Autor Thema: Google diverses (GMail,News,Kalender etc...) ...  (Gelesen 27579 mal)

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Bürgerrechtler verlangen von Google besseren Datenschutz
« Antwort #45 am: 10 Juni, 2007, 13:03 »
Die Bürgerrechtsorganisation Privacy International (PI) hat erstmals eine Rangliste (PDF-Datei) großer Internetdienstleister erstellt, in der ihr Umgang mit persönlichen Daten der Nutzer berücksichtigt wurde. Der US-amerikanische Suchmaschinenhersteller Google erhielt dabei als einziges der 23 Unternehmen die schlechteste Note "datenschutzfeindlich". Als unbedenklich beurteilten die Bürgerrechtler keines der untersuchten Unternehmen. Am besten schnitten die Websites der BBC, von eBay, Last.fm und Wikipedia ab, doch auch bei ihnen gebe es Verbesserungsbedarf.

Offenbar ist der Bericht bei Google auf Unmut gestoßen. In einem offenen Brief an den Chef des Unternehmens, Eric Schmidt, weist PI-Direktor Simon Davies den Verdacht zurück, es sei bei der Erstellung der Rangliste nicht mit rechten Dingen zugegangen, da ein Microsoft-Mitarbeiter dem aus 70 Experten bestehenden PI-Beratungsgremium angehöre. Der Softwarekonzern weist nach Ansicht von PI zwar ebenfalls Datenschutzmängel auf, bekam aber eine bessere Note als Google. Davies schreibt, der betreffende Microsoft-Mitarbeiter habe PI bereits sechs Jahre angehört, als er von dem Unternehmen angeworben worden sei.

Davies weist den Verdacht von sich, Privacy International habe ein spezielles Interesse daran, Google zu kritisieren. Die Organisation habe sehr wohl Verbindungen zu Microsoft, aber auch zu tausenden anderen Personen. Microsoft sei bereits Ziel mehrerer juristischer und politischer Kampagnen der Bürgerrechtler gewesen. So habe PI Microsoft 2003 für den Big Brother Award nominiert und die EU-Kommission bei ihren Untersuchungen gegen Microsoft unterstützt.

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GOOGLE STREET VIEW - Paradies der Gaffer und Spanner
« Antwort #46 am: 10 Juni, 2007, 16:56 »
Googles neue 3D-Ansichten von Straßenzügen führen zu einem absurden Internet-Sport. Zweideutige Schnappschüsse von Passanten, Hintern, Dekolletés und Skurrilitäten werden plötzlich massenhaft getauscht und bewertet. Kritiker wittern Rundumüberwachung: Wie weit darf Technik gehen?

"Booty Check" wird die Straßenszene genannt. Boot bedeutet Stiefel. Booty kann Beutestück heißen, umgangssprachlich aber ebenso Hintern. Dem Augenschein nach ist die zweite Übersetzung passender: San Franciso, Larkin Street, ein Gehsteig. Eine Frau beugt sich vornüber, um ihre Schuhe zu binden - oder ihre Stiefel zu überprüfen. Gleich neben ihr drehen sich zwei junge Männer im Vorbeigehen um und gucken. Ob sie sich für die Dame, deren Schuhe oder Hintern interessieren (oder für irgendetwas ganz anderes), weiß niemand. Für das Blog "StreetViewVoyeur" jedoch steht fest: Die machen einen Booty Check. Ein Klick, ein Lacher, weiter.

Seit der Suchmaschinengigant Google seinen Online-Kartendienst Maps um die Funktion Street View erweitert hat, gibt es einen neuen Sport im Internet: Nutzer fahnden in den 360-Grad-Ansichten unzähliger Straßenzüge nach Lustigem, Kuriosem - und natürlich nach Anzüglichem.

"Die Street-View-Erweiterung lässt eine ganz neue Form von Google-Map-Sightseeing entstehen", schreibt Mike Pegg in seinem Blog "Google Maps Mania". Das ist unzweifelhaft richtig, wenngleich die Sights (Sehenswürdigkeiten) weniger über die abgebildeten Städte aussagen, für die der neue Fotodienst von Google bislang verfügbar ist, nämlich New York, Miami, San Francisco Bay Area, Las Vegas and Denver.

Über die Zusammensetzung des Publikums und dessen Vorlieben erfährt man hingegen einiges: in Blogs wie StreetViewr.com, GoogleSightseeing.com oder Street View Fun.

Das Problem dabei: Google entblößt Ahnungslose (mehr...). Denn auf den Straßenfotos sind auch sonnenbadende Bikini-Mädchen, Nasenbohrer und Pornokino-Besucher zu sehen - allesamt ahnungslos abgelichtet. Anfang Juni entrüstete sich Mary Kalin-Casey aus dem kalifornischen Oakland in der "New York Times", weil man auf Googles Street View sogar ihren Kater Monty hinter dem Wohnzimmerfenster im zweiten Stock erkennen kann.

Beutestücke zu Web-Kurzgeschichten - ganz ohne Kontext

Unzähligen Blogs und Webseiten ist's egal. Sie tauschen und verlinken seit Wochen immer mehr Beutestücke. Und so werden aus oft zweideutigen, zufällig aufgenommen Straßenszenen mithilfe süffisant-suggestiver Kommentare kleine Web-Kurzgeschichten: Die beiden Männer aus der Larkin Street werden als Spanner durchs Web gereicht. Ein Jogger am Spreckels Lake in San Francisco dehnt sich, ein Paar Meter hinter einer anderen Joggerin stehend. "Ach was, der gafft ihr auf den Hintern", schreibt der Nutzer "Alex" auf "GoogleSightseeing ". Ein Lieferwagen mit dem Logo des Computerherstellers Hewlett Packard ("Authorized Sales & Service", auch die Telefonnummer ist klar zu erkennen) parkt in der Ofarrel Street, Downtown San Francisco, vor einem Etablissement mit der Aufschrift "Adult Sex Entertainment" - im Web wird daraus die schlüpfrige Geschichte von der unangebrachten Mittagspause der Servicetechniker gedichtet.

Wo die Fülle verfügbarer Fotografie Information vortäuscht, ersetzt der Augenschein das Wissen, eine knackige Hypothese den Zusammenhang. Und das könnte erst der Anfang sein.

"Hilf 'Wired News' dabei, die besten versehentlichen Stadt-Schnappschüsse zu erfassen", werden die Leser des Blogs "Threat Level" aufgefordert. Er gehört zum Online-Angebot der Zeitschrift "Wired". Dort können die Nutzer wie auf vielen anderen Street-View-Sammelseiten nicht nur eigene Fundstücke einschicken (ein Link zur entsprechenden Seite bei Google Maps genügt), sondern auch Plus- oder Minuspunkte für die Einträge anderer verteilen.

Öffentlich Privates wird global multipliziert

Noch sind wenige Städte von Googles Panoramafoto-Wagen erfasst worden. Noch bedient sich erst eine Minderheit der Netznutzer des Dienstes. Was aber, wenn sich mit dem Wachstum des Dienstes auch die Probleme auswachsen?

Den Sorgen von Nutzern, die Verletzungen ihrer (oder einer fremden) Privatsphäre befürchten, entspricht Google mit der Möglichkeit, anstößige Schnappschüsse zu melden. Wenigstens in Einzelfällen ist bekannt, dass diese auch entfernt wurden: Das Bild einer Frau, die beim Einsteigen in einen Pickup ihre Unterhose entblößte, sperrten die Verantwortlichen - nachdem es die Runde durch die Blogs gemacht hatte.

Aber was ist mit weniger eindeutigen Fällen? Wer auf Google Maps den New Yorker Stadtteil Manhatten sucht und mit der 360-Grad-Fotofunktion zum Beispiel dem Park Drive durch den nördlichen Central Park folgt, gleitet virtuell an Heerscharen von Joggern, Walkern und Rasensitzern vorbei. Beinahe unmöglich, da keine textilarmen, unfreiwillig komischen oder wenigstens missverständlichen Schnappschüsse zu finden - aus denen sich eine Geschichte fabulieren ließe.

Schließlich ist Street View nicht das Ergebnis klassischer Straßenfotografie ("Schnappschuss, bitte lächeln, vielen Dank!"), sondern so etwas wie klammheimlich eingefrorenes öffentliches Leben: Die eingesetzten Fahrzeuge - zum Teil vom Drittanbieter Immersive Media betrieben - brauchen nur einen Fahrer. Das Fotografieren übernimmt eine vollautomatische 360-Grad-Kamera auf dem Dach. Das Gerät fotografiert mit elf Linsen bis zu 30 Mal in der Minute.

Es war wohl unvermeidlich, dass auch diese Kamerawagen selbst zum Gegenstand des Sammeleifers würden: Die diversen Street-View-Blogger tauschen mit Genuss Fundstücke aus, auf denen sich ein Lieferwagen mit Kameraausrüstung auf dem Dach in Verkehrsspiegeln oder Schaufenstern spiegelt.

Furcht vor CIA, NSA und Live-Video

Ob Bilddatensammler in Googles Auftrag je durch europäische Städte rollen werden, ist zumindest ungewiss. In Europa könnte die bisherige Praxis gar illegal sein, schreibt der Anwalt, IT-Rechtler und Blogger Struan Robertson in der Londoner Zeitung "Times". Zwar seien die Datenschutz-Gesetze in den einzelnen EU-Mitgliedsländern verschieden, doch gebe es in den meisten einen ähnlichen Rechtsanspruch für die Bürger. Diese könnten von einem Anbieter verlangen, dass er die Veröffentlichung von Fotos verhindere, wenn ihnen aus dieser Nachteile erwachsen könnten. Oft sei auch für kommerzielle Aufnahmen von Personen im öffentlichen Raum eine Zustimmung notwendig. "Selbst ein Lautsprecher auf dem Dach der Kamerawagen, der tönt 'Hallo Leute, hier ist Google, bitte alle lächeln!', könnte da nicht ausreichen", schreibt Robertson.

Nicht, dass Google der einzige Akteur wäre, der Ahnungslose ablichtet. Street View sei seiner Meinung nach so etwas wie die unüberschaubare Zahl der Überwachungskameras, schreibt Robertson. Nur dass Videoüberwachung durch Schilder kenntlich gemacht werden müsse.

Im populären "BoingBoing"-Blog wurde dieser Gedanke im Laufe der Woche weitergesponnen: "Google Street View - wäre es mehr oder weniger böse, wenn es von der CIA oder der National Security Agency (NSA) käme?", fragte die Autorin und Netzaktivistin Xeni Jardin.

John Battelle, Journalismusdozent an der University of California in Berkeley und Autor des Google-Buchs "The Search", fragte in seinem "Searchblog": Wie lange noch, bis daraus Live-Video wird? "Denkt mal kurz darüber nach, ich bin mir sicher, die NSA und die CIA tun das auch." Kameras seien nichts neues, Karten auch nicht, nicht einmal das Internet oder Google oder Microsoft seien neu, räsoniert Jardin: "Warum fühlt sich das hier dann trotzdem für viele so gruselig an?"

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Google wirft EU-Datenschützern den Ball zurück
« Antwort #47 am: 12 Juni, 2007, 11:26 »
Der US-amerikanische Suchmaschinenhersteller Google hat in einer schriftlichen Stellungnahme auf die Kritik von EU-Datenschützern an dessen Datenspeicherpraxis geantwortet. In einem offenen Brief an Peter Schaar, Vorsitzender der "Artikel-29-Gruppe" und Bundesdatenschutzbeauftragter, beschreibt Googles "Global Privacy Counsel" Peter Fleischer die Praxis seines Unternehmens als ein Abwägen zwischen den Prinzipien des Datenschutzes, der Sicherheit, der Innovation und unterschiedlichen Richtlinien für die Datenvorhaltung.

Für die Anonymisierung von Server-Logs sei zunächst eine Frist von anderthalb bis zwei Jahren ab Eingang einer Suchanfrage gewählt worden, wie es die seit März geltenden unternehmensinternen Richtlinien vorsehen, um vor allem die Qualität der Suchergebnisse zu sichern sowie die eigenen Systeme und die der Nutzer vor Betrugsversuchen zu schützen. Um aber den Datenschützern entgegenzukommen, werde Google künftig die Daten nach anderthalb Jahren anonymisieren. Eine kürzere Frist komme allerdings nicht in Frage. Zudem könne es passieren, dass die nun eingeräumte Frist in Konflikt mit derzeit noch geplanten gesetzlichen Bestimmungen gerät.

Ende März hatten sich die EU-Datenschützer mit Bedenken an Google gewandt, mit der Bevorratung der Suchanfragen verletze der Internetdienstleister möglicherweise die europäischen Datenschutzgesetze. Dabei geht es laut Google insbesondere um Artikel 6, Absatz 1(e) der EU-Datenschutzrichtlinie, nach dem personenbezogene Daten "nicht länger, als es für die Realisierung der Zwecke, für die sie erhoben oder weiter verarbeitet werden, erforderlich ist, in einer Form aufbewahrt werden, die die Identifizierung der betroffenen Personen ermöglicht". Die Frage, wie lange und in welcher Form die Daten aufgehoben werden sollten, ist nach Ansicht Fleischers nicht einfach zu beantworten. Schließlich gebe es neben dieser von den Datenschützern hervorgehobenen Richtlinie noch weitere, auch gesetzliche Anforderungen.

Hier verweist Fleischer auf die im Februar 2006 beschlossene EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung, die bis 2009 alle Mitgliedsländer umgesetzt haben sollen. Diese verpflichtet Telekommunikationsanbieter zur 6- bis 24-monatigen Aufzeichnung der elektronischen Spuren. Für Google als potenziell betroffenem Unternehmen sei es momentan noch zu früh, die Anwendbarkeit und juristischen Konsequenzen zu übersehen, zumal es auch in den USA Pläne für eine Verpflichtung zur Vorratsdatenspeicherung von zwei Jahren gebe. In der jetzigen Situation, da noch nicht absehbar sei, wie die Mitgliedsländer verfahren, habe Google keine andere Wahl, als sich auf eine Bevorratungszeit von zwei Jahren einzustellen.

Auch zeigt Fleischer auf das deutsche Justizministerium, das fordere, Webmail-Anbieter sollten Kundendaten erheben und ihre Nutzer so eindeutig identifizieren – Pläne, gegen die Google vehement protestiert hat. Momentan herrsche in juristischen Kreisen Verwirrung über diese Angelegenheit. Nutzer und Unternehmen würden davon profitieren, wenn die Verantwortlichen für Klarheit sorgen würden. Beispielsweise müsse nach Meinung Fleischers geklärt werden, ob und wie Googles Such- oder Maildienste unter die Bestimmungen der verschiedenen Mitgliedsstaaten fallen.

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« Letzte Änderung: 12 Juni, 2007, 15:19 von SiLæncer »

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Ein Tag ohne Google
« Antwort #48 am: 18 Juni, 2007, 14:08 »
Suchmaschine, Office-Software, Mail und Kalender - Google erobert immer neue Märkte. Jetzt greifen Datenschützer den Konzern an, erste Kritiker rufen zum Boykott. Aber geht das überhaupt: Arbeiten ohne Google? Ein Selbstversuch.

Schlechte Nachrichten für Google: Der Konzern macht ahnungslose Passanten zu Opfern von Spannern, EU-Datenschützer kritisieren die exzessive Speicherung von Suchanfragen, dann nennt auch noch die Menschenrechtsorganisation Privacy International Google datenschutzfeindlich. Schon rufen erste Blogger zum Boykott auf. Charles Knight vom US-Fach-Blog Altsearchengines zum Beispiel. Er hat den Tag der Google-losen Suche ausgerufen.

Doch Google ist längt nicht mehr nur eine Suchmaschine, sondern das Standard-Werkzeug vieler Web-Nutzer: Nachrichten-Leser, E-Mail-Programm, Kalender und Office-Ersatz. Unersetzlich?

Höchste Zeit für einen Tag ohne Google.

Der erste Schritt: Die beruhigende, schlichte, allgegenwärtige, immer verfügbare Google-Startseite muss weg. Eine naheliegende Alternative in Europa: Exalead, jene französische Suchmaschine, die mit Staatshilfe zum Google-Killer wachsen soll. Und als Ergänzung die Konkurrenzangebote von Microsoft und Yahoo. Die wurden jüngst aufwendig ausgebaut und mit eigener Suchtechnologie versehen.

Exalead vereint hinter der schlichten Oberfläche viele clevere Ideen. Neben jedem Treffer sieht man links eine kleine Voransicht der Seite. Diese Screenshots helfen beim Einschätzen der Suchergebnisse: Man sieht, wie viel Text dort steht, und bekommt einen ersten Eindruck. Diese Screenshots kann man bei Exalead auch nutzen, um sich Treffer zu merken. Mit einem Mausklick kann man Treffer zur späteren Begutachtung auf der persönlichen Exalead-Startseite zwischenspeichern.

Überhaupt bietet Exalead viele Möglichkeiten, die Suchergebnisse schnell zu begutachten: Man kann Kopien der Treffer in einem Vorschau-Rahmen betrachten, dort innerhalb der Dokument zu den Fundstellen der Suchbegriffe springen. Falls der Treffer unergiebig ist, springt man mit einem Klick im selben Fenster zur Voransicht der nächsten Seite. Das spart unnötig viele geöffnete Fenster, stellt sehr schnell den Kontext der Suchergebnisse dar.

Solche Besonderheiten fehlen Microsofts Suchmaschine. Yahoo hat ein interessantes Detail: Einen Yahoo-Acount vorausgesetzt, kann man komplette Webseiten aus den Suchergebnisse in einem persönlichen Online-Archiv speichern. Bei Vertippern schlagen alle drei Suchmaschinen sinnvolle Alternativen vor. Die Unterschiede zeigen sich bei sehr speziellen Suchanfragen: Bei der Suche nach den bibliografischen Angaben eines medizinischen Fachaufsatzes zum "Space Invaders Wrist" zum Beispiel zeigen weder Exalead noch Yahoo oder Microsoft den Verweis auf den Originalbeitrag auf den ersten Ergebnisseiten. Bei Google war das der erste Treffer.

Fazit: Exalead ist wegen der vielen hilfreichen Details die Such-Alternative zu Google. Ersetzen kann der französische Konkurrent Google aber nicht ganz. Vor allem nicht, wenn man spezielle Quellen wie aktuelle Nachrichten, Blogs, Usenet- Diskussionsforen durchsuchen will. Nachrichten gibt es bei Yahoo und Microsoft auch - aber Google gewichtet hier viel besser. Gleich- oder ähnlich lautende Texte werden zusammengefasst, bei der Konkurrenz stehen sie scheinbar gleichwertig nebeneinander.

Mit sogenannten RSS-Feeds kann man viele Web-Quellen mit oft aktualisierten Inhalten im Auge behalten: Blogs, Nachrichtenseiten, Magazine. Ein Leseprogramm bereitet diese Informationen übersichtlich auf, sammelt sie in thematischen Kategorien. So überfliegt man mühelos ein paar hundert Nachrichten im Lauf des Tages. Zumindest mit einem übersichtlichen Nachrichten-Leser wie dem Google Reader. Wer ihn sich richtig eingerichtet hat, kann mit ihm zum Beispiel binnen 30 Tagen insgesamt 23.704 Nachrichten aus 181 Quellen sichten - gar kein Problem, und die Statistik führt darüber sogar Buch.

Bei solchen Mengen an Meldungen wird mancher Konkurrent unbrauchbar. Netvibes aus Frankreich zum Beispiel verwandelt sich in ein unübersichtliches Chaos, sobald 181 Abonnements geladen sind. Man kann die Beiträge kaum überblicken, weil sie neben- und übereinander in vielen kleinen rechteckigen Flächen über die gesamte Fensterfläche verteilt sind. Der Navigation fehlt die Logik: Mal kann man kann in einer Leiste links navigieren, mal in der Kopfleiste. Viel übersichtlicher sind die Konkurrenten Rojo.com und Bloglines. Kein Problem, hier den Überblick zu behalten.

Fazit: Vorteile hat der Google Reader nur bei Details. Zum Beispiel: Nirgends kann man wichtige Nachrichten so schnell markieren und wiederfinden wie hier. Der Google Reader bleibt Favorit - allerdings sehr dicht gefolgt von Rojo.com.

Wenn es um nur einen Tag Nutzung geht, ist jedes Urteil über Webmail-Angebote geschmäcklerisch. Nach ersten Kennenlern-Versuchen scheiden Hotmail und Yahoo aus - die Oberfläche wirkt überladen, langsam, die Werbebanner stören. GMX ist nicht ganz so schlimm. Abgesehen davon fällt einem alteingesessenen Google-Mail-Nutzer bei all diesen Angeboten das merkwürdige Festhalten an der jahrzehntealten Logik der Aktenordner auf: Wer seine Mails ablegen will, muss einen Ordner suchen oder einrichten, die Nachricht dorthin verschieben. Umständlich. Die Google-Lösung ist viel angenehmer: Man kann Mails verschlagworten, wegsortieren und über alle Mails auf einmal schnell eine Volltextsuche laufen lassen, um verschollene wiederzufinden.

Fazit: Bei Google Mail bleiben. Unübertroffen ist dort die Funktion "Archivieren": Mit einem Klick ist die Nachricht ins Archiv einsortiert, ohne dass man unbedingt einen passenden Ordner dafür suchen muss. Und man findet sie wieder.

Der beste Ersatz für Googles Kalender sieht sogar besser aus. 30boxes ist so schnell, klar und übersichtlich, wie man es von Google kennt, aber viel schöner. Und 30boxes versammelt einige Funktionen, die Google nicht bietet. Wer Fotos bei Flickr einstellt, kann in seinem 30boxes-Kalender zum Beispiel automatisch zurückblicken, an welchem Tag er welches Bild aufgenommen hat. Der Kalender wird so zu einer digitalen Lebenschronik - zumindest für alle, die bei Angeboten wie Flickr, Twitter, Blogger, Livejournal veröffentlichen. Das ist eine Spielerei. Aber eine einzigartige und faszinierende.

Doch auch hier bietet Google einen kleinen Zusatznutzen, den andere nicht haben: In Deutschland kann man sich von seinem Google-Kalender kostenlos per SMS über anstehende Termine benachrichtigen lassen. Außerdem ist das Google-Angebot offenbar so beliebt, dass Programmierer schon Hilfsprogramme geschrieben haben, die den Google-Kalender mit der Terminverwaltung unterschiedlicher Mobiltelefone abgleichen.

Fazit: Google Calender ist nützlich. Aber 30boxes ist viel, viel charmanter.

Neben Google bieten zahlreiche Anbieter kostenlose, für den Alltagsgebrauch völlig ausreichende Office-Programme online an. Ich probiere Zoho und ThinkFree aus. Alle importieren und exportieren Dateien in den gängigen Formaten, lassen mehrere Autoren an einem Dokument zusammenarbeiten, speichern die einzelnen Versionen eines Dokuments nach Änderungen zwischen.

Die Unterschiede: ThinkFree will eine möglichst nah an das Microsoft-Vorbild angelehnte Oberfläche im Web nachbauen. Das funktioniert ganz gut - sobald ein Dokument einmal geladen ist. Das dauert aber viel zu lange. Zoho ist viel schneller. Und die Gestaltung hat einen großen Vorteil gegenüber der Google-Online-Textverarbeitung: Es wird nicht für jedes Dokument ein neues Fenster geöffnet. Das Programm öffnet alle Dokumente schön kompakt in einem Browserfenster.

Trotzdem ist Zoho für deutsche Nutzer erst mal wenig brauchbar. Eine deutsche Rechtschreibprüfung fehlt - anders als bei Google und ThinkFree.

Alles in allem: Nach einem Tag Google-Abstinenz vermisst man die Suchmaschine nicht so schmerzlich wie gedacht.

Exalead ist als erster Anlaufpunkt sogar angenehmer zu bedienen. Bei speziellen Suchanfragen bleibt Google aber unersetzbar. Und bei mancher Online-Anwendung kommt man kaum an dem Riesen vorbei.

Das Konzept von Google Mail ist einzigartig - die Textverarbeitung und der Kalender bieten Details, die die Konkurrenz nicht hat. Zum Glück war das auf lange Sicht der letzte Tag ohne Google.

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Offline Jürgen

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Re: Ein Tag ohne Google
« Antwort #49 am: 18 Juni, 2007, 17:46 »
Ehrlich gesagt, ich verabscheue schon den Gedanken, mich von nur einer Firma so abhängig zu machen.
Für alles, wo das ohne Schmerzen machbar ist, halte ich mir stets mehr als einen Weg offen.
Also z.B. mehr als ein Betriebssystem und Office-Paket, einen Zweit-Rechner, diverse FreeMailer, verschiedene Empfangs-Systeme usw.

Einer Kompaktanlage vertraue ich schon seit 1975er Grunzmich HaiFai grundsätzlich nicht. Entweder kann die alles, aber nichts vernünftig, oder es ist immer eine Komponente kaputt und das Ganze Teil in der Werkstatt...

Und eine eierlegende Wollmilchsau gibt's in der Computerwelt ganz sicher nicht. Wer derlei behauptet, der täuscht seine Kunden. Und hält sie sowieso für blöd.
Kein Support per persönlicher Mitteilung!
Fragen gehören in's Forum.

Veränderungen stehen an. Dies ist der bisherige Stand:
28,x°,23.5°,19,2°,13°Ost
,1mØ Multifeed, mit Quattro LNBs; Multiswitches 4x 5/10(+x) - alle ohne Terrestrik und modifiziert für nur ein 12V DC Steckernetzteil (Verbrauch insgesamt 15 Watt)
1mØ mit DiSEqC 1.3/USALS als LNB2 an DVB-S2 STB, aktuell 30°W bis 55°O
1.) FM2A88X Extreme6+, A8-6600K (APU mit 4x 3,9 GHz und Radeon HD8570D), 16GB DDR3 1866, 128GB SSD, 3TB HDD, Win10 x64 Pro 1909 / 10.0.17763.107, Terratec T-Stick Plus (für DAB+), Idle Verbrauch ca. 35 Watt
2.) FM2A75 Pro 4, A8-5600K (APU mit 4x 3,6 GHz und Radeon HD7530D), 8GB DDR3 1600, 128GB SSD, 2TB HDD, Win10 x64 Pro, Idle Verbrauch ca. 45 Watt
3.) Raspberry Pi 512MB u.a. mit Raspbian
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Virtual Earth: 26-Terabyte-Update geht an den Start
« Antwort #50 am: 06 Juli, 2007, 14:22 »
Microsoft hat Virtual Earth ein enormes Update spendiert, welches die Größe von 26 Terabyte hat und dem kostenlosen Dienst detailliertere Luftaufnahmen und 3D-Ansichten hinzufügt.

Das für Virtual Earth bei Microsoft zuständige Team hat das erfolgreiche Aufspielen eines Mega-Updates verkündet: Das Update hat immerhin eine Größe von 26 Terabyte und ist laut Angaben des Teams damit das bisher größte Update für den Dienst.

Der enorme Umfang des Updates erklärt sich unter anderem damit, dass nahezu das komplette Kartenmaterial für die „Road“-Ansicht auf eine neue Art und Weise präsentiert wird, die nun auch Höhenunterschiede berücksichtigt.
Zahlreichen Städten wurden verbesserte und detailliertere Luftbild-Aufnahmen spendiert und die Anzahl der Stufen, in denen man hinein und hinaus zoomen kann, wurde erhöht. Komplett überarbeitet wurde die 3D-Ansicht in diesen Städten. Um die 3D-Ansicht zu aktivieren, muss zunächst ein Plug-In für den Browser installiert werden. Die meisten Gebäude in den Städten erscheinen nun nicht mehr nur als unansehnliche 3D-Blöcke, sondern sind auch komplett texturiert, wenn die höchste Qualitätseinstellung ausgewählt wird. In der 3D-Ansicht kann die Kameraposition per gedrückter Strg-Taste und gedrückter linker Maustaste mit einer Mausbewegung beliebig eingestellt werden.

Beeindruckend ist die Geschwindigkeit, mit der die Inhalte auf den Rechner gestreamt und dargestellt werden. Als erste europäische Städte profitieren Toulouse (Frankreich) und Eastbourne (Großbritannien) von dieser Ansicht. Hinzu kommen diverse US-Städte wie Denver, Fort Lauderdale, Jacksonville und Huntsville und die kanadischen Städte Hamilton, Quebec und Toronto. Weitere Städte sollen nach und nach folgen.

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Dresden als weltgrößtes 3D-Stadtmodell im Internet
« Antwort #51 am: 09 Juli, 2007, 17:55 »
Dresden ist in Google Earth nach Angaben der Projektverantwortlichen mit mehr als 150.000 Gebäuden das weltweit größte digitale Stadtmodell. Der virtuelle Nachbau der sächsischen Landeshauptstadt wurde am Montag in Dresden freigeschaltet (bei installiertem Google Earth ab Version 4 direkt aufzurufen). Die 3D-Visualisierung wurde mit Hilfe des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts für Softwaresystemtechnik (HPI) realisiert, die Software hinter den 3D-Modellen und der fotorealistische Eindruck von der 3D Geo GmbH Potsdam, einem HPI-Ableger, entwickelt.



Für die originalgetreue Optik des Dresdner Stadtbildes bei Google Earth sorgt die 3D-Software "LandXplorer", die vollautomatisch zweidimensionale Karten- sowie Höhendaten kombiniert. Darauf werden Fassaden positioniert, die aus speziell aufgenommenem Bildmaterial herausgeschnitten wurden. Nach Angaben von 3D-Geo-Geschäftsführer Marc Hildebrandt gibt es neben Dresden und Berlin (mit rund 44.000 Gebäuden) im Internet kein vergleichbares Stadtmodell, das so einen Informationsraum für Besucher, Wirtschaft und Verwaltung biete.

Internetnutzer würden beim virtuellen Streifzug einen so originalgetreuen Eindruck erhalten, als flanierten sie selbst durch Elbflorenz, hieß es. Sie könnten am Bildschirm den Zwinger entlangschreiten oder per Hubschrauber Sehenswürdigkeiten wie die Frauenkirche umfliegen. Das Beispiel werde schnell Schule machen, sagte Jürgen Döllner von HPI, der maßgeblich die Basistechnologie für die 3D-Visualisierung schuf.

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Googles unerwünschter Untermieter
« Antwort #52 am: 12 Juli, 2007, 17:18 »
Brockhaus ist stolz auf sein neues Angebot LexiScout - eine kleine Browser-Erweiterung, mit der Google-Nutzer zu Angeboten des Verlags gelockt werden. Doch das Programm ist umstritten: Wikipedia-Vorstandsmitglied Schindler und ein Datenschützer warnen vor dem "Schnüffel-Werkzeug".

Mathias Schindler ist nicht irgendein Blogger. Der 25-jährige Student aus Frankfurt am Main ist einer der exponierten Köpfe der Wikipedia in Deutschland: Als Mitglied des Vorstandes nimmt er auf Wiki-typisch informelle Art eine Art Sprecherfunktion ein. Nebenbei bloggt er kräftig und mit Vorliebe über ein großes Thema: Die Wissensgesellschaft und wie die sich durch das Web verändert.

Dazu gehört die Beobachtung der Konkurrenz, wenn man so will. Denn aus Perspektive der großen Lexikonverlage in aller Welt ist Wikipedia genau das: eine ernstzunehmende Konkurrenz.

Das nicht kommerzielle, von ehrenamtlichen Autoren getragene Community-Lexikon gilt als größte Bedrohung des Lexikon-Marktes seit Aufkommen der CD-ROM, die in den letzten Jahren große Teilen des Lexikon-Buchmarktes eroberte.

Ob es Produkte wie mehrbändige, hochpreisige Lexika-Editionen in gedruckter Form in ein paar Jahren noch geben wird? Inoffiziell glauben selbst die Marktakteure nicht mehr daran, dass analoge Lexikon-Formen noch eine große Zukunft haben.

Die Verlage reagieren darauf mit neuen, innovativen Produkten, mit deren Hilfe sie sich der Konkurrenz aus dem Netz stellen wollen. Schindler beobachtet das mit Interesse, hat gute Kontakte in die Branche. Der größte Player im deutschen Lexikonmarkt heißt Brockhaus und gibt neben den unter diesem Namen veröffentlichten Lexikon-Produkten auch die Reihen Duden, Meyers und Harenberg heraus. Und natürlich ist er auch Netz-aktiv, zum Beispiel mit dem kostenpflichtigen Lexikon-Dienst Xipolis.

Nie gehört? Das könnte auch daran liegen, dass die Inhalte solcher Bezahldienste zwar über das Netz vertrieben werden, aber letztlich kein integraler Bestandteil des globalen Datenbestandes sind. Was Google und Co. nicht erfassen, existiert quasi nicht und wird nicht gefunden - in Fachkreisen spricht man hier vom "hidden web", dem verborgenen Teil des Netzes. Das ist zum Teil gut, weil es Exklusivität schafft, im Grunde aber schlecht, weil die relative Unsichtbarkeit den Erfolg verhindert. Für Xipolis, berichtet Schindler in einem aktuellen, detaillierten Blog-Beitrag, hat sich Brockhaus etwas ausgedacht, um das zu ändern.

LexiScout: Datenschützers Albtraum?

Inhalte einfach ins Web zu setzen, kommt für Brockhaus nicht in Frage. "Es kann für ein Unternehmen kein Modell sein, die Inhalte zu verschenken", zitiert Schindler Marion Winkenbach, Vorstandsmitglied der Aktiengesellschaft Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus (BIFAB). Der Verlag hat eine Alternative gefunden: Man müsse die Netz-Nutzer einfach von Google, dem populärsten Searchengine, direkt zu Brockhaus-Inhalten führen.

Die Methode dafür haben sich die Mannheimer im Web abgeschaut: Ihr niedlich "Suchmaschinen-Erweiterung" genanntes Browser-Plugin zum LexiScout überdeckt auf Google-Seiten die Google-eigene Werbung mit Direktlinks zu Verlagsinhalten.

Bei Brockhaus klingt das so: "Die LexiScout-Suchergebnisse erscheinen auf eigenen Registerkarten, um die der Textanzeigenbereich (Google Adwords) in der rechten Spalte der Google-Seite erweitert wird."

Toolbar-geplagte Surfer kennen solche Funktionen von diversen Adware-Toolbars, die man sich im Web fangen kann - und die den Nutzer vorzugsweise zu nackten Tatsachen führen wollen.

Mit diversen Adware-Tools teilt LexiScout angeblich noch eine weitere Eigenschaft: Den Hunger nach Daten der Benutzer. Schindler weist nach, das LexiScout jedem Nutzer des Programms eine eindeutige Identifikationsnummer - die sogenannte Laufnummer - zuweist, die zusammen mit protokollierten Daten der Suchanfragen der Nutzer an Brockhaus übertragen wird. Von Psoriasis über Pamela Anderson bis Porno könnte der Verlag so alles über die Interessen der Nutzer erfahren.

Erste Reaktionen

Weil "weder auf den Web-Seiten noch im Lizenztext" irgendein Hinweis "auf die Übertragung einer Nutzerkennung oder gar die personenbezogene Speicherung von Suchanfragen" zu finden sei, liege hier eine Verletzung des Grundrechts auf informationelle Selbstbestimmung vor, vermuten Experten wie Markus Hanssen vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein. Die laut Gesetz notwendige Einwilligung der Betroffenen könne "ausgeschlossen werden". Von der Nutzung solcher Produkte könne er Bürgern in seinem Bundesland nur abraten.

Schnell reagierte auch Google auf eine Anfrage von SPIEGEL ONLINE- und die Begeisterung dort hält sich in engen Grenzen. Natürlich verweist das Unternehmen darauf, dass die Google-Adwords integraler Bestandteil des Angebotes seien. Das Brockhaus-Angebot LexiScout kommentiert die Unternehmensführung von Google Deutschland folgendermaßen: "Der offensichtliche Versuch, das AdWords System technisch auszuhebeln, führt Nutzer in die kostenpflichtige Irre. Zudem dürfte es nur wenige Internet-Surfer geben, die sich dieses fast 50 MB große Programm herunterladen, nur um auf kostspielige Angebote von Brockhaus verwiesen zu werden."

Die Antwort von Brockhaus

Auch Brockhaus reagierte umgehend auf eine Anfrage von SPIEGEL ONLINE. Bernd Kreissig, Geschäftsführer der BIFAB-Tochter Brockhaus Duden Neue Medien GmbH, bemängelt Schindlers Bericht als "unfair und einseitig". Im direkten Gespräch habe er zwar zugegeben, dass über LexiScout "Log-Files entstehen": "Aber da geht es um den Einsatz gängiger Technologien. Internetserver haben die Eigenschaft, Log-Files zu erheben."

Die brauche man, um den Dienst einerseits abzusichern, andererseits überhaupt mit seinen Services anbieten zu können. Eine Identifizierung der Nutzer sei damit nicht verbunden, genau so wenig die Protokollierung eines individuellen Suchverhaltens.

Selbst im Fall, wenn der Nutzer sich zu einer namentlichen Registrierung entschließe, gäbe es keine direkte Verbindung zwischen der sogenannten Laufnummer des Programms und den Personendaten des Nutzers. Die Laufnummer würde benötigt, um Nutzerpräferenzen zu registrieren - etwa ob es ein Kunde vorzöge, doch die Google-Adwords als erstes zu sehen zu bekommen und nicht die Brockhaus-Links. Die Personendaten hingegen würden getrennt verwaltet und für Marketing-Zwecke benutzt, etwa für die Zusendung von Angeboten.

Kreissig: "Natürlich besteht eine theoretische Möglichkeit, Daten zu missbrauchen, aber die besteht im Internet immer. Wir versichern, dass wir einen Missbrauch nicht vorhaben. Man kann auch ein Jagdgewehr nutzen, um einen Menschen zu töten."

Kreissig empfindet es als ungerechtfertigt, sich über die theoretische Möglichkeit eines Missbrauchs zu erregen. Er verweist auf die Newsletter der Wikipedia-Mailinglists, die unverschlüsselt über das Web übertragen würden und das Passwort des Empfängers enthielten. Auch das beeinhalte das Risiko eines Missbrauchs: "Herr Schindler sollte erst einmal vor seiner eigenen Türe kehren."

Diese Notwendigkeit sieht Schindler nicht im gleichen Maße - auch, wenn er Kreissigs Behauptung bestätigt: Wikipedia setze für die Mailinglists das Programm Mailman ein, das tatsächlich ein Passwort generiere oder abfrage. Schindler: "Wenn nun jemand statt eines eigenen Passwortes für die öffentliche Mailinglist im Internet für alles immer dasselbe Passwort einsetzt, könnte man sich ein Missbrauchs-Szenario denken, wenn jemand in der Lage ist, E-Mails abzufangen." Das sei allerdings arg konstruiert und etwas anderes, als wenn ein Unternehmen Daten erhebe: Wer Mails abfangen könne, finde wohl auch lohnendere Ziele als den Nutzeraccount eines Wikipedia-Mailinglist-Mitglieds.

Eine Einschätzung von Seiten des ebenfalls angefragten Innenministeriums von Baden-Württemberg steht noch aus.

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Google im Visier der Verbraucherschützer
« Antwort #53 am: 12 Juli, 2007, 18:03 »
Die australische Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde ACCC (Australian Competition and Consumer Commission) klagt gegen den Suchmaschinenbetreiber Google wegen angeblicher Verstöße gegen Bestimmungen der australischen Handelsgesetzgebung. Google sei mit dafür verantwortlich, wenn Internet-Nutzern bei Suchanfragen irreführende Werbelinks eingeblendet werden, teilte die ACCC am heutigen Donnerstag mit. Die Behörde beruft sich dabei auf den Trade Practices Act 1974.

Konkret geht es um den Streit zweier australischer Autohäuser mit dem Betreiber einer Internet-Handelsplattform, auf der unter anderem Fahrzeuge zum An- und Verkauf angeboten werden. ACCC-Angaben zufolge bekamen Google-Nutzer im Jahr 2005 bei der Eingabe der Suchbegriffe "Kloster Ford" und "Charlestown Toyota" Werbelinks angezeigt, die den Anschein erweckten, sie führten zu den entsprechenden Firmen-Webpages. Tatsächlich wurden die Nutzer aber auf die Seiten des Internet-Anzeigenblatts Trading Post geleitet.

Dieses "irreführende und täuschende Verhalten" verstoße gegen die Paragraphen 52 ("Misleading or deceptive conduct") und 53 [d] ("False or misleading representations") des Trade Practices Act, heißt es in einer ACCC-Mitteilung. Google sei zur Verantwortung zu ziehen, weil das Unternehmen es zugelassen habe, dass die irreführenden Werbelinks veröffentlicht wurden. Auch habe Google es versäumt, Paid-Search-Ergebnisse so zu kennzeichnen, dass sie deutlich von Organic-Search-Ergebnissen unterschieden werden können.

Google Australia ging nach der Klage-Ankündigung in die Offensive: "Wir werden uns mit allen Mitteln gegen die aus unserer Sicht haltlosen Vorwürfe wehren", erklärte Unternehmenssprecher Rob Shilkin. Das Vorgehen der ACCC sei ein "Angriff auf alle Suchmaschinenbetreiber". In den USA ist derzeit eine Klage des US-Unternehmens American Blinds & Wallpaper gegen das Adwords-Programm des Konzerns anhängig, weil Internetnutzer bei der Eingabe von geschützten Schlüsselbegriffen wie "American Blind Factory" oder "Decorate Today" auf Seiten von Mitbewerbern gelenkt wurden.

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Googles Cookies sterben künftig früher
« Antwort #54 am: 17 Juli, 2007, 11:13 »
Unter dem Druck von Datenschützern hat der US-Internetriese Google neue Maßnahmen für mehr Anonymität im Netz ergriffen. Die zur Erforschung von Internetgewohnheiten genutzten so genannten Cookies würden künftig nach zwei Jahren gelöscht, teilte der Datenschutzbeauftragte des Konzerns, Peter Fleischer, mit. Bisher war festgelegt, dass diese Internetinstrumente erst im Jahr 2038 gelöscht werden.

Cookies, die von Google und anderen Firmen genutzt werden, sind kleine Textdateien, in denen die Gewohnheiten von Internet-Nutzern gespeichert werden können. So kann etwa Google unterscheiden, ob ein Nutzer, der den Suchbegriff "WWF" eingibt, eher nach der Umweltschutzorganisation World Wildlife Fund oder nach dem US-Catch-Verband World Wrestling Federation sucht.

Kein Fortschritt

Internetexperten sehen die Ankündigung des kalifornischen Konzerns aber nicht als wirklichen Fortschritt. Denn die Cookies werden sich auch künftig bei jedem Besuch der Google-Seite erneuern. So dürfte ein Nutzer zwei Jahre lang nicht mehr auf die Google-Seite kommen, damit die Cookie-Informationen gelöscht werden. Experten raten all jenen, die ihre Surfgewohnheiten nicht mit Cookies kontrolliert sehen wollen, im Browser - also dem Internetnutzungsprogramm - voreinzustellen, dass keine Cookies gewünscht sind. Das ist in allen Programmen möglich.

Vor wenigen Wochen hatte Google bereits angekündigt, die Speicherung personalisierter Suchprotokolle auf 18 Monate begrenzen. Bisher wurden die Daten unter anderem in Verbindung mit den Computeradressen der Nutzer bis zu zwei Jahre aufbewahrt. Eine Reihe von Verbänden hatte Google in den vergangenen Monaten vorgeworfen, die Privatsphäre seiner Nutzer durch die Kontrolle einer großen Menge persönlicher Daten zu gefährden.

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« Letzte Änderung: 17 Juli, 2007, 11:21 von SiLæncer »

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Re: Googles Cookies sterben künftig früher
« Antwort #55 am: 17 Juli, 2007, 13:49 »
Muss heissen "So kann etwa Google unterscheiden VERMUTEN, ob ein Nutzer, der den Suchbegriff "WWF" eingibt, eher nach der Umweltschutzorganisation World Wildlife Fund oder nach dem US-Catch-Verband World Wrestling Federation sucht."

Und genau das stört mich an einer Maschine, die zu denken versucht:
Menschen werden als dumm und eingleisig eingeschätzt, diese mögliche Eigenschaft soll im Interesse der werbenden Geldgeber eher gefördert als abgestellt werden.

Wenn ich mich dämlichem Geschwätz aussetzen wollte, ohne Sinn und Verstand, aber von den flachsten Vorurteilen und sehr oft fremden Interessen geprägt, bräuchte ich dafür sicher keine Suchmaschine, denn dafür gibt's die reichlich anzutreffenden Versammlungen des Prekariats vor Bahnhöfen, auf öffentlichen Plätzen, unter Brücken, in billigen Kaschemmen und auf Versammlungen mancher Parteien...
Zu Ministerien, Bundestags- oder Ausschuss-Sitzungen hat man ja kaum Zugang  :P

Eine Suchmaschine sollte ein Werkzeug sein, sonst nichts.
Und ein Werkzeug, das nicht genau das tut, was ich will, ist prinzipiell ungeeignet  ::)
Insbesondere ist jede ungefragte Selektion genau das Gegenteil von Zuverlässigkeit.

Ansonsten ist eines klar, Cookies sollten, vielleicht von sehr wenigen berechtigten Ausnahmen abgesehen, auf dem eigenen Rechner stets nur für die jeweilige Sitzung gespeichert werden, wenn denn überhaupt angenommen.
Und Gooooo....gle-Cookies gehören grundsätzlich gesperrt, allein weil eine aktuelle Suche kaum jemals irgendeinen Zusammenhang mit vorherigen zu tun hat.
Denn wenn man 'mal gefunden hat, sucht man doch so gut wie nie später wieder genau dasselbe, sondern man möchte danach fast immer etwas völlig anderes sehen...
Falls doch einmal wiederholt werden soll, gäb's dafür bewusst einzusetzende Mittel wie Lesezeichen, Verlauf, oder sogar Zettel und Stift...
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Bürgerrechtler protestieren gegen Googles Datenhunger
« Antwort #56 am: 25 Juli, 2007, 11:18 »
Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung hat bei Google einen wachsenden Datenhunger ausgemacht und die kalifornische Firma aufgefordert, mehr Anstrengungen zum Datenschutz zu unternehmen. Die IP-Adressen einschließende Datenspeicherpraxis des Suchmaschinenprimus erlaube es, jeden Klick und jede Sucheingabe seiner Nutzer über Monate hinweg personenbezogen nachzuvollziehen, schreibt der Zusammenschluss von Bürgerrechtlern, Datenschützern, IT-Experten und Juristen in einem offenen Brief an Google. "Nach deutschem und europäischem Recht ist die systematische Vorratsspeicherung personenbeziehbarer Daten aller Nutzer generell verboten", erläutert dazu Patrick Breyer von der Bürgerrechtsvereinigung. Als "vollkommen unzureichend" betrachtet der Jurist daher auch die von Google angekündigte Anonymisierung personenbezogener Daten "nach 18 bis 24 Monaten".

"In einer demokratischen Gesellschaft ist es die Aufgabe des Parlaments und nicht kommerzieller Unternehmen, die Interessen der Nutzer und der Anbieter gegeneinander abzuwägen", heißt es allgemein in dem Schreiben. Dass die nur fallweise Speicherung personenbezogener Daten ausreiche, zeige eine Reihe großer Webseiten in Deutschland, die seit langem ohne Protokollierung personenbezogener Daten operierten. Der Brief erinnert daran, dass Datensammlungen wie die von Google immer wieder missbraucht werden und etwa in China zu Menschenrechtsverletzungen führen. Auch in westlichen Demokratien würden Sicherheitsbehörden Daten dieser Art etwa zur Ausspähung legitimer Protestgruppen wie Menschenrechts- und Umweltorganisationen verwenden.

Mehrere Suchmaschinenbetreiber haben bereits auf Eingaben von EU-Datenschutzbeauftragten reagiert und sich Fristen für die Aufbewahrung personenbezogener Suchanfragen gesetzt. Microsoft liebäugelt dabei wie Google mit einer eineinhalbjährigen Datenvorhaltung, während Yahoo 13 Monate ins Auge gefasst hat. Google kritisierte zudem wiederholt die Brüsseler Vorgaben zur Vorratsspeicherung von Telefon- und Internetdaten sowie insbesondere den Umsetzungsplan der Bundesregierung scharf. Dies begrüßt der Arbeitskreis grundsätzlich. Es wäre aber wünschenswert, wenn der Suchmaschinenprimus auch sein eigenes Verhalten ändern und freiwillig daran strengere Datenschutzprinzipien anlegen würde. "Die von Google beabsichtigten Verbesserungen seiner Dienste sind auch mit anonymisierten Daten möglich", gibt Bettina Winsemann (alias Twister) vom Arbeitskreis zu bedenken. Kriminellen Angriffen könne mit einer anlassbezogenen Speicherung von Daten begegnet werden.

Die Bürgerrechtler pochen darauf, dass Google die Nutzung seiner Angebote anonym ermöglicht. Eine solche Praxis, wie sie das Konkurrenzunternehmen Ask.com jetzt angekündigt hat, könnte abgesprungene Kunden zu der Firma zurückführen. Einstweilen empfiehlt die Vereinigung "sicherheitsbewussten Nutzern" die europäische Metasuchmaschine Ixquick. Diese greife auf die Suchdaten Googles zu, personenbezogene Daten ihrer Nutzer würden aber nach spätestens 48 Stunden gelöscht. Interessant sei auch die Peer-to-Peer-Websuche yacy, da sie ohne zentralen Server arbeite und so keine Nutzerdaten sammeln könne.

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Google Earth: Hamburg 3D ist online
« Antwort #57 am: 08 August, 2007, 18:14 »
Hightech-Start mit Geburtswehen: Ein halbes Jahr später als geplant ist das 3D-Modell der Stadt Hamburg in Google Earth online gegangen. Copyright- und Technikprobleme hatten die Projektbetreiber zu einem peinlichen Rückzieher gezwungen.

Die Firmen Hamburg@work und CyberCity hatten sich mit ihrem Google-Earth-3D-Modell der Hansestadt hehre Ziele gesetzt. Die ersten wollten sie sein - und die besten. Dann kamen Copyright- und Technik-Probleme dazwischen.

Diese sind zwar inzwischen behoben; dafür gibt es auf Google Earth inzwischen Dresden 3D, Berlin 3D und auch auf Microsofts Konkurrenz-Atlas Virtual Earth vergleichbare Modelle. Vorigen Mittwoch nun ging Hamburgs Innenstadt endlich online. Die letzten Bugs will Hamburg@work heute beseitigt haben.

"Experten hatten uns geraten, die von uns verwendeten 3D-Daten nicht, wie viele unserer Konkurrenten es machen, auf einem Fremdserver zu deponieren, sondern direkt auf Googles Speichermedien", erläuterte Beatrice Föhles, Geschäftsführerin von Hamburg@work, gegenüber SPIEGEL ONLINE. Da die 3D-Gebäudedaten größtenteils vom Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung (LGV) stammen, habe man zwischen beiden Parteien erst Kooperationen starten müssen.

Beim Transfer der riesigen Datenmengen auf den Google-Server kamen auch noch technische Probleme hinzu. Im Gegensatz zu den 3D-Lösungen anderer deutscher Städte wie Dresden oder Berlin funktioniert der Hamburg-Stadtplan ohne Installation zusätzlicher 3D-Dateien - über sogenannte KMZ-Files. "Bislang wurde eine solch riesige Datenmenge, die für dieses Darstellungsverfahren vonnöten ist, noch nicht in Google-Earth-Server integriert", sagt Föhles. Die Aufbereitung der Daten habe letztlich einfach länger gedauert als geplant.

Hamburg im Luftschrägbild-Verfahren

Besonderes Augenmerk legten die Erbauer des virtuellen Hamburg auf die Detailtiefe: Die Texturierung der Fassaden wurde mit einer von CyberCity eigens entwickelten Spezialsoftware automatisch aus Luftschrägbildern generiert und nachträglich in das Google-Earth-Format konvertiert.

Durch dieses Verfahren sieht jedes einzelne 3D-Modell in Google Earth so aus wie sein Vorbild. In anderen Modellen werden häufig ganze Stadtteile mit Standardtexturen überzogen, nur wichtige Monumente erhalten eine eigene Textur.

Das Projekt "Hamburg in 3D" der Aktionslinie Webcity wurde von Hamburg@work, einer Initiative für Medien, IT und Telekommunikation, in Zusammenarbeit mit Google initiiert. Der 3-D-Stadtplan soll Touristen bei der Orientierung helfen, aber auch Unternehmen zur Vermarktung ihrer Standorte dienen. Geplant sind laut CyberCity zudem Projekte im Katastrophenschutz und bei der Fahrzeugnavigation.

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Re: Google mappt Deutschland hochauflösend
« Antwort #58 am: 09 August, 2007, 03:31 »
Habe gerade festgestellt, dass die Luftbilder von Hamburg kürzlich erheblich aktualisiert worden sind und zudem inzwischen in maximaler Auflösung verfügbar.

Stand dürfte jetzt Spätsommer '06 sein, gegen 14 Uhr...
Die Freibäder waren recht gut besucht, die Naturseen weniger.

Kann vielleicht jemand die Veranstaltung auf dem Heiligen-Geist-Feld identifizieren?
Oder die am Jungfernstieg?
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Google testet neuen Cookie
« Antwort #59 am: 13 August, 2007, 12:12 »
Auf der Suche nach "relevanten und neuen" Anzeigen testet Google einen neuen Cookie. Ziel des Tests ist es, Werbetreibenden bei der gezielten Platzierung ihrer AdSense-Reklame zu helfen, heißt es auf der Webseite zum Ad-Server-Test. An Googles-Feldtest nehmen automatisch alle teil, die Cookies akzeptieren. Der Suchmaschinendienstleister weist darauf hin, dass Internet-Nutzer jederzeit aus dem Test aussteigen können. Dafür hat Google eine eigene Website eingerichtet. Auf Rechnern von Websurfern, die die Opt-out-Funktion nutzen, würden alle bisher gesetzten Cookies mit solchen ohne "einzigartige ID" ersetzt. Dann sei das Ad-Serving-Testsystem nicht mehr in der Lage, weitere Besuche mit dem zugehörigen Web-Browser beziehungsweise Nutzer zu verknüpfen.

Der Cookie wird unter "googleadservices.com/gcc/" auf einem Rechner hinterlegt. Wenn der Ad-Server in einem Web-Browser Werbung anzeigt, würden in ihm Informationen wie ein Zeitstempel, eine "Ad-Placement-ID" sowie eine "Ad-ID" aufgezeichnet. Dazu kommt die IP-Nummer des Client-Rechners, eine User-ID sowie die URL der Seite, auf der die Werbung angezeigt wurde. Ebenso werde registriert, wenn ein Websurfer auf eine Werbeeinblendung klickt oder auf andere Weise mit ihr interagiere, wie Google schreibt. Das Unternehmen beteuert, es werde keine Nutzer-identifizierenden Informationen ohne Einwilligung verwenden.

Im offiziellen Google-Blog schreibt Produktmanager Alex Kinnier, neben der Optimierung von Werbeeinblendungen gehe es bei dem Test auch um Datenschutz im Zuge der Überarbeitung der dazugehörenden Richtlinien. Nach Bedenken von EU-Datenschützern hatte Google im Juni verkündet, die Frist bis zur Anonymisierung von Suchanfragen auf 18 Monate zu senken. Neben der Anonymisierung gehe es Google aber auch um mehr Transparenz. So sollen die Nutzer mehr Informationen darüber erhalten können, wer Werbung schalte und welche Daten gesammelt werden und zudem sollen sie Rückmeldungen liefern darüber, welche Werbung ihnen passt und welche nicht.

Internet-Nutzer, die mit ihrem Web-Browser besser vertraut sind, müssen die Cookie-Opt-out-Funktion nicht nutzen, sondern schauen in das entsprechende Menü ihrer Software, um Kontrolle über die kleinen Textdateien zu bekommen.. Google selbst weist in seiner FAQ darauf hin, wie das beim Firefox, im Internet Explorer und im Safari funktioniert.

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