren Vater überleben

Der Astronom könnte längst seinen wohlverdienten Ruhestand genießen, doch seine Raumsonde lässt ihn nicht los. Stone verkörpert "Voyager" bis heute, das zeigt sich auch auf der Pressekonferenz. Obwohl er mit drei Forscherkollegen auf dem Podium sitzt, kommen diese kaum zu Wort. Praktisch jede Frage hat Stone schon beantwortet, bevor seine Kollegen überhaupt dazu kommen, zu einer Antwort anzusetzen.

Langweilig ist Stone bei der "Voyager"-Mission nie geworden, auch wenn sie für ihn schon 30 Jahre dauert. Etwas zu tun ist immer: "Wir bekommen ständig Daten von der Sonde, und die werten wir ständig aus", sagt er im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Immerhin beschäftigt ihn die Mission nicht mehr rund um die Uhr wie ganz zu Anfang: "'Voyager' ist für mich ein Teilzeitprojekt."

Irgendwann wird er das Projekt wohl ganz an einen jüngeren Kollegen abgeben müssen: Er ist bereits 71 Jahre alt, auch wenn man ihm das kaum anmerkt. Es könnte sogar sein, dass "Voyager 2" länger sendet als ihr Chefwissenschaftler lebt - ein Phänomen, mit dem man als Raumsonden-Fachmann rechnen muss.

Quelle : www.spiegel.de

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Ist es gefährlich, Botschaften an Außerirdische zu senden?
« Antwort #111 am: 17 Dezember, 2007, 12:20 »
In der International Academy of Astronautics streiten sich SETI- und METI-Experten, ob und unter welchen Bedingungen man außerirdische Zivilisationen auf die Erde aufmerksam machen soll

Im Oktober hat das Allen Telescope Array (ATA) mit vorerst 42 Radioteleskopen seine Arbeit aufgenommen, die einzig darin besteht, nach Signalen außerirdischer Intelligenz zu suchen. In drei Jahren sollen schließlich 350 Radioteleskope die SETI-Forschung (Search for Extraterrestrial Intelligence) erst wirklich in Schwung versetzen und möglichst viele Sternesysteme, aber auch einzelne Exo-Planeten abhören. Strittig ist freilich trotz jahrzehntelanger Diskussionen, wie man sich verhalten soll, falls tatsächlich ein Signal entdeckt werden sollte, das von einer außerirdischen Zivilisation stammt. Seit letztem Jahr ist ein offener Streit darüber ausgebrochen, ob man sich auf SETI beschränken soll oder ob die Menschen selbst Botschaften senden sollen, um auf sich aufmerksam zu machen.

Allen Telescope Array. Bild: SETI Institute

Unter Wissenschaftlern, die sich mit der SETI-Forschung beschäftigen, gärt allerdings seit längerem der Streit darüber, ob die Menschen auch aktiv nach außerirdischer Intelligenz suchen sollen, indem sie selbst Botschaften ins All senden, um so intelligente Aliens auf die Erde und die Menschen aufmerksam zu machen. In der International Academy of Astronautics wurde die SETI Permanent Study Group eingerichtet, in der man über die Forschung diskutiert Letztes Jahr beschloss man, offenbar gegen die Kritik vieler, eine Arbeitsgruppe für "Active SETI" zu starten. Die Diskussionen über die aktive Suche führten zu Konflikten.

Von SETI zu METI

Schon 1974 sendete Frank Drake die erste Botschaft mit einer Größe von 1679 Bits an ETIs mit dem Radioteleskop in Arecibo, Puerto Rico, in die Richtung des Sternensystems M13, das 25.000 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Man wird also noch nicht so schnell mit einer Antwort rechnen können. 1999 sendete dann Alexander Zaitsev, vom Institut für Radiotechnik und -elektronik der Russischen Akademie der Wissenschaften, mit Kollegen die ersten beiden Cosmic Calls in Richtung auf vier Sonnen geschickt, die "nur" 60 Lichtjahre entfernt sind, so dass mögliche Antworten etwas mehr als 100 Jahre benötigen würden. Die erste Botschaft enthielt allerdings einige, für ETIs möglicherweise verwirrende Fehler. Die Wissenschaftler codierten eine Botschaft, die aus 23 Seiten besteht und 370967 Bits an digitalisierten Piktogramm- und Schriftsymbole enthält. 2003 wurde noch ein Cosmic Call versendet. Überdies schickten die Russen 2001 mehrere Teen-Age Messages to the Stars mit digitalisierten Informationen und analoger Musik zu den Sternen.

Zitat
In contrast to Active SETI, METI pursues not a local, but a more global purpose – to overcome the Great Silence in the Universe, bringing to our extraterrestrial neighbors the long-expected annunciation "You are not alone!
Alexander Zeitsev

Zaitsev tritt weiterhin für "active SETI" oder METI (Messaging to Extraterrestrial Intelligence) ein. Eines seiner Argumente ist, dass dann, wenn alle Zivilisationen im Universum nur Empfänger und keine Sender wären, dann würde die auch SETI keinen Sinn machen. Zudem würden "böse" Außerirdische uns auch dann finden, wenn keine Botschaften ausgesendet werden. Dafür würden schon die vielen starken, permanent arbeitenden Militärradars sorgen, die Russland und die USA für ihre Raketenabwehrsysteme seit den 60er Jahren installiert haben. Nicht zuletzt sei die Risikovermeidung möglicherweise selbst ein Risiko.

Die Botschaft von Cosmic Call 2 könnte frühesten 2036 auf Hip 4872 im Sternbild Cassiopeia entdeckt werden. Sollte es dort intelligentes Leben, das die Botschaft auch glücklicherweise entdeckt, dann würde eine Revolution geschehen, weil man ab dann in einem bewohnten Universum leben würde. Diese Revolution könnte von den Menschen gemacht werden und sei die "wertvollste Anwendung irdischer Vernunft". Zeichen von Intelligenz könne es sein, den Missionseifer zu haben, den Aliens die gute Botschaft zu übermitteln, dass sie nicht alleine im Universum sind.

Die erste "Seite" des Cosmic Call

Suchen und Verstecken oder Rufen und Sich-Zeigen?

Zum offenen Streit kam es, als es darum ging, die von Michael Michaud vor 10 Jahren gemachten Vorschläge für einen Entscheidungsprozess darüber zu vereinheitlichen, ob man Außerirdischen eine Botschaft senden soll. "No transmission to extraterrestrial intelligence in response to a signal or other evidence of extraterrestrial intelligence should be sent until appropriate international consultations have taken place", hieß es in der einen Version. In der anderen lautete dieser Satz: "No communication should be sent to extraterrestrial intelligence by any State until appropriate international consultations have taken place". Im September entschied man sich für die zweite, schwächere Version. Viele hätten es für undurchsetzbar und nicht wünschbar gehalten, wenn die SETI-Gruppe die Position vertritt, versuchen zu wollen, "die Welt von Aktivitäten, die ganz legal sind, abzuhalten".

Wegen dieser Entscheidung hat John Billingham, ein ehemaliger Nasa-Wissenschaftler, die Gruppe aus Protest verlassen, weil keine ausreichende Diskussion, vor allem keine in der Öffentlichkeit, über die möglichen Folgen stattfinden, wenn die Menschheit durch das Aussenden von Signalen in die Aufmerksamkeit von ETIs rutschen. "Wir sprechen darüber, die Kommunikation mit anderen Zivilisationen aufzunehmen", so zitiert die Times Billingham, "aber wir wissen nichts über ihre Ziele, Möglichkeiten und Absichten." Das betrifft freilich nicht nur die aktive Suche, sondern auch die Entscheidung, was die Menschen machen sollen, wenn sie ein ETI-Signal aufgefangen haben. Die Wissenschaftler hätten die Verpflichtung, darüber nicht nur unter sich zu diskutieren, sondern trügen auch Verantwortung für "das Wohlergehen und das Überleben der Menschheit".

Billingham hat dazu ein Positionspapier verfasst und empfohlen, dass die Entscheidung eine internationale Organisation treffen müsste, die die gesamte Menschheit vertritt. Eine Botschaft sollte auch im Namen der gesamten Menscheheit geschickt werden.

Ausgetreten aus der Gruppe ist auch Michael Michaud, der früher beim US-Außenministerium tätig war und der Gruppe zeitweise vorgesessen war. Ihm ist, wie die Times berichtet, die Haltung seiner Kollegen in der Gruppe zu zögerlich, erst einmal dafür einzutreten, keine Botschaften auszusenden, bis die Konsequenzen gründlich bedacht wurden.

Für seine zurückhaltende Position gegenüber METI argumentiert Michaud schon seit Jahren. In einem Papier legte er etwa zehn Entscheidungen im Hinblick auf den Kontakt mit ETIs vor, "die die Welt verändern könnten". Hier warnt er davor, durch Aussenden von starken Signalen erst außerirdische Intelligenz auf die Menschen aufmerksam zu machen oder auch vorerst nur die Erde aus großer Entfernung entdeckbar zu machen. Sollen wir uns anthroponarzisstisch ausstellen und dann darauf vertrauen, dass ETIs, die auf die Menschen aufmerksam werden, auch der Erde und den Menschen keinen Schaden zufügen. Zwar könne es durchaus sein, dass auch diesen interstellare Flüge unmöglich seien, aber das könne man nicht wissen.

Zitat
Wir können nicht annahmen, dass ein bewohntes Universum inhärent wegen der Entfernungen zwischen den Sternen sicher ist. Unser Schicksal kann von der Moral der anderen abhängen. Auch wenn es keine Gewaltbedrohung gibt, legt die Erfahrung der Menschen nahe, dass eine Ausweitung der Macht einer Zivilisation fast immer bedeutet hat, diese Macht zu nutzen, um die eigenen Werte, Lebensformen und Institutionen auf andere Gesellschaften zu erweitern.
Michael Michaud

Jetzt würden einfach die Betreiber von Radar-, Radio- und Fernsehstationen diese Entscheidung für alle treffen. Sie würden sich damit für die optimistische Variante entscheiden, aber selbstherrlich handeln, weil zuvor keine politische Debatte darüber geführt wurde – und ebenso wenig darüber, wie man sich verhalten soll, wenn ein Signal entdeckt oder eine Kommunikation begonnen wurde.

Der Streit in der Gemeinschaft der SETI-Forscher blieb bislang weitgehend unbeachtet. Die Menschen haben andere Sorgen, das Thema ist für viele nicht mehr als bestenfalls Science Fiction, während die UFO-Gemeinde vermutlich die Debatte als müßig abtun wird. Ähnlich wie im Hinblick auf die Klimaerwärmung stellen allerdings auch SETI und METI die Frage, wie und von wem Entscheidungen getroffen werden sollen, die die gesamte Menschheit betreffen – und wer im Falle eines Kontakts mit ETIs für die Menschen mit diesen Sprechen soll.

Quelle : www.heise.de

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VERNICHTENDER JET - Schwarzes Loch feuert auf Galaxie
« Antwort #112 am: 18 Dezember, 2007, 11:14 »
Mit einem kraftvollen Jet nimmt ein supermassives Schwarzes Loch eine benachbarte Galaxie unter Beschuss. Die in dieser Form zuvor noch nie beobachtete kosmische Gewalt hat fatale Auswirkungen auf Planeten in dem Sternenhaufen: Atmosphärische Schutzschichten können zerstört werden.

Der entdeckte Jet aus Gammastrahlung und nahezu mit Lichtgeschwindigkeit fliegenden Teilchen nötigt den Wissenschaftlern Respekt ab: "Wenn man weiß, wie tödlich ein Jet sein kann, dann möchte man nicht in der Nähe seiner Feuerrichtung sein", sagte Neil Tyson vom American Museum of Natural History in New York. Die Entdeckung sei faszinierend "und wir können froh sein, dass wir aus einer sicheren Entfernung zuschauen".


Der gewaltige Jet rast durch das System 3C321, das aus zwei Galaxien besteht, die umeinander kreisen. Die Strahlung entsteht im Zentrum der größeren Galaxie, wo sich ein supermassives Schwarzes Loch befindet. Dieses verschlingt permanent Materie, ein Teil davon wird jedoch in Energie umgewandelt und als Gammastrahlung oder Teilchenstrom weggeschleudert. Der Jet feuert senkrecht zur sogenannten Akkretionsscheibe, in der sich eingefangene Materie sammelt, und trifft genau die benachbarte Galaxie.

"Wir haben schon viele von Schwarzen Löchern erzeugte Jets gesehen", sagte Dan Evans vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge (US-Bundesstaat Massachusetts), "aber zum ersten Mal beobachten wir einen solchen Strahl, der eine andere Galaxie trifft". Entdeckt wurde der mächtige Strahl durch kombinierte Beobachtungen mit den Weltallteleskopen "Chandra", "Spitzer" und "Hubble" sowie dem Very Large Array (VLA) und dem Merlin Radioteleskop.

Die beiden Galaxien im System 3C321 liegen für kosmische Verhältnisse sehr nah beieinander - ihr Abstand beträgt nur 20.000 Lichtjahre. Dies entspricht ungefähr der Distanz von der Erde zum Zentrum unserer Milchstraße, also der Galaxie, in der sich unser Sonnensystem befindet.

Die gewaltige Energie des Jets hat nach Aussagen der Forscher fatale Auswirkungen auf alles, was von ihm getroffen wird. Die Kombination aus Gammastrahlung und schnell rasenden Teilchen könnte die Atmosphäre von Planeten schwer schädigen, schreiben die Forscher im Fachblatt "The Astrophysical Journal". Schützende Schichten wie etwa die Ozonhülle der Erde würden unter Umständen zerstört - damit wohl auch eventuell auf den Planeten vorhandenes Leben.

"Wir beobachten Jets im ganzen Universum, aber wir verstehen einige ihrer Grundeigenschaften immer noch nicht", sagte Marin Hardcastle von der britischen University of Hertfordshire. Das nun entdeckte System biete die Chance, herauszufinden, was mit ihnen passiere, wenn sie auf etwas träfen - etwa eine Galaxie -, und was danach mit ihnen passiere.

Quelle : www.spiegel.de

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Gibt es doch eine "Zweite Erde"?
« Antwort #113 am: 29 Dezember, 2007, 10:03 »
Die Ergebnisse zweier aktueller Studien lassen hoffen

Zwei Fragen, mit denen sich die Wissenschaftler schon sehr lange Zeit befassen, aber eindeutige Antworten darauf nach wie vor nicht geben können. Vor knapp einem halben Jahr war man der Lösung vermeintlich ein Stück näher gekommen, mit der Entdeckung des Planeten Gliese 581 c durch ein europäisches Wissenschaftsteam. Die Meldung wurde begeistert von den Medien aufgenommen und ging durch alle Nachrichten, denn dieser, innerhalb unseres Sonnensystems im Sternbild Waage befindliche Planet, sollte etwas ganz besonderes aufweisen: erdähnliche Eigenschaften.

Leider erwies sich diese Meldung zwar nicht als "Zeitungsente", aber sie war auch nicht zutreffend, denn der damals als erdähnlicher Planet kolportierte Gliese 581c erfüllte nach genauerem wissenschaftlichen Hinsehen dann doch nicht die Wunschvorstellung, ein planetares Abbild der Erde gefunden zu haben. Zu lebensunfreundlich zeigten sich die Bedingungen, die auf diesem Planeten herrschen, zu nah am Zentralstern und somit auch zu heiß, um überhaupt die Entwicklung einer primitiven Lebensform zuzulassen. Als lebensfreundlich gelten Temperaturen, die das Vorkommen von flüssigem Wasser erlauben, dies ist wiederum abhängig von der ausgestrahlten Energie des Zentralsterns und dem Abstand zwischen dem jeweiligen Planeten zu diesem Stern.

Das Planetensystem um Gliese 581 M. Bild: ESO

Überraschend neue Ergebnisse

Der Zentralstern Gliese 581 M, ca. 20 Lichtjahre von unserer Erde entfernt, ist ein so genannter Roter Zwerg, der wesentlich kühler ist als unsere Sonne. Er verfügt zwar über ein Drittel der Masse unserer Sonne, leuchtet aber 50mal schwächer als diese. Das Planetensystem um diesen roten Zwerg besteht aus dem "heißen" Gl 581b, einen Planeten von der Größe Neptuns, der den Stern alle 5,4 Tage umkreist und den zwei "Super-Erden" begleiten. Dies sind Planeten, die bis zu zehnmal mehr Masse als die Erde besitzen, Gl 581c (mit fünffacher Erdmasse), der 13 Tage für einen Umlauf benötigt und Gl 581d, mit achtfacher Erdmasse und einer Umrundungszeit von 83,6 Tagen. Nach den neuesten wissenschaftlichen Auswertungen befindet sich nur der Letztere mit seiner Umlaufbahnen in der so genannten bewohnbaren Zone um den Zentralstern, nicht (wie ursprünglich im April gemeldet) der kleinere Bruder Giese 581c.

Der obere Teil der Abbildung zeigt die HZ in unserem Sonnensystem. Die rote Kurve zeigt die äußerste Grenze der HZ. Innerhalb der grünen Begrenzungslinien wird nach dem Modell von Bloh die photosynthetische Zone angezeigt. Der mittlere Teil der Abbildung zeigt die Grenzen der HZ von Gliese 581, berechnet mit dem Selsis-Modell. Das untere Bild zeigt die Grenzen der photosynthetischen Zone mit Hilfe des geophysikalischen Bloh-Modells. Die lilafarbenen Balken zeigen die HZ unter der Annahme, dass Gliese 581 M sieben Mrd. Jahre alt ist. Die horizontalen Markierungen zwischen Gliese 581c und d zeigen die variable Distanz zu dem Zentralstern, die aufgrund der exzentrischen Umlaufbahnen beider Planeten entsteht. Bild: Astronomy and Astrophysics

Giese 581d: lebensfreundlich

Die aktuelle Veröffentlichung zweier unabhängiger Studien in der Fachzeitschrift Astronomy and Astrophysics über dieses System zeigt, dass einer der Planeten - Gliese 581d - sich höchstwahrscheinlich innerhalb der bewohnbaren Zone um den Stern Gliese 581 M befindet. Im Gegensatz zur Erde dreht sich dieser Planet nicht um seine eigene Achse, so dass eine Seite immer dem Zentralstern zugeneigt und somit sehr warm ist, während auf der abgewendeten Seite entsprechend eisige Temperaturen herrschen. Mit den daraus resultierenden Temperaturschwankungen ist man dort immer besonders ungemütlichen Stürmen ausgesetzt – nicht unbedingt die Vorstellung angenehmer Lebensbedingungen.

Trotz all dieser Widrigkeiten könnte dort, nach den neuesten Studienergebnissen, ausreichend Wasser existieren, um Leben zu ermöglichen. Zwei internationale unabhängige Teams, eins unter der Leitung von Franck Selsis vom französischen CRAL (Centre der Recherche Astrophysique de Lyon), das andere unter der Verantwortung des am deutschen PIK (Potsdam Institute for Climate Impact Research) beschäftigten Werner von Bloh, untersuchten die mögliche Bewohnbarkeit der beiden "Super-Erden" Gliese 581c und d" aus zwei verschiedenen Blickwinkeln.

Das Team von Franck Selsis berechnete die Eigenschaften der Atmosphäre eines Planeten in verschiedenen Entfernungen vom Zentralstern. Die große Unsicherheit für die genaue Lage der Grenzen der bewohnbaren Zone kommt aus Wolken, die derzeit nicht im Detail modelliert werden. Mit Hilfe eines Modells für die zeitliche Entwicklung von erdähnlichen Planeten, das mit einem Klimamodell gekoppelt wurde, konnte das Bloh-Team für den Planeten Gl 581d lebensfreundliche Bedingungen nachweisen, wohingegen sein kleiner Bruder, Gl 581c, als unbewohnbar eingestuft werden muss. Dieses Modell berücksichtigt die thermische Entwicklung der Planeten, das heißt die Abkühlung des Planetenkörpers seit seiner Entstehung und die damit zusammenhängenden geodynamischen Parameter.

Um aber eine ultimative Antwort auf die Frage von Leben auf Gl 581d zu bekommen, setzt die Wissenschaft auf zukünftige Raumfahrtmissionen wie die europäische Mission Darwin, geplant für das Jahr 2015.

Quelle : www.heise.de

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Forscher entdecken bislang jüngsten Exoplaneten
« Antwort #114 am: 03 Januar, 2008, 09:38 »
Er ist zehnmal so schwer wie Jupiter und höchstens zehn Millionen Jahre alt: Deutsche Astronomen haben den jüngsten bislang bekannten Exoplaneten aufgespürt. Die Entdeckung bestätigt auch die gängige Theorie zur Planetenentstehung.

Der Fund eines Planeten außerhalb unseres Sonnensystems ist heutzutage kaum noch eine Meldung wert - bereits mehr als 250 sind bekannt. Doch jener Koloss, der den etwa 180 Lichtjahre entfernten Stern TW Hydrae umkreist, ist etwas Besonderes: Er ist jünger als alle bisher bekannten Exoplaneten. Und je jünger ein Planet ist, umso leichter fallen Rückschlüsse auf seine Entstehungsgeschichte.


Der Exoplanet bewegt sich an der Innenkante einer Staubscheibe, die den Zentralstern umschließt. "Seinen Mutterstern umgibt noch jene Gas- und Staubscheibe, aus der der Planet kürzlich geboren wurde", teilte das Heidelberger Max-Planck-Institut für Astronomie mit. Damit sei erstmals der direkte Beweis erbracht, dass Planeten aus solchen scheibenförmigen Materiesammlungen um Sterne entstehen können, schreiben die Forscher um Johny Setiawan im Fachmagazin "Nature" (Bd. 451, S. 40).

Die Heidelberger Forscher hatten seit 2003 gezielt 200 sehr junge Sterne auf mögliche Planeten untersucht. Ein Planet kann maximal so alt sein wie der Stern selbst. Bei ihren Beobachtungen werteten die Wissenschaftler die sogenannten Radialgeschwindigkeiten der Sterne aus. Dies sind die Geschwindigkeiten, mit denen sich die Sterne auf einen Beobachter von der Erde zu- oder wegbewegen. Kleinste Schwankungen in dieser Geschwindigkeit sind Hinweise dafür, dass ein umkreisender Planet mit seiner Schwerkraft die Sternenbewegung leicht verändert.


Beim TW Hydrae im Sternbild Wasserschlange (Hydrae) haben die Forscher solche Schwankungen gefunden: Ein Exoplanet von der zehnfachen Masse des Jupiters kreist in nur dreieinhalb Tagen um den Stern. Sein Abstand beträgt dabei sechs Millionen Kilometer, was nur vier Prozent des Abstandes der Erde von der Sonne entspricht. Da TW Hydrae auf ein Alter von acht bis zehn Millionen Jahre geschätzt wird, müsse der TW Hydrae b genannte Exoplanet in dieser Zeit entstanden sein, erklären die Forscher. Unsere Sonne ist bereits rund 500 Mal so alt.

Aus Beobachtungen mit dem Hubble-Weltraumteleskop ist bekannt, dass sich um TW Hydrae eine Materiescheibe aus Staub und Gas befindet. Die Forscher wollen nun mit weiteren Beobachtungen und Computersimulationen den genauen Ablauf der Planetenentstehung untersuchen.

Die systematische Erforschung der extrasolaren Planeten, also der Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, hat Mitte der neunziger Jahre begonnen. Bei den 250 seither entdeckten extrasolaren Planeten handelt es sich meist um Gasriesen. "Da Planeten nahe bei einem hellen Stern wie Glühwürmchen neben einem Flutlichtstrahler erscheinen, lassen sie sich meist noch nicht direkt beobachten", heißt es in der Mitteilung des Heidelberger Instituts. Die Astronomen sind daher auf indirekte Nachweismethoden angewiesen.

Quelle : www.spiegel.de

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Re: Forscher entdecken bislang jüngsten Exoplaneten
« Antwort #115 am: 04 Januar, 2008, 00:38 »
Zitat
"Da Planeten nahe bei einem hellen Stern wie Glühwürmchen neben einem Flutlichtstrahler erscheinen, lassen sie sich meist noch nicht direkt beobachten", heißt es in der Mitteilung des Heidelberger Instituts. Die Astronomen sind daher auf indirekte Nachweismethoden angewiesen.
So möchte ich der Vollständigkeit halber darauf hinweisen, dass es sich bei den gezeigten Bildern nur um künstlerische Illustrationen handeln kann, keinesfalls um echte Abbildungen irgendeiner Art.
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Veränderungen stehen an. Dies ist der bisherige Stand:
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Wo sind die Baryonen hin
« Antwort #116 am: 06 Januar, 2008, 19:50 »
- wo sind sie geblieben? Forscher sind der Struktur des "Cosmic Web" auf der Spur, das, aus dunkler Materie bestehend, ganze Sternsysteme verbindet. Und nebenbei suchen sie nach einem großen Teil der im Urknall freigesetzten "normalen" - baryonischen – Materie

Am Anfang war alles schön sämig. Einen perfekten Kuchenteig hatte wer auch immer da zusammengerührt, der all seine Bestandteile homogen in sich verteilt trug. Doch als der Teig lange genug im Ofen stand, vergrößerten sich vorher unsichtbare Inhomogenitäten. Das Ergebnis sehen wir heute, 13,7 Milliarden Jahre später, am Himmel: die Sterne sind bei weitem nicht gleichmäßig verteilt, stattdessen ordnen sie sich zu Haufen und größeren Strukturen an.

Die Ordnung, die dahinter steckt, lässt sich rein aus den Eigenschaften gewöhnlicher Materie nicht erklären. Sie ist es, die auf das potenzielle Vorhandensein spezieller Dunkler Materie hinweist. Und zwar auf eine ganze Menge davon: nur vier Prozent der kosmischen Materie gehören zur normalen, der baryonischen Art, 73 Prozent sind Dunkle Materie (die das Universum mit ihrer Anziehungskraft zusammenhält) und 23 Prozent sind Dunkle Energie (die das Weltall expandieren lässt). Jegliche sichtbare Materie ordnet sich entlang der Strukturen der Dunklen Materie an, deren Verteilung im Universum man deshalb auch das kosmische Netz, "cosmic web", genannt hat. Wie ein riesiges Spinnennetz hält es an seinen Fäden und Knoten gigantische Brocken normaler Materie fest.


In der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Science diskutieren Forscher in vier Artikeln, wie dieses Cosmic Web aussehen könnte - und wie wir ihm am besten auf die Spur kommen. Denn Tatsache ist: auch unsere Milchstraße muss sich an einem seiner Spinnwebfäden verfangen haben. Es sollte deshalb möglich sein, auch in unserem Hinterhof Spuren davon aufzufinden. Das wird allerdings durch die Eigenschaften der Dunklen Materie etwas erschwert, die sich nur der Wechselwirkung via Gravitation unterwirft.

Zwei Wolken Dunkler Materie, beschreibt der Astronom Rodrigo Ibata, könnten sich gegenseitig durchdringen, ohne davon etwas zu merken, sie verursachen keine kosmischen Unfälle. Das gibt uns die Möglichkeit, mit dem relativ einfachen Newtonschen Gravitationsgesetz die mögliche Entwicklung ganzer Galaxien in einer Umgebung aus Dunkler Materie zu simulieren - unter anderem mit dem Ergebnis, dass sich um die Galaxien herum Halos aus Dunkler Materie gebildet haben müssen, die durch dünne Filamente miteinander verbunden sind.


Interessanterweise impliziert das Newtonsche Gesetz, dass sich die Strukturen im Großen auch im Kleinen wiederholen müssen, denn die Reichweite der Gravitation ist unbegrenzt. Finden wir also in der Milchstraße bestimmte Strukturen, könnten wir damit den Aufbau des ganzen Universums eindeutig beweisen. Über die Filamente, die unsere Galaxis mit der lokalen Gruppe verbinden, müsste es einen ständigen Materiezufluss in Form von Zwerggalaxien geben, die sich mit ständig steigender Geschwindigkeit ihrem Ziel nähern - und tatsächlich zeigen aktuelle Beobachtungen, dass zwei Zwerggalaxien auf diese Beschreibung passen.

Auch Halos aus Dunkler Materie hat man anhand der in ihnen gebildeten Zwerggalaxien schon nachweisen können - allerdings nicht genug davon, um das Modell endgültig zu bestätigen. Die spannendsten Antworten verspricht man sich derweil vom GAIA-Experiment, das die ESA ab 2011 startet. Dabei will man die genauen Bahnen von Milliarden von Sternen vermessen - mit viel höherer Genauigkeit als bisher. Doch man kann das Cosmic Web auch direkt beobachten: anhand der Einflüsse, die es auf das Licht entfernter Galaxien nimmt. Die Gravitation wirkt wie eine schwache Linse - kennt man das Originalbild und dessen Abbildung, kann man die Form der Linse berechnen.

Ganz nebenbei gehen die Forscher auch auf die Suche nach normaler Materie - die seit dem Urknall verloren gegangen zu sein scheint. Man braucht sie, um damit mehr über das Netz Dunkler Materie zu erfahren - und um anhand der einzigen direkt beobachtbaren Komponente die Güte unserer kosmologischen Modelle zu testen.

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Neuer Zyklus der Sonnenaktivität hat begonnen
« Antwort #117 am: 07 Januar, 2008, 20:55 »
Nach einem Bericht der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) ist der kürzlich entdeckte Sonnenfleck Nr. 10.981 (gezählt wird seit 1972) das erste Zeichen für den neuen Sonnenfleckenzyklus, der eine erhöhte Aktivität der Sonne mit sich bringt. Dafür spricht, dass der Fleck auf dem 27. nördlichen Breitengrad aufgetreten ist und eine vertauschte Polarität besitzt. Die NOAA warnt, dass damit auch das Störrisiko für Strom- und Kommunikationsnetze und GPS-Signale steigt, Astronauten sind stärker gefährdet, es kann selbst Unterbrechungen bei Handy-Gesprächen oder Transaktionen am Geldautomaten geben. Derzeit ist die Sonnenaktivität zwischen dem ausgehenden und beginnenden Zyklus minimal.

Erster Sonnenfleck des neuen Zyklus. [Bild: NOAA]

 Alle 11 Jahre kommt es zu einem neuen Zyklus. Beim jetzigen Sonnenzyklus 24 wird die Zahl der Sonnenflecken schrittweise wieder zunehmen, was in den nächsten Jahren zu stärkeren Sonnenstürmen führen wird, die 2011 oder 2012 ein Maximum erreichen werden, wie Douglas Biesecker vom Zentrum für die Vorhersage des Weltraumwetters (SWPC) der NOAA erklärt. Ein Sonnenfleck, der kühler ist als seine Umgebung, zeigt die stärkste Aktivität auf der Oberfläche der Sonne an. Ein neuer Zyklus beginnt normalerweise mit vereinzelt auftretenden Sonnenflecken, die später in Gruppen auftreten, von denen Ausbrüche an magnetischer Energie ausgehen können, sogenannte Flares. Diese sind die Ursache der Sonnenwinde, einem von der Sonne ausgehenden Strom geladener Teilchen, vor denen uns die Magnetosphäre schützt.

Im vergangenen Jahr hatten die Wissenschaftler den Beginn des neuen Sonnenzyklus für den März 2008, plus oder minus sechs Monate, vorhergesagt. Je früher der neue Zyklus über die Ausläufer des alten Zyklus dominiert, desto wahrscheinlicher sei es, so Biesecker, dass es viele Sonnenflecken und starke Winde gibt.

NOAA-Chef Conrad Lautenbacher weist auf die wachsende Abhängigkeit von "hochkomplizierten, im Weltraum befindlichen Technologien" hin, wodurch die Risiken, die vom Weltraumwetter ausgehen, heute größer sind als früher. Das SWPC erstellt Weltraumwetterberichte und warnt vor Sonnenwinden.

Quelle : www.heise.de

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Re: Sonnenaktivität: Kosmisches Feuer stört irdische Technik
« Antwort #118 am: 08 Januar, 2008, 00:33 »
Wird wohl auch das eine oder andere Mal den Satempfang verpixeln bzw. "schwarze Serien" auf unsere Panels zaubern!
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Reparatur verschoben: "Hubbles" Schicksal steht in den Sternen
« Antwort #119 am: 09 Januar, 2008, 16:16 »
Astronomen melden gleich zwei neue Entdeckungen mit Hilfe des "Hubble"-Weltraumteleskops: Sie haben das Rätsel der "blauen Klumpen" im All gelöst und die Vorläufer-Galaxien der Milchstraße gefunden. Die Nasa aber hat jetzt einen Reparaturflug zu "Hubble" verschoben.

Und es fotografiert immer noch: Das altgediente Weltraumteleskop "Hubble" hat den Astronomen in seiner inzwischen mehr als 17-jährigen Dienstzeit immer wieder überragende Aufnahmen geliefert. Jetzt melden Astronomen gleich zwei spannende Entdeckungen, die mit Hilfe des Observatoriums im Orbit zustande kamen.

Zwölf Lichtjahre von der Erde entfernt, zwischen den Galaxien M81 und M82, stießen Astronomen auf mysteriöse blaue Klumpen. Es stellte sich heraus, dass es sich bei den leuchtenden Gebilden um neugeborene Sternenhaufen handelt, die teilweise erst zehn Millionen Jahre alt sind. Weil sie in ihrer kosmisch gesehen erst kurzen Lebenszeit erst wenig ihres Brennmaterials Wasserstoff verbraucht haben, leuchten sie auf den Fotos blau auf. Die blauen Klumpen sind wahre Riesen: Sie besitzen die Zehntausendfache Masse unserer Sonne. Noch nie seien sie so detailliert beobachtet worden, sagte Duilia de Mello von der Catholic University of America.

Insbesondere der Fundort überraschte die Astronomen: im interstellaren Raum, zwischen drei kollidierenden Galaxien - quasi im Nichts. Die blauen Klumpen sind verwaiste Sternenhaufen, denn sie gehören keiner Galaxie an. Für die Forscher sind sie interessant, weil sie eine Erklärung dafür liefern könnten, warum das All in seiner Frühzeit mit schwereren chemischen Elementen als etwa Helium durchsetzt war. Da die blauen Klumpen fern von Galaxien existieren, könnten die schweren Elemente, die im Innern der Sterne entstanden sind, leichter in den intergalaktischen Raum entwichen sein.

Vorfahren der Milchstraße erspäht

Zudem hat "Hubble" in den Tiefen des Alls jetzt die Vorläufer von Spiralgalaxien wie unserer Milchstraße erspäht. Die neu entdeckten Galaxien besitzen nur ein Zehntel der Größe der Milchstraße, haben lediglich ein Zwanzigstel ihrer Masse und ein Vierzigstel ihrer Sterne, wie Eric Gawiser von der Rutgers University in New Brunswick (US-Bundesstaat New Jersey), einer der beteiligten Forscher, sagte.

Mit irdischen Teleskopen hat man keine Chance, die jungen Welteninseln zu erspähen - sie sind so weit entfernt, dass sie kaum von Sternen zu unterscheiden seien. Der Blick auf diese Galaxien ist für die Astronomen eine Zeitreise in die Kindheit des Universums: Das Licht der jungen Galaxien ist rund zwölf Milliarden Jahre unterwegs gewesen. Die Sternsysteme sind also nur knapp zwei Milliarden Jahre jünger als das Universum selbst, dessen Alter auf 13,7 Milliarden Jahre geschätzt wird.

Jeweils mehrere dieser kleinen Galaxien, manchmal mehr als zehn, haben sich im Laufe der Jahrmilliarden zu den großen Spiralgalaxien wie unserer Milchstraße vereinigt, glauben die Forscher. Ihre Entdeckung sei für das Verständnis des Kosmos "wie der Fund eines Schlüsselfossils im Pfad der menschlichen Evolution", sagte Gawiser.

Reparaturflug verschoben

Ob "Hubble" auch weiterhin solche Aufnahmen machen wird, ist unklar. Die Nasa plant, das altgediente Teleskop noch einmal zu reparieren und mit neuen Instrumenten auszustatten. Aber der Terminkalender für Shuttle-Flüge hat kaum noch Lücken: Laut Plan ist eine Reparatur-Mission für August geplant - zuvor aber muss die Nasa noch mit zwei Shuttle-Flügen ein japanisches Forschungslabor zur Internationalen Raumstation ISS bringen. Und da die Nasa gerade erst aufgrund technischer Probleme den Start der Raumfähre "Atlantis" auf wahrscheinlich Anfang Februar verschieben musste, wird der August-Termin für die "Hubble"-Mission kaum zu halten sein.

Zwar ist "Hubble" noch immer in Betrieb, aber altersschwach: Einige Gyroskope sind ausgefallen, weswegen das Teleskop nur noch begrenzt manövrierfähig ist. Während des geplanten elftägigen Reparatur-Einsatzes, der insgesamt fünf Außeneinsätze beinhalten wird, wollen die Shuttle-Astronauten einen neuen Satz an stabilisierenden Gyroskopen, zwei neue Instrumente, neue Batterien und einen Wärmeschutz installieren. Eine neue Kamera soll die Möglichkeiten von "Hubble" erweitern. Astronomin Sandra Faber von der University of California sagte, mit den Verbesserungen würde "Hubble" 90 Mal leistungsfähiger sein als zuvor.

"Hubble" soll 90 Mal leistungsfähiger werden

Die Reparatur soll "Hubbles" Lebenszeit um fünf bis zehn Jahre verlängern. Die Nasa plant, das Teleskop noch bis zum Jahr 2013 in Betrieb zu halten. 2020 dann soll "Hubble" in einem kontrollierten Absturz im Ozean entsorgt werden. Ohne Reparatur würde das Teleskop spätestens 2011 seinen Geist aufgeben, sagte Nasa-Wissenschaftler David Leckrone.

Die Nasa hatte in der Vergangenheit mehrfach geplant, das Teleskop abstürzen zu lassen. Aufgrund öffentlichen und politischen Drucks hatte die US-Weltraumbehörde dann aber beschlossen, das Teleskop noch einmal zu reparieren. Eine schwierige Mission, die riskanter ist als vergleichbare Shuttle-Missionen: Die Astronauten werden zum ersten Mal im Orbit zwei Instrumente reparieren: den Space Telescope Imaging Spectrograph (STIS) und die Advanced Camera for Surveys (ACS), die letztes Jahr ausgefallen war. Der STIS war 1997 in das Teleskop eingebaut worden und ermöglicht es, die chemische Zusammensetzung von Himmelskörpern zu entschlüsseln. Mit Hilfe des STIS gelang es, Schwarze Löcher in der Mitte von Galaxien nachzuweisen, die erste Atmosphäre eines Exoplaneten nachzuweisen und Annahmen über das Alter des Universums zu bestätigen.

Quelle : www.spiegel.de

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