Seit gestern Abend steht Bürgern der USA sowie Kanadas ein neues Videoportal zur Verfügung. Unter dem Namen Vevo will das Majorlabel Universal Music eine ernstzunehmende Konkurrenz im Musikvideo-Bereich aufbauen.
Neben den Musikvideos der Künstler, die bei dem Label unter Vertrag stehen, will man aber auch weitere Exklusivinhalte anbieten. Dazu sollen unter anderem Interviews und Backstage-Berichte gehören. Mit diesem Ansatz steht Universal glücklicherweise nicht völlig alleine da. Auch Sony Music beteiligt sich an dem Portal. Darüber hinaus hat unter anderem EMI angekündigt, in absehbarer Zeit ebenfalls Videomaterial anzubieten.
Lediglich Warner Music hat sich bislang quer gestellt. Man wolle keine Inhalte beisteuern. Unklar ist noch, inwiefern man eine Konkurrenz zu YouTube darstellen will. Natürlich sind die eingestellten Inhalte ausschließlich professioneller Natur. Nutzergenerierte Inhalte werden bei Vevo nicht auftauchen. Interessanterweise bietet ausgerechnet YouTube die technischen Lösungen für Vevo an.
Ob sich das Konzept professioneller Videoinhalte etablieren wird, muss sich noch zeigen. Dass ein Interesse dafür grundsätzlich vorhanden ist, steht außer Frage. Insbesondere die Tatsache, dass die Einnahmen durch Musikvideos bisher zwischen YouTube und den Labels geteilt wurden, könnte sich nun elementar ändern.
Ob man sich jedoch letzten Endes tatsächlich als Konkurrent zu YouTube und Konsorten etablieren kann? Solange das Angebot von Vevo auf die USA und Kanada beschränkt bleibt, wird dies zumindest schwierig. Zumindest sollten zukünftige Streitigkeiten wegen der Vergabe von Lizenzen damit jedoch der Vergangenheit angehören. Vevo hat also eine echte Chance, zum Marktführer unter den Musikvideoportalen zu avancieren. Ob die Majorlabels diese Chance erkennen und nutzen?
Quelle :
www.gulli.com