Autor Thema: Speicherplatz- Studie: Digitaler Daten- Urknall  (Gelesen 9144 mal)

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Unvergesslich: SD-WORM-Karten bis 1 GByte
« Antwort #15 am: 30 Juni, 2010, 16:32 »
Speichermedien-Spezialist Sandisk liefert nicht löschbare SD-Karten mit 1 GByte Kapazität aus, die einen Datenerhalt von 100 Jahren garantieren und Revisionssicherheit  bei forensischem Einsatz bieten sollen. Bei den so genannten WORMs – "write once read many" – lassen sich Daten nur hinzufügen, aber nicht ändern oder löschen – von einer physischen oder elektrischen Zerstörung des Datenträgers einmal abgesehen.

Äußerlich sind die SD-WORMs nicht von normalen SD-Karten zu unterscheiden. Die verwendete Kamera muss allerdings (wie viele Profi-Geräte) WORM-kompatibel sein. Auslesen kann man die Karte in jedem Kartenleser. Auch eine Verwendung in Audio-Recordern ist möglich. Derzeit beliefert Sandisk die japanische Polizei mit Volumen-Stückzahlen; die Preise liegen allerdings deutlich höher als bei kapazitiv vergleichbaren SD-Karten.

Quelle : www.heise.de

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Speichern ohne Ende
« Antwort #16 am: 24 Juli, 2010, 20:38 »
Ein Blick in das faltige Gesicht von Claus Mikkelsen ist ein bisschen so wie ein Blick zurück in die Anfänge der Datenspeicherung. Der Chefwissenschaftler von Hitachi Data Systems (HDS), einem der führenden Anbieter großer Festplatten, schaut auf 43 Jahre Erfahrung in der Datenspeicherindustrie zurück, 32 davon bei IBM, die vergangenen 11 bei HDS. Er begann nur neun Jahre, nachdem IBM das erste Disk Drive (IBM 350) ausgeliefert hat: ein zwei Meter hohes und zwei Meter breites, 700 kg schweres Ungetüm, das laut Mikkelsens Erinnerung 4 MB Speicher hatte und damals 3200 Dollar Monatsmiete kostete. Er kenne niemanden der länger in der Industrie aktiv wäre als er selbst, sagt er. Und dennoch hat sich der "Mr. Datenspeicher" die Kraft zum Wundern bewahrt.

Vor wenigen Jahren habe er sich noch gefragt, wer um Himmels willen eine 1-TB-Festplatte brauche. Nun habe er selbst bereits 4 TB zu Hause herumstehen. "In fünf bis sieben Jahren werden Festplatten 30 bis 50 TB haben", sagt Mikkelsen bei einer Tour durch Hitachis Forschungszentrum für Datenspeicher im japanischen Odawara am Mittwoch dieser Woche. Derzeit seien 2- bis 3 TB-Festplatten erhältlich, Ende 2011 sieht er 4 TB-Exemplare den Markt erobern.

Die Frage "Braucht man das wirklich?" hat er sich offenbar abgewöhnt. Zu Recht, denn wieder einmal beweist das menschliche Verhalten, dass die virtuelle in vielen Belangen nur eine Fortsetzung der realen Welt ist. Zimmer, die man hat, werden ebenso vollgerümpelt wie vorhandene Festplatten. Es gibt nur einen entscheidenden Unterschied: Während der Ausbau eines Hauses teuer ist und die Menschen daher zum Entrümpeln gezwungen werden, sind Festplatten inzwischen so billig, dass die meisten Menschen (und Firmen) in ihrem Hang zur Faulheit und aus nüchternem Kosten-Nutzenkalkül lieber mehr Speicher kaufen als Datenspeicher aufwendig per Hand auszumisten. Dazu kommt noch hinzu, dass die Erweiterung noch nicht einmal mehr Platz wegnimmt, weil der Formfaktor der Festplatte sich kaum verändert, sondern stattdessen die Speicherdichte wächst.

Vorgezeichnet ist damit nicht nur eine Explosion des Speicherbedarfs, der durch den Siegeszug des Cloud Computing und des Digitalzeitalters noch potenziert wird. Gleichzeitig steigen durch die Vermehrung der Datentürme und die wachsende Komplexität der Netzwerke die Herausforderungen an Speicher- und Datenverwaltung.

Und an dieser Stelle haben jüngst IBM und in den Augen vieler Experten besonders HDS die Tür zu einer wichtigen Neuerung aufgestoßen: die Virtualisierung des Speichers. Virtuell werden für einen Großkunden alle seine verschiedenen, gerne auch räumlich in 100 Kilometer Umkreis verteilten Speicher der verschiedensten Ebenen virtuell in einen, leicht erweiterbaren und damit mitwachsenden "Speicher" zusammengefasst. Der Vorteil für die Kunden ist, dass sie nur noch eine Einheit managen müssen. Bei einem Besuch Hitachis bezeichnen selbst nüchterne Fachjournalisten und Analysten die virtuelle HDS-Plattform USP-V als revolutionär, selbst im Vergleich zu den Produkten seiner Rivalen. "Hitachi ist EMC um sechs Jahre voraus", meint der Storage-Analyst Josh Krischer.

Solch Lob gefällt Mikkelsen sichtlich. Er redet gerne von den Erfolgen und Fortschritten. Selbst durch den Vorstoß von SSDs (Solid-state Drives) wie sie in Highend-Laptops vermehrt Dienst tun, sieht er seine magnetische Datenscheibe nicht gefährdet. "Elektromagnetische Speicherung wird uns noch eine lange Zeit erhalten bleiben", verspricht er. Schon aus wirtschaftlichen Gründen.

Irgendwo hat er gelesen, dass sich der Preis von SSDs über 10 Jahre um jährlich 70 Prozent reduzieren müsse, um Festplatten preislich Konkurrenz zu machen. Aber deren Entwicklung geht ja ebenfalls weiter. "Ein Speicherlimit ist noch weit entfernt", prahlt er, "dass SSDs elektromagnetische Festplatten verdrängen, kann passieren, aber dann bin ich schon lange in Rente." Doch dann erinnert er sich offenbar an seine eigene Überraschung mit der 1 TB-Festplatte. "Aber ich bin immer vorsichtig mit solchen Urteilen. Vielleicht kommen ja einige Brüder in Taiwan mit einer neuen Idee, die alles über den Haufen wirft."

Quelle : http://www.heise.de/tr/

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Google: Menschheit produziert extrem viele Daten
« Antwort #17 am: 05 August, 2010, 10:25 »
Der Google-Chef Eric Schmidt hat auf der Techonomy-Konferenz in Kalifornien einen interessanten Vergleich angestellt, der verdeutlichen soll, wie stark sich die Gesellschaft im Informationszeitalter verändert hat.

Demnach produzieren wir derzeit alle zwei Tage so viele Daten, wie in dem gesamten Zeitraum begonnen bei der Entstehung der Menschheit bis hin zum Jahr 2003. Mit anderen Worten: 2 Tage heute entsprechen mehreren tausend Jahren damals. Würde man diese Daten speichern wollen, wäre alle zwei Tage ein 5 Exabyte großer Datenträger notwendig.

Vor allem die nutzergenerierten Inhalte tragen mit einem großen Teil dazu bei. Schmidt meint damit beispielsweise Bilder, Instant Messages und Tweets. Normalerweise würde sich Google über diese Informationsflut freuen, denn das Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, die verschiedensten Dinge mit diesen Datenmengen anzustellen.

Allerdings stellt sich Schmidt derzeit die Frage, ob man das wirklich tun sollte. Der Google-Chef glaubt nicht, dass die Leute für das bereit sind, was auf sie zukommt. "Ich verbringe die meiste Zeit damit anzunehmen, dass die Welt nicht für die Technologie-Revolution bereit ist, die sie bald erfahren wird", sagte Schmidt.

Quelle : http://winfuture.de

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Re: Google: Menschheit produziert extrem viele Daten
« Antwort #18 am: 05 August, 2010, 13:12 »
Ich glaube nicht, dass "die Leute" nicht bereit sind.
Kurz abgeschätzt, hat sich die Datenflut meiner eigenen Aktivitäten seit mehreren Jahren nicht mehr merklich erhöht.
Mein DSL-Modem teilt diese Ansicht seit 2004 ;)
Digitalfernsehen zähle ich nicht mit, weil erstens mein Rechner dafür nur noch ausnahmsweise genutzt wird und der DVB-S2 Receiver normalerweise nicht am Datennetz hängt. Nur in Einzelfällen greife ich auf dessen Platte zu, und die werden eher seltener.
Fernsehen oder Radio per Internet nutze ich ebenfalls äusserst selten, denn die Vielfalt von oben ist schon kaum überschaubar. Und die steht mir hier analog seit 1991 und digital seit 2001 zur Verfügung.
Filme oder Musik über's Netz nutze ich auch sehr selten, allenfalls ist eine Steigerung der Datenmenge hierbei qualitativ bedingt.
e-mail, SMS & Co. nehmen bei mir gleichfalls nicht zu.
Betriebssystem- und Software-Downloads ebensowenig.
Das Internet-Zeitalter begann für mich privat Ende 1998, beruflich in 1996.
Auf dem Job besteht der von mir verursachte Traffic weit überwiegend aus den Komponenten Suchen auf der Firmenwebseite und Arbeit mit dem Warenwirtschaftssystem. Hinzurechnen darf man noch die gestreamte Hintergrundbeschallung. Das wird nicht mehr.

Sicherlich ist der Anstieg des Datentransports in letzter Zeit allgemein eher der Anzahl der Teilnehmer zu verdanken, insbesondere derer mit DSL bzw. UMTS.
Filme tauschen dürfte sicherlich immer noch ein Grossteils des Volumens ausmachen. Internet-basiertes TV ersetzt das eher, als es in's unermessliche zu steigern. Und Broadcasts kann man als ohnehin nur bedingt vom Individuum abhängig einstufen.
Global sind bei den Teilnehmerzahlen ganz sicher noch gewaltige Steigerungen zu erwarten, national dürfte, zumindest hierzulande, inzwischen eine Art Sättigungseffekt feststellbar sein.

Wenn nun IM und Tweets im Rahmen der steigenden Informationsflut genannt werden, so erhöhen die sicherlich die Anzahl von Transfers erheblich, und auch die Komplexität steigt aufgrund immer neuer Anbieter für den Nutzer, aber die transportierten bzw. gespeicherten Datenmengen bleiben dabei eher überschaubar, solange keine langen Filme oder andere grosse Dateien oder Streams eingebunden werden (können).

Insgesamt denke ich, wir werden in nächster Zeit öfters über den Anstieg der weltweiten Datenflut hören, gerade weil dieser in den klassischen Industrieländern eben nicht mehr so stark ausfällt, wie aus den letzten Jahren gewohnt. Man trommelt wieder laut, denn ein neuer Hype ist nicht wirklich in Sicht...

In diesem Zusammenhang sehe ich die geplante direkte Einbindung multimedialer Inhalte in HTML 5 auch als gezielten Versuch, das Daten(transport)aufkommen wieder im vormals üblichen Masse steigen zu lassen. Und die Nebelschwaden um die Cloud ebenso...

Jürgen
« Letzte Änderung: 05 August, 2010, 13:20 von Jürgen »
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Die große Daten-Inventur
« Antwort #19 am: 11 Februar, 2011, 17:37 »
Forscher bestimmen die Speicher- und Rechenkapazität der ganzen Welt

Im Jahr 2007 war die Menschheit in der Lage, 295 Billionen Megabyte zu speichern. Alle Übertragungskanäle zusammengenommen besaßen die Kapazität, 2 Billiarden Megabyte zu übertragen. Alle Recheneinheiten elektronische Geräte, vom Supercomputer bis zum Handy, hätten 6,4 Billionen MIPS ausführen können.

In einer Art großen Inventur sind zwei US-Forscher zu diesen gigantischen Zahlen gelangt, die jetzt das Wissenschaftsmagazin Science online veröffentlicht. Interessant werden diese Daten allerdings nicht durch bildliche Vergleiche: ein CD-Stapel von der Erde zum Mond mag die Dimensionen schön veranschaulichen, er verrät aber nichts über die dahinter stehenden Trends und Herausforderungen. Zumal die Daten für das Jahr 2007 extrapoliert wurden - heute dürfte der Stapel über die Mondbahn schon weit hinausragen. Anderseits weisen die Forscher darauf hin, dass selbst diese Menge noch kleiner ist als die Gesamtzahl der von allen DNS-Molekülen eines einzelnen Menschen kodierten Bits.

Spannender wird die umfangreiche Aufstellung der Forscher, betrachtet man den Verlauf über die vergangenen zwanzig Jahre. Das Science-Paper führt explizit die Jahre 1986, 1993, 2000 und 2007 auf - detailliertere Analysen erwiesen sich wegen der unzureichend vorliegenden Statistiken etwa über Hardware-Verbreitung, aber auch über verwendete Kompressionsalgorithmen und die Art der Inhalte als zu unsicher. Analysiert haben die Forscher die wichtigsten analogen und digitalen Speicherverfahren - vom Buch- und Zeitungsdruck bis hin zu Festplatte und Speicherkarte.

1986, 1993, 2000 und 2007

1986 war, nicht ganz überraschend, die analoge Datenwelt noch weit größer als die digitale. Um zwei Größenordnungen. Die größten Informationsberge lagen damals auf Videokassette vor, gefolgt von der LP und der Musikkassette. Auf digitaler Ebene lagen CDs und Minidiscs vorn, gefolgt vom Digitalband und den Disketten.

Auch 1993 dominierte noch die analoge Datenspeicherung, wobei sowohl analog als auch digital um eine Größenordnung gewachsen waren. Papierfotos hatten die Vinyl-Schallplatte überholt, Chipkarten einen riesigen Sprung nach vorn vollführt, und Handys tauchten erstmals in der Statistik auf.

Zum Jahrtausendwechsel hatte die analoge Welt nur noch einen kleinen Vorsprung. Computerfestplatten überholten die Diskette als Speichermedium, Speicherkarten und portable Mediaplayer machten sich erstmals in der Statistik bemerkbar, die DVD feierte einen beeindruckenden Einstand.

2007 schließlich haben digitale Speicherverfahren die analogen endgültig überholt, und zwar um eine ganze Größenordnung. Die analoge Welt wird allmählich abgewickelt, Smartphones und PDA speichern mehr Daten als sämtliche Druckwerke der Welt zusammengenommen, vom Discounter-Prospekt über die Tageszeitung bis zum Hardcover-Bestseller.

Wie haben sich die Übertragungskapazitäten entwickelt?

Hier notieren die Forscher zwei spannende Trends. Zum einen natürlich die Ablösung analoger durch digitale Kommunikation, die derzeit allerdings noch nicht abgeschlossen ist. 2007 hatte jedenfalls die analoge Welt hier noch etwa die doppelte Kapazität, inzwischen könnte sich ein Gleichstand ergeben haben.

Das liegt daran, dass das Paper alle Kommunikationsformen berücksichtigt - die Einwegekommunikation des Fernsehens ebenso wie die Zweiwegekommunikation von Handy und Internet.

Broadcast-Medien, die 1986 drei Größenordnungen mehr Daten übertragen konnten als Telekom-Medien, hatten 2007 noch einen Vorsprung von etwas mehr als einer Größenordnung (zu den Broadcast-Medien zählen die Forscher konsequenterweise zum Beispiel auch Tageszeitungen, während sie zu den "Telekom-Medien" auch die Briefkommunikation rechneten).

Im Vergleich zwischen 1986 und 2007 fällt vor allem der Siegeszug des Internet auf, das heute das stärkste digitale Übertragungsmedium ist. Die analoge Welt ist hier eher von Konstanz geprägt.

Die Rechenkapazität

Als letztes Kriterium haben die Forscher die Rechenkapazität untersucht. Dabei unterscheiden sie zwischen universell einsetzbaren Geräten (Computer, Taschenrechner und so weiter) und anwendungsspezifischer Rechenkapazität, etwa in der Mikrowelle oder einer SIM-Card. Bei der ersten Kategorie lag 1986 noch der Taschenrechner knapp vor dem PC und den Videospiel-Konsolen. 2007 wurde fast die gesamte Rechenkapazität unseres Planeten von PCs und Spielkonsolen zur Verfügung gestellt, Supercomputer liegen zwei Größenordnungen darunter und werden selbst von Smartphones noch um den Faktor zehn übertroffen. Bei den anwendungsspezifischen CPUs liegen inzwischen die Grafikchips weit vorn.

Wie bei jeder Inventur, sind die so erhobenen Zahlen nicht mehr und nicht weniger als ein Ausgangspunkt. Auf dieser Grundlage lassen sich die kommenden Herausforderungen diskutieren: Wird die Kapazität den Anforderungen genügen? Reichen die vorhandenen Algorithmen, die Daten zu katalogisieren?

Quelle : http://www.heise.de/tp/

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9.570.000.000.000.000.000.000 Bytes
« Antwort #20 am: 10 Mai, 2011, 13:55 »
Alle zwei Jahre verdoppelt sich die von den Servern weltweit verarbeitete Datenmenge

Man kann es sich schon ausmalen, dass von den weltweiten Servern der Unternehmen in einer globalisierten Welt, die über Datenströme verbunden ist, gewaltige Datenmengen verarbeitet werden. Wissenschaftler der School of International Relations and Pacific Studies und des San Diego Supercomputer Center an der University of California, San Diego, haben in einer Studie auf der Basis zahlreichen Quellen abgeschätzt, dass die 27 Millionen Server von Unternehmen 2008 um die 9,57 Zettabytes verarbeitet haben, das sind unvorstellbare 9.570.000.000.000.000.000.000 Bytes (1021), eine Zahl, die wenig vermittelt, bestenfalls einfach viel. Nicht eingeschlossen sind dabei allerdings die Millionen von Servern, die Google, Microsoft, Yahoo etc. aus Komponenten selbst herstellen, was darauf hinweist, dass die wirklichen Zahlen vermutlich deutlich höher sein werden.

Die Studie How Much Information? 2010 Report on Enterprise Server Information, die im letzten Monat erschienen ist, macht auch sonst wenig deutlich, was die Zahlenmengen uns sagen sollen. Vergleiche etwa mit der Datenverarbeitung in Körpern, von Gehirnen, in Gesellschaften, im Universum oder wo auch immer gibt es nicht. Dafür aber Beispiele zur Veranschaulichung, die beeindrucken sollen, aber an sich wenig aussagen.

9,57 Zettabytes wären vergleichbar mit einem Bücherstapel, der sich 20 Mal zwischen Erde und Neptun erstrecken würde, wenn jedes Buch 4,8 cm dick wäre und 2,5 MB Informationen enthalten würde. Und weil sich die verarbeiteten Daten alle zwei Jahre verdoppeln, würde der Bücherstapel 2024 bereits länger als 4,37 Lichtjahre bis zum nächsten Sonnensystem Alpha Zentauri reichen - was allerdings, in Maßstäben des Universums gedacht, nicht sonderlich viel wäre.

Und besonders gewichtig scheinen die verarbeiteten Daten auch nicht zu sein, zumal Menschen sie meist gar nicht zu Gesicht bekommen, wie Roger Bohn, Professor für Technologiemanagement, sagt: "Die meisten Informationen sind unglaublich flüchtig: Sie werden in wenigen Sekunden erzeugt, gebraucht und gelöscht, ohne von einer Person gesehen worden zu sein." Und er wird richtig poetisch, um die Bedeutung darzustellen: "Das ist der Teil des Eisbergs, der sich unter Wasser befindet und der die Welt betreibt, die wir sehen." Auf jeden der 3,18 Milliarden Werktätigen entfallen jährlich 3 Terabytes und täglich 12 Gigabytes an Serverinformation, was immer das auch bedeuten mag.

Quelle : http://www.heise.de/tp/

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Globale Datenmenge wächst 2011 um 1,8 Zettabyte
« Antwort #21 am: 28 Juni, 2011, 16:36 »
Die Menge der neu erzeugten Daten steigt weiterhin exponentiell an. Etwa alle zwei Jahre verdoppelt sich der Wert laut einer aktuellen Studie, die das Marktforschungsunternehmen IDC im Auftrag des Speicherspezialisten EMC durchgeführt hat.

Demnach wird in diesem Jahr wohl die 1,8-Zettabyte-Marke erreicht, was grob einer Menge von 1,8 Billionen Gigabyte an Daten entspricht, die weltweit zum bisherigen Bestand dazukommen. Allerdings sind darin auch Daten enthalten, die durch das Kopieren bereits vorhandener Informationen zusätzlich entstehen, hieß es.

"Die Treiber dieses unablässigen Datenwachstums sind verbesserte Technologien und sinkende Investitionskosten. Verglichen mit 2005 haben sich die Kosten für die Erzeugung, Erfassung, Verwaltung und Speicherung von Informationen auf ein Sechstel verringert", erklärte Sabine Bendiek, Geschäftsführerin von EMC Deutschland.



Im gleichen Zeitraum sind die Investitionen von Unternehmen in das IT-Umfeld - also für Cloud-Dienste, Hardware, Software, Services und Mitarbeiter für die Erzeugung, Verwaltung, Speicherung von Informationen - um 50 Prozent auf rund vier Billionen Dollar gestiegen.


Quelle : http://winfuture.de

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SanDisk Memory Vault soll Fotos 100 Jahre sichern
« Antwort #22 am: 14 September, 2011, 19:00 »
Der Speicherhersteller SanDisk hat heute sein neues Speichersystem "Memory Vault" vorgestellt. Dieses soll Nutzern helfen, Sicherungskopien von wichtigen Daten über einen langen Zeitraum sicher lagern zu können, teilte das Unternehmen mit.

Auf den ersten Blick handelt es sich um einen einfachen externen Speicher, der per USB an den Rechner angeschlossen wird. Im Vergleich zu externen Festplatten steht dabei allerdings vergleichsweise wenig Speicherplatz zur Verfügung. Dieser wird aber nach Ansicht SanDisks auch nicht in übermäßig großen Mengen genutzt, da Memory Vault vor allem für einige besonders wichtige, nicht mehr reproduzierbare Daten wie beispielsweise die Fotosammlung gedacht ist.

So flankiert das Unternehmen die Produkteinführung auch mit Daten einer Studie, nach der die Familienfotos das erste wären, was sie nach Angehörigen und Haustieren bei einem Hausbrand in Sicherheit bringen würden. Bei einer Archivierung auf dem Memory Vault wären diese nach Ansicht SanDisks im Notfall schnell und geschlossen zur Hand und könnten mitgenommen werden.

Im Vergleich zu anderen Backup-Medien wie optischen Datenträgern oder Festplatten soll das System aber deutlich robuster sein. DVDs beispielsweise sind nur über einen gewissen Zeitraum in der Lage, Daten fehlerfrei zu erhalten und Festplatten sind gegen Erschütterungen - wie sie in Notfällen schnell einmal auftreten - zu empfindlich.


In das neue Produkt habe man daher die Chronolock-Technologie integriert, die es in Verbindung mit hochwertigem Flash-Speicher erlauben soll, Informationen problemlos über einen Zeitraum von hundert Jahren aufzubewahren. Bei Tests mit hohen Temperaturschwankungen habe man einen längeren Zeitverlauf simuliert und passende Ergebnisse erhalten, hieß es.

Der Memory Vault kommt aktuell in zwei Kapazitätsstufen auf den Markt: Die 8-Gigabyte-Variante wird rund 50 Euro kosten, eine Version mit doppelter Speicherkapazität will SanDisk für rund 90 Euro anbieten.

Quelle : http://winfuture.de

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Re: SanDisk Memory Vault soll Fotos 100 Jahre sichern
« Antwort #23 am: 15 September, 2011, 01:07 »
Eben 'mal nachgeschaut, aktuell würde die kleinere Version für meine hier gespeicherten Photos gerade noch reichen.

Von daher sind die angebotenen Grössen für mich eindeutig nicht ausreichend.
Man wird ja kaum einen ganzen Haufen davon anschaffen und notfalls mitnehmen wollen.

So bleibt's hier vorläufig bei den mobilen Festplatten, und für die schnelle Sicherung zwischendurch gibt's immer 'ne Handvoll normale Sticks.
Auch letztere sind meist weniger empfindlich als der menschliche Körper...

Anders wäre es sicherlich, wenn ich mich in fragwürdiger Umgebung bewegen müsste.
Dafür wäre allerdings so ein relativ grosses Gerät auch nicht erste Wahl, sondern eher 'ne winzige Speicherkarte, die sich fast überall verstecken lässt.
Aber vielleicht als Abwehrwaffe, Typ jaw breaker...

Jürgen
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IBM-Forscher speichern ein Bit in zwölf Atomen
« Antwort #24 am: 13 Januar, 2012, 20:00 »
Forscher des IBM Almaden Research Centers in Kalifornien konnten ein Bit in zwölf Atomen speichern. Heute übliche Festplatten benötigen laut IBM hingegen ungefähr eine Million Atome pro Bit. Das Forscherteam schätzt, dass sich mit den Erkenntnissen aus seiner Forschung theoretisch eine Speicherdichte erreichen lässt, die das 100-Fache wie bei heutigen Festplatten beträgt.

Laut Andreas Heinrich von IBM konnten die Forscher erstmals zeigen, dass sich die zwölf speziell angeordneten Atome wie eine stabile magnetische Einheit verhalten. Bei dem Experiment wurden einzelne Eisenatome mithilfe eines Rastertunnelmikroskops zu einer Zwölfergruppe angeordnet. Anschließend ließ sich nachweisen, dass diese Anordnung einerseits einen Zustand (ein Bit) über mehrere Stunden beibehält, zumindest bei tiefen Temperaturen. Andererseits ließen sich diese Zwölfergruppen näher als bisher bekannt nebeneinander anordnen, ohne sich gegenseitig zu beeinflussen. Andreas Heinrich erläutert seine Erkenntnisse auch genauer in einem Video.


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Offline dada

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Re: IBM-Forscher speichern ein Bit in zwölf Atomen
« Antwort #25 am: 13 Januar, 2012, 22:27 »
also mit dieser Rechnung komme ich nicht so ganz klar. Bei diesen Angaben komme ich theoretisch auf einen Unterschied von 1000x höher als 100-fach. Rechne ich das was falsch? Oder sind da nicht kalkulierbare Probleme mit mit eingerechnet. Dann ist aber auch 100-fach Wunschdenken.
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Re: IBM-Forscher speichern ein Bit in zwölf Atomen
« Antwort #26 am: 14 Januar, 2012, 01:08 »
Die Antwort auf diese ODER-Frage ist ja.

Weiss-Bezirke, die kleinsten klassisch magnetisierbaren Elemente, grenzen praktisch distanzlos aneinander.
Sie sind also sehr dicht gepackt, allerdings aufgrund der etwas unregelmäßigen Struktur nicht systematisch einzeln ansprechbar.

Ein Objekt in der Größe einiger Atome dagegen ist zwar sehr viel kleiner, aber eigentlich nur mit ganz enormem Aufwand herstell- und handhabbar.

Man braucht in jedem Falle ein Vielfaches der Fläche drumherum frei. "Näher als bisher bekannt nebeneinander..." ist eben ein sehr relativer Begriff.

Hinzu kommt, dass so eine Anordnung äußerst empfindlich gegen äußere Einwirkungen ist, wie z.B. Alphastrahlung oder Sauerstoff, da sie in sich ja (noch) jeder Redundanz entbehrt.
So wird man in einem gedachten praktischen Ansatz wohl für jedes Bit eine Gruppe solcher Elemente brauchen.

Ob der Quanten-Hall-Effekt oder andere noch zu entwickelnde Arbeitsweisen einer Schreib-/Lese-Einheit dafür überhaupt schnell genug gemacht werden können, um ernsthaft mit bisherigen magnetischen Methoden konkurrieren zu können, steht noch in den Sternen.
Ebenso fraglich ist, ob sich damit das Moorsche Gesetz aufrecht erhalten lässt, rechtzeitig und wirtschaftlich.
Ich würde mich sehr wundern, wenn sich bis dahin nicht längst Flash durchsetzt, oder irgendeine andere Art von Festkörperspeicher.

Diese Methode mit den Eisenatomen verlangt nämlich nach wie vor einen mechanisch positionierten Kopf ("Probe"), nun aber mit einer Präzision im (eigentlich sub)atomaren Bereich, und mit einem einzelnen Atom an der aktiven Spitze.
Dabei hilft kein nützliches Luftpolster mehr, das unsere heutigen Magnetköpfe per Bodeneffekt auf Abstand hält.  

Niemand kann heute wirklich wissen, was in einigen Jahren die Technik der Wahl sein wird.
So ist es auch das Schicksal des größten Teils der Grundlagenforschung, niemals zu verwertbaren Ergebnissen zu führen.
Nur von den wenigen Ausnahmen profitiert letztlich unsere Technologie.
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Speicher soll Millionen Jahre überleben
« Antwort #27 am: 26 Oktober, 2012, 13:55 »
DVDs, Festplatten oder Flash-Speicher sind alles andere als langlebig. "Bei der Langzeit-Archivierung haben wir uns seit der Zeit, als die Menschheit Informationen in Stein gemeißelt hat, kaum verbessert", sagt der Hitachi-Forscher Kazuyoshi Torii. Deshalb hat er mit weiteren Kollegen bei dem japanischen Technologiekonzern einen Speicher aus Quarzglas entwickelt, der einige Hundert Millionen Jahre halten soll, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Der Datenträger ist etwa so groß wie eine Briefmarke. Ein Laser brennt ihm schichtweise mikroskopisch kleine Punkte ein, die Nullen und Einsen repräsentieren. Die Datendichte beträgt knapp 40 Megabyte pro Quadratzoll. An Festplatten kommt das zwar keinesfalls heran, erlaubt aber zumindest die Sicherung besonders wichtiger Daten, etwa von Geschäftsarchiven.

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Re: Speicher soll Millionen Jahre überleben
« Antwort #28 am: 27 Oktober, 2012, 01:26 »
Ausgerechnet "Daten etwa von Geschäftsarchiven" sollen so wichtig sein, das man sie für Millionen Jahre sichern müsste?
Was sollte das denn sein, was dann noch irgendeine Bedeutung haben könnte?
Die geheime Konstruktion des Wassermotors?
Das Coke-Rezept?
Selbst ein Patent auf das menschliches Genom wäre ja irgendwann abgelaufen, und sogar die GEMA hat irgendwann nix mehr zu melden.

Zur Bewahrung weit erhaltenswürdigerer Dinge, wie z.B. künstlerischer oder wissenschaftlicher Geniestreiche, eignet sich dieser Datenträger so schon aus Gründen der sehr geringen Kapazität offenbar nicht.
Zudem ist ohne "spezielle Codierungen" weder irgendeine spätere Fehlererkennung bzw. -korrektur möglich, noch auch nur eine Aufzeichnung anderer als schon von Natur aus rein binärer, also 1-bit-Daten.
Und selbst bei solchen würde stets zusätzliches Wissen zur Interpretation mitbewahrt werden, sofern es sich nicht nur um direkt aufgezeichnete Pixel- oder -Vektor-Grafiken handelt.
Diese allerdings konnte man schon in der Steinzeit produzieren, und zwar ohne Bedarf für irgendein Lesegerät.

Jürgen

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« Antwort #29 am: 09 April, 2014, 19:19 »
Der finnische Millennium Technology Prize geht in diesem Jahr an den britischen Physiker Stuart Parkin, der die Datendichte von Festplatten enorm erhöhen konnte.

In diesem Jahr geht die Auszeichnung der finnischen Akademie für Technologie (TAF) an einen Pionier der Computertechnik, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Ausgezeichnet mit dem alle zwei Jahre vergebenen Millennium Technology Prize wurde der britische Experimentalphysiker Stuart Parkin für seine Arbeit auf dem Gebiet der Magnetspeichermedien.

In einem Statement der TAF hieß es, Parkin erhalte den Preis in Anerkennung seiner Entdeckungen, die es erlaubt hätten, die Speicherkapazität von Festplatten zu vertausendfachen. "Seine Innovationen führten zu einer enormen Ausweitung der Kapazitäten zur Erfassung und Speicherung von Daten." Dies wiederum habe erst den Bau großer Rechenzentren ermöglicht, die heute die Grundlage und das Rückgrat moderner Dienste wie Cloud Services, Social Networks und den Online-Vertrieb von Musik und Filmen bildeten.

Der Millennium Technology Prize ist mit einer Million Euro dotiert und soll Wissenschaftler nicht für ihr Lebenswerk auszeichnen, sondern weitergehende Forschung motivieren. Parkin hatte wichtige Verfahren im Bereich der Spintronik erforscht, die es erlauben, Dünnfilmmagnetstrukturen mit deutlich gesteigerter Datendichte zu erzeugen. Der Physiker, der im britischen Watford geboren wurde, baute seine Arbeit auf Beobachtungen zweier Nobelpreisträger des Jahres 2007 auf. Albert Fert und Peter Grünberg hatten hochsensibler Detektoren entwickelt, die kleinste Magnetfelder bei Raumtemperatur unterscheiden können.

Parkin ist heute bei IBM als Forscher tätig, er leitet die Magnetoelectronics-Gruppe am IBM Almaden Research Center im kalifornischen San Jose. Seine Technik wird von IBM (und mittlerweile auch anderen) seit 1997 kommerzialisiert und sorgte dafür, dass sich die Speicherkapazität von Festplatten ungefähr alle zwei Jahr verdoppelt.

Mehr zum Thema in Technology Review online:

    Millennium Technology Prize 2014 für Festplattenpionier

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