Die Firma Arasor International hat zusammen mit dem US-Unternehmen Novalux einen Laser-Fernseher vorgestellt. Bei dem Prototypen handelt es sich um ein 50-zölliges DLP-Rückprojektions-TV von Mitsubishi, das das japanische Unternehmen bereits im April ausgewählten Kunden präsentiert hatte. Die in Mountain View (Kalifornien) beheimatete Arasor International mit Niederlassungen in China, Japan und demnächst Australien stellt optische Komponenten für Telekommunikationsnetze und eben Fernsehgeräte her. Die gleich nebenan in Sunnyvale ansässige Novalux Inc. steuert die Laser-Dioden bei.
Die aus InGaAs gefertigten Novalux-Dioden senden infrarotes Licht aus, dessen Frequenz bereits auf dem Halbleiterchips vervielfacht wird, um sichtbares Licht mit einer definierten Wellenlänge respektive Farbe zu erzeugen. Auf jedem Chip sitzen mehrere Dioden, die Novalux bereits prüfen kann, bevor der Wafer zersägt wird. Dies senkt die Fertigungskosten, weil die Ausfallrate nach dem Chip-Housing hierdurch minimiert wird. Die Novaled-Dioden in NECSL-Technik (Novalux Extended Cavity Surface Emitting Laser) emittieren anders als übliche LEDs nicht zur Seite sondern nach oben. Hierdurch sollen sie sich mit höherer Leistung betreiben lassen: Laut Novalux kann ein einzelner Emitter sichtbares Licht mit bis zu 100mW erzeugen, ohne dass die Diode zerstört wird.
Der präsentierte Fernsehprototyp ist an sich nichts wirklich Revolutionäres. Hier wurde für die Beleuchtung des DLP-Projektionschips lediglich an Stelle einer herkömmlichen Projektionslampe ein Array aus Laser-Dioden gewählt. Dass sich mit Laserstrahlen brillantere Farben erzielen lassen, als mit herkömmlicher Beleuchtung, ist bekannt. Insofern überrascht auch nicht die Aussage, dass das Laser-TV einen größeren Farbraum erzielt als andere Flachbildfernseher. Interessanter sind da schon die Ankündigungen, mit denen Arasor die neue Geräteklasse bewirbt: halb so schwer und halb so tief wie Plasmadisplays, nur ein Viertel des Verbrauchs herkömmlicher TVs in Plasma- und LCD-Technik und dabei halb so teuer wie diese.
Der vorgestellte Prototyp ist nicht das erste Fernsehgerät mit Lasertechnik. So päsentierte Bernhard Schneider bereits im August 1993 den Prototypen eines Laser-TVs vor und die ehemalige LDT GmbH, ein Joint Venture der Schneider Rundfunkwerke und der Daimler-Benz AG, erhielt für ihre Lasertechnik 1997 den Deutschen Zukunftspreis. Seit 2002 produziert und vermarktet die Jenoptik LDT GmbH mit Sitz in Jena Laserprojektionssysteme für großflächige Anwendungen etwa auf Events. Die Fraunhofer-Institute für Angewandte Optik und Feinmechanik in Jena und für Photonische Mikrosysteme in Dresden feilen dagegen gemeinsam an Miniprojektoren auf Laser-Basis.
Quelle :
www.heise.de