Autor Thema: Gier ohne Grenzen  (Gelesen 6314 mal)

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Offline kater

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Re: Gier ohne Grenzen
« Antwort #15 am: 19 August, 2007, 17:18 »
Zitat
Aber der Unterschied zur "DDR" ist halt, wir haben diese uns REGIERENDEN mit diesen Entscheidungen in Mehrheit gewählt, also sind wir wohl selbst schuld
nee lucky, haben wir ebend nicht. Ich bin 100% kein Ostalgiker aber ein denkender Mensch. Du hast ebend nicht die WAHL. Du kannst ebend wählen was du willst, im Endeffekt kommt die Politik ob schwarz, rosa, grün, gelb oder rot nicht an der Macht der Industrie vorbei und die bestimmt wo es langgeht. Du hast bestenfalls die Wahl gehste wählen oder nicht. Und das das Demokratie sein soll, da lachen doch die Hühner.
Wenn ich manchmal den Ossie anklingen lasse ist das, zumindestens bei mir, keine Verklärung, sondern Ausdruck dafür, daß ich in meinem Leben eine Enttäuschung reicher bin. Und das es DIE Gesellschaftsordnung nicht gibt, auch wenn uns das immer wieder eingeredet werden soll. Und freie Meinungsäuserung, wen interessiert deine Meinung. Auser du sagst, daß dein Cheff ein Trottel ist, dann ist es damit auch vorbei.
Und wenn ich bei Jürgen als geborenen Demokraten so manchmal die Verbitterung raushöre fühle ich mich in meiner Meinung bestärkt. Also machen wir das beste draus.
kater
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Offline lucky

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Re: Gier ohne Grenzen
« Antwort #16 am: 19 August, 2007, 18:03 »
@kater,
mir hat mal ein guter Freund aus dem Westen in den endsiebziger Jahren gesagt, die Demokratie wäre auch nicht so toll... Das hab ich damals im Osten nicht verstanden, als jemand der sich wünschte endlich mal frei seine Stimme bei einer geheimen Wahl abzugeben. Er, aus dem Westen, wünschte sich eine Demokratur, ähnlich wie in Singapur. Nun ist so ein Stadtstaat sicher leichter in so einer Form auch zum Wohle der Bevölkerung auszurichten. Ich möchte auch diese Regularien nicht nach meinem heutigen Kenntnisstand hier übertragen wissen.

OK, die Wahl haben wir schon, nur ist das Volk wohl nicht aufgeklärt genug, zu manipuliert.
Wir lassen uns doch sicher viel zu viel Konsum einreden, für den wir dann immer mehr rennen müssen, um ihn bezahlen zu können. Und weil der das hat, brauch ich das auch.

Verweigerung und NICHT Wählen kann doch keine Lösung sein, jedenfalls sollte man dann nicht noch meckern über die Verhältnisse. Natürlich weiß ich auch, dass Deine oder meine Stimme keinen Ausschlag geben. Nur weil zu viele so denken ändert sich ja auch nix, oder?
Wahltag ist Zahltag, auch das hör ich bei Jürgen oft heraus.

Vielfalt ist mir lieber als Einfalt, wer die Wahl hat, hat die Qual - da lass ich mich gerne quälen. Auch ich brauche keine 75 Sorten Schokolade, aber ich wähle lieber aus denen, als nur aus 5.

Ich denke schon, wir haben es als Volk und auch als Einzelner in der Hand unser Leben zu gestalten.

"Es gibt nichts Gutes, außer man tut es."
Erich Kästner

lucky

Edit:   War wieder ein netter Wochenend Diskurs mit Euch

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Offline Judgeman

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Re: Gier ohne Grenzen
« Antwort #17 am: 19 August, 2007, 18:08 »
Ohne jetzt 15 Zitate aufzuführen -- Jungs, Ihr habt ja sooo was von Recht.

Am Schlimmsten trifft mich die Ohnmacht, nichts dagegen unternehmen zu können.
Meine derzeitige Lektüre "Der Deutschland Clan" von Jürgen Roth hebt meine Stimmung auch nicht gerade.

Was kam heute im Radio? SPD und Union wollen Parteien mehr Geld geben, jährlich 20 Millionen mehr?

Ich glaub, mein Badetuch langt nicht mehr um den Hals!!!!!!!!


Judgeman



Ja,ja, konnte mir eigentlich denken, dass das mit den Parteien schon im Forum war, aber hab halt von oben angefangen zu lesen...
« Letzte Änderung: 19 August, 2007, 19:24 von Judgeman »
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Offline berti

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Re: Gier ohne Grenzen
« Antwort #18 am: 19 August, 2007, 18:38 »
am anfang mal zwei quotes:

Am Schlimmsten trifft mich die Ohnmacht, nichts dagegen unternehmen zu können.

(...) Verweigerung und NICHT Wählen kann doch keine Lösung sein, (...)
Ganz im gegenteil, mit stillschweigen und nichtwählen machst du das nur noch schlimmer. Die einzige alternative ist,
sich AKTIV einzumischen, denn noch kannst du deine meinung öffentlich sagen.
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Offline Jürgen

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Re: Gier ohne Grenzen
« Antwort #19 am: 19 August, 2007, 19:24 »
...und noch ist es möglich, selbst politisch aktiv zu werden, ohne gegenüber irgendjemandem dafür Rechenschaft ablegen zu müssen.

Allerdings ist's um die so geliebte Demokratie nicht allzu gut bestellt, wenn sich nach Wahlen meist die Verlierer zusammenrotten und Koalitionen bilden, die noch kurz vor der Wahl wider besseres Wissen als niemals beabsichtigt erklärt wurden.
Á la 'Niemand hat es vor eine Mauer zu errichten'...
Dem Wählerwillen entspricht das oft keineswegs.

Und somit tut sich die Frage auf, ob es nicht einen Weg geben sollte, eine Regierung (oder Koalition) direkt zu wählen, oder zumindest Einen direkt mit der Bildung zu beauftragen. So kann man die Bildung einer Nationalen Front am besten verhindern, hoffe ich, auch in Verbindung mit einem möglichen Mehrstimmen-Wahlrecht.

Auf gar keinen Fall möchte ich jetzt aber erleben, dass sich hier die Leute gedrängt fühlen könnten, ihre eigenen politischen Aktivitäten zu outen.
Derlei ist (zumindest anfangs) rein persönlich und hat hier grundsätzlich als streng vertraulich zu gelten.
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Re: Gier ohne Grenzen
« Antwort #20 am: 19 August, 2007, 19:25 »
Zitat
denn noch kannst du deine meinung öffentlich sagen
wie ich schon sagte, wen interessierts, auser du stellst dich mit 'ner Granate in der Hand vor den Bundestag. Aktiv einmischen. Mit einem Leserbrief, einem Bürgerbegehren, ner Demo, dem "unterwandern" einer etablierten Partei mit dem Ziel alles besser zu machen oder einer Parteineugründung, oder etwa mit ner Knarre?
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Re: Gier ohne Grenzen
« Antwort #21 am: 19 August, 2007, 19:27 »
Hast die Lichterkette vergessen... >:(

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Offline Jürgen

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Re: Gier ohne Grenzen
« Antwort #22 am: 19 August, 2007, 19:34 »
U. a. auch von innen aushöhlen, sicher.
Aber keinesfalls schon im Ortsverein oder in einer Jugendorganisation korrumpieren lassen, dem Aufstieg zuliebe...  >:(

Und sowieso auch im Kleinen seinen geringen Einfluss als Multiplikator nie unterschätzen.
Es kann schon helfen, irgendeinen Zweifler doch wieder zur Teilnahme an der nächsten Wahl zu bewegen, auch indem man ihm die Angst vor einer 'falschen' Entscheidung nimmt.

Das ist unser aller verdammtes Recht, bislang noch...
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Offline ionti

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Re: Gier ohne Grenzen
« Antwort #23 am: 19 August, 2007, 23:07 »
Zitat
Auch wenn es sich nach Staatsbürgerkunde anhört, die Erkenntnisse von Marx und Engels wurden an Westunis nicht umsonst gelehrt, denn sie sind im Kern richtig.

stimme ich im Prinzip zu.(Marx: "Über Sieg oder Untergang einer Gesellschaftsordnung entscheidet letztendlich die Arbeitsproduktivität" ist 1989ff. doch voll bestätigt worden)

..Aaber...was mich schon zu DDR-Zeiten am "wissenschaftlichen" Marxismus gestört hat:
wenn das wissenschaftlich ist, muss es in der Sprache der Mathematik auszudrücken sein. Wo sind die Formeln und
Zahlenkolonnen? Es gibt keine. Marx selber hat meines Wissens versucht, das Wertgesetz in Formeln zu giessen, es ist ihm nicht gelungen.
Der mathematische Apparat fehlte wahrscheinlich. Heute hat man modernere Mathe (z.B. Chaostheorie, Spieltheorie) und
vor allem eine riesige Rechnerkapazität (siehe SETI-Projekt u.ä.). Trotzdem ist noch keiner auf die Idee gekommen, ein mathematisches Modell der Gesellschaft mit wenigen Grundformeln aufzustellen, die einfach keiner anzweifeln kann. So etwas wie die Maxwellschen Gleichungen eben.
Wenige grundlegende Formeln, der Rest ist Ingenieurkunst und schon kann man PW glotzen(grins).
Keinem Politiker würde es einfallen, diese Gleichungen (die Maxwellschen) anzuzweifeln oder dem Wahlvolk etwas anders zu
erzählen. So müsste es auch mit diesen "Gesellschaftsformeln" sein. Diese Gleichungen so abgeleitet, dass alle Probleme
komplex und zufriedenstellend gelöst werden können.
OK...War nur so ne Idee von mir...

Zitat
Warum müssen wir denn in der EU den Wohlstand in Portugal bis Rumänien mit erarbeiten?

Wohlstand? welcher Wohlstand? in Rumänien? wohl wieder nur für wenige!
Es ist doch so, dass die Ostblockländer für den Kapitalism...Verzeihung, die Marktwirtschaft zugerichtet wurden, um sie besser aussaugen zu können.
Nicht "die"(auch die Länder des Südens) leben auf unsere Kosten, sondern die Industrieländer leben auf ihre Kosten.
Man nennt es auch Neokolonialismus.

Zitat
Und das es DIE Gesellschaftsordnung nicht gibt, auch wenn uns das immer wieder eingeredet werden soll.

Allerdings hat es schon Alternativen gegeben. Von dem vergeigten Sozialismusversuch nach 1917 will ich gar nicht reden,
das ist untergegangen, weil es u.a. auch nur auf hierarchischen Strukturen aufgebaut war. Oder wie meine Oma immmer sagte:
"Fett schwimmt immer oben".
Nein, ich denke bei "Alternativen" (in Bezug auf die Form der Herrschaft) an die akephalen (geiles Wort akephal= ohneKopf= herrschaftslos) Gesellschaften des vorkolonialen Afrika.
Und vor allem an den Irokesenstaat (Irokesenbund) der sehr lange Zeit ohne grossen Machtstrukturen funktionierte. Einiges davon hat sogar Eingang in die amerikanische Verfassung gefunden.
Ne ideale Gesellschaft wird es vielleicht nicht geben, aber man muss es doch irgendwie versuchen auch wenn es sehr mühsam (Erich Mühsam?) sein wird, aber so wie es jetzt ist kann es nicht mehr lange weitergehen.
Solche Finanzzusammenbrüche s.o. wird es in diesem Krisensystem immer wieder geben, im Durchschnitt alle 8-10 Jahre mit allen negativen Folgen für die kleinen Leute.

Zitat
Es kann schon helfen, irgendeinen Zweifler doch wieder zur Teilnahme an der nächsten Wahl zu bewegen.

Wahlen ändern leider nichts, sonst wären sie verboten.
Es ist tatsächlich so, dass egal wer drankommt, immer dieselbe Art von Politik gemacht wird von Nuancen abgesehen.
Man könnte sich Wahlen und Politiker sparen und gleich Dieter Hundt (der beste Freund des Menschen), oder wer auch immer jetzt "Arbeitgeberpräsident" ist zum König (Kaiser, Zar, GrosserBruder) von Deutschland ausrufen.

Offline SiLæncer

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Profit ohne Moral
« Antwort #24 am: 23 August, 2007, 15:31 »
Es ist der Sommer der Affären und Krisen - Siemens, IKB, SachsenLB. Die Häufung ist kein Zufall, sie ist systembedingt: Der Druck, Erfolge zu produzieren, veranlasst die Manager, immer höhere Risiken einzugehen.

Was ist los in der (deutschen) Unternehmenswelt? Haben wir es nur noch mit einer Horde von Zockern und Halbkriminellen in den Führungsgremien zu tun?

Beim einstmals langweiligen Siemens-Konzern tauchen immer neue schwarze Kassen auf, die Bestechungssummen erreichen inzwischen schwindelerregende Höhen. Mit der SachsenLB hat sich nun, nach der Mittelstandsbank IKB, das zweite deutsche Geldhaus bei der Hypothekenfinanzierung verhoben. Vorher schon hat es, nach fehlgeschlagenen Spekulationen mit Aktien, bei der WestLB mächtig gekracht.

Hier die Korruptionsaffäre, dort gerade noch mal abgewendete Bankencrashs - beide Ereignisse haben auf den ersten Blick nichts miteinander gemein. Solche Unfälle sind nun mal, könnte man meinen, unvermeidlich im realen Wirtschaftsleben, das schließlich von Menschen mit all ihren Defiziten gestaltet wird.

Doch das ist zu kurz gesprungen. Es drängt sich Verbindendes auf: Die Siemens-Affäre wie die Beinahe-Crashs in der Bankenszene erscheinen als Indiz für eine zunehmende Verrohung der Sitten im Geschäftsleben; für eine wachsende Neigung im Management, unternehmerische Ergebnisse mit Mitteln zu erzielen, die jenseits bisher allgemein akzeptierter Standards liegen.

Performance um jeden Preis

Performance heißt das neudeutsche Schlüsselwort - Performance muss gezeigt werden, um beinahe jeden Preis. Entscheidend ist nur noch das Ziel, eine immer bessere Rendite, nicht mehr der Weg dorthin.

Was wir in diesem Sommer verschreckt registrieren, ist das Resultat einer Radikalisierung in der Unternehmenswelt. Der Wettbewerb um die guten Plätze - zwischen den Unternehmen und innerhalb der Unternehmen - hat kriegerische Ausmaße erreicht, und im Krieg gibt es bekanntermaßen nur Sieger und Verlierer.

Moral und Ethik sind Themen für feierliche Symposien. Im geschäftlichen Alltag gewinnt der, der vor nichts zurückschreckt, auch nicht vor dem höchsten Risiko und der ultimativen Grenzüberschreitung. Die Kollegen beim Wettbewerber handeln ja nicht anders. Wer in diesem Kampf nicht mithält, der hat schnell ein Problem - je nach seiner Position im Unternehmen gegenüber dem Vorgesetzten, gegenüber dem Vorstand oder, bei denen ganz oben, gegenüber den Analysten, der Börse, den Medien.

Zunächst zur Finanzkrise. Es macht einen fassungslos, wenn man erfährt, dass milliardenschwere Kredite aus den Bankbilanzen herausgenommen und in Gesellschaften mit so blumigen Titeln wie "Rhineland Funding Global Corporation" oder "Ormond Quay" versteckt werden. (Eine Frage, nur nebenbei: Wussten eigentlich die Wirtschaftsprüfer und die Bankenaufsicht nichts von diesen Ablegern?)

Kontrollen werden immer schwieriger

Seit Jahren verfolgen wir schon mit Staunen, mit welcher Kreativität die Finanzingenieure immer neue Instrumente basteln. Viele dieser Schöpfungen sind durchaus hilfreich, um Risiken breiter zu streuen. Aber offenkundig ist das globale Finanzsystem durch den Erfindungsreichtum nicht sicherer geworden: Die neuen Methoden erschweren die Kontrolle; und vor allem: Sie haben die Akteure zu immer waghalsigeren Engagements verleitet.

Anstand und Spielregeln gibt es in diesen Kreisen nicht mehr. Keiner bezweifelt, was in der Frankfurter Bankenszene kolportiert wird und worüber die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" dieser Tage berichtet hat: Dass die Deutsche Bank, gesteuert von ihren Londoner Investmentbankern, erst das zweifelhafte Kreditportefeuille an die IKB verkauft und treuhändisch verwaltet habe, alsdann die Kreditlinie gesperrt sowie die Finanzaufsicht informiert habe und schließlich als eine der Ersten "zu Ramschpreisen" zugriff.

Kreditausfälle und Bankenzusammenbrüche haben die Wirtschaftswelt immer schon in regelmäßigen Abständen erschüttert, sie gehören zum kapitalistischen System.

Was es in dieser Dimension bisher nicht gab, und was die aktuelle Finanzkrise so bedrohlich erscheinen lässt, das ist nicht nur die immer engere Verflechtung und die Undurchschaubarkeit der globalen Geldindustrie. Das sind vor allem die Spieler, die sich dort tummeln: Getriebene, ohne jedwede Skrupel; Zeitgenossen, für die nur die Erfolgszahlen von Belang sind.

Wettbewerbsdruck hat zugenommen

Nun zur Siemens-Korruptionsaffäre. Die Menschen, die bei den Münchnern Kraftwerke oder Telefonnetze verkaufen, sind sicher ein anderer Typus als jene, die ihr Geld bei Goldman Sachs oder dem Investmentableger der Credit Suisse verdienen. Am Landgericht Darmstadt waren jetzt zwei dieser Siemens-Herren zu besichtigen, die wegen Beihilfe zur Bestechung verurteilt wurden: bieder-deutsch, nichts Verruchtes, eher der Typus des soliden Oberstudienrats aus der Provinz.

Helle Empörung allerorten über deren und ihrer Kollegen Tun. Zu Recht. Aber: Was treibt solche Menschen von nebenan dazu, alle internen Vorschriften zu ignorieren, schwarze Kassen anzulegen und mittels Scheinrechnungen Millionen an Schmiergeldern zu überweisen?

Hier kommt wieder das Zauberwörtchen Performance ins Spiel. Aufträge müssen reingeholt werden, hochprofitable Aufträge, um die Renditevorgaben der Konzernspitze zu erfüllen. Was zählt, ist allein der Erfolg, die Mittel interessieren nicht. Und die Herren im Vorstand haben im Zweifel weggeschaut: Die Drecksarbeit sollen andere erledigen.

Was also lernen wir, vielleicht, in diesem Sommer der Affären und Krisen? Digitalisierung, Globalisierung und die Eigendynamik der Finanzmärkte treiben die Menschen in den Unternehmen mit immer höherem Tempo voran: speed, speed, speed. Der Druck steigt kontinuierlich. Wer Erfolg haben will, muss immer mehr wagen - und zuweilen riskiert er mehr als erlaubt oder vernünftig ist.

"Zwischen Profit und Moral"

Dabei ist es ja nicht einmal immer nur die nackte Gier der Gordon Gekkos, die die Unternehmenswelt in Krisen und Skandale stürzt. Natürlich, die Investmentbanker jagen zunächst einmal hinter ihren millionenschweren Bonuszahlungen her; und manch einer der Siemens-Leute soll ja der Versuchung nicht widerstanden haben, sich ein wenig selbst aus der schwarzen Kasse zu bedienen. Aber häufig geht es bei den riskanten bis kriminellen Geschäften vor allem darum, die hohen Erfolgsvorgaben zu erfüllen, wer auch immer sie setzt.

In einem kleinen, lesenswerten Buch mit dem Titel "Zwischen Profit und Moral" aus dem Jahr 2003 hat der damalige Siemens-Chef Heinrich von Pierer einen Aufsatz geschrieben, in dem der Satz zu lesen ist: "Leider ist in der öffentlichen Wahrnehmung der Eindruck entstanden, die auf Shareholder-Value getrimmte Welt der Manager führe zum Verlust tradierter Werte." Das bezog sich damals hauptsächlich auf Fälle von Bilanzfälschungen wie Enron und Worldcom. Heute, vier Jahre später, müssen wir leider konstatieren, dass der Eindruck von damals so falsch wohl nicht war; dass es vielleicht doch so etwas wie eine "systembedingte breite moralische 'Erosion'" gibt, die von Pierer damals bestritt.

An dieser Entwicklung sind viele beteiligt. Jene, beispielsweise, die dafür sorgen, dass an den Börsen nur noch in kurzen zeitlichen Dimensionen gedacht und gehandelt wird, dass kleine Misserfolge dort sofort gnadenlos mit Kursverfall abgestraft werden. Auch wir von den Medien, wenn wir die Erfolgreichen des Wirtschaftslebens zu Superstars aufbauen und wenn wir, umgekehrt, aus einem gut erklärbaren, nachvollziehbaren Ergebnisrückgang gleich einen "Gewinneinbruch" machen.

Noch einmal, zum Schluss, der ehrenwerte Heinrich von Pierer: "'Restoring trust', also die Wiederherstellung des Vertrauens in ein Wirtschaftssystem, dessen Spielregeln akzeptiert und eingehalten werden, ist das Gebot der Stunde", schrieb der Siemens-Mann 2003 in seinem Aufsatz. Wo er Recht hat, hat er Recht. Leider auch noch 2007.

Quelle : www.spiegel.de

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Goldman-Banker verkauften nach Staatshilfe massenhaft eigene Aktien
« Antwort #25 am: 14 Juli, 2009, 13:04 »
Washington half den Banken, die Banker nutzten die Gelegenheit und machten Kasse: Manager des Geldhauses Goldman Sachs haben nach Auszahlung der Hilfsmilliarden für die US-Finanzindustrie massiv eigene Aktien auf den Markt geworfen. Der Gesamterlös: rund 700 Millionen Dollar.

Hamburg - Vor wenigen Monaten noch drohte ihnen eine Katastrophe, doch schon jetzt hoffen Investmentbanker wieder auf satte Gewinne. Am Dienstagnachmittag präsentiert Goldman Sachs Geschäftszahlen für das zweite Quartal - und aller Voraussicht nach wird das Bankhaus wieder glänzende Geschäfte vermelden.

Doch pünktlich zum Berichtstermin stehen die New Yorker Banker wieder am Pranger: Nach Informationen der "Financial Times" (FT) haben Goldman-Führungskräfte rund 700 Millionen Dollar mit Aktienverkäufen verdient, während die Bank kurz zuvor nur dank Staatshilfen vor dem Zusammenbruch gerettet wurde. Das gehe aus Mitteilungen an die US-Börsenaufsicht SEC hervor, schreibt die Zeitung.

Die Aktiendeals könnten Folgen haben. Nach Auffassung der "FT" würden die ungewöhnlichen Verkaufsaktivitäten zu Unmut bei US-Regierung und Kongressabgeordneten führen.

Dem Bericht zufolge geht es um Verkäufe von Goldman-Aktien nach dem Zusammenbruch des Konkurrenten Lehman Brothers im September des vergangenen Jahres. Damals habe die Bank von rund zehn Milliarden Dollar Staatshilfe profitiert. Gleichzeitig verkauften Goldman-Manager nach Informationen der "FT" Aktien im großen Stil. In einer vergleichbaren Periode von September 2007 bis April 2008 war das Verkaufsvolumen dagegen wesentlich geringer: Nach Angaben der Zeitung veräußerten Führungskräfte damals lediglich Aktien im Wert von 438 Millionen Dollar. Dabei habe der Aktienkurs weit höher gelegen.

Das Finanzinstitut lehnte eine Stellungnahme zu den Verkäufen ab. Ein Sprecher habe lediglich darauf hingewiesen, es sei üblich, dass führende Mitarbeiter von Goldman zum Teil mit Aktien entlohnt würden. Sie würden die Anteile verkaufen, um ihre Anlagen breiter zu streuen und Risiken zu mindern.

In den vergangenen Wochen hatte es außerdem immer wieder Gerüchte über hohe Bonuszahlungen der Bank gegeben - die von Goldman Sachs allerdings energisch dementiert wurden. Die Zahlungen sind in der Finanzbranche inzwischen umstritten. Der G-20-Gipfel im April hatte eine Beschränkung der Millionenanreize beschlossen. Schwindelerregende Ausschüttungen gelten als einer der Gründe dafür, dass Banker in den vergangenen Jahren extrem riskante Geschäfte tätigten - und so die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise auslösten.

Dennoch sind die Finanzkonzerne offenbar zu keiner Kurskorrektur bereit. Die Banken wollen sich Beschränkungen entledigen, die mit der Annahme der Gelder aus dem Bankenrettungsfonds TARP einhergehen - etwa die Begrenzung bei der Zahlung von Managerboni.

Um den staatlichen Kontrollen und strikteren Auflagen zu entgehen, hat die US-Geldindustrie bereits im Juni gewährte Staatshilfen in großem Umfang zurückgezahlt. Allein die Bank JP Morgan Chase erstattete nach eigenen Angaben 25 Milliarden Dollar zurück. Morgan Stanley und Goldman Sachs überwiesen jeweils zehn Milliarden Dollar, US Bancorp 6,6 Milliarden, American Express 3,39 Milliarden und die BB&T Corporation 3,1 Milliarden Dollar.

Quelle : www.spiegel.de

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Zehn Jahre Dotcom-Bust: Als die Blase platzte
« Antwort #26 am: 10 März, 2010, 19:47 »
Nasdaq 5133 Punkte, Nemax 9666 Punkte – an einem Freitag im März heute vor zehn Jahren erreichte die Dotcom-Blase ihre maximale Ausdehnung. Hunderte von Firmen, die auf dem Papier Milliarden "wert" waren, obwohl ihre Inhaber "schwarze Zahlen" nur vom Hörensagen kannten, sonnten sich in der Gunst der Anleger. Jeder wollte mit dem Pürzel in den Talerseen schwimmen wie weiland Dagobert Duck. Die Börsenindizes hatten sich in zwei Jahren verzehnfacht, ein Ende der Rallye wollte niemand sehen. Am Montag nach dem Gipfelsturm entwich die heiße Luft, der große Ausverkauf begann. Was übrig blieb, wer überlebte, backte fortan kleine Brötchen im Web 1.0.

Vor zehn Jahren endete die Kunst, mit großem Blafasel über Geschäftsmodelle im Internet den Anlegern das große Geld für "Startups" aus der Tasche zu ziehen. Eine Woche nach dem Allzeithoch zum Börsenschluss am Freitag, 10. März 2000, befanden sich die Kurse vieler Dotcoms im freien Fall. Noch im Dezember 1999 hatte ein Investor "Business.com" für 8 Millionen US-Dollar gekauft. Der Business-"Plan": den Namen bis Ende März für 30 Millionen zu verscherbeln.

Junge Unternehmen, die das für unermesslich gehaltene wirtschaftliche Potenzial des Internets mit scheinbar soliden Plänen ausschöpfen wollten, konnten sich nicht mehr halten. Nach anderthalb Jahren mussten die britisch/schwedischen Newcomer von Boo.com ihren gar Plan begraben, Mode über das Internet zu verkaufen. In nur sechs Monaten hatte dieser "Nicht-Laden" (so die Eigenwerbung) 188 Millionen US-Dollar verbraten. Etliche der verschwendeten Taler kamen von der Deutschen Post, die das Mode-Versandhaus der Welt werden wollte.

300 Millionen US-Dollar "verschwanden" mit Pets.com, dem Versuch, Tierfutter über das Internet zu verkaufen. Noch zum Super-Bowl des Jahres 2000 gab die Firma 1,2 Millionen US-Dollar für eine wenige Sekunden dauernde Werbung aus und schaffte als letzte der Dotcom-Gründungen den Börsengang im Februar 2000. Im November 2000 dann das Aus, als einem Werbebudget von etwa 12 Millionen US-Dollar Einnahmen von 619.000 US-Dollar gegenüberstanden. Ähnlich erwischte es Webvan beim Versuch, Obst und Gemüse über das Netz zu vertickern. Zu den spektakulären US-Pleiten gehörten noch Govworks mit 160 Millionen Dollar Schmelzkapital und der Absicht, Parkscheine via Internet auszugeben sowie Flooz, das "Internet-Geld".

In Deutschland ist die Dotcom-Blase ganz wesentlich mit der T-Aktie verbunden. Zwar startete der Börsengang der deutschen Telekom mit der "Volksaktie" bereits im Jahre 1996, doch der Verkauf von 200 Millionen T-Aktien im Jahr 2000 stand ganz im Lichte der wilden Dotcom-Phantasien: vor zehn Jahren notierte die T-Aktie mit 100 Euro. Deutsche Anleger glaubten, mit der T-Aktie sehr reich werden zu können und verkauften das aufgeblasene Papier viel zu spät: vom deutschen Dotcom-Boom profitierte der Staat, der anno 2000 an der Börse 13 Milliarden Euro einnahm. Heute notiert das Papier unter zehn Euro.

Insgesamt wechselten über die Startup-Firmen des Nemax 200 Milliarden Euro den Besitzer oder "lösten sich in Luft auf", wie dieser Vorgang von staunenden Wirtschaftsjournalisten gerne beschrieben wird. Die deutschen Dotcom-Pleiten waren vielleicht nicht so spektakulär wie die amerikanischen, dafür erwischte es die deutsche Wirtschaft gründlicher. Zu den Stars unter den Pleitiers gehörten Firmen wie Brokat, Gigabell oder Infomatec – letztere mit einem satten Konkursbetrug, der Rechtsgeschichte schrieb.

Im Vergleich zu den USA wurde die deutsche Dotcom-Blase stark von kriminell agierenden Unternehmern geprägt, wie der Fall Biodata ("Weltmarktführer") zeigte, das zwar einen hauptberuflichen Philosophen für angewandte Lebensführung beschäftigte, aber ganz unethisch Code klaute und ebenfalls die Gerichte beschäftigte, wie auch die Dotcom-Starfirma Comroad. Zur Pflichtlektüre in diesen Zeiten gehörte das legendäre Fuckedcompany.com, das tägliche Wasserstandsmeldungen aus den Sümpfen der US-New-Economy lieferte. Für deutsche Startups leisteten wachsame Sentinels bei der inzwischen umfirmierten Berliner Hausfrauengründung Dotcomtod einfühlsame Sterbebegleitung.

Natürlich gab es auch Firmen, die die turbulente Zeit überlebten, wenn auch selten als eigenständiger Betrieb. Erwähnenswert die Firma Consors, gestartet als "Turnschuh-Banker" aus Nürnberg mit dem Slogan "Die Schnellen schlagen die Langsamen". Ehemalige Dotcom-Stars wie Pixelpark haben sich über die Jahre einigermaßen berappelt, andere wie ID Media ereilte die Insolvenz erst spät. Zu den Überlebenden darf auch Intershop gezählt werden, die Jenaer Firma, die mit einem ständigen Strom von Krisenmeldungen der Liebling von heise online geworden ist. Man gönnt sich ja sonst nix.

Quelle : www.heise.de

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Gegen mehr als 280 Banken in Deutschland hat das Bundeskartellamt  Ermittlungen wegen Verdachts auf Wettbewerbsbeschränkung, verbotener Diskriminierung und Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung eingeleitet.

Geprüft wird, ob die Banken bei Bargeldabhebung an fremden Geldautomaten überhöhte Gebühren von den Kunden oder anderen Banken verlangen. "Dem Bundeskartellamt liegen Beschwerden von Personen und Kreditinstituten über die Höhe der Entgelte vor", sagte ein Kartellamtssprecher der Wirtschaftszeitung Euro am Sonntag für die heute erscheinende Ausgabe. "Diese Beschwerden werden geprüft." Die Beschlussabteilung habe zur Aufklärung des Sachverhalts Fragebögen an mehr als 280 Institute verschickt, so der Sprecher.

Die Ermittlungen betreffen sowohl bundesweit als auch regional tätige Banken und private Institute ebenso wie Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Bis Ende März solle entschieden werden, ob ein formelles Verfahren eingeleitet wird. Das Thema ist auch Gegenstand eines Spitzengesprächs, zu dem der Verbraucherschutzausschuss des Bundestags am 17. März Bankenrepräsentanten nach Berlin geladen hat. Michael Goldmann (FDP), Vorsitzender des Ausschusses, schloss gegenüber der Zeitung eine gesetzliche Regulierung nicht aus: "Ich will nicht gleich die Gesetzeskeule schwingen. Fakt ist aber, dass im Interesse der Verbraucher schnell gehandelt werden muss."

Quelle : www.heise.de

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SEC ermittelt gegen Goldman Sachs
« Antwort #28 am: 17 April, 2010, 16:10 »
Die Investmentbank soll in großem Stil Anleger hinters Licht geführt haben

Wie gestern bekannt wurde, wirft die US-Börsenaufsicht SEC der Investmentbank Goldman Sachs vor, absichtlich Anleger betrogen zu haben. Danach pries das Bankhaus im Jahr vor dem Ausbruch der Finanzkrise Abacus 2007-AC1 benannte hypothekengedeckte Anleihen, so genannte CDOs an, verschleierte aber dabei, dass es mit dem Hedgefonds-Manager John Paulson zusammenarbeitete – einem Mann, die auf ein "Wipeout-Szenario" wettete und die undurchschaubaren Anlagen auf entsprechend wertloser Grundlage zusammenstellte.

Paulsons Rechnung ging auf und die Papiere verloren binnen neun Monaten 99 Prozent ihres Werts. Bei den Machenschaften entstand den Anlegern angeblich ein Schaden von über einer Milliarde Dollar, der zum allergrößten Teil in die Taschen des Hedgefonds-Managers floss. Unter den Opfern befand sich auch die deutsche IKB, die dabei unbestätigte 150 Millionen Dollar verloren haben soll. Bei Goldman Sachs bestreitet man die Vorwürfe, will sich aber nicht zu Details äußern.

Der Obama-Administration und der Demokratischen Partei kommt die 22seitige Klageschrift, die das Geschäftsgebaren, das in die Finanzkrise führte, noch einmal eindringlich vor Augen führt, zum jetzigen Zeitpunkt nicht ungelegen. Beide wollen nämlich nach der verabschiedeten Gesundheits- auch die versprochene Finanzmarktreform angehen, wogegen sich nicht nur Banken, sondern auch Republikaner sträuben. Letztere zeigten sich aber auch nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe unbeeindruckt und wollen weiter geschlossen gegen die so genannte Dodd Bill stimmen.

Quelle : http://www.heise.de/tp/

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Showdown für Investmentbanken und Hedge Fonds
« Antwort #29 am: 21 April, 2010, 13:12 »
Die Klage der SEC gegen Goldman Sachs dürfte eine Welle an Schadenersatzklagen auslösen und könnte dafür sorgen, dass sich der US-Kongress zu harten Regulierungsmaßnahmen durchringt

Der Wall Street stehen entscheidende Tage bevor. Denn diese Woche beginnen auch die Kongress-Anhörungen zum so genannten Valukas-Report zur Lehman-Pleite, mit dem die Demokraten eine härtere Regulierung der Finanzmärkte durchsetzen wollen. Insofern verwundert nicht, dass die US-Börsenaufsicht SEC gerade letzten Freitag überraschend die größte und mächtigste Investmentbank Goldman Sachs unter  Anklage gestellt hat. Denn trotz der gewaltigen Summen, die die Wall-Street-Lobbyisten zuletzt eingesetzt hatten, um unangenehme Regulierungen zu unterbinden oder zu verwässern, scheinen viele Demokraten noch immer einen gesetzlichen Paukenschlag setzen zu wollen, der an die scharfen Finanzmarktregulierungen nach dem Crash von 1929 herankommt.

Und während sich Staatsdiener von Finanzminister Geithner und Notenbankchef Bernanke abwärts nun unangenehme Fragen gefallen lassen müssen, droht Investmentbanken wie Goldman nichts weniger als eine massive Beschränkung ihrer hauptsächlichen Profitquellen im Eigenhandel und im Derivativgeschäft.

Die traditionell Finanzmarkt freundlichen Republikaner, die jede demokratische Gesetzesinitiative niederstimmen, konnten schon im Board der SEC nicht verhindern, dass Goldman unter Anklage gestellt wird und wurden von der demokratischen Mehrheit mit drei zu zwei überstimmt. Und was da in der Anklageschrift und im Valukas-Report (Was führte zur Lehman-Pleite?) an pikanten Details herauskam, scheint nun auch einige Republikaner zu einem Umdenken in Hinsicht auf die "Selbstregulierung" der Märkte veranlasst zu haben, zumindest beobachten das Bloomberg TV und CNBC.

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Quelle : http://www.heise.de/tp/

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