Autor Thema: Deutsche Bank: Von lahmen Enten und Heuschrecken  (Gelesen 3597 mal)

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Deutsche Bank: Von lahmen Enten und Heuschrecken
« am: 03 April, 2006, 21:55 »
Die Deutsche Bank schafft es immer wieder, die Frankfurter Finanzszene zu überraschen. Nun sorgt der vorzeitige Abgang von Aufsichtsratschef Rolf Breuer für heftige Spekulationen. Hat er Bank-Chef Ackermann den Rücken gestärkt oder ihm mit dem eigenen Rückzug demonstrativ ein Beispiel gegeben?

Frankfurt am Main - Er wolle die Bank vor weiteren Diskussionen um seine Person schützen, erklärte Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Rolf Breuer seine Entscheidung schlicht. Am 24. Januar hatte der Bundesgerichtshof (BGH) mit seinem Urteil Breuer und der Deutschen Bank eine Mitverwantwortung am Untergang des Medienimperiums von Leo Kirch bescheinigt. Breuer hatte kurz vor dessen Pleite die Kreditwürdigkeit des Medienmoguls öffentlich in Frage gestellt. Jetzt entschied sich Breuer, Anfang Mai seinen Posten niederzulegen. Selbst für die Terminkoordination einer außerordentlichen Sitzung auch eines 21-köpfigen Aufsichtsrates wie bei der Deutschen Bank brauche es keine zwei Monate, heißt es dazu in Frankfurt süffisant.

Aus bankennahen Kreisen verlautet, dass das Finanzinstitut die Angriffsfläche für aggressive Aktionäre auf der anstehenden Hauptversammlung verkleinern wolle. Bereits auf der Hauptversammlung 2005 konzentrierte sich die Kritik von Aktionären wegen der Auseinandersetzung mit Kirch auf den Aufsichtsratschef.

Probates Thema Mannesmann-Prozess

Viele Experten glauben, Breuers Entschluss stärke Bankenchef Josef Ackermann den Rücken. Der als möglicher Ackermann-Nachfolger gehandelte bisherige Finanz-Vorstand Clemens Börsig rückt nun an die Spitze des Aufsichtsrats - damit habe sich der Posten als Vorstandschef für ihn ja erledigt, heißt es in Frankfurt. Für Börsigs Aufgaben rücken außerdem zwei Ackermann-Unterstützer in den Vorstand nach.

Doch man kann die jüngsten Ereignisse auch anders interpretieren: Nach Breuers Ausscheiden kann sich die Kritik der Deutsche-Bank-Anteilseigner an den diversen Rechtsstreitigkeiten, in die die Bank und ihre Topmanager verwickelt sind, nun auf eine Person fokussieren: Ackermann. Der Vorstandsvorsitzende und der Mannesmann-Prozess sind ein probates Thema für gesuchte Auseinandersetzungen auf dem bevorstehenden Aktionärstreffen, heißt es. Schließlich soll voraussichtlich im Herbst dieses Jahres der Prozess gegen Ackermann und fünf weitere damalige Organmitglieder beziehungsweise Mitarbeiter des von Vodafone übernommenen Telekommunikationsunternehmens Mannesmann wieder aufgerollt werden. Ackermann war seinerzeit Mitglied des Aufsichtsrats von Mannesmann.

Vorstandschef auf Abruf

Der BGH hatte sich im Dezember 2005 für eine Neuauflage des Mannesmann-Prozesses entschieden. Im Falle einer Verurteilung steht die Prüfung durch die Bankenaufsichtsbehörde BaFin an, ob Ackermann weiterhin seine Funktion ausüben kann. Vorstand und Aufsichtsrat der Deutschen Bank haben daraufhin angestrengt gegen den Eindruck angekämpft, Ackermann sei Vorstandschef auf Abruf. Demonstrativ wurde im Februar Ackermanns Vertrag frühzeitig bis zum Jahr 2010 verlängert. Außerdem wurde der 58-jährige Schweizer mit dem neuen Titel eines Vorstandsvorsitzenden geehrt; zuvor war er als Vorstandssprecher Primus inter Pares gewesen.

"Breuer hat eigentlich mit der Begründung seines Rücktritts seinem früheren Rivalen Ackermann eine Benchmark vorgegeben", merken Banker nun amüsiert an. Man hat in Frankfurt nicht vergessen, dass Ackermann bereits im Herbst 2000 zum Nachfolger des damaligen Bankchefs Breuer gewählt wurde, als Breuer selbst noch gut eineinhalb Jahre Amtszeit vor sich hatte. Der designierte Vorstandschef Ackermann agierte jedoch schon vor seiner offiziellen Bennenung wie der eigentliche Boss des Geldinstituts, erinnern sich Banker. Breuer wurde zur "lame duck".

Ackermann nutzte die Zeit, um mit der Installation des Group Executive Committee die Führungsstruktur ganz auf sich zuzuschneiden. Breuer revanchierte sich. Nach dem BGH-Urteil, mit dem der Mannesmann-Prozess neu aufgerollt wurde, erklärte Breuer öffentlich, er habe seine "Denkerkappe" auf was mögliche Nachfolger Ackermanns betreffe. Er löste damit heftige Spekulationen über einen Rücktritt Ackermanns aus.

Für Überraschung und Spekulationen sorgt indes nicht nur die Entscheidung Breuers, von seinem Amt zurückzutreten. Auch die Benennung des erst 57-jährigen Börsig zum neuen Oberaufseher löste Verwunderung aus. Mit Börsig werde nun ein sehr aktiver Chef dem Aufsichtsrat vorsitzen, heißt es jedoch auch anerkennend, auch wenn wieder ein Mann aus dem eigenen Haus an die Spitze des Kontrollgremiums wechselt.

Die Wahl von Börsig wird jedoch auch unter einem anderen Gesichtspunkt interpretiert. Im Falle einer unerwünschten Attacke von aggressiven Finanzinvestoren werde der ehemalige Finanzvorstand Börsig ebenso aggressiv agieren. Er kenne die wichtigen Fondsgesellschaften sehr genau und die Fondsmanager ihn. In Frankfurt ist durchaus bemerkt worden, dass die Deutsche Börse AG , deren Aufsichtsratschef Breuer bis zum Herbst ebenfalls noch war, nicht erfolgreich gegen die Attacke der Hedgefonds vorgegangen sei.

Quelle : www.spiegel.de
« Letzte Änderung: 03 April, 2006, 21:56 von SiLencer »

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Leo Kirch verbucht Teilerfolg mit Klage gegen Deutsche Bank AG
« Antwort #1 am: 16 Februar, 2009, 20:47 »
Karlsruhe - Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Beschlüsse über die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat der Deutschen Bank AG für das Jahr 2002 für nichtig erklärt.

Das Urteil fiel heute in Karlsruhe. Aus einer Mitteilung der BGH-Pressestelle geht hervor, dass die Aktionäre in der Hauptversammlung im Juni 2003 über den Konflikt Kirchs mit Ex-Vorstandssprecher Rolf Breuer hätten informiert werden müssen. Die Entlastung könne jedoch problemlos bei nächster Gelegenheit nachgeholt werden und habe keine Auswirkungen auf Schadensersatzforderungen des Medienunternehmers Leo Kirch.
 
Hintergrund des Rechtsstreits sind öffentlich geäußerte Zweifel des damaligen Vorstandssprechers und nachherigen Aufsichtsratsvorsitzenden der Deutschen Bank AG, Rolf Breuer, vom 4. Februar 2002 über die Kreditwürdigkeit von Leo Kirch und der von ihm beherrschten Unternehmen. Auf diese Äußerungen führt Kirch den Niedergang seiner Unternehmensgruppe zurück. Dies hat ihn zur Erhebung einer Schadensersatzklage gegen die Deutsche Bank und zur Erstattung einer Strafanzeige gegen Breuer veranlasst.

Nach Ansicht des 82-jährigen Leo Kirch ist Dr. Breuer dadurch in eine Interessenkollision gegenüber der Deutschen Bank geraten, die mangels Offenlegung zur Unrichtigkeit der Organerklärungen gemäß Paragraph 161 AktG u. a. zur Anfechtbarkeit der Entlastungsbeschlüsse geführt habe.

Das Münchener Landgericht wird am 10. März über das größte Verfahren - eine milliardenschwere Schadensersatzklage - endgültig entscheiden. (Aktenzeichen: II ZR 185/07 vom 16. Februar 2009)

Der BGH begründete seine Entscheidung mit einer aktienrechtlichen Regelung, wonach die Aktionäre über das Vorliegen und die praktische Behandlung eines Interessenkonflikts "in der Person eines Organmitglieds" hätten unterrichtet werden müssen - als auch über die 2003 aktuellen Schadensersatzforderungen gegen den damaligen Vorstandssprecher Breuer. Ein solcher Interessenkonflikt entsteht laut BGH bereits, wenn ein Dritter eine Schadensersatzklage gegen die Gesellschaft erhebt, die auf einen Gesetzesverstoß des betreffenden Aufsichtsratsmitglieds während seiner früheren Vorstandstätigkeit gestützt wird.

Kirchs Anwälte versuchten zudem, die in der Hauptversammlung gefassten Beschlüsse wegen nicht "ordnungsgemäßer Protokollierung" zu kippen. Diese Argumente wiesen die Karlsruher Richter allerdings zurück. Der von der Gesellschaft hinzugezogene Notar hatte zuvor den Gang der Versammlung aufgezeichnet und diese Aufzeichnungen unmittelbar nach dem Ende der Versammlung - laut gesetzlicher Vorschrift - unterzeichnet, sie aber nicht herausgegeben, sondern später durch eine überarbeitete Endfassung ersetzt. Die ursprüngliche Aufzeichnung ist nicht mehr vorhanden. Für den BGH stellt dieser Vorgang eine vollkommen übliche Praxis dar.
 
 
Quelle: http://www.digitalfernsehen.de


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und ich dachte der wäre schon wieder "Natur", uns Leo  ;D
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Gericht weist Schadenersatzansprüche Leo Kirchs zurück
« Antwort #2 am: 31 März, 2009, 13:20 »
Rückschlag:

München - Im Prozess um milliardenschwere Schadenersatzforderungen gegen die Deutsche Bank hat der Medienunternehmer Leo Kirch einen Rückschlag erlitten.

Das Landgericht München wies heute einen Teil von Kirchs Forderungen zurück. Dabei ging es um die Ansprüche mehrerer Gesellschaften der früheren Kirch-Gruppe gemeinsam mit Banken, die die Unternehmen in einem gemeinsamen Pool gebündelt hatten. Sie fordern von der Deutschen Bank insgesamt rund zwei Milliarden Euro. (dpa)


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Kirch-Seite geht in Berufung gegen Gerichtsurteil (Update)
« Antwort #3 am: 31 März, 2009, 20:02 »
Im Prozess um milliardenschwere Schadenersatzforderungen gegen die Deutsche Bank hat der Medienunternehmer Leo Kirch einen Rückschlag erlitten. Die Kirch-Seite legte kurz nach der Entscheidung des Gerichts Revision ein.

Das Landgericht München I wies heute einen Teil von Kirchs Forderungen zurück. Dabei ging es um die Ansprüche mehrerer Gesellschaften der früheren Kirch-Gruppe gemeinsam mit Banken, die die Unternehmen in einem gemeinsamen Pool gebündelt hatten. Sie hatten von der Deutschen Bank insgesamt rund zwei Milliarden Euro gefordert.
 
Kirch macht den früheren Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer für die Pleite seines Medien-Imperiums verantwortlich. Zur Begründung sagte Richterin Brigitte Pecher, es seien keine Vertragsbeziehungen zwischen den betroffenen Unternehmen und der Deutschen Bank feststellbar gewesen, die Schadenersatzansprüche hätten begründen können. Lediglich im Falle der Kirch Media, bei der ein Teil der Beteiligung am TV-Konzern Pro Sieben Sat 1 gebündelt war, die der Medienunternehmer im Zuge der Insolvenz abgeben musste, habe es eine unmittelbare Vereinbarung mit der Deutschen Bank gegeben. Ansprüche daraus seien aber verjährt.

"Wir sind sehr erfreut und befriedigt. Das ist ein wichtiger Etappensieg", sagte der Anwalt Breuers und der Deutschen Bank, Peter Heckel. "Das Urteil kommt im Ergebnis nicht überraschend", sagte ein Sprecher Kirchs auf Anfrage. Noch am Nachmittag legte die Kirch-Seite Revision gegen die Entscheidung ein.

Der frühere Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer hatte wenige Monate vor der Pleite der Kirch-Gruppe im Jahr 2002 in einem Interview die Kreditwürdigkeit Kirchs angezweifelt. Kirch argumentiert in dem Verfahren, die Insolvenz seiner Firma sei durch diese Äußerung ausgelöst worden. Die Deutsche Bank betonte hingegen, es habe keinen kausalen Zusammenhang zwischen dem Breuer-Interview und der Insolvenz gegeben. Das Unternehmen sei bereits vor dem Interview im Februar 2002 überschuldet gewesen. Weder Kirch noch Breuer waren persönlich zu dem Verkündungstermin erschienen. Sie wurden durch ihre Anwälte vertreten.

Insgesamt geht es in der Auseinandersetzung zwischen Kirch und der Deutschen Bank um Schadenersatz von ursprünglich rund 3,5 Milliarden Euro. Dass Kirch in einem anderen Punkt grundsätzlich Anspruch auf Schadenersatz von Breuer und der Deutschen Bank zusteht, hatte der Bundesgerichtshof (BGH) im Jahr 2006 festgestellt. Dabei ging es aber nur um Haftung für Schäden aus der Versteigerung der Beteiligung am Springer-Konzern. (dpa)

Quelle: http://www.digitalfernsehen.de
 
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Weiterer Etappensieg für Leo Kirch

(dpa/ar) In der Prozessserie nach der Pleite der Kirch-Gruppe hat Medienmogul Leo Kirch (82) vor Gericht erneut einen juristischen Etappensieg errungen. Das Landgericht München I wies am Dienstag die Klage des Insolvenzverwalters der Kirch-Gruppe ab, mit der dieser fünf Millionen Euro von Kirch persönlich zurückfordern wollte. Kirch hatte sich die Summe in den Jahren 2001 und 2002 als Gesellschafter der Holding der Kirch-Gruppe auszahlen lassen. Der Insolvenzverwalter verlangte das Geld zurück und argumentierte, die Zahlung sei zu einem Zeitpunkt erfolgt, als die Holding bereits zahlungsunfähig und überschuldet gewesen sei.

Ein Gutachter kam nach Angaben des Gerichts aber zu dem Schluss, dass die Holding zu dem Zeitpunkt noch nicht in einer wirtschaftlichen Krise steckte, sondern kreditwürdig und liquide war. Somit müsse Kirch das Geld nicht zurückzahlen. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Wofür sich Kirch das Geld hatte auszahlen lassen, wurde nicht bekannt.

Die Pleite der Kirch-Gruppe im Frühjahr 2002 beschäftigt seit Jahren die Gerichte. Kirch macht den früheren Deutsche Bank-Chef Rolf Breuer für die Pleite seiner Medien-Imperiums verantwortlich. Erst in der vergangenen Woche hatte das Landgericht München I in einem anderen Prozess eine milliardenschwere Schadenersatzklage von Kirch gegen die Deutsche Bank teilweise abgewiesen (SAT+KABEL berichtete). Dabei ging es um die Ansprüche mehrerer Gesellschaften der früheren Kirch-Gruppe gemeinsam mit Banken, die die Unternehmen in einem gemeinsamen Pool gebündelt hatten. Sie hatten von der Deutschen Bank insgesamt rund 2 Milliarden Euro gefordert. Die Kirch-Seite legte aber kurz nach der Entscheidung des Gerichts Revision ein.

Quelle: http://satundkabel.magnus.de
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und Leo Kirch ist bei der Pleite der Einzige der keinen Kohldampf schieben muss
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FRÜHJAHRSBILANZ - Ackermann prahlt mit Traumrendite
« Antwort #6 am: 26 April, 2009, 20:25 »
Die Deutsche Bank wird nach Einschätzung von Analysten erneut eine Rendite von 25 Prozent vorweisen. Chef Ackermann sagt dazu, bei ihm gebe es keine falsche Gemächlichkeit, "nur damit alle mitkommen". SPD und CDU schäumen - der Banker habe "nichts aus der Krise gelernt".

Frankfurt am Main - Das Renditeziel wäre erreicht: Die Deutsche Bank verbucht im ersten Quartal offenbar eine Eigenkapitalrendite von rund 25 Prozent vor Steuern. Das meldet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Finanzkreise.

Die Deutsche Bank legt ihre Zahlen des ersten Quartals am Dienstag vor. Auch Analysten erwarten im Schnitt einen Gewinn vor Steuern von 1,162 Milliarden Euro, was eine Eigenkapitalrendite in der Größenordnung von 25 Prozent ergeben würde.

Die Bank wollte zu den Zahlen am Wochenende keine Stellung nehmen. Allerdings zitierte die Zeitung Bankchef Josef Ackermann mit den Worten: "25 Prozent Eigenkapitalrendite ist lange Zeit das gewesen, was die Besten der Welt erreicht haben." In der Krise sei das natürlich schwerer geworden. "Aber einige Banken haben diese Richtgröße im ersten Quartal dieses Jahres wieder erreicht oder sind ihr zumindest sehr nahegekommen." Und weiter: "Man kann es im Geschäftsleben nicht mit Absicht gemächlicher angehen lassen, nur damit alle mitkommen", sagte der Schweizer mit Blick auf die eigenen Zahlen.

Politiker kritisierten Ackermann für sein ambitioniertes Auftreten. Der Bankchef trage "eine Mitverantwortung für die Verfolgung überzogener Renditeziele", sagt der SPD-Fraktionsvize Joachim Poß dem "Handelsblatt". Das habe zusammen mit Fehlanreizen in der Managervergütung in diese Krise geführt. "Wenn Ackermann jetzt einfach bei dieser Sichtweise bleibt, zeigt dies, dass er aus dieser schweren Krise zu wenig gelernt hat." Als wichtiger Repräsentant der deutschen Kreditwirtschaft sei er damit "nicht länger geeignet".

Auch Otto Bernhardt, finanzpolitischer Sprecher der Union, bezeichnete das Ziel als "falsches Signal". "Diese Aussage birgt die Gefahr, dass viele Leute glauben, man könne in der Finanzwelt einfach so weitermachen wie bisher. Das kann man sicher nicht." Denn das entsprechende Renditeziel von 25 Prozent habe mit dazu beigetragen, dass es auf den internationalen Finanzmärkten zu erheblichen Verwerfungen gekommen sei.

Weitere positive Bankenbilanzen erwartet

Ackermann dürfte nicht der einzige Bankenchef bleiben, der sich in den kommenden Tagen feiern wird. Auch von anderen deutschen Instituten werden für das erste Quartal gute Ergebnisse erwartet. "Ich gehe davon aus, dass wir bei allen Instituten durch die Bank bessere Zahlen sehen werden als im Schlussquartal 2008", sagte zum Beispiel Bankenexperte Konrad Becker von MerckFinck.

Experten warnen dennoch vor vorschnellen Hoffnungen, dass die Bankenkrise bald vorbei ist. "Die Bankengewinne im ersten Quartal sind zu einem nicht unerheblichen Teil auf eine sehr spezielle und für die Banken ungewöhnlich günstige Konstellation zurückzuführen", sagte Guido Hoymann vom Bankhaus Metzler SPIEGEL ONLINE. Gut 45 Prozent des jährlich üblichen Umschuldungsvolumens seien allein im ersten Quartal angefallen. Dieser Boom werde nicht anhalten.

Gleichzeitig drohen den Banken durch die schlechte Konjunkturentwicklung neue Belastungen. Zieht die Konjunktur zu schwach an, geraten Unternehmen weiter unter Druck, Hunderttausende Kurzarbeiter könnten in der Folge im Herbst zu Arbeitslosen werden. Viele Institute rechnen in der Folge mit einer Explosion der Kreditausfälle im Privat- und Geschäftskunden-Sektor.

Hinzu kommt, dass in den Bilanzen noch immer toxische Papiere ungeahnten Ausmaßes lagern. Erst am Freitag war durch Recherchen des SPIEGEL und der "Süddeutschen Zeitung" ein geheimes Papier der BaFin öffentlich geworden, das die Risikoposten von 17 Banken detailliert aufschlüsselt. Besonders einige Landesbanken sind laut dem Dokument schwer angeschlagen und brauchen dringen Hilfe. Spätestens am Montag will Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) mit den betroffenen Ministerpräsidenten die Finanzierung einer Rettungskonzeptes festzurren.

Um die Banken von ihren Risiken zu entlasten und die Vertrauenskrise im Interbankenmarkt zu überwinden, plant die Regierung die Einrichtung mehrerer Bad Banks. Bis Mai soll das Konzept stehen.

Quelle : www.spiegel.de

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Datenschutz-Affäre im Machtzirkel der Deutschen Bank
« Antwort #7 am: 26 Mai, 2009, 18:10 »
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat bei der heutigen Hauptversammlung in Frankfurt die am vergangenen Freitag von dem Geldinstitut selbst an die Öffentlichkeit gebrachten möglichen Datenschutzverstöße im Haus nur am Rande erwähnt. In seiner Rede (PDF-Datei) vor den Aktionären erklärte Ackermann lediglich, dass bei Verstößen "sofort und konsequent" gehandelt würde, "um eine Wiederholung zu verhindern". Das Handelsblatt berichtete am heutigen Dienstag unter Berufung auf Unternehmenskreise, bei der Deutschen Bank seien Nachforschungen über das Umfeld einzelner Mitarbeiter angestellt worden. Zu den Betroffenen könnten auch Vorstandsmitglieder gehören. Laut Spiegel wurden bei den Bespitzelungsaktionen "im Dunstkreis des Vorstandes" auch "technische Mittel" eingesetzt.

In der Erklärung vom Freitag heißt es, die Führung der Deutschen Bank habe "Kenntnis erhalten von möglichen Verstößen in früheren Jahren gegen interne Vorgaben oder rechtliche Anforderungen im Zusammenhang mit Aktivitäten, welche die Abteilung Konzernsicherheit betreffen". Dabei habe es sich nach bisheriger Erkenntnis "um wenige Verstöße" gehandelt. Kontendaten oder andere Informationen über Kunden seien nicht betroffen. Die Bank habe eine Anwaltssozietät mit einer unabhängigen Untersuchung beauftragt und auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) informiert. Diese habe eine Sonderprüfung angeordnet. Die hessische Datenschützerin Renate Hillenbrand-Beck hat unterdessen einen schriftlichen Bericht zu den Vorfällen bei der Deutschen Bank angefordert.

Quelle : www.heise.de

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Kirch scheitert erneut gegen Deutsche Bank
« Antwort #8 am: 26 Juni, 2009, 20:40 »
Frankfurt am Main - Im Dauerstreit mit der Deutschen Bank sind der Medienunternehmer Leo Kirch und seine Unterstützer erneut mit einer Klage gegen Deutschlands größte Bank weitgehend gescheitert.

Der Versuch der Aktionäre, Beschlüsse der Hauptversammlung 2004 anzufechten, blieb auch in zweiter Instanz vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt erfolglos - mit einer Ausnahme: Das Gericht hielt die Klage nach eigener Mitteilung vom Freitag insofern für begründet, als der Senat davon ausgehe, dass den Aktionären zu dem 2002 gegründeten Führungsgremium, dem sogenannten Group Executive Committee (GEC), "Fragen von wesentlicher Bedeutung nicht beantwortet wurden".
 
Somit werde einzig der Beschluss zur Entlastung des Vorstandes für nichtig erklärt, teilte das Gericht mit. Dies hat aber keine rechtlichen Konsequenzen. Revision wurde nicht zugelassen. Die OLG-Entscheidung kann jedoch per Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof (BGH) angefochten werden (Az.: 23 U 90/07).

Den Jahresabschluss des DAX-Konzerns für das Jahr 2003 hält das OLG für rechtmäßig. Die Bildung von Rückstellungen wegen eventueller Schadenersatzansprüche von Kirch sei damals "nicht erforderlich gewesen". Zum Zeitpunkt der Aufstellung der Bilanz hätten für die Bank gute Aussichten bestanden, sich erfolgreich gegen Kirchs Forderungen zu wehren, zudem sei die Höhe des möglichen Schadens "nicht vernünftig abschätzbar gewesen".

Kirch macht die Bank für den Niedergang seines Medienimperiums mitverantwortlich, weil sich der damalige Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer Anfang 2002 in einem Fernsehinterview kritisch zur Kreditwürdigkeit Kirchs geäußert hatte. Dass Kirch grundsätzlich Anspruch auf Schadenersatz von Breuer und der Bank zusteht, hatte der BGH im Jahr 2006 festgestellt.

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Deutsche Bank durchleuchtete Mitarbeiter per Rasterfahndung
« Antwort #9 am: 20 September, 2009, 02:18 »
Mit einer Art Rasterfahndung suchte die Deutsche Bank 2001 nach einer undichten Stelle im Aufsichtsrat, berichtet der Spiegel in seiner kommenden Ausgabe. Dabei seien ausgehende Anrufe mit bekannten Telefonnummern von Journalisten abgeglichen worden; wie viele Mitarbeiter von der illegalen Maßnahme betroffen waren, ist bisher nicht bekannt.

Die acht Jahre zurückliegende Affäre beschäftigt derzeit die Staatsanwaltschaft und den hessischen Landtag, wo Innenminister Bouffier der Grünen-Fraktion auf eine parlamentarische Anfrage Auskunft erteilte. Auch die Deutsche Bank selbst ermittelt mit Hilfe der Anwaltskanzlei Cleary Gottlieb Steen & Hamilton, wer wann über welche Vorgänge informiert wurde. Zwei ehemalige Manager, der ehemalige Sicherheits-Chef Rafael Schenz und der der frühere Leiter der Abteilung Investor Relations Wolfram Schmitt, sagten aus, dass die Unternehmensleitung über die Überwachung informiert war. 2001 war der heutige Vorstandsvorsitzende Josef Ackermann Sprecher und designierter Nachfolger des damaligen Bankchefs Rolf-E. Breuer.

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