Während die Digitalisierung im Kabel eher schleppend vorangeht, konnte die Zielsetzung „Digitalisierung der Netze bis 2010“ beim digitalen terrestrischen Fernsehen (DVB-T) sogar um zwei Jahre unterschritten werden. Seit dem 25. November 2008 kommt Rundfunk via DVB-T bundesweit digital ins Wohnzimmer. Auch für andere Anwendungen wird die digitale Antenne immer attraktiver. Wer künftig Großveranstaltungen wie Sportevents oder Musikkonzerte besucht, steht mit Fan TV von jedem Platz aus in der ersten Reihe.
Was vor sechs Jahren in Berlin begonnen hatte, mauserte sich innerhalb kurzer Zeit zur echten Erfolgsgeschichte. Die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) spricht sogar vom „historischen DVB-T-Jahr 2008“. Aktuell können über 90 Prozent der deutschen Einwohner ihre Programme via DVB-T empfangen. Die geplanten Sendenetzverdichtungen werden im Laufe dieses Jahres die letzten, wenigen DVB-T-Lücken schließen. Auch das Programmangebot wächst langsam aber kontinuierlich. Branchenexperten gehen nach wie vor davon aus, dass auch die großen Privatsender, die in erster Linie in den Ballungsgebieten vertreten sind, ihre terrestrische Verbreitung auch in anderen Regionen erweitern werden.
Private DVB-T-Pläne Schon jetzt ist das Bouquet der RTL-Gruppe und von Pro Sieben Sat1 zumindest mit der Dachantenne über die Ballungsgebiete hinaus in weiten Teilen Nord- und Südbayerns sowie in Teilen Brandenburgs und Niedersachsens zu empfangen. RTL plant, in absehbarer Zeit in der Region Halle/Leipzig über DVB-T auf Sendung zu gehen. Auch einige weitere Gebiete stehen nach wie vor zur Debatte. „Ja, wir planen eine Ausweitung des DVB-T Engagements. Details kommunizieren wir rechtzeitig“, erklärt Christian Körner, Leitung Kommunikation bei RTL. Im Laufe der letzten Jahre haben darüber hinaus auch weitere Privatsender die Vorzüge der digitalen Antenne für sich entdeckt. Je nach Region sind u. a. die Shoppingsender HSE24, QVC und die Spartenkanäle CNN, Eurosport, Tele5, 9Live, Viva und der christliche Familiensender Bibel TV mit von der Partie.
Letzterer wurde Anfang November auch im Rhein-Main-Gebiet aufgeschaltet und erreicht über die Standorte Feldberg/Taunus, Frankfurt/Fernmeldeturm und Wiesbaden/Hohe Wurzel seitdem sechs Millionen zusätzliche Zuschauer – eine Reichweite, die sich sehen lassen kann. Der Sender kann zudem in den Regionen Hamburg, Leipzig, Saarland und in den Gebieten Kiel/Lübeck, Bremen/Unterweser, Hannover, Braunschweig, Nürnberg und Berlin empfangen werden. Ferner ist weiteres DVB-T-Engagement in allen deutschen Ballungsgebieten angedacht. „Solange in den Ballungsräumen immer noch das analoge Kabel die vorherrschende TV-Verbreitung ist, haben wir kaum eine Chance, hier auf eine größere technische Reichweite zu kommen. DVB-T ist für uns deshalb von besonderer Wichtigkeit“, unterstrich Henning Röhl, Geschäftsführer von Bibel TV im Gespräch mit dem Branchendienst Digitalmagazin. Doch auch mit dem kompletten Abschluss der Digitalisierung ist noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Es bleibt auch weiterhin spannend: Neue Produkte, Anwendungsmöglichkeiten und Geschäftsmodelle stehen bereits in den Startlöchern.
Quelle :
www.infosat.de