Der Telekommunikations-Satellit Sirius-4 soll zur Stärkung der Orbitalposition 5 Grad Ost im November ins All geschossen werden und unter anderem HDTV-Ausstrahlungen verbreiten.
Bei dem künstlichen Erdtrabanten handele es sich mit "Milliarden von Kronen" um die bisher größte Investition der schwedischen Wirtschaft im Telekommunikationsbereich, teilte der Betreiber SES-Sirius am Montagabend mit. Der Satellit habe umfangreiche Tests beim Hersteller Lockheed-Martin im US-Bundesstaat Kalifornien erfolgreich absolviert, bei denen er simulierten Extrembedingungen, wie sie bei Start und Betrieb auftreten, ausgesetzt worden sei, hieß es weiter.
Mit einer Trägerrakete vom Typ Proton soll Sirius-4 am 18. November vom Baikonur Cosmodrome im asiatischen Kasachstanaus in einen geostationären Orbit befördert werden. Der Satellit ist für eine Betriebsdauer von 15 Jahren ausgelegt und soll die nordischen Länder, das Baltikum sowie Zentral- und Osteuropa und Südafrika mit Fernsehen, Radio und Breitbanddiensten versorgen. Dabei liege der Fokus auf HDTV-Programmen, die zusätzliche Kapazität verlangten, hieß es weiter. Der operative Betrieb wird vom schwedischen Weltraumunternehmen Rymdbolaget abgewickelt, das mit 25 Prozent an SES-Sirius beteiligt ist.
Den Starttermin konnte SES-Sirius jetzt nach erfolgreichem Abschluss eines weiteren Proton-Starts, der für den 25. Oktober angesetzt war, abschließend bestätigen. Dabei wurden drei russische Glonass-Navigationssatelliten in eine Erdumlaufbahn. Am 6. September war eine Proton-Trägerrakete nach dem Start explodiert. Die Trümmerteile waren in einer Entfernung von 40 Kilometern von der Abschussrampe niedergegangen (SAT+KABEL berichtete). Der kasachische Staat hatte eine ausführliche Untersuchung der Unglücksursache eingeleitet und bis zur Aufklärung sämtliche weiteren Proton-Missionen untersagt.
SES-Sirius betreibt derzeit die beiden Satelliten Sirius-2 und Sirius-3, die große Teile des europäischen Kontinents abdecken. Der neue Sirius-4 verfüge über die zehnfache Kapazität des terrestrischen Fernsehangebots in Schweden, betonte der Anbieter.
Quelle : SAT+KABEL