Autor Thema: Windows 98: Mach's gut, und Danke für den Fisch!  (Gelesen 3292 mal)

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Offline SiLæncer

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Windows 98: Mach's gut, und Danke für den Fisch!
« am: 11 Juli, 2006, 17:23 »
Jetzt ist es amtlich: Windows 98, 98SE und Windows ME sind tot. Microsoft stellt morgen den Support für die beliebten und noch häufig verwendeten Windows-Versionen auf 16-Bit-Basis ein. Anders als Windows XP und 2000 basieren Windows 98 und ME noch auf DOS. Der 12. Juli 2006 wird für Freunde alter Spiele ein rabenschwarzer Tag. Ein Nachruf auf ein besonderes Betriebssystem.
   
Unterstützung eingestellt

Wie bereits im April von onlinekosten.de berichtet stellt Microsoft ab morgen den Support für die DOS-basierten Windows-Versionen endgültig ein. Ab diesem Datum wird keine Support-Anfrage zu Windows 98, 98Se und ME von Microsoft beantwortet und - was noch schwerer wiegt – es wird keine Updates und keine Software von Microsoft mehr für diese Windows-Versionen geben.

Eigentlich sollte die Einstellung gemäß des Microsoft-Produktzyklus von sechs Jahren bereits im Januar 2004 enden, damals verhinderten jedoch massive User-Proteste die Einstellung. Microsoft erweiterte die Unterstützung für die bereits damals hoffnungslos veralteten Systeme um weitere zweieinhalb Jahre. Doch nach dem zweiten Quartal 2006 ist endgültig Schluss. Offiziell wurde der Support bereits am 30. Juni 2006 eingestellt, doch da Microsofts Support-Quartale erst mit dem ersten Patch-Day im neuen Quartal enden, ist mit dem 12. Juli um 0:00 Uhr endgültig Schluss mit Windows 98, mehr als acht Jahre nach seiner Veröffentlichung.

Spalter und Spieler

Windows 98 spaltete schon bei seinem Erscheinen die Gemüter: Die Integration des Internet-Explorers mit dem normalen Windows-Explorer brachte anno 1998 Netscape-Fans auf die Barrikaden. Die Hardware-Anforderungen waren verglichen mit Windows 95 enorm. Obendrein stürzte das System bereits bei einer Präsentation im Rahmen seiner Vorstellung ab. Dieser Absturz sollte Programm werden bei der Erstausgabe von Windows 98, so dass Microsoft nur knapp ein Jahr später, im Juni 1999, Windows 98 SE folgen ließ. "SE" stand für "Second Edition", Kritiker bezeichneten sie auch gerne als "stabile Version".

Beliebtes System
   
Windows 98 war mit der Second Edition zuverlässiger geworden, brauchte aber für eine sinnvolle Nutzung mindestens einen Prozessor mit 200 Megahertz und 64 Megabyte Arbeitsspeicher. Trotzdem wurde das System ein voller Erfolg und verkaufte sich recht bald wie geschnitten Brot.

Schnell schossen sich die Spiele-Entwickler auf das vergleichsweise stabile System ein. Windows XP war noch weit entfernt und das 1999 vorgestellte und im Jahr 2000 veröffentlichte Windows 2000 auf NT-Basis war alles andere als spieletauglich. Auch der optisch frisierte und um die offizielle DOS-Unterstützung erleichterte Nachfolger von Windows 98SE, Windows ME, blieb eine instabile Randerscheinung.

Immer noch beliebt

Für Gamer war Windows 98SE das System der Wahl. Die Stabilität des Systems war zwar verglichen mit aktuellen Betriebssystemen schwach, der blaue Bildschirm gehörte zum täglichen Brot des Windows 98-Anwenders. Dafür liefen neben aktuellen DirectX-Titeln auch ältere DOS-Titel in der echten MS-DOS-Umgebung, die Windows 98 mitlieferte. Und Windows 98 ist heute noch erfolgreich: Laut Webhits.de nutzen aktuell noch rund 9,4 Prozent aller Computer-Anwender Windows 95, 98 oder ME. Das sind mehr, als die Nutzer von Linux und Mac OS und Mac OS X zusammen. Eine beachtliche Leistung.

Windows XP konnte anfangs kaum an der Macht von Windows 98 rütteln: Wer ein Windows 98 installiert hatte, wollte sich nicht mit der Zwangsaktivierung von Windows XP herumschlagen. Zudem waren viele Spiele- und Softwaretitel noch nicht für die NT-Umgebung angepasst. Ein Absturz von Windows XP war aufgrund der 32-Bit-Architektur zwar wesentlich harmloser als noch unter Windows 98, dafür konnten falsche Treiber ein Windows XP schnell in die Knie zwingen. Nicht so unter Windows 98: Weigert sich das System zu starten, hilft meist eine DOS-Diskette und ein wenig Know-How, um fehlerhafte Dateien zu entfernen. Obendrein war das System wesentlich schlanker als Windows XP.

Warum zwangsaktivieren?

Die Zwangsaktivierung ist wohl einer der wichtigsten Gründe, warum viele Anwender noch immer auf Windows 98SE setzen. Warum auch nicht? Die Treiber-Unterstützung für das System ist selbst bei aktueller Hardware vortrefflich. Nur sehr aktuelle Software-Titel laufen nicht unter Windows 98, ihre Zahl nimmt allerdings zu. So hat Microsoft bereits den Windows Media Player 10 nicht mehr für Windows 98 bereitgestellt. Auch DirectX 10 wird Bestandteil von Vista sein und als Update bestenfalls für Windows XP zu haben sein.

Microsoft schießt seinem eigenen System in den Rücken. Aus Microsoft-Sicht allerdings verständlich: Ein 8 Jahre altes Betriebssystem ist schlicht und ergreifend veraltet. Im Grunde handelt es sich bei Windows 98 um ein um allerlei buntes Zubehör erweitertes MS-DOS. So rettete Windows 98 das schon bei seiner Vorstellung 18 Jahre alte MS-DOS ins neue Jahrtausend. Microsoft möchte mit dem uralt-Betriebssystem nach inzwischen 25 Jahren nicht ganz zu Unrecht abschließen.

Steigt doch endlich um!

Microsoft empfiehlt auf seiner Website Nutzern von Windows 98, auf Windows XP umzusteigen. "Microsoft stellt den Support für diese Produkte ein, weil sie veraltet sind und diese älteren Betriebssysteme Sicherheitsrisiken für Kunden darstellen könnten", heißt es dort. Ein Hohn für die treuen Fans von Windows 98, war doch Windows XP bis weit ins Jahr 2005 hinein ein Tummelplatz von Würmern und Viren. Doch Microsoft hat gelernt und XP sicher gemacht. Windows 98 blieb dabei auf der Strecke.

Doch ganz tot ist Windows 98 noch nicht: Es lebt als Stammvater der Internet-Explorer-Oberfläche in Windows XP weiter. Zudem wird der Microsoft-Support kaum benötigt: Sämtliche Tricks für Windows 98 finden sich inzwischen im Internet. Freunde alter DOS-Titel können sich mit dem Emulator DOSBox auch unter Windows XP in einer DOS-Umgebung vergnügen. Und wer auf Windows-Titel, die nie für XP portiert wurden, nicht verzichten kann, kann zu einem Emulator wie Microsofts Virtual PC greifen, um unter Windows XP mit Windows 98 weiterzuarbeiten.

Quelle : www.onlinekosten.de

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Offline Jürgen

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Re: Windows 98: Mach's gut, und Danke für den Fisch!
« Antwort #1 am: 12 Juli, 2006, 02:06 »
Ich werde mir in keinem Falle von MS vorschreiben lassen, abermals ein Betriebssystem von denen zu bezahlen. Insbesondere, da die jedes aktuelle System über's Web dekativieren können, zur Zeit wegen (angeblich) falscher Keys, später dann sicher auch wegen angeblicher Veraltung...

Die Lizenz von Win98SE ist nicht zeitlich begrenzt und unwiderrruflich, nachträgliche einseitige Vertragsänderungen sind unzulässig und rechtlich unwirksam.

Und bekannte Unsicherheit ist mir deutlich lieber als falsches Vertrauen in angebliche Sicherheit...

Die weitaus meisten Sicherheitlücken von W9x betreffen Komponenten, die man nicht installieren / benutzen muss. Es geht auch ohne IE / O(E) / WMP/ WSH ... ... ...
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Offline spoke1

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Re: Windows 98: Mach's gut, und Danke für den Fisch!
« Antwort #2 am: 12 Juli, 2006, 11:51 »
@Jürgen, so wird dat nix!

Wo keine Löcher kann Big Brother dich nicht überwachen. Und unter XP geht das einfach besser.
Wie soll man sonst an deine Gewohnheiten kommen und über den Bertelsmann-Verlag die "wissenden Bezeuger" mit Druckwerken ausrüsten? Diese werden bekanntlich ja zusätzlich mit GEZ Anträgen ausgestattet um in schöner Regelmäßigkeit um 21Uhr an deiner Haustür rumzulungern.  Dort erklären sie dir immer sehr ausführlich, das Du nur in den Himmel kommst wenn Du deine Seele in den 'Öffentlich-Rechlichen-Sack'  wirfst.

Wie soll das bei deinem Verhalten in Zukunft funktionieren. Da denk mal drüber nach.  ;)
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Offline Warpi

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Re: Windows 98: Mach's gut, und Danke für den Fisch!
« Antwort #3 am: 12 Juli, 2006, 18:47 »
Eben, meine Gewohnheiten sind rein Privat. Go Linux go ... 8) :P ;D  ;)

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Offline Jürgen

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Re: Windows 98: Mach's gut, und Danke für den Fisch!
« Antwort #4 am: 13 Juli, 2006, 04:13 »
... um 21Uhr an deiner Haustür rumzulungern...
...nur zu!
Erstens geht die schwere Altbautür auch zu, wenn ein Fuss dazwischensteckt  :o
Zweitens sind die Treppen sehr steil, und schon nach einer halben Etage folgen erst ein niedriges Geländer und dann der Lichtschacht über vier Etagen. Yippie...

Komisch, seit der letzten Warnung sind z.B. die penetranten Fuzzies von den hansenet-Drückern nie wieder hier aufgetaucht  ;D

Und genau darum geht's, es ist mein Leben, mein Geld, mein Reich...
Wer meint, sich da ungebeten einmischen zu dürfen, zieht sich meinen Unmut zu  ::)
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