Autor Thema: Von Galilei über Hubble zu Herschel und weiter  (Gelesen 42286 mal)

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Erfolg für Freiwilligen-Projekt Einstein@Home
« Antwort #300 am: 09 April, 2011, 14:53 »
Die Teilnehmer des Projekts Einstein@Home, unter ihnen viele Regulars der Heise-Foren, haben Grund zum Feiern: Zwei Computer der Freiwilligen entdeckten einen Pulsar, der gemeinsam mit einem Weißen Zwerg "einen Kreistanz aufführt". Forscher am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik/Albert-Einstein-Institut in Hannover wollen das Paar nun über Laufzeitverzögerungen der Radiopulse wiegen. Institutsleiter Bruce Allen ist begeistert: "Ein großes Dankeschön geht an die Tausenden Freiwilligen, ohne die wir die Entdeckung nicht gemacht hätten."

Einstein@Home ist mit derzeit 290.000 Teilnehmern weltweit eines der größten Projekte für verteiltes Rechnen. Es wurde im Jahr 2005 gestartet und sucht vor allem in den Datenbergen der LIGO/Virgo/GEO-Detektoren nach Gravitationswellen. Seit 2009 werden 35 Prozent der verfügbaren Rechenleistung verwendet, um Daten beim PALFA-Projekt zu durchsuchen. Dieses Projekt sucht nach ungewöhnlichen Pulsaren und konnte bereits im vergangenen Jahr einen Treffer verbuchen.

Das nun gefundene und im Astrophysical Journal vorgestellte Paar von einem Pulsar und einem Weißen Zwerg sei eine seltene Erscheinung, erklären die Max-Planck-Wissenschaftler: "J1952+2630 blitzt alle 20,7 Millisekunden einmal auf und befindet sich in einer Entfernung von rund 31.000 Lichtjahren von der Erde. Aus der Modulation der Radiopulse schlossen die Astronomen, dass der Pulsar einen Partnerstern mit einer Mindestmasse von 95 Prozent der Sonnenmasse besitzt. Der Tanz beider Himmelskörper einmal um den gemeinsamen Schwerpunkt dauert 9,4 Stunden und ist nahezu perfekt kreisförmig."

Vergleichbare Weiße Zwerge, die bisher entdeckt werden konnten, seien wesentlich kleiner und kämen auf 0,1 bis 0,3 Sonnenmassen. Dank der hohen Masse des Weißen Zwerges (einem ausgedienten Stern, der erst eine Sonne war, dann Roter Riese und schließlich Weißer Zwerg wurde) könnte sich das entdeckte System zum Testen der Laufzeitverzögerung von Licht nach der allgemeinen Relativitätstheorie eignen. Die Wissenschaftler sprechen dabei von der sogenannten Shapiro-Verzögerung.

Heise-Regulars haben eine enge Beziehung zum Rechenprojekt Einstein@Home. Zeitweilig arbeiten über 700 Rechner von Heise-Lesern in dem Projekt mit. Der Heisig, ihr Maskottchen, schlich sich schon einmal in die Präsentation der Gravitationswellenforscher ein. Gefunden wurden die Signale des Pulsaren allerdings von den Computern von Vitaly V. Shiryaev (Moskau, Russland) und Stacey Eastham (Darwen, Großbritannien).

Quelle : www.heise.de

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NASA zeigt Bilder des Weltraumteleskops "WISE"
« Antwort #301 am: 17 April, 2011, 18:09 »
Die US-amerikanische Raumfahrtagentur NASA hat umfassendes Bildmaterial des Weltraumteleskops 'WISE' im Internet zur Verfügung gestellt. Seit 2009 befindet sich das Infrarot-Teleskop auf einer polaren Umlaufbahn.


Vorrangig ist es die Aufgabe des Weltraumteleskops WISE, den gesamten Himmel nach bisher unbekannten Planeten und weiteren Himmelskörpern abzuscannen. Bislang hat das Infrarot-Teleskop über 2,7 Millionen hochauflösende Fotos geschossen. Die NASA wird mit diesen Aufnahmen eine neue Landkarte anfertigen, heißt es. Einen Großteil der bisher gesammelten Daten hat die Weltraumbehörde nun Wissenschaftlern und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Zahlreiche Aufnahmen von Kometen, Sternen und Asteroiden in unserem Sonnensystem stellt die NASA über eine speziell eingerichtete Webseite zur Verfügung.Anfang März präsentierte die NASA ein neues hochauflösendes Foto des Mondes, welches mit der Lunar Reconnaissance Orbiter Camera (LROC) aufgenommen wurde. Das Bild setzt sich aus über 1.300 Schwarz-Weiß-Aufnahmen zusammen.

Quelle : http://winfuture.de

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Keine Furcht vor dem First Contact
« Antwort #302 am: 23 April, 2011, 09:31 »
Wie gefährlich ist ein Kontakt via Licht- und Radiowellen? Interstellare Büchse der Pandora?
Teil 5

Welche Risiken birgt das unabsichtliche oder absichtliche Versenden irdisch-künstlicher elektromagnetischer Strahlung? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass uns aggressiv gesinnte außerirdische Technologien eines Tages als Replik eine elektromagnetische Büchse der Pandora schicken? Während der bekannte SF-Autor David Brin und viele andere pessimistisch gestimmte Wissenschaftler in dieser Hinsicht sehr skeptisch, ja beinahe ängstlich sind und grundsätzlich vor einem interstellaren Dialog warnen (siehe Teil 6 "Die Angst vor dem First Contact"), gehen andere SF-Schriftsteller und Forscher indes davon aus, dass extraterrestrische Hochkulturen ausnahmslos friedliebend sind oder an uns schlichtweg keine Interesse haben.


Einer, der stets an das Gute im Alien glaubte, war der deutsche SETI-Astronom Sebastian von Hoerner. Er konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass ausgeprägt streitsüchtige außerirdische Gesellschaften eine sehr hohe Evolutionsstufe erreichen. Bösartige Geschöpfe, die von Stern zu Stern, von Planet zu Planet wandern, um ihrer Streit- und Eroberungslust zu frönen, waren für ihn das Produkt schlechter Science-Fiction.

Drakes "Unsterbliche"

Was von Hoerner in Büchern zu diesem Thema las und in Filmen sah, waren für ihn Ausgeburten kranker Fantasien, die den Blick auf das Wesentliche verstellen. Hoerners Philosophie hierzu bringt Seth Shostak, der wie das Gros seiner SETI-Kollegen ebenfalls von der Friedfertigkeit extraterrestrischer Zivilisationen überzeugt ist, am besten auf den Punkt:

Zitat
Das Anwachsen der Zerstörungskraft, die der irdischen Technologie mittlerweile zu eigen ist, stellt für von Hoerner ein überzeugendes Argument dar, dass es allen Zivilisationen, die ihre eigene wissenschaftliche Evolution überlebt haben, gelungen sei, die Aggression aus ihrer Mitte zu verbannen. Außerirdischen Gesellschaften ist nur dann ein langes Leben beschieden, wenn sie passiv und friedlich sind.

Von den "Unsterblichen", wie er sie einmal nannte, erwartet der SETI-Begründer Frank Drake nur Gutes. Denn die Entdeckung eines Signals bereichere die Menschheit auf unermessliche Weise. Ein Kontakt mit einer Superzivilisation zöge in wissenschaftlicher, technischer, kultureller und philosophischer Hinsicht zwangsläufig einen intellektuellen Sprung auf eine höhere Ebene nach sich.

Carl Sagans First Contact

Carl Sagan (1934-1996). Bild: NASA

Sagan zeichnet in seinem Buch das Bild einer Gesellschaft, deren kosmisch-interkulturelle Annäherungstaktik darin besteht, zufällig oder absichtlich entsandte künstliche Signale aufzufangen, um den Absendern ein kryptisches Datenpakt zuzusenden, in dem in chiffrierter Form die Anleitung zum Bau einer interstellaren Apparatur deponiert ist.


Wer den Code knackt, das nötige wissenschaftliche Verständnis sowie technisches Know-how mitbringt, um das Raumgefährt zu konstruieren, besteigt eine außerirdisch-irdische Konstruktion, mit deren Hilfe er auf einer Wurmloch-Autobahn durch den Hyperraum geschleust und in eine simulierte Projektion - ähnlich dem Holodeck im Star-Trek-Universum - entlassen wird, in der der erste Kontakt zelebriert wird.

Im Dialog mit einer Superzivilisation

Dabei nehmen die Außerirdischen nicht nur das Aussehen der "geladenen" Spezies an, sondern schlüpfen zudem in die Rolle einer möglichst vertrauten Person des Reisenden. In Sagans Roman erscheint der Protagonistin, Ellie Arroway, das Außerirdische in Gestalt ihres verstorbenen Vaters. Sein Antlitz entfaltet Vertrautheit und emotionale Wärme, und die Tatsache, dass er obendrein in Arroways Landessprache parliert, kommt der beidseitigen Kommunikation zugute.

Auf die Frage der Romanheldin Arroway an die überlegene Intelligenz, ob das Ganze als eine Art Aufnahmeprüfung zu verstehen sei, entwickelt sich ein Dialog, der einen wundervollen Einblick in die Gedankenwelt eines eingefleischten SETI-Pioniers gibt, der wie Hoerner und viele andere renommierte Astronomen absolut davon überzeugt war, dass hochentwickelte und kommunikationsfreudige Aliens uns auch in ethischer und moralischer Hinsicht weit überlegen sind:

Zitat
Du darfst dir uns nicht wie interstellare Sheriffs vorstellen, die vogelfreie Zivilisationen abknallen. Nimm uns eher als eine Art Institut für Galaktische Volkszählung. Wir sammeln Informationen. Ich weiß, dass ihr denkt, niemand könne von euch etwas lernen, weil ihr technologisch so rückständig seid. Aber eine Zivilisation kann auch andere Vorzüge haben."

Arroway: "Zum Beispiel?"



Oh, Musik, Herzensgüte […], Träume. Die Menschen sind sehr gut im Träumen, obwohl man das aus euren Fernsehprogrammen nie schließen würde. Überall in der Galaxis gibt es Kulturen, die mit ihren Träumen Handel betreiben."

Arroway: Ihr betreibt einen interstellaren Kulturaustausch? Ist es das? Ist es euch egal, wenn eine raubgierige, blutrünstige Zivilisation interstellare Raumfahrt betreibt? […]



Du wärst überrascht, wenn du wüsstest, wie selten so etwas vorkommt. Auf lange Sicht zerstören sich die aggressiven Zivilisationen fast immer selbst. Es liegt in ihrer Natur. Sie können nicht anders. In einem solchen Fall wäre es unsere Aufgabe, sie in Ruhe zu lassen. Dafür zu sorgen, dass niemand sie belästigt. Damit sie ihr Schicksal erfüllen können.

Optimistische Grandseigneurs der Science-Fiction-Literatur

Isaac Asimov, Science-Fiction-Autor par excellence, ist sich ebenfalls sicher, dass von Außerirdischen, die andere Planeten besiedeln, kaum Gefahr ausgeht. Denn nur Gesellschaften, die ihre Engstirnigkeit und Kampfeslust im Zaum zu halten vermögen, seien zu einer interstellaren Kolonisation fähig. Gemessen an unserer Entwicklung und unserem Verhalten müssten Geschöpfe, die ihre kritische Phase seit Langem überwunden haben, von gutwilliger Natur sein.

Außerdem könnten wir auch deshalb jegliche Invasionsängste ad acta legen, so Asimov, weil eine außerirdische Okkupation weder in der frühen Geschichte noch in der jungen Vergangenheit, von der Gegenwart ganz zu schweigen, jemals stattgefunden habe.

Arthur C. Clarke (1917-2008). Bild: NASA

Die affirmative Haltung und positive Einstellung Arthur C. Clarkes gegenüber fortgeschrittenen Aliens ist spätestens seit der legendären Verfilmung "2001 - Odyssee im Weltraum" weithin bekannt. In seinem zwei Jahre später publizierten Roman "Childhood’s End" (dt. Titel: "Die letzte Generation") wird Clarke noch konkreter.

Hierin erscheinen eines Tages gewaltige Raumschiffe über den Großstädten der Erde. Doch mit der extrem aggressiven Rasse aus dem Film Independence Day haben die sogenannten Overlords nichts gemein. Der Menschheit präsentieren sie sich vielmehr als friedliche und technisch sowie moralisch weit überlegene Spezies. Selbst im Dienste einer übergeordneten Macht stehend, führen die Overlords die menschliche Zivilisation in ein Goldenes Zeitalter, auf eine neue Stufe ihrer Evolution; eine, die viele andere kosmische Kulturen längst erreicht haben.

Kein Interesse an uns

Kriegerische Aliens haben in dem Weltbild des amerikanischen Geologen und Evolutionsforschers Stephen Jay Gould (1941-2002) desgleichen keinen Platz. Er vermutet, dass ein positives SETI-Signal eine neue Ära des Homo sapiens einläuten und das "umwälzendste Ereignis" in seiner "gesamten intellektuellen Geschichte" sein werde.

Von intelligenten Rassen, die zu den Sternen reisen, gehe nach Meinung des russischen Astronomen und aktiven SETI-Forschers L. M. Gindilis mitnichten irgendeine Bedrohung aus. Wir seien vor ihnen sicher, so Gindilis. Nicht etwa, weil sie von Natur aus freundlich und gutmütig seien, sondern weil sie an uns nicht das geringste Interesse hätten. "Ich glaube, wir können dies mit Nachdruck garantieren."

Ähnlich sieht dies der italienische Mathematiker Claudio Maccone, der seit dem Jahr 2000 als stellvertretender Leiter der "IAA SETI Permanent Study Group" (SPSG) fungiert und keineswegs glaubt, dass ein Übermaß an Sendeaktivität die Invasion blutgieriger Monster bedingen könne. Seinem Dafürhalten nach werden wir ihnen "ziemlich egal sein". Denn zwischen Menschen und Insekten gebe es ja auf unserer Welt ebenfalls keinen Austausch.

Douglas Adams lässt grüßen

Wie gering die Wahrscheinlichkeit ist, dass primitive Zivilisationen mit kosmischen Überfliegern jemals direkt in Kontakt treten und diesen womöglich ausbauen, führt der renommierte, an der City University in New York (US-Bundesstaat New York) lehrende Physiker und Bestseller-Autor Michio Kaku vor Augen.


Der Mitbegründer der Stringtheorie vermutet, dass die Einstellung außerirdischer Superzivilisationen uns gegenüber der entsprechen könnte, die wir gegenüber einem Ameisenhaufen an den Tag legen. Anstatt vor diesem haltzumachen, niederzuknien und den Tierchen "Glasperlen und billigen Schmuck" anzubieten, werde die Mehrzahl der Menschen ihn eher ignorieren und ohne Zögern passieren. Selbst einen geplanten Feldzug gegen den Bau und seiner Bewohner erachtet er als sinnlos, weil der Gegner weder eine Bedrohung darstelle noch eine besondere Bedeutung habe. Die einzige reale Gefahr, die den Ameisen durch uns drohen könne, bestehe darin, "im Weg zu sein und einfach niedergewalzt zu werden".

Quelle : http://www.heise.de/tp/

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Die Angst vor dem First Contact
« Antwort #303 am: 25 April, 2011, 09:00 »
Wie gefährlich ist ein Kontakt via Licht- und Radiowellen? Interstellare Büchse der Pandora?
Teil 6

Viele Wissenschaftler haben regelrecht Angst vor einer extraterrestrischer Replik auf die bisherigen (oder zukünftigen) Active-SETI-Projekte und METI-Aktionen. Dass einige übereifrige Forscher, Ingenieure und Betreiber von Radar-, Radio- sowie Fernsehstationen bislang interstellare Botschaften für ferne Kulturen selbstherrlich und höchst optimistisch ins Blaue des schwarzen Universums gesendet haben, ohne zuvor die Konsequenzen überdacht zu haben, bewerten insbesondere Hardcore-METI-Skeptiker, aber auch prominente Naturwissenschaftler wie Stephen Hawking, nicht nur als leichtsinnig, sondern sogar als höchst gefährlich.


Darth-Vader-Szenarium

Im Star-Wars-Universum stand er auf der dunklen Seite der Macht und agierte als finsterer Diener des Imperators - in der METI-Szene steht sein Name für das absolute "Worse Case"-Szenarium, das zahlreiche Science-Fiction-Geschichten auf literarische, triviale und filmische Weise häufig mehr schlecht als recht durchspielen: der Angriff aus dem All, die Invasion feindlicher außerirdischer Wesen, die Eroberung unserer Heimatwelt durch teuflische Kreaturen oder gefühlskalte Roboter.

Alexander L. Zaitsev spricht in diesem Zusammenhang vom "Darth Vader"-Szenarium. Obwohl der Vater des METI-Gedankens solcherlei Ängste mit Nachdruck ins Reich der SF-Fantasien verbannt und eine extraterrestrische Invasion in wissenschaftlicher Perspektive für hochgradig unwahrscheinlich hält, macht er dennoch ein winziges Restrisiko aus, demzufolge die von uns kontaktierten Aliens vom Naturell her in der Tat gefährlich, habgierig und imperialistisch sein könnten. Sie könnten über uns herfallen.


Wenn schon der unnachgiebigste Verfechter der "Active SETI"-METI-Methode in diesem Punkt eine minimale Restwahrscheinlichkeit konzediert, ist der Gedanke naheliegend, dass das reale Risiko eventuell noch um ein Jota höher sein könnte.

Kassandrarufer mit Kultstatus

Der Chor der warnenden Stimmen, die alles übertönen, ist groß, die Stimmen selbst sehr ausdrucksstark, stammen sie doch vornehmlich von renommierten Autoren und Wissenschaftlern, die Zaitsev in puncto Fantasie weit voraus sind.

Ronald N. Bracewell (1921-2007). Bild: SETILeague

Die ersten Kassandrarufe kamen von Ronald Bracewell oder Freeman Dyson, die in der SETI-Szene beinahe Kultstatus genießen. Während der US-Astronom Bracewell darauf hinweist, dass unsere Signale außerirdische Mächte anlocken könnten, deren Raumschiffe schwerbewaffnet sind, da auch Aliens höchstwahrscheinlich keine interstellaren Reisen ohne eine angemessene Selbstverteidigung antreten würden, plädiert der US-Physiker Dyson für eine wissenschaftliche Vorgehensweise:

Zitat
Es ist genauso unwissenschaftlich, fortgeschrittenen Intelligenzen Gelassenheit und Weisheit zuzuschreiben wie ihnen irrationale und mörderische Absichten zu unterstellen. Wir müssen auf beide Möglichkeiten vorbereitet sein und unsere Suche entsprechend durchführen.

Die Natur des Universums könnte zwei Arten von hochstehenden ETIs hervorgebracht haben, betont Dyson: nämlich friedliebende und eher an der Zunahme von Wissen und Weisheit interessierte Alien-Philosophen oder von Planet zu Planet ziehende gewaltbereite Kreaturen, deren Ziel es ist, die gesamte Galaxis zu unterjochen.

Exobiologischer Darwinismus

Andere Skeptiker üben sich in ähnlich gearteter Schwarzmalerei. So bezeichnet der Pulitzer-Preisträger und Evolutionsbiologe Jared Diamond die Vorgehensweise der "Active SETI"-Anhänger als "naiv" und "gefährlich". Die Arecibo-Botschaft von 1974 wertet er als "selbstmörderische Eselei" und setzt diese Aktion mit einem historischen Beispiel in Korrelation. Denn einstmals hätte auch der Herrscher der Inkas den goldgierigen spanischen Eroberern von dem Reichtum seiner Stadt erzählt und diese damit nur noch neugieriger gemacht. Die Geschichte des Homo sapiens lehre eben, dass ein erster Kontakt und Austausch zwischen primitiven Völkern und hochstehenden Zivilisationen, die in unterschiedlichen Ökosystemen und Kulturen leben, sehr oft mit der Vernichtung des Schwächeren ende. Sein Resümee ist hochgradig pessimistisch:

Zitat
Wenn dort draußen wirklich Zivilisationen existieren, die Radioastronomie betreiben und innerhalb unserer Reichweite sind, dann sollten wir um Himmelswillen unsere Transmitter ausschalten, um einen Kontakt zu vermeiden, andernfalls sind wir dem Untergang geweiht.

Auch der Nobelpreisträger für Medizin (1967) George Wald gesteht freimütig, dass er sich keinen schrecklicheren Albtraum vorstellen könne, als mit einer außerirdischen überlegenen Technologie in Kontakt zu treten.

Selbst die New York Times schenkte diesem delikaten Thema Aufmerksamkeit. 1982 schürte ein namentlich nicht aufgeführter Autor in einem Beitrag viele altbekannte Science-Fiction-Ängste und warf die Frage auf, was wohl passierte, wären hoch technisierte Aliens "unfreundlich, hinterhältig oder sogar kannibalistisch" veranlagt. Da unsere Vergangenheit zeige, dass stets die rücksichtsloseren und stärkeren Nationen ihre unterlegenen Nachbarn angegriffen, ausgelöscht oder unterdrückt hätten, könnte ein Kontakt mit außerirdischen Zivilisationen hochgefährlich werden.

Michael Archer, ein in Sydney forschender und lehrender australischer Biologe, sieht größten Anlass zur Vorsicht, weil auch jede außerirdische Kreatur auf ihrem Planeten die Evolutionsleiter Sprosse für Sprosse mühsam habe erklimmen müssen. Wer diesen beschwerlichen Weg einmal gegangen sei und überstanden habe, müsse im höchsten Grade abgehärtet und kämpferisch sein. Daher würden auch andere außerirdische intelligente Arten nicht minder böse und durchtrieben sein als wir: "Sie werden wie ein extrem angepasster und aggressiver Superräuber sein", so Prof. Archer.

Absoluter Verzicht auf Kontaktaufnahme

Neben Bracewell sind auch andere Astronomen auf die vermeintlichen Hochkulturen im Universum nicht gut zu sprechen, wie etwa Robert T. Rood von der University of Virginia in Charlottesville (USA). Der Astronom warnt davor, sich der Illusion hinzugeben, ein gutgemeinter Ruf ins All ziehe ausschließlich ein positives Echo nach sich. Eine solche Aktion ähnele vielmehr der eines urzeitlichen Hominiden, der von der Baumkrone aus mit Rufen eine Katze anzulocken versuche, in Wirklichkeit aber einen Säbelzahntiger aus der Höhle hole.

Auch Robert T. Rood warnt vor blindem Optimismus. Bild: University of Virginia

Der 1993 in England verstorbene tschechische Astronom Zdenek Kopal empfiehlt sogar, auf eine Kontaktaufnahme mit intelligenten fremden Geschöpfen ganz zu verzichten. Sollte das Weltraumtelefon klingeln, wäre es ratsam, nicht abzuheben und zu antworten, um keine schlafenden Hunde zu wecken. Wer unnötig auf sich aufmerksam mache, laufe Gefahr, für den anderen, besser gesagt die Anderen eine Spur zu attraktiv und interessant zu werden.

Hawkings Skepsis

Um das bisherige Ausbleiben außerirdischer Besucher zu erklären und die Gefahren eines Kontakts mit hochentwickelten Mega-Kulturen aus dem All zu verdeutlichen, bedient sich der weltbekannte englische Astrophysiker Stephen Hawking desgleichen einer Insekten-Analogie (siehe Teil VI dieser Serie). Er hält es für möglich, dass fortgeschrittene Intelligenzen von unserer Existenz wissen, andererseits aber nicht im Geringsten an einem Dialog interessiert sind und uns lieber "in unseren primitiven Säften schmoren" lassen.


Hawking zweifelt allerdings an der Generosität der Fremden. Wenn der Mensch sich nicht daran störe, wie viele Insekten und Würmer er tagtäglich unter seinen Fußsohlen zerquetsche, sei es nicht auszuschließen, dass Superzivilisationen genauso handelten. Kritisch äußert sich Hawking über die Plaketten der Pioneer 10 und 11 und die goldenen Schallplatten der Voyager 1- und 2-Sonden, die Kunde von unserer Welt tun und zugleich die Position derselbigen verraten.

Künstlerportrait von Pioneer 10. Bild: NASA

Dies könne uns eines Tages zum Nachteil gereichen, ja sogar zum Verhängnis werden. Denn der Besuch von Außerirdischen könne laut Hawking den Anfang vom Ende der Menschheit einleiten, weil solcherlei Überwesen tausendmal intelligenter und weiter entwickelt seien als wir und daher mit Sicherheit auch unseren Planeten allein okkupieren und bewohnen wollten.

Zitat
Wir sollten uns davor hüten zu antworten, wenigstens so lange, bis wir uns weiterentwickelt haben. Eine sehr fortgeschrittene Zivilisation zum jetzigen Zeitpunkt unserer Entwicklung zu kontaktieren, wäre ein wenig so, als würden wir als Ureinwohner Amerikas auf Kolumbus treffen. Ich glaube nicht, dass wir dann besser dran wären.

Ungewöhnliches Nature-Editorial

Inzwischen hat der schon seit einigen Jahren latent unter den Wissenschaftlern gärende Disput, ob der Homo sapiens aktiv mit gezielten Botschaften ins All nach außerirdischen Intelligenzen suchen soll, größere Dimensionen angenommen. Ehemals ausschließlich im SETI-Milieu hoffähig und en vogue, stellte diese Streitfrage Mitte Oktober 2006 ausgerechnet die weltweit angesehene Wissenschaftspublikation Nature einer größeren (akademischen) Öffentlichkeit erstmals vor.

Nicht irgendwo versteckt im Mittel- oder Endteil des Magazins, sondern für jedermann gut sicht- und lesbar im Editorial, in dem ein unbekannter Autor die Risiken der "Active-SETI"-Methode offen zur Sprache brachte. Zugleich nahm der "Nature"-Autor mit eindringlichen Worten die verantwortlichen Wissenschaftler unmissverständlich in die Pflicht:

Zitat
[…] die von ,Active SETI’ ausgehende Gefahr ist real. Es ist nicht ersichtlich, ob alle außerirdischen Zivilisationen freundlich sein werden oder dass sogar ein Kontakt mit einer friedliebenden Kultur keine Folgen für die Menschen auf der Erde haben wird. […] Wenn die neuen Technologien uns radikal neue Möglichkeiten eröffnen, dann haben diejenigen, die das Privileg haben, damit zu spielen, die Pflicht, sich intensiv und breit über die Gefahren solcher Möglichkeiten auszutauschen.
Veranlasst zu diesem Leitartikel sah sich "Nature" infolge des Kongresses der International Academy of Astronautics (IAA) in Valencia (Spanien), der wenige Tage vor der Veröffentlichung des Editorials seine Pforten geschlossen und zumindest aus der Sicht vieler SETI-Akteure mit einem unbefriedigenden Resultat geendet hatte.

Inoffizielle Empfehlung

In der IAA, die jährlich ihre Hauptversammlung im Rahmen des International Astronautical Congress (IAC) zelebriert, haben sich Experten weltweit organisiert, um die Entwicklung der Astronautik für friedliche Zwecke zu fördern und auf diese Weise - metaphorisch ausgedrückt - die Grenzen des Weltalls zu erweitern.

Das Green Bank Telescope (GBT), das weltweit größte lenkbare Radioteleskop, starrt in Green Bank im US-Bundesstaat West Virginia in den Himmel. Es liegt ganz in der Nähe des Teleskops, mit dem Frank Drake 1960 die erste SETI-Observation durchführte. Durchmesser des GBTs: 100 bis 110 Meter; Reflektorfläche: 7854 m². Zum Absenden eines interstellaren Kosmogramms eignet es sich jedoch nicht. Bild: NRAO/AUI

Die Nichtregierungsorganisation wurde am 16. August 1960 in Schweden gegründet und arbeitet seitdem eng mit der International Astronautical Federation (IAF) und nationalen sowie internationalen Raumfahrtagenturen zusammen. Innerhalb der IAA wiederum hat sich Maccones SPSG seit 2001 zu einer festen Institution gemausert, in der SETI-Forscher Workshops organisieren und wissenschaftliche Aufsätze veröffentlichen. Fernerhin diskutieren sie über aktuelle fachspezifische Fragen und anstehende Entscheidungen und stimmen nach dem demokratischen Mehrheitsprinzip ab.

Auch wenn allein die Vielzahl von Anträgen, Beschlüssen, Protokollen und alle vor und hinter den Kulissen ausgetragenen Streitereien über die Aktivitäten von METI und die damit verbundenen Gefahren Stoff für etliche Bücher böten und sicherlich gesonderte Aufmerksamkeit verdienten, wollen wir uns hierin nicht zu sehr vertiefen. Nicht zuletzt deshalb, da das einzig Konkrete, das sich bis dato aus alledem herauskristallisiert hat, nur den Charakter einer inoffiziellen Empfehlung hat. Es ist bestenfalls eine Devise, der man folgen kann, aber nicht muss. Und die heißt: Sendet besser nicht!

METI-Workshop ohne klare Ansage

Aber genau dieser "Wahlspruch" fand auf der IAA-Konferenz in Valencia im Oktober 2006 keine Mehrheit. Nach harten Wortwechseln über das Für und Wider von "Active SETI" und METI fanden die beiden zerstrittenen Lager keinen Konsens. Weder die Optimisten, die von gutwilligen und friedfertigen Aliens ausgehen, noch die Pessimisten, die mit bösen, heimtückischen Geschöpfen rechnen, konnten die jeweils anderen von ihrer Philosophie überzeugen.

Als in Valencia einige Mitglieder der SPSG darüber hinaus gegen den Widerstand vieler ankündigten, eine Arbeitsgruppe für "Active SETI" ins Leben rufen zu wollen, folgten Konflikte auf höchstem Niveau, die mit einem schwachen Kompromiss endeten. Es war einer, den vor allen die Skeptiker nur mit Zähneknirschen zur Kenntnis nahmen, da die Gruppe sich dagegen aussprach, METI-Aktionen generell zu verbieten. Im Klartext bedeutete dies, dass es jedem Besitzer eines halbwegs leistungsstarken Radioteleskops mitsamt Transmitter nach wie vor freigestellt blieb, seine persönliche Depesche ins All zu entsenden und sich als "Botschafter für die Erde" aufzuspielen.

Eine Welt ganz nach dem Geschmack von Active-SETI-Funkern, vor allem dann, wenn hierauf intelligente, technologisch interessierte Lebensformen existieren sollten, die selbst fleißig senden. Bild: NASA/ESA

Verärgerte Skeptiker

Aufgrund des enttäuschenden Ergebnisses verließ der ehemalige NASA-Wissenschaftler und engagierte SETI-Wissenschaftler John Billingham die Gruppe aus Protest. Seiner Meinung nach war eine konstruktive Auseinandersetzung über die möglichen Folgen einer einseitigen Kontaktaufnahme mit außerirdischen Zivilisationen in der Öffentlichkeit zu kurz gekommen. "Wir reden darüber, die Kommunikation mit anderen Zivilisationen aufzunehmen", lautete sein Kommentar, "aber wir wissen nichts über deren Ziele, Fähigkeiten und Absichten."

Ratsam sei es, wenn künftig alle in METI involvierten Wissenschaftler eine Art hippokratischen Eid ablegten, eine Grundsatzerklärung über unser "galaktisches" Verhalten, die gemäß dem klassischen Vorbild lauten müsse: Vor allem schade nicht!

Dem Beispiel Billinghams folgte auch Michael Michaud, der früher im US-Außenministerium gearbeitet und dem SETI-Team zeitweise als Vorstandsmitglied angehört sowie ein Standardwerk zu SETI verfasst hatte. Er nahm es seinen Kollegen übel, dass sie weiteren METI-Aktionen im Verlaufe der Diskussion keinen Einhalt geboten hatten. Michaud, der allen "Active SETI"-Bestrebungen stets mit Skepsis begegnete, kämpfte schon seit Jahren gegen ein zu dreimütiges Versenden von Funkbotschaften.

Irgendeine Junggalaxie, die dort lebende Zivilisationen aus dieser Perspektive mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zu sehen vermögen, es sei denn, sie zählen zu den Superzivilisationen, vor denen sich viele METI-Skeptiker insgeheim so "fürchten". Bild: NASA/JPL

Michaud forderte die METI-Akteure dazu auf, sich künftig so lange zurückzuhalten, bis die Konsequenzen ihrer Transmissionen gründlich bedacht worden seien, bis darüber en detail diskutiert und notfalls abgestimmt worden sei. Mit Blick auf die von den Verantwortlichen zu fällenden Entscheidungen nach einem ersten Kontakt mit extraterrestrischen Intelligenzen und den damit einhergehenden Risiken und Gefahren erstellte Michaud 2003 ein Diskussionspapier mit dem vielsagenden Titel Ten Decisions that could shake the world ("Zehn Entscheidungen, die die Welt erschüttern könnten").


In dem Dokument verlieh er unter anderem seiner Besorgnis Ausdruck, dass ETIs die empfangenen terrestrischen Signale zur Positionsbestimmung der Erde nutzen könnten. Nicht zuletzt vergrößere sich die Neugierde der Fremden durch jede von uns ausgesandte Botschaft. Insbesondere bei denjenigen Rassen, die der interstellaren Raumfahrt längst mächtig seien, müsse man mit Besuchen rechnen:

Zitat
Wir können nicht davon ausgehen, dass ein bewohntes Universum infolge der Entfernungen zwischen den Sternen von Natur aus sicher ist. Unser Schicksal könnte von der Moral der anderen abhängen. Selbst wenn keine Gewaltandrohung vorliegt, legt die Erfahrung der Menschen nahe, dass eine Ausweitung der Macht einer bestimmten Zivilisation fast immer dazu führt, diese Macht auch zu nutzen, um die eigenen Werte, Lebensformen und Institutionen auf andere Gesellschaften zu übertragen.

Quelle : http://www.heise.de/tp/

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SETI-Institut unterbricht Suche nach außerirdischer Intelligenz
« Antwort #304 am: 26 April, 2011, 16:39 »

Derzeit umfasst das Allen Telescope Array 42
Empfangsschüsseln – geplant waren 350.
Das kalifornische SETI-Institut (Search for Extraterrestrial Intelligence) hat eigenen Angaben zufolge die Suche nach außerirdischem Leben vorübergehend eingestellt. Grund sind Finanzierungsprobleme der University of California, Berkeley (UCB), die das Hat Creek Radio Observatory (HCRO) betreibt, wo auch die insgesamt 42 Schüsseln des Allen Telescope Array (ATA) stehen. Das nach Microsoft-Mitgründer Paul Allen benannte Radioteleskop-Interferometer diente bislang als Datenquelle für die rund 130 Mitarbeiter des SETI-Instituts – seit vergangener Woche befindet es sich aber im "Ruhezustand".

"Ruhezustand heißt, dass die Anlage nicht für die eigentlichen Aufgaben zur Verfügung steht, sondern von einem deutlich reduzierten Serviceteam im Safe Mode betrieben wird", erklärt der Leiter des Instituts, Tom Pierson, in einer Mail an SETI-Förderer (PDF-Datei). Das Hauptproblem seien fehlende Gelder. So habe etwa die National Science Foundation (NSF) ihre HCRO-Unterstützung auf rund ein Zehntel früherer Zahlungen reduziert. Darüber hinaus machten sich Haushaltskürzungen des Staates Kalifornien bemerkbar: Zuwendungen an das Radio Astronomy Laboratory der UCB würden inzwischen deutlich geringer ausfallen.

Laut Pierson werden pro Jahr mindestens 1,5 Millionen US-Dollar für den Betrieb des ATA und eine weitere Million für die wissenschaftliche Arbeit des SETI-Instituts benötigt. Man versuche derzeit, das Geld für zwei Jahre Arbeit aufzubringen, verdeutlicht der SETI-Chef – wobei in seiner Mail auch etwas Selbstkritik mitschwingt: Statt die Radioteleskope wie bislang "auf Sterne auszurichten, wo vielleicht Planeten sind oder aber auch nicht", wolle man künftig gezielt die 1235 Planetenkandidaten ins Visier nehmen, die bislang vom Kepler-Teleskop entdeckt wurden. Bis dahin soll unter anderem die Zusammenarbeit mit Freiwilligen im SetiQuest-Projekt ausgebaut werden.

Quelle : www.heise.de

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Voyager-Sonden am Ende des Sonnensystems
« Antwort #305 am: 29 April, 2011, 11:45 »
Nach mehr als 30 Jahren Reise treten die weiterhin funktionsfähigen Sonden mit ihren Botschaften an die Aliens allmählich in den interstellaren Raum ein

Seit mehr als 30 Jahren fliegen nun die beiden Voyager-Sonden durch den Weltraum. Voyager 1, gestartet im September 1977, und Voyager 2, gestartet im August 1977, tragen auf ihrer Reise in unendliche Fernen auch noch eine Botschaft an die Aliens in Form einer goldenen Datenplatte über die Menschheit mit. Auf ihr zeigt man dem interessierten Alien Fotos der Erde, Begrüßungen in vielen Sprachen, irdische Töne unterschiedlichster Herkunft vom Walgesang über einen LKW bis zu einem Kuss, die Gehirnwellen einer verliebten jungen Frau und Musikstücke etwa von Bach oder Chuck Berry.


Jetzt befinden sich die Satelliten an der Grenze des Sonnensystems und am Beginn der Leere. Erst nach 40.000 Jahren sollen sie wieder in die Nähe eines anderen Planetensystems geraten. Bis dahin dürften sie auf der Erde schon längst vergessen sein, die Botschaft über die menschliche Kultur hat höchstens noch eine archäologische Bedeutung, wenn nicht Aliens in UFOs die Satelliten vorher auffangen und sich die goldenen Datenplatten zu Gemüte führen - sofern sie die geeigneten Anspielgeräte besitzen.

Im Augenblick befinden sich die Sonden noch am äußersten Rand der Heliosphäre, in der Heliosheath, wo der Sonnenwind noch, wenn auch schon sehr schwach, vorhanden ist, aber sich bereits Partikel der Sonne und interstellare Partikel zu vermischen beginnen. Die Sonden befinden sich damit am Rande des Immunsystems unseres Sonnensystems, Voyager 1 ist die Speerspitze und mehr als 17 Milliarden km von der Sonne entfernt, Voyager 2 hat eine Entfernung von mehr als 14 Milliarden km erreicht. Nach der Heliosheath kommt noch die Heliopause und dann treten die Sonden ganz aus dem Einflussbereich unseres Sonnensystems und in die fremde Welt.


Wie dick die Heliosteath ist, weiß man nicht. Bei der Nasa schätzt man sie 3-4 Milliarden Meilen. Immerhin hatte Voyager 1 schon letztes Jahr gemeldet, dass der Sonnenwind bei Null steht. Aber die Wissenschaftler gehen davon aus, dass es noch 5 Jahre dauert, bis die mit einer Geschwindigkeit von 15 bzw. 17 km pro Sekunde reisenden Sonden die Heliosteath verlassen haben. Bis 2020 werden durch die Radionuklidbatterien (Plutonium-238) noch Signale von den Sonden empfangen werden können, dann werden sie zu den "stillen Botschaftern für die Sterne", wie es bei der Nasa heißt. Dann käme die Meldung allerdings verfrüht, die die Nasa wohl eher in Erinnerung an die beiden Sonden veröffentlicht hat. Aber man will Werbung machen und verspricht: "Erwarte das Unerwartete."

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SETI-Phoenix aus der Asche im Anflug
« Antwort #306 am: 06 Mai, 2011, 08:02 »
Trotz vorübergehender finanzieller Engpässe wird die Suche nach außerirdischen Intelligenzen unvermindert weitergehen

Es ist eine Ironie der Wissenschaftsgeschichte, dass das gegenwärtig wichtigste SETI-Observatorium, das Allen Telescope Array (ATA), ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem das Kepler-Weltraumteleskop mehrere Tausend neue exoplanetare Kandidaten lokalisiert hat (die noch nicht offiziell bestätigt sind), darunter zahlreiche erdähnliche Welten, wegen Geldprobleme auf unbestimmte Zeit abgeschaltet werden musste. Ausgerechnet jetzt, da lohnenswerte Ziele für spektrografische und SETI-Observationen en masse vorhanden sind, geht SETI finanziell scheinbar die Puste aus. Aber nur scheinbar. In Wahrheit ist SETI (=Suche nach außerirdischer Intelligenz) noch lange nicht am Ende. Im Gegenteil: Aus dem derzeitigen Dilemma könnte SETI sogar gestärkt hervorgehen.


Frank Drake, der große weise Nestor und Pionier der aktiven SETI-Forschung, hat während seines 51-jährigen unermüdlichen Einsatzes für die SETI-Idee schon viele Höhen und Tiefen erlebt und vielversprechende SETI-Projekte und Programme kommen und gehen gesehen.

Kein Geld - nichts Neues

Meist standen den Forschern unüberwindbare finanzielle Hürden im Weg. Oft durchtrennte das pekuniäre Schwert den seidenen, durch private und staatliche Subventionen gesponnenen Geldfaden mit brachialer Gewalt.

Wie dünn und zerreißbar dieser schon vor vielen Jahren war, offenbarte sich 1978, als Senator Edward William Proxmire, seinerzeit immerhin der mächtigste Mann im Bewilligungsausschuss des Senats, Drakes Arbeit bewusst ins Lächerliche zog und gegen das NASA-SETI-Suchprogramm offen wetterte. Seine Forderung, die seit 1975 überwiesenen Regierungsgelder für das ganze Projekt gänzlich zu streichen, fand zwar kein Gehör. Dennoch reduzierte sich die staatliche Unterstützung für SETI infolge seiner Intervention eine Zeitlang spürbar. "Die Einstellung der staatlichen Zuschüsse brachte das NASA-SETI-Projekt an den Rande des Untergangs", erinnert sich Frank Drake.

Hätte 1982 nicht der populärste US-Astrophysiker seiner Zeit, Carl Sagan, das persönliche Gespräch mit Proxmire gesucht und ihn bei einer Visite dergestalt bearbeitet, dass der US-Senator von seinem ursprünglichen Vorhaben wieder Abstand nahm, hätte das Projekt nur wenige Jahre nach seiner Geburt wieder das Zeitliche gesegnet.

Dieses Schicksal ereilte das NASA-SETI-Projekt jedoch elf Jahre später . 501 Jahre nach der Wiederentdeckung Amerikas durch Christoph Columbus strich der US-Kongress alle finanziellen SETI-Zuschüsse - irreversibel und kompromisslos.

Finanzieller Kompromiss

Aus all diesen Erfahrungen haben die amerikanischen SETI-Forscher Konsequenzen gezogen; seitdem überlebt das SETI-Programm in den USA größtenteils mittels privater Spenden - bis heute.

Doch im Zuge des Aufbaus des Allen Telescope Array, der steigenden Unterhaltskosten des SETI-Instituts in Mountain View und der Betriebskosten der Anlage selbst musste SETI neue Kooperationen, Kompromisse und somit auch unkalkulierbare Risiken eingehen.


Um die jährlichen laufenden Gesamtkosten von 2,5 Millionen Dollar zu decken, schöpfte das SETI-Institut in den letzten Jahren hauptsächlich aus den Töpfen des Bundesstaates Kalifornien, der University of Californi und der US-Fördermittelbehörde National Science Foundation (NSF).

Als jedoch infolge der Haushaltskrise Kaliforniens Etatkürzungen unumgänglich wurden und sich abzeichnete, dass das SETI-Institut bei weiterer voller Auslastung weder die Gehälter seiner Mitarbeiter noch den Strom für die Radioantennen bezahlen konnte, gingen die kalifornischen Alien-Jäger auf Nummer sicher und schalteten die ATA-Anlage ab, in der Hoffnung sie alsbald wieder reaktivieren zu können, vielleicht mithilfe einer Finanzspritze von fünf Millionen Dollar. Einmal injiziert, könnte sie dem SETI-Patienten wenigstens für zwei weitere Jahre neues Leben einhauchen.

Private Spenden als Chance

Auch wenn derweil einige Zeitungen das amerikanische SETI-Unternehmen aufgrund des stark reduzierten wissenschaftlichen Etats in Kalifornien im Niedergang begriffen sehen, es im "Funkloch" sehen oder selbst renommierte Radiosender fälschlicherweise über das Aus für Aliens schwadronieren - das Ende für SETI ist in weiter Ferne.


Über die weltweit einzige, speziell für die Suche nach ETI konstruierte Radioteleskop-Phalanx schwebt mitnichten ein Damoklesschwert. Nicht zuletzt deshalb, da rund um den Globus andere Astronomen, Privat- und Hobbyforscher weiterhin händeringend nach der interstellaren Flaschenpost greifen.

Einer von ihnen ist Ragbir Bhathal von der University of Western Sydney in Campbelltown (Australien). 60 Kilometer vom Zentrum von Sydney entfernt, leitet der australische Astronom seit Ende 2000 das einzige offizielle OSETI-Projekt (Optical SETI), das auf den Südhimmel ausgerichtet ist. Wie seine Kollegen von der anderen Seite der Erdkugel fahndet Bhathal mit optischen Teleskopen nach künstlich erzeugten extrem kurzen Laser-Pulsen im sichtbaren, im ultravioletten und im nahen Infrarotbereich.

Selbst wenn die seit 2007 getesteten und im Einsatz befindlichen 42 Radioteleskope des Areals nunmehr auf unbestimmte Zeit eingemottet werden, besteht für das amerikanische SETI-Unternehmen, aber auch für die wenigen weltweit verstreuten kleineren SETI-Projekte indes keine Gefahr, vollends in der Versenkung zu verschwinden. Die staatlichen Subventionen mögen dem Rotstift für längere Zeit zum Opfer gefallen sein - die privaten Gelder hingegen werden alsbald mehr denn je wieder fließen.

Hierbei erweist sich die geografische Nähe des SETI-Instituts zum nur wenige Kilometer entfernten Silicon Valley als Vorteil, können doch so die Geldeintreiber ihre Fühler schneller und direkter ausstrecken. Es ist schließlich kein Geheimnis, dass sich die SETI-Idee im Tal der High-Tech-Denker und Hard- sowie Software-Philosophen einer großen Anhängerschar erfreut.


Was nämlich der Microsoft-Mitbegründer Paul Allen bereits vor 2007 demonstrierte, als er SETI mit 25 Millionen Dollar unter die Arme griff, sollte eine Fortsetzung finden. Besinnt sich SETI auf die alten Werte und Traditionen, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der nächste großzügige Mäzen, bis die nächsten betuchten und investitionsfreudigen SETI-Fans ihre Geldbörsen öffnen.

Überhaupt könnte SETI aus dem pekuniären Dilemma gestärkt hervorgehen, sofern ihre Protagonisten sich von staatlichen Zuschüssen ganz befreien und lossagen. Mit solch einem Schritt würden sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einem bestünde die Chance, sich aus eigener Kraft und mit geringem bürokratischen Aufwand zu finanzieren. Zum anderen könnten sie auf diese Weise zugleich ihren Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen, die mit dem Projekt reine Zeit- und Geldverschwendung assoziieren. Für SETI kann es nur von Vorteil sein, wenn Steuergelder nicht im Spiel sind.

Schwarze Löcher und Weltraummüll

Bei alledem kann das SETI-Institut einen Teil des Geldes mit der Weitervermietung einzelner oder der kompletten ATA-Anlage erwirtschaften und abdecken. Die Chancen hierfür sind deswegen gut, weil ATA ursprünglich auch für militärische und konventionelle Radioastronomie (z. B. Erforschung der Entstehung von Galaxien, Supernovae und Schwarzen Löchern) angelegt wurde. Vorgesehen ist nämlich immer noch, die jährlich anfallenden Teleskop-Betriebskosten von 1,5 Millionen Dollar zum Teil mithilfe der US Air Force zu decken, die ein Drittel der Operationszeit für ihre Satelliten- und Weltraummüll-Beobachtung nach wie vor nutzen will.

Da ein weiteres Drittel der Beobachtungszeit für klassische radioastronomische Studien reserviert ist, könnten auch auf diesem Weg einige Dollars eingefahren werden.

Selbst für den Fall, dass sich ein Interessent fände, der gegen entsprechende Mietgebühr alle 42 Teleskope 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche in Beschlag nähme, könnte das SETI-Abenteuer ungestört weitergehen. Schließlich ist ATA multitaskingfähig und kann parallel zu den militärischen und radioastronomischen Suchläufen nach Spuren extraterrestrischer Technologien fahnden.


Für die Alien-Jäger wäre ein solcher Kompromiss nicht Neues. Schließlich mieteten diese bereits vor der ATA-Ära in steter Regelmäßigkeit fremde Radioteleskope an und frönten der parasitären Suchweise. Anstatt kostbare Beobachtungszeit eines leistungsstarken Teleskops extra in Anspruch zu nehmen, montierten sie anfangs meist Zusatzinstrument in Gestalt einer Black Box auf das Teleskop (später rückten diese mit einem ganzen Container voller Elektronik an). Während die Kollegen ihre all-alltägliche Routinearbeit verrichteten, konnten die früheren Crews dank des billigen und platzsparenden Huckepackverfahrens synchron nach Radio- und Lasersignalen fahnden.

Wo bleibt Europa?

Um langfristig zu überleben, müsste sich eine praxisorientierte SETI-Forschung auch auf dem alten Kontinent etablieren. Denn mittlerweise gereicht SETI der geografische Umstand zum Nachteil, dass die Fahndung nach den üblichen (fremden) Verdächtigen seit Frank Drakes erstem Lauschangriff auf außerirdische Zivilisationen am 8. April 1960 größtenteils in seinem Heimatland durchgeführt wurde.

Tatsächlich fanden von den weltweit mehr als 120 SETI-Projekten allein auf dem nordamerikanischen Kontinent zirka 80 Prozent statt.


Fakt ist: In und auf Europa hat SETI paradoxerweise noch keine Wurzeln geschlagen. Der Kontinent, auf dem ehemals die wissenschaftliche Methode und langfristig gesehen auch die Astronomie des Abendlands ihre Väter und Meister fand, hat für die SETI-Idee paradoxerweise nichts übrig. Abgesehen von einem einzigen in Italien (SETI-Italia) ansässigen Programm, bei dem die 32-Meter-Antenne von Medicina zeitweise parasitär genutzt wird, hüllen sich zu diesem Thema derzeit alle großen Schüsseln Europas in Schweigen. Selbst das weltweit zweitgrößte voll lenkbare Radioteleskop in Effelsberg in der Eifel (Deutschland) stand von August 1972 bis heute nur ein einziges Mal für eine zweistündige, bestenfalls indirekte SETI-Spähaktion zur freien Verfügung. Die neben Medicina letzten verbliebenen europäischen Schüsseln, die außerirdische Funksignale ins Visier nehmen, starren für die engagierten Hobbyforscher der SETI League in den Himmel.


Europa, der Kontinent, auf dem die Dampfmaschine, das Flugzeug, das Auto, das Teleskop, die Raumfahrt, die moderne Physik und das Science-Fiction-Genre (u. v. m.) erfunden wurden sowie die philosophische, literarische und wissenschaftliche Beschäftigung mit den Aliens ihren Anfang nahm, hat für extraterrestrische Intelligenzen sprichwörtlich keine Antennen.

Dass sich das Abendland aus unverständlichen Gründen aus dem SETI-Abenteuer ausgeklinkt hat, stimmt nachdenklich, weil eine konstruktive Suche nach außerirdischer Intelligenz nicht allein einer Nation (USA) vorbehalten sein sollte.

Denn nur in Form einer konzertierten internationalen Anstrengung kann sich SETI dauerhaft etablieren, zumal sich dadurch die Chance erhöht, mehr private Spendengelder einzutreiben. Nur auf diese Art und Weise vermag sich der SETI-Phoenix möglichst schnell aus der Asche zu neuem Leben erheben.

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Und sie bewegen sich doch!
« Antwort #307 am: 11 Mai, 2011, 06:37 »
Eine neue Theorie zur Evolution von Spiralgalaxie-Armen

Eine neue Studie über Spiralmuster, wie sie auch unsere Milchstraße aufweist, könnte dafür sorgen, dass die bisherige Theorie über Entstehung und Evolution von Galaxie-Spiralarmen umgestoßen wird. Die Forschungsergebnisse dieser Studie wurden kürzlich von Robert Grand beim National Astronomy Meeting der Royal Astronomical Society in Llandudno vorgestellt.

Seit den 1960er-Jahren wird die Dichtewellentheorie akzeptiert, nach der sich die Spiralarme einer Galaxie in etwa wie eine "La Ola"-Welle in einem Fußballstadion durch eine Sternenpopulation einer Galaxie bewegen und zu ihrem Ursprungsort zurückkehre. Die Computersimulationen von Grand und seinen Mitarbeitern an Londons Mullard Space Science Laboratory (MSSL) deuten jedoch darauf hin, dass die Sterne zusammen mit den Spiralarmen um das Zentrum der Galaxie rotieren. Darüber hinaus scheint es auch so, als wären die Galaxiearme nicht stabil, sondern brächen innerhalb eines Zeitraums von 80 bis 100 Millionen Jahren auseinander und formierten sich neu.

Draufsicht einer simulierten Scheibengalaxie. Die helleren Farben stellen Zonen größerer Sternendichte dar. Das Bild zeigt zwei Beispiele von Sternenpartikeln: Der rote Stern bewegt sich auf der Vorderseite des Arms, der blaue Stern auf der Rückseite. Auf dem Bild kann man sehen, wie der blaue und der rote Stern innerhalb von 40 Millionen ihre Entfernungen zueinander verändern. Die gepunkteten Linien beschreiben Kreise mit den Radien 4.000, 5.000 und 6.000 Parsecs (1 Parsec entspricht circa 31 Billionen Kilometern). Bild: RAS

"Es war uns nicht möglich, die traditionelle Sichtweise in der Simulation zu bestätigen: Die Sterne bewegen sich in unserer Simulation mit derselben Geschwindigkeit in einer spiralförmigen Struktur. Wir haben die Entwicklung von Spiralarmen einer Galaxie mit fünf Millionen Sternen über einen Zeitraum von sechs Milliarden Jahren simuliert und dabei herausgefunden, dass es Sternen entgegen vorheriger Annahmen durchaus möglich ist, auf andere Spiralarme überzuwechseln. Die Sterne sind zwar auf den Spiralarmen regelrecht gefangen und bewegen sich darauf durch den Einfluss der Gravitation; jedoch glauben wir, dass diese Arme aufgrund der gewaltigen Kräfte von Zeit zu Zeit zerbrechen", so Grand. Dies würde ein indirektes Wandern eines Sterns auf einen anderen Arm bewirken.

In seinen Simulationen hat Grand herausgefunden, dass sich einige Sterne auf den Spiralarmen allmählich nach Außen und Innen bewegen. Sterne, die sich an der vorderen Seite befinden, bewegen sich in Richtung Zentrum der Galaxie, während Sterne, die sich an der Innenseite eines Arms befinden, nach außen in Richtung der Galaxienkante befördert werden.

"Aus unserer Simulation könnten sich eine Menge Folgen für die beobachtende Astronomie ableiten lassen", ist sich Grand sicher. Die MSSL ist bereits in die nächste Mission der European Space Agency involviert, die mit ihrem Gaia-Projekt einen Meilenstein in der Galaxienbeobachtung darstellt. "Die Theorie hilft uns nicht nur dabei, die Evolution unserer eigenen Galaxie besser zu verstehen, sie könnte ebenfalls auf das Gebiet der Sternenformation Anwendung finden."

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Wo das Chaos tanzende Sterne gebiert
« Antwort #308 am: 14 Mai, 2011, 08:02 »
Astronomen haben mit dem Gemini-Teleskop ein faszinierendes Bild vom Lagunennebel erstellt

Der Lagunennebel ( Messier 8 ) im Sternbild Schütze ist etwa 5200 Lichtjahre von uns entfernt und ist ein riesiges, sehr helles Gasnebelgebiet, aus dem viele Sterne entstehen. Entdeckt wurde der Lagunennebel 1747 von dem französischen Astronomen Guillaume Le Gentil entdeckt, schon zuvor war der offene Sternhaufen NGC 6530 im Zentrum des Lagunennebels von dem Briten John Flamsteed entdeckt worden. Er bringt den Nebel zum Leuchten und ist leicht mit einem Fernglas zu sehen.

Bild: Gemini Observatory/Aura/Julia I. Arias und Rodolfo H. Barbá Departamento de Física, Universidad de La Serena (Chile) und ICATE-CONICET (Argentina).

Die argentinischen Astronomen Julia Arias und Rodolfo Barbá haben nun mit dem 8-m-Gemini-Süd-Teleskop in Chile ein beeindruckendes neues Bild von dem Sternentstehungsgebiet hergestellt. Das Bild ist aus mehreren Aufnahmen zusammengesetzt, die mit zwei optischen Filtern gemacht wurden. Mit dem einen wird Wasserstoff (rot) und ionisierter Schwefel (blau), mit dem anderen Rotlicht gefiltert. Die Farben des Bildes lassen die Eigenschaften des Nebels erkennen, geben aber nicht die wirklichen Farben dar. Licht aus dem roten Ende des Spektrums wird beispielsweise blau wiedergegeben.

Gemini Süd. Bild: Gemini Observatory/Chris Carter

Zu erkennen ist eine gigantische glühende Landschaft aus Gas und Staub, die die jungen Sterne umgeben. Die meisten der Sterne befinden sich in dicken Staubwolken.

Die beiden Astronomen wollen mit dem Bild die evolutionäre Beziehung zwischen den neuen Sternen und den Herbig-Haro-Objekten erkunden. Letztere entstehen, wenn junge Sterne während ihres Wachstums große Mengen an Gas ausstoßen, das sich mit hoher Geschwindigkeit bewegt und mit dem umgebenden Nebel kollidiert. Dadurch bilden sich hell leuchtende Schockwellen, weil das Gas erhitzt wird. Die Astronomen entdeckten in dem Bild ein Dutzend dieser HH-Objekte, die eine Größe zwischen einer Billion Kilometer bis zu 4,6 Lichtjahren aufweisen.

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"Lonely Planets"
« Antwort #309 am: 21 Mai, 2011, 10:47 »
Astronomen entdecken eine neue Art von Planeten: Einsame Wanderer, die fernab von jeder Sonne ihre Bahn ziehen. Davon gibt es anscheinend eine ganze Menge

Dass Himmelsforscher neue Planeten ausfindig machen, ist fast schon alltäglich geworden. Seit 1995 hat man über 500 Exoplaneten gefunden. In dem Maße, wie die Suchmethoden von Jahr zu Jahr verfeinert wurden, ist auch die Nachweisgrenze gesunken: Heute ist man längst auf der Jagd nach möglichst erdähnlichen Himmelkörpern, die Modell für das Sonnensystem stehen könnten. Dabei kann man sich sehr selten auf die Direktbeobachtung verlassen. Bei der Suche kommt deshalb eine Auswahl verschiedenster Technologien zum Einsatz, die jeweils auf eine bestimmte Eigenschaft des Objekts und seines Sternsystems abzielen.

Künstlerische Darstellung des an seiner Sonne vorbeiziehenden Exoplaneten Corot-9b. Bild: ESO/L. Calçada

Da gibt es zunächst die so genannte Radialgeschwindigkeitsmethode. Sie beruht auf der Tatsache, dass selbst ein recht kleines Objekt - der Planet - über seine Gravitation auf seinen riesigen Nachbarn - den Stern - wirkt. Es genügt, das größere Objekt zu beobachten, um aus dessen Bahn-Verzerrung auf den kleinen Begleiter zu schließen.

Die Wankel-Bahn erkennt man an einer Dopplerverschiebung des Sternen-Spektrums, die sich auch von der Erde aus detektieren lässt. Je ähnlicher sich beide Objekte, das sichtbare und das unsichtbare, sind, umso besser funktioniert diese Methode. Bei kleinen Sternen (dazu gehört auch die Sonne) findet man so auch erdähnliche Planeten.

Die Transitmethode

Die Transitmethode, der man derzeit die besten Chancen zur Entdeckung wirklich kleiner Planeten zutraut, beruht auf einem Prinzip, das Menschen schon seit Jahrmillionen am Himmel beobachten können: Der Abdunkelung eines Objekts durch ein anderes, wie es Mond, Erde und Sonne regelmäßig praktizieren. Diese Abdunkelung sehen wir natürlich nur, wenn wir von der Seite auf die Bahnebene des abdeckenden Objekts blicken. Aber dank der vielen Sterne im Weltall muss man eben nur mehr Beobachtungen anstellen, um irgendwann auf diese Weise einen Fund zu machen.

Microlensing

Ähnliches gilt für die Methode des Microlensing. Der Name erklärt das Prinzip eigentlich schon recht gut: Es beruht darauf, dass die Gravitation eines schweren Objekts als Linse für die Strahlung eines anderen Objekts in dessen Hintergrund dienen kann. Wer eine Fotokamera besitzt, weiß jedoch, dass ein durch eine Linse beobachtetes Motiv nicht automatisch scharf aussieht: Man muss Motiv, Linse und Sensor in dieselbe Ebene und in die richtige Entfernung bringen.

Und so wird nur einer von einer Million Sternen der zentralen Milchstraße zu einem bestimmten Zeitpunkt durch ein solches Zusammentreffen glücklicher Ereignisse vergrößert, wie der Astronom Joachim Wambsganss in einem Beitrag im Wissenschaftsmagazin Nature schreibt. Und selbst wenn jeder dieser Sterne einen jupitergroßen Begleiter hätte, könnte man wegen unpassender geometrischer Verhältnisse nur ein Prozent dieser Planeten tatsächlich entdecken. Da Astronomen nun einmal nicht an ihren Linsen, den Sternen, drehen können, bleibt Ihnen nur übrig, eben ganz oft hinzusehen und auf ihr Glück zu vertrauen.

Genau damit sind seit ein paar Jahren zwei internationale Forscherteams befasst. Denn das Microlensing-Verfahren bietet zwei Vorteile: Es verschafft einen guten statistischen Überblick über die Bestandteile des Universums, und es ist auch geeignet, recht kleine Planeten zu lokalisieren. In Nature berichten die Forscher nun von den Ergebnissen ihrer Arbeit. Dem MOA-Team (Microlensing Observations in Astrophysics) etwa ist es gelungen, 50 Millionen Sterne der Milchstraße über zwei Jahre hinweg mindestens einmal pro Stunde zu überprüfen. Dabei entdeckten die Forscher gerade einmal 474 Microlensing-Ereignisse, von denen zehn kürzer als zwei Tage zu beobachten waren.

Ergebnisse kosmischen Billards

Je kürzer das Event, desto kleiner die Linse - bei weniger als zwei Tagen gehen die Forscher davon aus, dass die Linsen Planeten-, nicht Sternenmasse hatten. Die Wissenschaftler verglichen ihre Daten mit denen des OGLE-Teams (Optical Gravitational Lensing Experiment) - sieben der Ereignisse waren bei OGLE ebenfalls aufgefallen. Da sich auch über acht Jahre keine Periodizität zeigte, gehen die Forscher davon aus, dass es sich um mindestens sehr weit von ihren Gaststernen entfernte Planeten handeln muss - vermutlich auch um solche, die ganz allein durch das All wandern.

Interessant ist aber auch die statistische Analyse: Sie zeigt, dass solche Planeten weit häufiger sein müssen, als man bisher annahm. Es sollten in der Milchstraße sogar mehr davon existieren, als es Sterne der Hauptreihe gibt.

Wie sind die einsamen Wanderer zu ihrer Reise aufgebrochen? Die Forscher vermuten, dass es sich um die Ergebnisse kosmischen Billards handeln könnte. In Systemen und protoplanetaren Scheiben mit mehreren großen Körpern kann es leicht dazu kommen, dass einerseits Gasriesen in große Nähe zu ihren Heimatsternen gelangen, ihre Brüder aber andererseits aus dem System geschleudert werden.

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Offline Jürgen

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Re: "Lonely Planets"
« Antwort #310 am: 21 Mai, 2011, 11:40 »
Solche vagabundierenden kleine Himmelskörper würden jedenfalls zur sog Dunklen Materie beitragen.
Und die Wahrscheinlichkeit des Auftretens dürfte für kleinere Objekte, wie die Geschwindigkeit relativ zu den grossen Galaxien, deutlich zunehmen.
Ihre Reststrahlung wäre meist relativ gering, und ihre räumliche Verteilung und Bewegung jedenfalls in höchstem Masse zufällig.
So dürfte sie in der Regel in der kosmischen Hintergrundstrahlung als Rauschen untergehen.

Allerdings darf davon ausgegangen werden, dass aufgrund gleichartiger Gesetzmässigkeiten ebenso Staub und Gas und auch ganze Sterne, Sternhaufen und selbst kleine Galaxien in dieser Art herumstromern.
Und an den grösseren Objekten wäre der Nachweis wohl deutlich einfacher.
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Sie werden sowohl friedliebend als auch aggressiv sein
« Antwort #311 am: 05 Juni, 2011, 08:00 »
Wie gefährlich ist ein Kontakt via Licht- und Radiowellen? Interstellare Büchse der Pandora? - Teil 7

Es mag sie geben - die guten, altruistischen, friedseligen und von hohen Idealen beseelten außerirdischen Kulturen, die an einem konstruktiven interstellaren Dialog interessiert sind. Dennoch werden indes auf anderen bewohnten Welten Blutspuren davon Zeugnis ablegen, dass das Damoklesschwert der Gewalt auch über außerirdischen Häuptern schwebt, ob diese nun Ohren à la Spock oder Facettenaugen wie irdische Fliegen haben. Da auch vernunftbegabte extraterrestrische Kulturen im Verlaufe ihrer Evolution einer Hydra begegnet sein dürften, die der Homo sapiens seit seinem Erscheinen in Form von Krieg, Gewalt, Eroberungs- und Zerstörungslust sehr gut kennt, könnte jede eintreffende Flaschenpost eine interstellare Büchse der Pandora sein. Wer sie öffnet, riskiert den planetaren Exitus.

Die Geschichte der Menschheit führt uns auf drastische Weise vor Augen, dass der Drang zur Expansion seinen Quell stets aus den Untugenden Aggression und Machtstreben bezogen hat. Zu allen Zeiten, in allen Kulturen, galt von jeher das ungeschriebene sozialdarwinistische Gesetz, dass militärisch hochgerüsteten, strategisch versierteren und technisch höher entwickelten Zivilisationen oder Nationen automatisch das Recht zukommt, den schwächeren Völkern den Garaus zu machen.

Irdische Kolonisation als warnendes Beispiel

In den Annalen unserer Spezies finden sich Beweise en masse, die mit grausiger Offenheit dokumentieren, dass von diesem vermeintlichen Recht oft, sehr oft Gebrauch gemacht wurde. Gäbe es ein Ranking in unserer Galaxis, wie konsequent und rigoros die Mächtigen auf ihrer Heimatwelt ihren Machtanspruch zum Leidwesen der Schwächeren ohne Rücksicht auf Verluste durchgesetzt haben, belegte unser Planet - und zu dieser wenig gewagten Prognose steht der Autor dieser Zeilen - einen Spitzenplatz.

Unsere Vorliebe, technisch und kriegsstrategisch unterlegene Völker und Rassen rücksichtslos auszurauben, auszuplündern, zu unterdrücken, zu misshandeln, zu versklaven und nicht selten sogar ganze Kulturen auszumerzen, kam bei der Conquista und in der Ära des Imperialismus sehr deutlich zum Vorschein.

Während der Conquista, dem mehr als ein Jahrhundert dauernden, von Spanien und Portugal in Gang gesetzten Prozess der Eroberung des mittel- und südamerikanischen Festlands ab 1492, fielen Scheinchristen und brutale Eroberer vom Schlage eines Hernán Cortés, Pedro de Alvarado oder Francisco Pizarro erbarmungslos über ahnungslose unschuldige Menschen her.

Im Zeitalter des Imperialismus ("Hochimperialismus") nahmen sich die europäischen Groß- und Mittelmächte - vom Eroberungswahn getrieben - die Freiheit heraus, Überseekolonien in Afrika und Asien zu etablieren, um den dortigen Bewohnern die Segnungen der Zivilisation in Gestalt von Mord und Todschlag zuteilwerden zu lassen. Die Liste der von Homo sapiens begangenen Grausamkeiten ließe sich nach Belieben fortsetzen. Und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht, da sich unsere Art weiterhin von ihren atavistischen Instinkten nicht lösen kann und will.

Extraterrestrisches Restrisiko

Angenommen, die Außerirdischen brächten nur 20 Prozent der Angriffslust auf, mit der unsere Vorfahren auf dieser Welt gewütet haben (über die Nachfahren wollen wir mit Rücksicht auf die begrenzte Zeilenanzahl dieses Beitrages kein Wort verlieren), dann erscheinen die Ängste der METI-Skeptiker plötzlich in einem anderen Licht. Denn eingedenk unserer eigenen blutrünstigen Geschichte bekommt auf einmal der Faktor Vorsicht eine besondere Note. Er wird zum guten Ratgeber, weil ungeachtet der immerfort zugeschriebenen positiven altruistischen Eigenschaften der Aliens ein "extraterrestrisches Restrisiko" bleibt.

Infrarot-Aufnahme des NASA-Weltraumteleskops Spitzer vom Zentrum unserer Milchstraße. Zivilisationen, die hier lebten, müssten auf jeden Fall strahlenresistenter sein als wir. Bild: NASA

Im Konzert der Superzivilisationen könnten eben doch raumfahrtbegeisterte und aggressiv-expansive Rassen mitmischen, die Imperialismus im größeren, sprich kosmischen Stil betreiben. Manch Spezies könnte eine gutgemeinte Visitenkarte, ein Funk- oder Signalfeuer, als Einladungskarte auslegen. Sollten Ethik und Moral außerirdischer Hochintelligenzen auch nur ansatzweise der unsrigen entsprechen, bleibt nur die Hoffnung, dass sie mit ihren galaktischen oder intergalaktischen Brüdern und Schwestern anders verfahren als etwa die Conquistadores mit den Inkas und Mayas oder die Mächte des 19. Jahrhunderts mit vielen afrikanischen Völkern und asiatischen Nationen.

Davon ausgehend, dass wir auf der Suche nach den kosmischen Nachbarn ganz gewiss nicht die Einzigen sind, nähern wir uns in der Absicht, eine Antwort zu finden, ganz vorsichtig der delikaten Frage, wie groß tatsächlich die reale Gefahr für die Menschheit ist, infolge aktiv ausgesendeter Radio- oder Lichtwellen böse außerirdische Geister heraufzubeschwören.

Willkürliche Extrapolation

Hierbei orientieren wir uns an der sehr optimistischen Prognose von Carl Sagan aus dem Jahr 1966, der seinerzeit nicht ins Blaue extrapolierte, sondern die fünf Jahre zuvor kreierte Drake-Formel konsequent anwendete.

Sagan, von dem der weltberühmte Science-Fiction- und Sachbuchautor Isaac Asimov einmal ganz unbescheiden gesagt haben soll, er sei neben ihm und Marvin Lee Minsky der klügste Mensch, den er jemals getroffen habe, schätzte die Anzahl intelligenter Zivilisation in der Milchstraße auf sage und schreibe eine Million. Keine Frage, ein stolzer Wert, den wir, weil wir ja Vorsicht walten lassen wollen, sicherheitshalber durch zwei teilen. Somit bleiben immer noch 500.000 Megakulturen, die das nötige Know-how und die Technik besitzen könnten, mit anderen Lebensformen in Kontakt zu treten.

Hier kommt nun David Brins Formel nochmals ins Spiel, der die Drake-Gleichung mit drei weiteren Faktoren ergänzte. Sie erinnern sich? Genauer gesagt wollen wir uns auf den Brin’schen Faktor A beschränken, der für die Anzahl hochentwickelter außerirdischer Technologien steht, die entweder unbeirrt funken, um für andere "erkennbar" zu werden (Brin notiert hierfür den Wert 1) oder ganz bewusst nichts von sich preisgeben und lediglich lauschen (Wert O).

Heißer Gasplanet, der seine Sonne in geringem Abstand umkreist. Auf solch einer Welt wäre die Ausbildung von biologischen Leben undenkbar. Planeten dieser Gattung werden in unserer Extrapolation nicht berücksichtigt. Bild: NASA

Extrapolieren wir einfach frisch von der Leber weg, dass die eine Hälfte der 500.000 verbliebenen ETI kontaktfreudig und die andere höchst verschwiegen ist. Unter Einbeziehung des Faktors A kämen wir sodann auf 250.000 sende- und empfangsbereite Zivilisationen. Nicht zuletzt sollten wir noch den von Alexander F. Zaitsev erschaffenen Parameter fmberücksichtigen, der dem Brin’schen Faktor A zwar ähnelt, aber noch stärker das "aktive" Moment hervorkehrt. Er bezieht sich nämlich nicht bloß auf die empfangs- und sendebereiten außerirdischen Gesellschaften, sondern berücksichtigt jene Welten noch nachhaltiger, deren Bewohner wirklich aktiv und regelmäßig Kosmogramme ins All pulsen. Fakt sei nämlich, so Zaitsev, dass unsere Zivilisation nur solche Kulturen im Kosmos lokalisieren kann, die auch in einem fort senden, also just das praktizieren, was unsere Kultur sträflich vernachlässigt.

Voller Zuversicht legen wir uns somit auf die Zahl 200.000 fest. Nicht vergessen wollen wir unsere Eigenkreation PB: den Bryan-Proxmire-Parameter. Er prangert die Engstirnigkeit und den intellektuell fehlenden Weitblick aller Entscheidungsträger an - universumweit. Denn auch fernab der Erde werden die Suchprogramme anderer Zivilisationen Energie und Zeit beanspruchen, die nun einmal irgendwie "finanziert" werden müssen.

Wir wissen nicht, auf wie vielen Exoplaneten ebenfalls kurzsichtige Politiker in interstellarer Hinsicht auf Sparkurs gegangen sind. Aber lassen wir uns nicht beirren und blicken hoffnungsvoll nach vorn und ziehen von den 200.000 sende- und empfangsbereiten sowie sendewilligen Technologien ein Viertel ab. Erfreulicherweise verbleiben uns immer noch 150.000 Zivilisationen. Und gehen wir zugleich davon aus, dass von den 150.000 Lebensformen zwei Drittel sich den Status einer Superzivilisation auf ihre Fahnen schreiben können.

Die sich nun daraus ergebenden beiden wichtigen Fragen, die sich nach unserem zugegebenermaßen sehr willkürlichen Gedankenexperiment (jeder angegebene Wert hätte ein anderer sein können und dürfen) herausdestillieren lassen, lauten somit: Wie viele der sende- und empfangsbereiten sowie sendewilligen Superzivilisationen pflegen einen aggressiven Habitus? Wie viele Alien-Kulturen haben einen Hang dazu, schwächere Zivilisationen zu versklaven, deren Planeten auszuplündern oder die einheimischen Lebensformen allesamt auszurotten?


Planetenentstehung. Nach der ersten Entdeckung des ersten
Exoplaneten um eine aktive Sonne sind bis heute 539 bestätigte
extrasolare Planeten katalogisiert. Das Gros der Planetenforscher
glaubt, dass fast jeder Stern ein eigenes Planetensystem besitzt,
was die Existenzwahrscheinlichkeit intelligenter Lebensformen
drastisch erhöht. Bild: Image courtesy of NRAO/AUI and
Bill Saxton
Kosmologisches Prinzip als Indikator

Um hierauf eine halbwegs zufriedenstellende Antwort zu erhalten, knüpfen wir uns das kosmologische Prinzip vor. Es besagt bekanntlich, dass der Raum homogen und isotrop ist, das Universum folglich keinen Mittelpunkt hat. Keine Richtung, kein Punkt im Kosmos ist ausgezeichnet. Die Raumkrümmung hat im Mittel überall den gleichen Wert, und die Materie ist fernerhin genauso homogen verteilt. Selbst ultraintelligente Außerirdische, die noch nicht mit Wurmlöchern oder Schwarzen Löchern experimentieren, sitzen also räumlich und zeitlich im selben Boot wie wir. Wenigstens am Anfang waren die Gesetze der Physik für alle gleich.

Vielleicht spiegelt sich diese Gleichheit oder Gleichartigkeit auch in den moralischen und ethischen Werten außerirdischer Gesellschaften wider. Denn wenn das Universum für alle gleich ist, kein Ort in ihm ausgezeichnet, die Materie darin allerorten von gleicher Natur ist, all seine Lebewesen eine Evolution vom Einfachen zum Komplexen hin durchlaufen haben, wenn wir also alle Kinder des Wasserstoffs sind, muss es dann nicht so sein, dass wir uns auch in moralischer und ethischer Hinsicht ähneln? Aus unserer Sicht wären das Gute und das Böse dann ein allgegenwärtiges Prinzip, ein omnipräsenter Grundsatz im Universum, eine Art kosmisches Yin und Yang. Hieraus wäre sogleich die bittere Konsequenz zu ziehen, dass sowohl gute als auch böse Rassen und Arten ihren Platz im Universum gefunden haben müssen.

Extraterrestrischer Pluralismus

Unsere Auffassung von Pluralismus als gemeinhin friedliche Koexistenz verschiedener Interessen, als Vielfalt von Ansichten und Lebensstilen, sollte im Universum desgleichen auch für die Multiexistenzen gelten, die wir in unserem Gedankenexperiment auf 100.000 in der Galaxis geschätzt haben. Sie versinnbildlichen das, was wir extraterrestrischen Pluralismus nennen wollen. Die Außerirdischen unterscheiden sich in puncto Morphologie, im psychischen, physischen und natürlich im mental-geistig-intellektuellen Bereich gravierend oder manchmal auch nur subtil voneinander. Viele werden anders sein als die anderen, manche in erstaunlicher Verwandtschaft mit ihren interstellaren Brüdern und Schwestern stehen, wenige ihnen gleichen. Eines jedoch ist gewiss: Die Charaktere und die Einstellung zu den moralischen und ethischen Werten, die auf unserer Welt zuweilen von Kontinent zu Kontinent, von Nation zur Nation differieren, werden auch von Exoplanet zu Exoplanet voneinander abweichen.

Illustration eines supermassiven Schwarzen Loches. Selbst Superzivilisationen dürften solche kosmischen irrealen Regionen meiden - vielleicht aber auch nicht. Auch wenn für alle am Anfang die gleichen astrophysikalischen Gesetze galten, so könnten extrem weit fortgeschrittene Technologien längst in astrophysikalische Dimensionen vorgedrungen sein, von denen wir mitnichten irgendeinen Schimmer haben. Bild: NASA/JPL-Caltech/R. Hurt (SSC)

Rufen wir uns die 100.000 "extrapolierten" Zivilisationen erneut in Erinnerung, die in der Milchstraße theoretisch leben könnten (aber nicht müssen!), dann wird ersichtlich, dass unter ihnen - gemessen an unseren Wertmaßstäben - viele friedfertige Arten existieren müssen. Lebewesen, die so ganz nach unserer Façon wären. Geschöpfe, die so weise und mitteilungsbedürftig wären, wie die Superzivilisation in Carl Sagans Buch Contact. Viele SETI-Wissenschaftler, die nach wie vor an das Gute im Alien glauben, zeichnen immer wieder das Idealbild des hoch moralischen Außerirdischen. Ihr Credo: Nur fortgeschrittene Zivilisationen, die das Böse längst vertrieben und der Aggression abgeschworen haben, sind langfristig überlebensfähig.

Unsere nächste Nachbargalaxie M31, der Andromedanebel: nur 2,5 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. Gemäß unserer willkürlichen Extrapolation sollten in M31 ebenso viele aggressive wie friedliche Zivilisationen existieren. Bild: Infrared: ESA/Herschel/PACS/SPIRE/J. Fritz, U. Gent; X-ray: ESA/XMM-Newton/EPIC/W. Pietsch, MPE; optical: R. Gendler

Aggression als Überlebensvorteil

Doch Vorsicht! Wäre es nicht denkbar, dass das Zusammengehen von Expansionsdrang und Aggression ein weit verbreitetes kosmisches Phänomen ist? Ist nicht auf galaktischer Ebene ein aggressiver Impetus für Superzivilisationen, welche die eigene Galaxie besiedeln und sogar erobern wollen, ebenso unabdingbar, im Idealfall sogar von Vorteil?

Es verbietet sich eigentlich von selbst, dem naiven Glauben anzuhängen, alle hochstehenden Zivilisationen seien automatisch sanftmütig und friedliebend, nur weil es ihnen irgendwann im Verlaufe ihrer technischen Evolution gelungen sei, das kritische Stadium zu überwinden, den "globalen" Krieg respektive die totale Selbstzerstörung abzuwenden. Denn im Universum können ebenso hoch aggressive Lebensformen ihre heiklen Momente problemlos gemeistert haben. Eventuell hat ihnen dabei ihre Kampf- und Streitlust mehr geholfen als geschadet.

Das Zepter der Macht in ihrem Sonnensystem fest in den Händen haltend, kann bei solchen Arten schnell "interstellares" Fernweh aufkommen, vor allem dann, wenn sie realisieren, wann eine Reise lohnt und wohin es geht.

Extraterrestrischer Pluralismus bedeutet eben auch, dass da draußen gleichfalls expansive und von ihrer Natur aufs Töten konditionierte Spezies herumgeistern könnten. Vielleicht ist von den 100.000 Kulturen nur ein Zehntel extrem feindselig. Und vielleicht beherrschen nur 10 Prozent davon die interstellare Raumfahrt, von denen womöglich wiederum 10 Prozent auf demselben galaktischen Spiralarm wie wir beheimatet sind. Es wären dann immer noch sage und schreibe 100 Superzivilisationen, die uns umgäben, in deren ständiger Reichweite wir wären.

Eine von den zirka 500 bis 1000 Milliarden Galaxien, die unser Universum beherbergt. In jeder Galaxie werden Jahrmillionen nach dem Urknall unzählige Kulturen das Licht ihrer Welt erblickt haben

Interstellares Trojanisches Pferd

Selbst wenn das zuvor Beschriebene sehr an Science-Fiction erinnert, haben Außerirdische mit kriegerischen Absichten dennoch gute Karten, unsere METI-Depeschen oder unseren Funkabfall aufzufangen und zu entziffern, der seit 1896 mit zunehmender Intensität die Erde verlässt und mittlerweile eine Kugel mit einem Radius von 115 Jahren ausfüllt. Eine Zone, in der mehrere 1000 Sterne beheimatet sind.

Sie könnten aber auch anders taktieren und den umgekehrten Weg beschreiten. Sie könnten ihren künftigen Opfern ebenso gut eine Anleitung zum Bau einer Höllenmaschine zusenden. Im Unterschied zu Carl Sagans friedvollen Außerirdischen in Contact würden diese alles dergestalt arrangieren, dass ihre Apparaturen die vermeintlich primitiven Rassen nicht durch Wurmlöcher in andere Welten entführen. Nein, deren technisches Wunderwerk würde die Heimatwelt der Unglückseligen entweder flugs in die Luft sprengen oder alles Leben dort restlos vernichten. Es wäre ein interstellares trojanisches Pferd, eine perfide List, die im Science-Fiction-Universum schon Anwendung gefunden hat.

Kosmische Büchse der Pandora

Aus der Sicht distinguierter und friedlicher Zivilisationen könnten aber genauso gut wir die Bösen, sprich die kosmischen Barbaren sein. Denn unsere freizügig und freiwillig versandten Daten- sowie Informationspakete, insbesondere der Informationsmüll unserer Gesellschaft, der seit Jahrzehnten in Form von Fernseh-, Radio- und Radarwellen ungeplant in den Kosmos wandert, zeichnen bekanntlich kein rosiges Profil unserer kriegerischen Art. Vor allem sophistische, hoch intellektuelle, allein der Philosophie zugewandte außerirdische Gesellschaften - es mag sie hier und da im Universum geben - könnten unser Funkfeuer und unsere Rasse als höchst beunruhigend erachten.

Das Albtraum-Szenarium ist aber ein anderes: Vielleicht warten vor unserer kosmischen Haustüre wirklich 100 sende- und empfangsbereite sowie sendewillige aggressive Superzivilisationen sehnsüchtig darauf, von einer unterentwickelten Nachbarwelt wie der unsrigen via Funk- oder Lichtsignal kontaktiert zu werden. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit noch so gering ist - bereits ein einziges Signal in die falschen Tentakel oder krabbenartigen Scheren könnte für den Absender im ungünstigsten Fall das Ende bedeuten. Jedes eintreffende Antwortsignal einer aggressiven Gesellschaft könnte eine kosmische Büchse der Pandora in allerschlimmster Ausprägung sein. Wehe dem Erdenmenschen oder Außerirdischen, der sie öffnet!

Quelle : http://www.heise.de/tp/

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Gigantisches Tor zum Radiokosmos
« Antwort #312 am: 07 Juli, 2011, 12:06 »
Das weltweit zweitgrößte vollbewegliche Radioteleskop ist 40 Jahre alt geworden und operiert immer effektiver

Vor 40 Jahren weihten deutsche Ingenieure und Wissenschaftler eines der weltweit leistungsstärksten und modernsten Radioteleskope ihrer Zeit ein. Dank permanenter Wartung, ständigen technischen Modifikationen an den Spiegeln und Empfängern, infolge der Anwendung modernster Elektronik und Digitaltechnik operiert die 100-Meter-Schüssel in Effelsberg effizienter denn je. Von der sukzessiv erhöhten Sensibilität der Anlage profitieren Radioastronomen wie Michael Kramer, der mit der Riesenantenne in der Eifel nicht nur die Richtigkeit der Allgemeinen Relativitätstheorie, sondern auch erstmals in der Geschichte der Astronomie eine Pulsarkarte des Nordhimmels erstellen will.


Es ist wohl ein ungeschriebenes Gesetz, dass sich fast alle Sternstunden der Wissenschafts- und Technikgeschichte fernab der Öffentlichkeit und abseits allen medialen Trubels ereignen - ohne die Anwesenheit neutraler Zeitzeugen oder Chronisten, der das Geschehene minuziös notierten.

Janskys Sternstunde

So nimmt es nicht wunder, dass vor knapp 80 Jahren ebenso wenig ein beflissener Wissenschaftshistoriker oder interessierter Reporter die große Stunde des Karl Guthe Jansky (1905-1950) protokollierte. Damals war keiner war zugegen, als der junge Radioingenieur mithilfe einer antennenähnlichen Konstruktion im Auftrag des Bell-Telefon-Laboratoriums in Holmdel (New Jersey/USA) atmosphärische Störungen und andere Störquellen auf verschiedenen Radiofrequenzen untersuchte.

Kein Toningenieur nahm das regelmäßige Zischen auf, das Jansky ein knappes Jahr später auf einer Wellenlänge von 14,6 Metern über seinen Kopfhörern vernahm. Und keiner Fotograf oder Kameramann verewigte seinen Gesichtsausdruck auf Zelluloid, als dieser das starke Geräusch hörte, das partout nicht von einer irdischen Radiostation stammen konnte.

Nachdem Jansky den Himmel systematisch nach der Quelle des störenden Hintergrundrauschens durchmusterte, fiel es ihm plötzlich wie Schuppen von den Augen: Das mysteriöse Knistern, dessen Intensität sich im Laufe des Tages änderte, musste von entfernten Sternen, womöglich aus dem Zentrum der Milchstraße stammen.

Karl Janskys Apparatur, die äußerlich ein wenig an das "Flugzeug" der Gebrüder Wright erinnert. Bild: NRAO

Was alle Radiopioniere und Rundfunkprofis all die Jahre zuvor glattweg überhört hatten, entging seinen wachen Ohren nicht. Er tauchte mit einem Male in die Welt der Sphärenmusik ein und öffnete dabei zugleich ein neues Fenster zu einer bis dato unbekannten Welt.

Karl Jansky starb überraschend jung; er ist zweifelsfrei der Vater der Radioastronomie. Bild: NRAO

Es sollten aber noch einige Jahre vergehen, bis Janskys Entdeckung eine angemessene Würdigung erfuhr, was primär dem Umstand geschuldet war, dass er seine wissenschaftlichen Ergebnisse nicht in einem astronomischen, sondern in einem technischen Journal veröffentlicht hatte. Überdies stellte Jansky sein Papier am 27. April 1933 in Washington, D. C. bloß einigen auserlesenen Gästen vor. Nur wenige Fachkollegen nahmen von seinem Werk zu diesem Zeitpunkt Kenntnis. Erst zehn Wochen später publizierte der "Nature" seinen legendären Aufsatz Radio Waves from Outside the Solar System, der ihn schlagartig bekannt machte.

Trotzdem zog ihn sein Arbeitgeber kurze Zeit später von allen weiteren Arbeiten auf diesem Feld ab. Man hatte damals Wichtigeres zu tun, als sich mit einer brotlosen Kunst herumzuschlagen, mit der kurzfristig kein Geld zu verdienen war.

"Es gehört wohl zu den Ironien in der Entwicklung der Wissenschaft unseres Jahrhunderts, dass von Janskys Entdeckung fast keine Notiz genommen wurde", kommentierte einer der renommiertesten Astronomen aller Zeiten, Sir Bernhard Lovell, die Posse um Jansky.

Erst der junge amerikanische Radioingenieur Grote Reber (1911-2002) aus Wheaton/Illinois setzte Janskys Arbeit konsequent fort. Er baute 1937 im Garten seiner Eltern das erste "echte" schalenförmige Radioteleskop und führte mit diesem eigene Observationen durch. Der Amateurforscher und Idealist arbeitete als Solist. Alle Kosten, vor allem jene, die im Zuge des Baus der zehn Meter großen selbst konstruierten Schüssel anfielen, übernahm Reber in Eigenregie.

Die erste Radioschüssel der Menschheitsgeschichte, aufgestellt von Grote Reber im elterlichen Garten. Bild: NRAO

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SKA: Mega-Teleskop wird mehr Daten als das Internet erzeugen
« Antwort #313 am: 10 Juli, 2011, 09:11 »
Das von der International Centre for Radio Astronomy Research (ICRAR) entwickelte Square Kilometre Array (SKA)-Radioteleskop welches 2020 fertig gestellt sein wird, wird rund 10.000 Mal leistungsfähiger sein als heutige Teleskope dieser Art. Das internationale Projekt wird aus mehreren Tausend einzelnen Radioteleskopen mit einem Durchmesser von 15 Metern bestehen und der Erforschung von dunkler Materie, schwarzen Löchern und erdähnlichen Planeten dienen. Die dabei anfallenden Datenmengen sind, aus heutiger Sicht, unvorstellbar groß. Das Teleskop wird an einem Tag mehr Daten generieren als heute in einem Jahr erzeugt werden. Die Wissenschaftler nehmen an, dass das interne Netzwerk mehr Daten zu bewältigen haben wird als das heutige Internet. Dafür werden Supercomputer im Exaflops-Bereich notwendig sein die voraussichtlich erst 2018 zur Verfügung stehen. Die Daten werden vom Teleskop-Standort zu Rechenzentren in der ganzen Welt zur Auswertung übertragen werden. Als mögliche Standorte kommen Australien/Neuseeland und Südafrika in Frage.

Quelle : www.gulli.com

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SETI: Radioteleskop dank Spenden wieder aktiv
« Antwort #314 am: 08 August, 2011, 20:50 »
Nach einer längeren Pause können die Aktivisten rund um das SETI-Projekt nun wieder mit der Suche nach Außerirdischen beginnen. Man konnte eine ausreichende Menge an Spendengeldern sammeln, um das Allen Telescope Array wieder in Betrieb nehmen zu können.

Seit dem Start der zugehörigen Spenden-Initiative konnten über 200.000 US-Dollar gesammelt werden. Auf der offiziellen Webseite haben sich die Initiatoren zum aktuellen Stand der Dinge geäußert. Es sei dringlicher als je zuvor, nach außerirdischen Leben Ausschau zu halten. Immerhin entdecke man täglich immer mehr Planeten, die der Erde ähnlich sein sollen.

Das Allen Telescope Array (ATA) nutzt das in den 80er Jahren gegründete SETI-Institut seit einigen Jahren. In der vollen Ausbaustufe soll das Radioteleskop hunderte Radioantennen im Norden von Kalifornien umfassen. ATA wird gemeinsam mit der Universität von Berkeley benutzt.

Als Namensgeber tritt hierbei der Microsoft-Mitbegründer Paul Allen auf. 2001 stimmte Allen zu, einen Teil der Finanzierung dieses Vorhabens übernehmen zu wollen.

Aus Geldnot musste die Reihe großer Teleskope im April außer Betrieb gesetzt werden. Das notwendige Geld für die Unterhaltung der Anlage fehlte damals. Kürzungen im staatlichen Haushalt sorgten für Engpässe bei der Finanzierung, hieß es damals.

Quelle : http://winfuture.de

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