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Info Corner / Internet-via-Sat, Datendienste / IPTV / Videoportale / Internet TV & Radio => # WWW, Telefon, Provider & Co => Thema gestartet von: Jürgen am 07 Juni, 2005, 16:38

Titel: Wikipedia/Wikimedia ...
Beitrag von: Jürgen am 07 Juni, 2005, 16:38
Die freie Enzyklopädie Wikipedia ist am heutigen Dienstag nicht am Netz. Seit heute Morgen um 9 Uhr deutscher Zeit ziehen nämlich die Server von Wikipedia, Wikimedia, Wikicities, Memory Alpha und Uncyclopedia um, da neue Räumlichkeiten nötig wurden. Der Umzug soll noch im Laufe dieses Tages abgeschlossen sein. Ein genauer Termin dafür ist nicht bekannt.

An der IP-Adresse und den genutzten Servern selbst werde sich nichts ändern, heißt es in einem Statusbericht. Vor dem Umzug seien alle Wiki-Datenbanken, -Bilder und Konfigurationsdateien gesichert worden. Der Umzug sei innerhalb von etwa vier bis sechs Stunden bewältigt; auf der Status-Seite erfahren Interessierte dann auch, wann der Umzug beendet ist oder wenn er möglicherweise doch etwas länger als geplant dauert. (anw/c't)
Quelle und Links:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/60350
Titel: Wikipedia: 250.000 deutsche Artikel
Beitrag von: SiLæncer am 28 Juni, 2005, 08:37
Die deutschsprachige Version der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia wächst ungebremst: Mit Mönchgut, einem Beitrag über eine 29,44 km2 große Halbinsel im Südosten von Rügen, wurde der viertelmillionste Artikel in der deutschsprachigen Wikipedia eingestellt. Die Zahl der Artikel hat sich somit in weniger als einem Jahr verdoppelt, täglich kommen mehr als 400 neue Artikel hinzu.

Damit ist die deutsche Version nach der englischen Ausgabe mit über 611.000 Artikeln der zweitgrößte Ableger des Enzyklopädieprojekts . Insgesamt gibt es derzeit rund 2 Millionen Wikipedia-Artikel in 200 Sprachen. Die Millionenmarke wurde erst im September 2004 überschritten.

Derzeit nehmen die Systemadministratoren die Version 1.5 der Wikiengine Mediawiki in Betrieb. Die neue Software soll unter anderem Performance-Probleme beheben, mit denen sich das Projekt seit längerer Zeit herumschlägt. Während der Umstellung sind die einzelnen Wikimedia-Projekte nur eingeschränkt erreichbar.

Die neue Mediawiki-Version implementiert einige praktische Features. Die jeweils aktuelle Fassung eines Artikels bekommt nun einen Permalink zugewiesen. Auf diese Weise kann man auf die bestehende Fassung eines Artikels verlinken, ohne Sorge haben zu müssen, dass der Text nachträglich verändert wird. Bisher war dies nur mit älteren Versionen eines Artikels möglich. Auch für die Wikipedia-Autoren werden einige Komfortfunktionen eingeführt. So kann man sich nun per Mail über Artikeländerungen und neue Diskussionsbeiträge informieren lassen, bisher musste man sich dazu einloggen. Im Gegenzug müssen die Mailadressen bei neuen Accounts erst durch eine Antwort validiert werden.

Noch nicht aktiviert wird eine neue Funktion zur Validierung von Artikeln, mit der die Nutzer über die Qualität eines Artikels abstimmen können. Ein solcher Mechanismus soll zur schnelleren Einstufung von qualitativ hochwertigen Artikeln führen. Das jetzige händische Verfahren kommt nur sehr langsam voran: Bisher sind nur 453 Artikel als Exzellente Artikel eingestuft, das sind weniger als 0,2 Prozent. Zwar wird diese Funktion schon seit längerem diskutiert, noch sind die technischen und praktischen Fragen zur Umsetzung aber nicht geklärt.

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales gab inzwischen bekannt, dass die im April angekündigte Unterstützung durch den Suchmaschinenanbieter Yahoo angelaufen ist: Wales bestellte 23 neue Server, die Yahoo in einem seiner Rechenzentren beherbergen will. Damit sind in Kürze mehr als 100 Server mit den verschiedenen Projekten der Wikimedia Foundation beschäftigt.

Quelle und Links : http://www.heise.de/newsticker/meldung/61109
Titel: "Kopfprämien" bei Wikipedia
Beitrag von: SiLæncer am 12 Juli, 2005, 18:18
Normalerweise arbeiten die Autoren der Online-Enzyklopädie Wikipedia ohne Gegenleistung. Das muss nicht so bleiben, denn neuerdings winken den Schreibern Belohnungen, die von Nutzern des Nachschlagewerks ausgesetzt werden. Die Nutzer der Wikipedia können auf diese Weise ihrem Wunsch nach einem bestimmten Artikel Nachdruck verleihen.

Eine Prämie kann etwa für jenen nächsten Artikel zum Thema "Genomforschung" ausgelobt werden, der im Wikipedia-eigenen Bewertungs-System das Prädikat "exzellenter Artikel" erringt. Manche Nutzer wünschen sich auch gezielt die Ergänzung bereits bestehender Einträge oder möchten die Erklärung zu einem bestimmten Stichwort aus fremdsprachigen Wikipedia-Versionen ins Deutsche übersetzt bekommen.

Zwar ist auf der betreffenden Wikipedia-Seite durchgängig von einem "Kopfgeld" die Rede, in der Praxis winken den Verfassern der Wunschartikel statt Geld aber eher Sachspenden wie Bücher oder CDs. Auch ungewöhnliche Belohnungen sind möglich: Für Beschreibungen von Berliner Straßen gibt es Freigetränke auf Wikipedia-Treffen -- und wer die Geschichte der Gemeinde Sexten für die Online-Enzyklopädie aufbereiten möchte, der wird übers Wochenende auf einen Bauernhof nach Südtirol eingeladen.

Quelle und Links : http://www.heise.de/newsticker/meldung/61615
Titel: Zu viele Rechtschreibfehler in der Wikipedia?
Beitrag von: SiLæncer am 03 August, 2005, 18:11
bildungsklick.de: Wikipedia hat mehr als 1 Million Rechtschreibfehler

Das vom Redaktionsbüro Diehl betriebene Internetportal für Bildungsinformationen bildungsklick.de geht mit der freien Enzyklopädie Wikipedia hart ins Gericht. In den Artikeln finden sich nach einer Hochrechnung von bildungsklick.de rund 1 Million Rechtschreibfehler, was vor allem vor dem Hintergrund problematisch sei, dass Wikipedia mitunter zum Einsatz im Unterricht empfohlen wird.

Das Internetportal bildungsklick.de hat im Juni 2005 stichprobenartig zwölf Wikipedia-Artikel überprüft, die der deutsche Bildungsserver unter dem Suchbegriff "Wikipedia" ausdrücklich als Quellen für den Unterricht empfiehlt. Keiner der geprüften Wikipedia-Artikel war frei von Rechtschreibfehlern.

Rechne man die Fehlerhäufungen auf alle rund 250.000 Beiträge in der deutschsprachigen Wikipedia hoch, so bildungsklick.de, käme man schon dann auf eine Million Rechtschreibfehler, wenn man von durchschnittlich nur 4 Fehlern pro Text ausginge. Die Quote in den überprüften Texten habe aber teilweise um ein Vielfaches darüber gelegen.

Nun erschließe sich zwar bei einer Auswahl von 12 aus insgesamt ca. 250.000 Texten nicht ohne Weiteres eine statistische Relevanz, so bildungsklick.de selbst, "die Menge der gezählten Fehler sollte allerdings Anlass zu einer äußerst kritischen Betrachtung der orthografischen Qualität des Gesamtwerkes geben - vor allem bei solchen Einrichtungen, die einzelne Beiträge oder die gesamte Wikipedia für den Einsatz in Schulen vorschlagen."

So könne die Wikipedia die für Schulbücher geltenden Kriterien nicht immer erfüllen und es sei zu fragen, "gemäß welcher pädagogischer Kriterien Lehrer eine mit so vielen Rechtschreibfehlern behaftete Sammlung als Arbeitsmittel im Schulunterricht einsetzen und übergeordnete Beratungsstellen sie zu diesem Zweck ausdrücklich empfehlen."

Die Korrekturfahnen zu den zwölf überprüften Artikeln hat bildungsclick.de zusammen mit der Kritik veröffentlicht, auf eine Korrektur der Wikipedia-Artikel selbst hat man indes verzichtet.

Quelle und Links : http://www.golem.de/0508/39647.html
Titel: Re:Zu viele Rechtschreibfehler in der Wikipedia?
Beitrag von: Jürgen am 03 August, 2005, 21:23
Natürlich haben Schulen und Schüler das Recht, sich aus ALLEN allgemein verfügbaren Quellen mit Informationen zu versorgen.

Dass diese nicht frei von sog. "Rechtschreibfehlern" sein müssen, ist absolut selbstverständlich, und zwar weil die "Rechtschreibregeln" eben nicht allgemeingültig sind und auch nie waren.

So wie selbst in unserer kranken Zeit niemand verlangen kann, dass Texte von Goethe, Lessing, Schiller, Kant, Hegel oder Einstein den heute oder auch nur damals von den Kulturfuzzies proklamierten Regeln zu genügen hätten, so ist auch kein Autor der Wikipedia an solche Erlasse irgendeiner nicht einmal demokratisch legitimierten KMK gebunden.

Rechtschreibregeln können nur gelten in Bereichen, für die deren Verfasser eine Entscheidungskompetenz besitzen oder in denen andere Berechtigte deren Gültigkeit rechtswirksam verfügt haben.

In allen anderen Bereichen gilt u.a. die Freiheit der Kunst und der Meinungsäusserung und sowieso der Urheberschutz, der Veränderungen von Werken durch Dritte sogar generell verbietet.

Wikipedia geht die Kulturbesoffenen garnichts an!

Im übrigen ist das behauptete Recht der KMK zur Festlegung einer ihr genehmen Rechtschreibung grundsätzlich anmassend. Die Sprache gehört in jeder Form dem Volke, sie entwickelt sich unabhängig und stetig, nicht durch Entscheidungen von Kultus-Diktat(oren...)!

Bisher hat, als einzig weitestgehend anerkannte Referenz, der Duden jährlich ebendiese Entwicklung dokumentiert, stets orientiert am tatsächlichen Sprachgebrauch. Strittig war und ist allenfalls, ob dadurch jede andere Schreib- oder Sprechweise überhaupt falsch sei, alle niedergelegten Varianten dagegen waren immer anerkanntermassen richtig.
Was einmal richtig war, wird aber niemals falsch, kann höchstens irgendwann als altmodisch gelten.
Luther würde den Spinnern seine (Pro-)Thesen ;) um die Ohren hauen.

Ausserdem sind meiner Meinung nach Inhalte IMMER weitaus bedeutsamer als die Form.
Auch an Schulen ist es viel wichtiger, kreatives und autonomes Denken, Deuten und Formulieren zu lernen, als sich sklavisch an synthetischen Formalismen zu verbeissen.

Schande über die Träger von Vatermörder-Krägen und Ärmelschonern, Entzug für alle  Tinten-Schönschreib-Junkies!

Gib' einem Deutschen Macht und er wird sie missbrauchen...

All' meine Rechtschreibfehler sind vorsätzlich oder grob fahrlässig verbrochen, wenngleich auch nicht immer bewusst gesetzt.
Diese Freiheit nehm' ich mir .  :P
Titel: Wiki-Orakel: Zehn Dinge, die umsonst sein werden
Beitrag von: SiLæncer am 04 August, 2005, 20:31
Der Erfinder von Wikipedia, Jimmy Wales, träumt von der schönen kostenlosen Internetwelt. Auf der Wikipedia-Konferenz in Frankfurt wird er morgen eine Liste von Angeboten vorstellen, die seiner Ansicht nach kostenlos sein werden. Zum Beispiel Lehrbücher, Lexika und Wörterbücher.

Dass Menschen ohne Bezahlung für eine große Idee arbeiten ist heutzutage ziemlich ungewöhnlich. Doch im Internet wächst ein gegenläufiger Trend. Mit freier Software, die von Tausenden Programmierern weltweit entwickelt und verbessert wird, fing es an. Das kostenlose Betriebssystem Linux und der Gratis-Browser Firefox passen nicht so Recht ins marktwirtschaftlich geprägte Weltbild. Wieso arbeiten Leute freiwillig und ohne Lohn an einem Produkt, das es in anderer Form zu kaufen gibt?

Die Online-Enzyklopädie Wikipedia markierte den nächsten Schritt: Den Machern geht es nicht nur um kostenlose Software, sondern auch um frei zugängliches Wissen. Das 2001 gestartete Internetlexikon hat in seiner englischen Ausgabe längst mehr Einträge als die renommierte Encylopaedia Britannica. Auch die deutschsprachige Wikipedia-Seite hat den großen Brockhaus hinsichtlich der Zahl der Einträge mittlerweile überholt.

Inspiration für die "free culture movement"

Doch damit gibt sich Jimmy Wales, der Gründer von Wikipedia, nicht zufrieden. Auf der ersten weltweiten Wikipedia-Konferenz, der Wikimania, die morgen in Frankfurt beginnt, will Wales weit nach vorn schauen. "Zehn Dinge, die umsonst sein werden" - so lautet seine Keynote. Eine bewusste Anspielung auf den deutschen Mathematiker David Hilbert, der im Jahr 1900 eine Liste von zehn ungelösten Problemen der Mathematik vorgestellt hatte (die später auf 23 Einträge erweitert wurde).

Hilberts Liste habe die Mathematik stark beeinflusst, erklärte Wales. "Ich hoffe, dass meine Liste zur einer ähnlichen Inspiration für die 'free culture movement' wird", schreibt er in einem Blog-Beitrag. Es handle sich keinesfalls um Wunschträume; er glaube daran, dass die genannten Dinge tatsächlich frei erhältlich sein werden.

Als aller erstes nennt Wales - kaum überraschend - Enzyklopädien. Aber auch sämtliche Lehrbücher, von der Schule bis zum Studium, werden nach seiner Meinung spätestens im Jahr 2040 als frei zugängliche Werke existieren. Das entsprechende Projekt Wikibooks wurde bereits gestartet. "Langfristig wird es sehr schwer für herkömmliche Verlage werden, mit frei lizensierten Alternativen mitzuhalten." Einem offenen Projekt, an dem Dutzende Professoren mitarbeiteten, könne ein Verlag kaum Paroli bieten.

Auch Wörterbücher gehören zu den Dingen, deren Zukunft der Wikipedia-Gründer in frei zugänglichen Websites sieht - das zugehörige Projekt Wiktionary läuft bereits. Welche Produkte außerdem noch von der Umsonst-Kultur bedrängt werden könnten, will Wales morgen ab 11 Uhr verkünden. Auch die Community bat er um Vorschläge, er selbst wird sieben Produkte nennen, die fehlenden drei überlässt er den Wikipedianern.

Managern gibt Wales einen ganz persönlichen Rat: Jeder, dessen Geschäftsmodell auf Produkten beruhe, deren Inhalte streng reglementiert seien, solle gut aufpassen: "Die Umsonst-Kultur wird euch einholen".

Wikipedianer trotz allem Bücherratten

Auf der Konferenz in Frankfurt sind mehr als 60 Vorträge geplant. Die Organisatoren rechnen mit knapp 400 Teilnehmern. Wikipedia, die weltweit größte frei zugängliche Wissensdatenbank, startete im Januar 2001 zunächst nur in englischer Sprache. Heute können über den kostenlosen und werbefreien Dienst Artikel in über 100 Sprachen abgerufen werden.

Täglich 500.000 Besucher registriert allein die deutsche Version, die mit über 267.000 Artikeln die zweitgrößte Ausgabe nach der englischen ist.

Dass die Anhänger des Internet-Wissens für ihr Treffen ausgerechnet die Stadt der weltgrößten Buchmesse ausgewählt haben, soll kein Affront sein, versichert Wales. Verlage hätten trotz der "free culture movement" eine Zukunft, auch wegen der Wikipedianer. Viele seiner Mitstreiter seien wie er wahre Leseratten, verriet Wales. Kaum in Frankfurt angekommen, hat Wales erstmal eingekauft - Bücher natürlich.

Quelle und Links : http://www.spiegel.de/netzwelt/netzkultur/0,1518,368234,00.html (http://www.spiegel.de/netzwelt/netzkultur/0,1518,368234,00.html)
Titel: Brockhaus-Sprecher kritisiert mangelnde Verlässlichkeit bei Wikipedia
Beitrag von: SiLæncer am 05 August, 2005, 16:03
Klaus Holoch, Pressesprecher des Verlags Bibliographisches Institut und FA Brockhaus AG, findet das, was bei Wikipedia stattfindet, "absolut interessant". In einem Interview (Audio-Version) mit dem Deutschlandradio Kultur aus Anlass des Auftakts der Konferenz Wikimania kritisiert er aber die mangelnde Qualität in der freien Enzyklopädie. "Das einzige, was mich stört ist, dass so getan wird, als ob das ein verlässliches Lexikon ist, und das ist es beileibe nicht." Sein Verlag setze auf "Qualität, auf Fachredakteure, auf Fachautoren und wir haben ein System, was diese Qualität und diese Verlässlichkeit absolut absichert und dass jeder, der aus dem Brockhaus zitiert, auch wirklich sicher sein kann, dass das, was er da zitiert, stimmt".

"Quantität, auch wenn sie hoch ist, hat noch nie irgendwie dafür gesorgt, dass auch eine Qualität entsteht." Dabei bezog sich Holoch auf einen Zeitungsartikel über Wikipedia, in dem von hochgerechnet einer Million Rechtschreibfehler die Rede gewesen sei. "Qualität fängt natürlich auch bei formalen Dingen an, das darf man auch nicht außer Acht lassen", meint Holoch. Das Bildungsportal Bildungsklick.de hatte jüngst Wikipedia unter die Lupe genommen und kam zu der Ansicht, dass kein Artikel frei von Fehlern sei. Allerdings wurden von dem Webportal, das selbst Bildungsinformationen anbietet, lediglich eine Stichprobe von 12 Artikeln für die Untersuchung berücksichtigt und die Ergebnisse dann hochgerechnet.

Brockhaus-Sprecher Holoch glaubt auch, dass das Internet das Buch nicht ersetzen könne: "Der Mensch ist unterschiedlich: morgens online, mittags offline und abends im Buch." Er sehe insofern in Wikipedia keine klassische Konkurrenz. Auch auf dem Markt für Wissens-Silberlinge erkennt Holoch allein schon durch die multimediale Aufbereitung der Brockhaus-Veröffentlichungen auf DVDs Unterschiede. Zum Thema "Aktualität", bei dem Wikipedia durch das Online-Medium gegenüber gedruckten oder gepressten Werken unbestritten Vorteile hat, sagte Holoch, "Aktualität mit dem Tagesgeschäft, das überlassen wir gerne auch Tageszeitungen oder Rundfunkstationen". Auch die Frage nach den Altersgruppen, die, je jünger sie seien, das Internet favorisieren würden, beantwortete der Brockhaus-Vertreter ausweichend damit, sein Unternehmen betreibe Zielgruppenforschung.

Ansonsten findet Holoch auch die Wiki-Konferenz "toll": "Ich habe in den letzten Tagen ein Interview nach dem anderen gegeben und kann jedem, der mich fragt, sagen, wie toll Brockhaus ist." Eigentlich müsse er den Wikipedianern dankbar sein, dass auf diese Weise lexikalisches Wissen in die Öffentlichkeit kommt. "Denn ich bin ganz sicher, wenn der Kunde am Ende des Tages entscheiden muss, will ich etwas haben, auf das ich mich wirklich verlassen kann, oder will ich etwas eher Zufälliges haben, die kommen also ganz klar zu Brockhaus."

Quelle,Links und mehr : http://www.heise.de/newsticker/meldung/62531
Titel: Re:Zu viele Rechtschreibfehler in der Wikipedia?
Beitrag von: Jürgen am 06 August, 2005, 04:55
Der Mann ist bestimmt geeignet, Wikipedia objektiv und unvoreingenommen zu bewerten, oder?

Sollte da möglicherweise der zarte Unterton eines gewissen beruflichen bzw. finanziellen Interesses mitschwingen? Gar eine Art Existenzangst?

Solange sich die grosse Mehrheit der Bevölkerung das bekannte umfangreiche Nachschlagewerk nicht leisten kann, in Zeiten von Hartz IV, muss man sich über die zunehmende Beliebtheit diese neuen Alternative nicht wundern. Dass kostenlose Angebote den Kaufleuten sauer aufstossen, ist nicht neu. Und dass jeder Hans und Franz sich jetzt erdreistet, seine Gedanken und Erkenntnisse einfach 'mal öffentlich zu machen... Da könnte ja jeder kommen... Wo komm' wir denn da hin...

Aber die Argumentation eines solchen bezahlten Interessenvertreters erinnert mich sehr stark an Zeiten, wo der Einzelhandelsverband zu verhindern versuchte, dass eine  Polizeidienststelle im Osten Hamburgs die auf ihrem Hof wachsenden Birnen an die umliegenden Schulen verschenken wollte. Die Einwände waren natürlich angeblich nicht von Umsatz-Interessen, sondern von Besorgnis um die Gesundheit bzw. das ästhetische Empfinden der Schüler geprägt. Immerhin war der Birnbaum nicht gespritzt worden, insofern hätten eventuell einige der Birnen unbemerkt nicht der Handelsklasse 1 entsprechen können, entsetzlich...

Schande über die Pfeffersäcke!

Jürgen
Titel: 300.000 Artikel bei Wikipedia.de
Beitrag von: SiLæncer am 08 Oktober, 2005, 16:09
Am gestrigen Freitag Mittag wurde der 300.000 Artikel auf der deutschsprachigen Version der Online-Enzyklopädie Wikipedia verfasst. Damit ist Wikipedia.de nach der englischsprachigen Version die zweitgrößte Wikipedia-Ausgabe.

Das Projekt wächst mit beeindruckender Geschwindigkeit: Allein in den letzten drei Monaten kamen 50.000 neue Artikel dazu. Bei der englischsprachigen Version waren es sogar dreimal so viele; dort steht der Zähler auf 762.850. Artikel Nummer 300.000 beschreibt die Gemeine Binsenjungfer, eine Libellenart.

Probleme gibt es jedoch bei den Wikipedia-Übersichtsartikeln, die nach eigener Einschätzung teilweise katastrophal sind. Um hier eine bessere Qualität zu erreichen, ruft das Projekt die Aktion Winterspeck aus. Hier wollen die Projektverantwortlichen besonders verbesserungswürdige Artikel sammeln und den Autoren bei der Koordination helfen. Um die Autoren zu motivieren, belohnt Wikipedia.de die aktivsten Winterspeck-Autoren mit 100 CDs.

Quelle : www.heise.de
Titel: Wikipedia nicht mehr ganz offen
Beitrag von: SiLæncer am 06 Dezember, 2005, 12:58
Die Affäre um einen verleumderischen Artikel im freien Enzyklopädieprojekt Wikipedia hat unvermutet weitgehende Konsequenzen. In der englischsprachigen Ausgabe wurde die Erstellung neuer Artikel für nicht angemeldete Nutzer zunächst unterbunden. Die deutschsprachige Wikipedia ist nicht von der Maßnahme betroffen.

Auslöser für diesen unerwarteten Schritt war ein Artikel über den prominenten US-Journalisten John Seigenthaler. Der hatte seine eigene Biographie in der Wikipedia nachgeschlagen und erschrocken festgestellt, dass ihm dort eine Verwicklung in den Mord an US-Präsidenten Kennedy unterstellt wurde. Der 78-jährige veröffentlichte dies in einer Kolumne der Zeitung USA Today und stieß damit auf breites Medienecho. In einem Interview beim US-Nachrichtensender CNN geriet Wikipedia-Gründer Jimmy Wales in die Defensive.

Die Episode war nur ein weiterer Vorfall in einer länger andauernden Qualitätsdebatte. Schon im Oktober hatte sich Wales enttäuscht über die Qualität von so prominenten Artikeln wie den über Microsoft-Gründer Bill Gates und die Schauspielerin Jane Fonda gezeigt. Obwohl diese Artikel gut besucht und verlinkt waren, waren sie nach Wales Ansicht nur "unlesbarer Müll" und kaum mit dem Anspruch zu vereinbaren, die Encyclopedia Britannica qualitativ zu überflügeln.

Auch der Artikel über Seigenthaler weckte Zweifel an den Qualitätsmechanismen der Wikipedia: Wie Wales in seiner Analyse feststellt, war der Artikel von einem anonymen User angelegt und anschließend überprüft worden – allerdings wurden nur Rechtschreibefehler und Formalien verbessert, der Part mit den unbelegten Vorwürfen gegen Seigenthaler entging dem freiwilligen Korrektor. Obwohl der Artikel in der Wikipedia gut verlinkt war, waren niemanden sonst die Verdächtigungen aufgefallen. Auf diese Weise war die falsche Biographie auch auf anderen Webseiten gelandet, die sich bei den Wikipedia-Inhalten bedienen und noch Wochen nach der Korrektur im Internet zu lesen.

Mit der Einschränkung für unangemeldete Nutzer werden erstmals relevante Schranken für die Mitarbeit bei der Wikipedia aufgestellt. Zwar können die Nutzer weiterhin bestehende Artikel editieren, das Anlegen von neuen Artikeln wurde jedoch unterbunden. Artikelwünsche können in einer Liste eingetragen werden. Wales bezeichnet die Änderung als "Experiment" – sie soll zunächst die Arbeitslast der freiwillig arbeitenden Korrektoren vermindern. Gleichzeitig versichert er, dass weiterhin an der Möglichkeit der anonymen Teilnahme an Wikipedia glaube und dass die meisten anonymen Beiträge qualitativ gut seien.

Eine Übernahme des Experiments in die deutschsprachige Wikipedia-Community steht im Augenblick nicht auf dem Plan. Hier baut man auf die Medienkompetenz der Nutzer. Wikimedia-Sprecherin Elisabeth Bauer sagt auf Anfrage: "Jeder, der Wikipedia nutzt, muss sich darüber im Klaren sein, dass die Inhalte im Fluss sind und ein Artikel möglicherweise inakkurat ist, bis jemand daherkommt und ihn korrigiert – das ist der Preis, der für eine freie Enzyklopädie zu zahlen ist."

Für die Zukunft kann Bauer Einschränkungen nicht ganz ausschließen: "Für Wikipedia war von Beginn an klar, dass die Erstellung und die Qualität der Enzyklopädie Vorrang vor allem anderen genießt. Das Wiki-Prinzip – die Tatsache, dass jeder Internetnutzer zum Projekt mit seinem Wissen beitragen kann, hat Wikipedia überhaupt erst möglich gemacht, ist aber als Mittel zum Zweck zu betrachten. Es ist nicht auszuschließen, dass in Zukunft andere Editionsprinzipien angewandt werden, um das Erreichte zu sichern."

Quelle : www.heise.de
Titel: Studie: Wikipedia fast so genau wie Encyclopaedia Britannica
Beitrag von: SiLæncer am 15 Dezember, 2005, 11:44
Viel Ärger gab es in letzter Zeit für die Menschen hinter dem Online-Lexikon Wikipedia, Fehler und Verzerrungen kamen ans Licht. Nun kommt Lob von überraschender Seite: Ein renommiertes Wissenschaftsmagazin hat Wikipedia testen lassen - und für gar nicht so schlecht befunden.

Fast so exakt und umfassend wie die entsprechenden Artikel in der Encyclopaedia Britannica - das ist das Zeugnis, dass unabhängige Gutachter der Online-Ezyklopädie Wikipedia ausstellten. Das Wissenschaftsjournal "Nature", eins der beiden führenden Blätter für Hochkarätiges aus der Welt der Forschung, hatte 50 unabhängige Gutachter auf je einen Eintrag aus Wikipedia und der als Standardwerk geltenden Encyclopaedia Britannica angesetzt.

Zumindest bei naturwissenschaftlich orientierten Einträgen ist die Qualität des Freiwilligenlexikons kaum schlechter als die eines von bezahlten Profis erarbeiteten Nachschlagewerks, so "Nature" in seiner aktuellen Ausgabe. Im Durchschnitt fanden die Experten in der Encyclopaedia Britannica pro Artikel drei und bei Wikipedia pro Eintrag vier Ungenauigkeiten (Bd. 318, S. 900).

Der Test kommt in einem Moment, in dem Wikipedia wegen verschiedener Ungenauigkeiten und ein paar bewusst verzerrenden Einträgen harsche Kritik einstecken musste. Wikipedia-Gründer Jimmy Wales hatte erst kürzlich einige Beiträge selbst als "unlesbaren Mist" bezeichnet. Ein Pionier des Dowload-Radios, kurz Podcasting, verärgerte wenig später die Community, weil er Verweise auf andere Vorreiter der Idee aus dem entsprechenden Eintrag gelöscht hatte. Kurz darauf beklagte sich ein renommierter amerikanischer Journalist>, in seiner Wikipedia-Biographie sei er in Verbindung mit der Ermordung der Kennedy-Brüder gebracht worden - ein dummer Scherz, wie sich inzwischen herausstellte.

Als Reaktion auf die Vorfälle muss sich in der englischsprachigen Wikipedia-Ausgabe nun jeder registrieren lassen, der neue Beiträge einstellen möchte - Beiträge bearbeiten kann man aber weiterhin anonym. Genau dieses Prinzip des "alle dürfen mitmachen" ist für viele Kritiker ein Grund, der Wikipedia zu misstrauen. Sie fürchten, inkompetente Enthusiasten und mutwillige Vandalen könnten massenhaft Fehlinformationen ins Netzlexikon schreiben.

Das System knirscht, aber es läuft gut

Ein schönes Beispiel für die irrationalen "basisdemokratischen" Veränderungsprozesse, die Wikipedia-Artikel mitunter durchlaufen, lieferte ein bei SPIEGEL ONLINE veröffentlichter Jamiri-Artikel Anfang der Woche aus. Comiczeichner Jamiri hatte entdeckt, dass im Sommer 2005 auch gegen ihn einmal - für sehr kurze Zeit - diffamierendes bei der Wikipedia zu lesen gewesen war.

Jamiri nahm dies in einem Comic gekonnt auf die Schippe - worauf der Wikipedia-Artikel über seine Person allein in den ersten 48 Stunden nach Comic-Veröffentlichung 68 Mal verändert wurde. Der Vorgang dokumentiert zugleich aber das Funktionieren des Wikipedia-Prinzips: Die sichtbare, "stabile" Artikelversion ist fair, während unfaire oder unadäquate Änderungen bereits im Stadium der Diskussion scheitern.

Sachlich richtig, stilistisch holprig

Momentan enthält die 2001 gegründete Wikipedia etwa 3,7 Millionen Beiträge in 200 Sprachen. Allein in der englischsprachigen Version kommen täglich ungefähr 1500 Artikel hinzu. Wie bei Artikeln aus Fachzeitschriften üblich, ließ das Magazin je 42 Wikipedia- und Britannica-Beiträge im sogenannten Peer-Review-Verfahren von Experten aus dem jeweiligen Fachgebiet begutachten. Die Themen der Einträge reichten dabei vom Vormenschen Australopithecus über den Satz des Pythagoras bis zur Biografie verschiedener Persönlichkeiten der Wissenschaftsgeschichte.

Die Gutachter sollten nach drei Arten von Ungenauigkeiten suchen, - sachlichen Fehlern, fehlenden Informationen und irreführenden Aussagen - ohne zu wissen, welcher Eintrag aus welcher Enzyklopädie stammte. Das einzige, was die Gutachter an den Wikipedia-Beiträgen einmütig kritisierten, waren aber der sprachliche Stil und der Aufbau der Artikel.

Insgesamt seien in beiden Nachschlagewerken relativ viele Fehler entdeckt worden, berichtet "Nature"-Autor Jim Giles. Die Encyclopaedia Britannica schnitt dabei zwar etwas besser ab, der Unterschied war aber bei weitem nicht so groß wie erwartet. Nach Ansicht der "Nature"-Redakteure könnte die Qualität der Wikipedia-Beiträge noch deutlich verbessert werden, wenn mehr Wissenschaftler mitarbeiten würden: Einer Umfrage zufolge kennen zwar 700 von 1000 Forschern, die schon einmal in "Nature" publizieren durften, die Online-Enzyklopädie, 17 % nutzen sie mindestens einmal wöchentlich - schon einmal mitgeschrieben haben jedoch weniger als 10 Prozent.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: It's a Wiki World - 5 Jahre Wikipedia
Beitrag von: SiLæncer am 15 Januar, 2006, 10:01
Runder Geburtstag für die freie Internetenzyklopädie Wikipedia: Heute vor fünf Jahren hoben der Internetunternehmer Jimmy Wales und Larry Sanger das Projekt aus der Taufe. Offizielle Feiern sind nicht geplant – zu beschäftigt ist die Community damit, die neusten Entwicklungen zu verarbeiten. Gleichwohl ist der runde Geburtstag ein Anlass für einen Blick zurück.

Heute gilt Wikipedia als einzigartige – wenn auch nicht unumstrittene – Wissensquelle im Internet, als Gallionsfigur des viel zitierten Web 2.0. Es existieren Wikipedia-Ableger in über 100 Sprachen mit insgesamt zirka 3 Millionen Artikeln, allein die englische Ausgabe bringt es auf über 900.000 Einträge, die Deutsche auf über 300.000. Die Wikipedia wird von Alexa.com heute zu den 30 am meisten abgerufenen Webseiten gezählt, die Tendenz ist immer noch steigend.

Die Wikipedia war der zweite Versuch von Wales und Sanger, eine frei verfügbare Enzyklopädie zu entwickeln. Das Vorläufer-Projekt Nupedia setzte zwar auch auf die Mitarbeit Freiwilliger, sah aber einen ausgefeilten und aufwendigen Redaktionsprozess vor. Das Projekt ging eher schlecht als recht voran, in einem Jahr kamen ganze 24 Artikel zusammen. Die Wikipedia wurde als Nupedia-Ergänzung gegründet, lief dem Ursprungsprojekt aber bald den Rang ab: Im ersten Monat wurden über 1000 Seiten erstellt. Im Jahr 2003 wurde die Nupedia ganz eingestellt.

Die Wikipedia begann schnell zu expandieren. Kurz nach der Gründung gingen weitere Wikipedia-Protale in mehreren Sprachen online – darunter auch eine deutschsprachige Version. Die Beteiligung und die Artikelanzahl steigen nach ersten Presseveröffentlichungen stark an, im September 2001 kann die englischsprachige Wikipedia 10.000 Artikel verbuchen. Das Wachstum des Projekts stößt bald an seine technischen Grenzen – neue Server werden gebraucht. Im Januar 2002 wird das perlbasierte Usemod-Wiki durch eine eigens programmierte PHP-Software ersetzte, die später unter dem Namen Mediawiki als freie Software veröffentlicht wird.

Im Jahr 2003 folgt der organisatorische Wechsel. Im Juni gibt Jimmy Wales die Gründung der Wikimedia Foundation bekannt, einer gemeinnützigen Organisation, die für den Betrieb der Wikipedia verantwortlich ist. Die Organisation löst die Abhängigkeit von Wales Firma Bomis.com und ist in der Lage, Spendengelder einzutreiben. Das ist dringend nötig: Die Wikipedia ist inzischen so groß, dass ständig neue Hardware angeschafft werden muss. Mit der Gründung der Organisation setzt eine neue Expansionswelle ein – die Wikipedia bekommt Schwesterprojekte zur Seite gestellt, vom Portal zur Erstellung offener Lehrbücher namens Wikibooks bis zur kollaborativen Nachrichtenseite Wikinews. Den beispiellosen Erfolg der Wikipedia konnte bisher noch keiner der Ableger nachahmen.

Inzwischen ist die Wikipedia in eine Phase exponentiellen Wachstums getreten. Nicht nur das Artikelwachstum in der Wikipedia geht ständig weiter, auch die Wikipedia-Referenzen im Internet nehmen stark zu. Erste Kooperationen mit Suchmaschinen entstehen, die Wikipedia wird zu einer der meistzitierten Quellen im Internet. Jimmy Wales – Larry Sanger hat das Projekt zwischenzeitlich verlassen – avanciert zum gefragten, wenn auch nicht immer unumstrittenen Visionär. So verkündet er im August 2005 10 Dinge, die frei sein müssen, die nicht überall auf Zustimmung stoßen. Für viele steht aber fest, dass diese Befreiung auf Wiki-Basis möglich ist.

Beim einem erklärten Ziel der Wikipedia, der Erstellung einer Print-Enzyklopädie, übernimmt die deutsche Wikipedia-Community seit 2004 eine Vorreiter-Rolle. Ein Jahr nach der US-Stiftung wird der Verein Wikimedia Deutschland gegründet. Nachdem die ersten noch etwas schmucklosen Zusammenstellungen von Wikipedia-Artikeln als Wiki-Reader erschienen sind, findet die Wikimedia im Berliner Directmedia-Verlag einen Partner, der die ersten Offline-Ausgaben der Wikipedia in den Handel bringt – zuerst auf CD, dann auf DVD, schließlich auch in Form von einer Sachbuch-Reihe. Andere Wikipedia-Projekte planen ähnliche Veröffentlichungen, sind bis heute aber noch nicht zu diesem Ziel gekommen.

Bis Ende 2005 wächst Wikipedia zu einer der meist angesehenen Webseiten im Internet heran, die Qualität der Beiträge wird auch von Fachleuten und in unabhängigen Tests bestätigt. Die Wende kommt. als der manipulierte Lebenslauf des US-Journalisten John Seigenthaler bekannt wird. Der für sich genommen eher unspektakuläre Fall fügt dem Projekt einen schweren Image-Schaden zu. Weitere Manipulationen werden bekannt, die Glaubwürdigkeit der Wikipedia wird auf breiter Front in Frage gestellt. Viele Missverständnisse des Wikipedia-Hypes der Vorjahre fallen jetzt auf das Projekt zurück und treffen die Verantwortlichen unvorbereitet.

Wikimedia-Vorstand Jimmy Wales reagiert mit Sofort-Maßnahmen: In der englischen Wikipedia können unangemeldete Nutzer keine neuen Artikel mehr anlegen, es wird eine neue Art von Seitensperre freigeschaltet, die den alltäglichen Vandalismus vermindern soll. Doch diese Schritte setzen nur an den Symptomen an, eine langfristige Lösung der intern seit langem diskutierten Qualitätsfrage steht bisher aus.

Unterdessen treibt die Wikimedia Foundation die Professionalisierung des Projekts voran. Der Mitarbeiterstab soll um vier Vollzeit-Stellen erhöht werden, Jimmy Wales wirbt verstärkt um die Beteiligung von Fachleuten und Wissenschaftlern an der Wikipedia. Auch wenn ein Paradigmenwechsel von Wikipedianern hartnäckig dementiert wird: Fünf Jahre nach ihrem Start tritt die sich ständig wandelnde Wikipedia in eine neue Phase ein.

Quelle und Links : http://www.heise.de/newsticker/meldung/68349
Titel: Wikipedia.de in neuem Gewand
Beitrag von: SiLæncer am 01 Februar, 2006, 09:21
In Hunderten von Fällen sind von Rechnern des US-Kongresses aus Einträge der Internet-Enzyklopädie Wikipedia verändert worden. Fleißige Helfer verschönerten die Biographien ihrer Abgeordneten, der politische Gegner wurde diffamiert und beleidigt - und die Geschichte umgeschrieben.

"2005 wurde Senator C. von seinen Kollegen im Kongress zum lästigsten aller Senatoren gewählt. Dies geschah, weil Senator C. ein riesiges Weichei ist." Dies ist eine von über 1000 Änderungen, die in der englischsprachigen Ausgabe der Internet-Enzyklopädie Wikipedia vorgenommen wurden - von Kongress-Rechnern aus. Viele der Änderungen betrafen die Einträge über Abgeordnete. Wie die US-Tageszeitung "Lowell Sun" berichtete, wurden dabei teilweise vollständige Biographien ausgetauscht - oder aber kindische und bösartige Kommentare in die Einträge über den politischen Gegner eingefügt.

Der Bürochef des Abgeordneten Marty Meehan beispielsweise, Matt Vogel, gab gegenüber der Zeitung offen zu, er habe einen Praktikanten dafür abgestellt, die Wikipedia-Biografie seines Vorgesetzten zu bearbeiten. "Es erscheint mir sinnvoll, dass die Biographie, die wir einreichen, auch die ist, die wir schreiben", sagte Vogel dem Blatt. Nur, dass in dieser offiziellen Version für Meehan Unangenehmes schlicht weggelassen wurde.

Zum Beispiel, dass der Abgeordnete einst verkündet hatte, Politiker sollten nicht an ihren Stühlen kleben, und er selbst werde deshalb nach acht Jahren im Amt aus dem Kongress ausscheiden. Das war 1992, Meehan sitzt noch heute im Repräsentantenhaus. Der Wortbruch sollte aber nicht in seiner Wikipedia-Biografie erscheinen. Ein anderes wegredigiertes Faktum betraf Meehans immenses Wahlkampfbudget. Die Wikipedia-Nutzer sollten offenbar lieber nicht lesen, dass er 4,8 Millionen Dollar für seine Kampagne zur Verfügung hatte - das laut "Lowell Sun" größte Budget aller Kongressabgeordneten.

Den Einträgen "mehr Tiefe" geben

Vogel sagt, man habe dem Eintrag "mehr Tiefe" verleihen wollen, bei der Wikipedia dagegen spricht man von "Vandalismus". Zu den Grundregeln der Enzyklopädie gehört es, dass man korrekte Fakten nicht entfernt. Die Zensoren aus dem Kongressgebäude hätten schließlich "ihre Sicht der Dinge hinzufügen" können, kommentierte Wikipedia-Gründer Jimmy Wales.

Von der gleichen IP-Adresse aus, von der Meehans Eintrag verändert wurde, kamen auch Hunderte andere Korrekturen, manche gerechtfertigt, manche tendenziös, manche schlicht beleidigend. Die Wikipedianer haben inzwischen weitere IP-Adressen des US-Senats ausgemacht, von denen aus ebenfalls fleißig editiert wurde.

Nicht nur an den Biographien von Politikern wurde von den Kongressrechnern aus herumgeschraubt, auch Historisches wollten die Senatsschreiber gern anders darstellen. Beispielsweise wurde der Eintrag zum Einmarsch im Irak 2003 manipuliert. Hinterher stand da, Präsident George W. Bush habe zwischen den Attentaten des 11. September 2001 und dem Irak "nie eine Verbindung suggeriert", und es sei stattdessen "als zwingend angesehen" worden, "dass eine solche Verbindung bestanden habe".

Die wütenden Wikipedianer wehren sich

Inzwischen wehrt sich die zornentbrannte Wikipedia-Gemeinde heftig. Beanstandete Beiträge wurden rückeditiert. Die IP-Adresse, von der die meisten Änderungen kamen, wurde kurzzeitig blockiert, dann wieder freigeschaltet, weil sie nicht nur von einem sondern von vielen Kongressrechnern benutzt wird, und man harmlose Beitragende nicht diskriminieren will, nur weil sie zufällig beim Kongress angestellt sind. Eigens eingerichtete Seiten fassen die Ereignisse und Diskussionen zusammen, unterteilen die Einmischungen von Kongress-Adressen in "Vandalismus", "Böse Absichten" und "legitim".

Wikipedia-Selbstreinigungsmechanismus ist nach wie vor intakt und läuft nun auf Hochtouren - und gleichzeitig zeigt der Fall einmal mehr, wie verletzlich das für alle offene System ist. Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis sich nicht nur übereifrige Kongressangestellte sondern professionelle Informationsmanipulierer an der Online-Enzyklopädie zu schaffen machen.

Ein Wikipedia-Nutzer schrieb auf der entsprechenden Diskussionsseite: "Wenn wir das nicht bestrafen, wird das weitere in der Öffentlichkeit stehende Personen dazu anstacheln, PR-Firmen zu engagieren, die in der Wikipedia ihre Standpunkte durchdrücken sollen." Ein anderer fügte hinzu: "Ich hoffe, dass es nicht zu einem Prozess 'Wikimedia Foundation gegen die Vereinigten Staaten' kommt."

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Wikipedia-Gate
Beitrag von: SiLæncer am 14 Februar, 2006, 06:39
Manipulationen aus dem US-Kongress sorgen für Wirbel

Spätestens seit der Affäre um John Seigenthaler, dem per Wikipedia eine Verwicklung in den Kennedy-Mord unterstellt, ist die Wikipedia in Blick der Öffentlichkeit geraten. Eine vermeintlich groß angelegte Manipulation von Wikipedia-Artikeln durch US-Parlamentarier wächst sich derzeit zum Skandal aus. Die Erwartungen bestätigen sich bei genauem Hinsehen nicht, allerdings wirft die Episode kein gutes Licht auf den politischen Anstand in den USA.

Begonnen hatte die Geschichte mit einem Artikel der Zeitung Lowell Sun. Das Heimatblatt des US-Abgeordneten Matty Meehan berichtete über Manipulationen im Wikipedia über den Abgeordneten aus Massachusetts. Ein Mitarbeiter hatte zwei Mal in den Wikipedia-Artikel über ihren Arbeitgeber eingegriffen, beim ersten Mal den eher kurz geratenen Artikel durch eine ausführlichere PR-Biografie ersetzt und beim zweiten Mal einen Abschnitt über ein nicht eingehaltenes Wahlversprechen entfernt. Meehans Büroleiter räumte die Änderungen ein, sprach aber im Wesentlichen von einer Verbesserung des Artikels. Man habe nicht vorgehabt, unbotmäßig in die Wikipedia einzugreifen.

Der ganze Artikel (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22033/1.html)

Quelle : www.heise.de
Titel: Nach Vandalismus: Wikipedia friert Artikel ein
Beitrag von: SiLæncer am 18 Juni, 2006, 15:48
Nachdem bestimmte Artikel wiederholt verändert worden waren, haben Wikipedia-Administratoren diese tageweise für Änderungen gesperrt. Diese Abkehr von der bisherigen Praxis, nach der jedermann Texte editieren kann, könnte Schule machen: Wikipedia-Gründer Jimmy Wales kündigte an, dass es bald stabile Artikelversionen geben soll.

Die Zweifel an der Qualität von Wikipedia sind fast so alt wie die Online-Enzyklopädie selbst. Ein Lexikon, in dem jeder dahergelaufene Internetnutzer Texte munter ändern und löschen kann - dem soll man trauen? Spektakuläre Fälle mit böswillig veränderten Artikeltexten hatten das Mitmachprojekt wiederholt in Misskredit gebracht. Die Artikel werden, anders als bei der Encyclopaedia Britannica oder dem Brockhaus, nicht von einem Expertengremium geschrieben und kontrolliert, sondern von jedem Surfer, der Lust dazu hat.

Dies funktioniert in der Regel sehr gut, geht aber gelegentlich auch schief. So mussten Administratoren in den vergangenen Tagen in der englischsprachigen Wikipedia wiederholt Artikel für weitere Änderungen sperren, wie die "New York Times" berichtet. Vorausgegangen waren Vandalismus und sogenannte Edit-Wars, bei denen Streithähne immer wieder Texte in ihrem Sinne ändern.

Betroffen waren unter anderem die Einträge über Albert Einstein und die Sängerin Christina Aguilera. Insgesamt wurden nach Angaben der Zeitung 82 Artikel gesperrt. Weitere 179 Einträgen, darunter über George W. Bush, Islam und Adolf Hitler bekamen den Status "halb-geschützt". Wer diese ändern wollte, musste seit mindestens vier Tagen bei Wikipedia registriert sein. Dies verhindert zwar nicht automatisch Vandalismus - zumindest aber spontane Aktionen.

Offenbar wurden die Artikel aber nur temporär gesperrt, wie aus der Edit-History ersichtlich ist. Wikipedia-Gründer Jimmy Wales erklärte, nur ein kleiner Teil der insgesamt 1,2 Millionen Artikel sei davon überhaupt betroffen - gewöhnlich erfolge eine Sperrung nur für eine begrenzte Zeit. In der Regel hätten sich streitende Autoren schon nach wenigen Tagen wieder beruhigt, hieß es von Wikipedia-Seite. Ein Experte nannte die zeitweise Sperrung eine sehr gute Mediationstechnik.

Wie groß die inhaltlichen Mängel von Wikipedia-Artikeln sein können, zeigt der Fall des renommierten US-Journalisten John Seigenthaler. Er war in der englischsprachigen Wikipedia monatelang fälschlicherweise mit der Ermordung von John F. Kennedy in Zusammenhang gebracht worden. In dem Artikel über Seigenthaler stand die Behauptung, er habe früher einmal im Verdacht gestanden, in die Ermordungen von John F. Kennedy und Robert Kennedy verwickelt gewesen zu sein.

In einem anderen Fall hatte der ehemalige MTV-Moderator Adam Curry den Eintrag zum Thema "Podcasting" bearbeitet - den Vorwürfen seiner Kritiker zufolge in eigenem Interesse. Curry gilt selbst als Pionier der zum Download angebotenen Radioprogramme für MP3-Player. Durch seine Änderungen versuchte er aber angeblich Mitstreitern auf diesem Gebiet ihren Ruhm zu nehmen. Er habe Verweise auf Ideen und Arbeiten anderer Podcast-Vorreiter aus dem Eintrag gelöscht, so der Vorwurf.

Wikipedia veränderte nach den Vorfällen seine Regeln. Zwar durften anonyme Nutzer weiterhin noch Einträge ändern, aber keine neuen mehr erstellen. Auch das Einfrieren von Artikelversionen fasste die Wikipedia-Community damals ins Auge, um Vandalismus und Edit-Wars Herr zu werden.

Jimmy Wales konkretisierte auf der der Göttinger Tagung Wikipedia- Academy die Pläne zur Verbesserung der Qualität der Wikipedia-Inhalte. Der nächste Schritt sei es, stabile Artikelversionen einzuführen, die auf Richtigkeit überprüft seien, sagte er heise online. "Noch wissen wir nicht genau, wie das funktionieren wird". Da sich die deutschsprachige Wikipedia schon heute auf hohem Qualitätsniveau befinde, würde die Einführung stabiler Artikelversionen wahrscheinlich zuerst hier ausprobiert.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Re: Nach Vandalismus: Wikipedia friert Artikel ein
Beitrag von: Brox am 18 Juni, 2006, 19:28
stabile Artikelversionen  find ich quatsch

eine Registrierung mit Name und adresse und irgendner überprüfung fände ich sinnvoll, da dann jeder sich zweimal überlegt, ob er irgend nen illegalen mißt reinschreibt
Titel: STABILE ARTIKEL - Wikipedia plant Zwei- Klassen- Gesellschaft
Beitrag von: SiLæncer am 07 Juli, 2006, 12:21
Falsche Informationen und Text-Vandalismus kratzen am guten Image der Online-Enzyklopädie Wikipedia. In der Community denkt man schon länger darüber nach, stabile Artikelversionen einzuführen. Jetzt scheint der Zeitpunkt dafür gekommen. Doch der Schritt ist umstritten.

Journalisten sind gemein. Sie interessieren sich in der Regel nicht so sehr dafür, wenn Dinge gut funktionieren. Ob das Mautsystem inzwischen schon seit Monaten klaglos arbeitet, oder ob die englische Wikipedia mittlerweile 1,2 Millionen Artikel umfasst - das ist mitunter nicht mal eine kleine Meldung wert. Journalistisch als interessant gilt eher das Ungewöhnliche, das Abweichende, das Überraschende.

So verwundert es kaum, dass es die wenigen Problemfälle bei Wikipedia sind, auf die sich die Medien stürzen. Beispiel John Seigenthaler. Der renommierte US-Journalist war in der englischsprachigen Wikipedia monatelang fälschlicherweise mit der Ermordung von John F. Kennedy in Zusammenhang gebracht worden. Die Entdeckung der Manipulation sorgte für ein kräftiges Blätterrauschen in der US-Presse. Der jüngste Fall betrifft den Tod des Enron-Managers Kenneth Lay, über dessen Ursache innerhalb weniger Minuten diverse Theorien verbreitet wurden.

Man kann nun darüber spekulieren, dass manches Medium vielleicht sogar mit einer gewissen Schadenfreude über die inhaltlichen Mängel bei Wikipedia berichtet. Schließlich wird die von Tausenden Freiwilligen geschriebene Enzyklopädie durchaus als Konkurrenz für etablierte Medien empfunden - auch weil Wikipedia mit Wikinews schon seit längerem einen Nachrichtenableger besitzt.

Tatsache ist, dass schwerwiegende Fehler am Wikipedia-Image kratzen. Dabei ist klar, dass bei 1,2 Millionen Artikeln in der englischen oder 420.000 in der deutschen Ausgabe niemand für jeden einzelnen Text die Hand ins Feuer dafür legen kann, dass auch jeder einzelne Fakt stimmt.

Das wird man wohl auch in Zukunft nicht können, denn eine systematische Überprüfung aller Texte erscheint kaum vorstellbar. Ein solches Fakten-Checking müsste zudem permanent erfolgen, schließlich können Artikel von jedermann jederzeit verändert werden - das ist ja gerade das Prinzip eines Wiki.

Abkehr vom Wiki-Konzept?

Und das Wiki-Prinzip hat sich als großer Erfolg erwiesen - die Macher können mit der Enzyklopädie sehr zufrieden sein. Selbst den Vergleich mit der renommierten Encyclopaedia Britannica braucht das Mitmachlexikon nicht mehr zu fürchten, wie das Wissenschaftsmagazin "Nature" im Dezember berichtet hatte. Viele Artikel haben ein hohes inhaltliches Niveau, manche sind schon so lang, dass sie eher einer Seminararbeit denn einem Lexikoneintrag gleichen.

Vor diesem Hintergrund wirkt es zunächst überraschend, wenn Wikipedia-Gründer Jimmy Wales jetzt die Einführung stabiler Artikelversionen ankündigt. Ein Text, der als stabil gekennzeichnet ist, wird sich dann nicht mehr ändern lassen - zumindest nicht sofort, selbst wenn er einen Fehler enthält.

Die Idee ist jedoch umstritten. Käme sie doch einer Abkehr vom strikten Wiki-Prinzip gleich. Denn eine stabile Version kann nicht gleichzeitig änderbar sein - mancher spricht deshalb auch von einem Paradigmenwechsel.

Das Wort Pardigmenwechsel hört Mathias Schindler, Vorstandsmitglied des Vereins Wikimedia Deutschland, nicht so gern: "Wikipedia ist und bleibt ein Wiki." Eine stabile Version beschneide diese Funktion nicht. Ein Artikel könne weiterhin aktualisiert und überarbeitet werden - nur ändere sich die als stabil gekennzeichnete Version dadurch nicht. Nach einer gewissen Zeit würde dann die veränderbare Artikelversion überprüft und - falls sie ohne offensichtliche Fehler ist - zur neuen stabilen Version erklärt.

Ganz aufgeben will und kann Wikipedia die Mitmach-Funktion in der Tat nicht, denn sie ist es, die das Projekt so schnell so groß gemacht hat. Mehrere Optionen einer Wikipedia mit stabilen Artikeln sind dabei denkbar.

So könnte es künftig zwei verschiedene Wikipedia-Ausgaben geben: Eine, die nur aus stabilen, tendenziell älteren Artikeln besteht, und eine aktuelle, in der - wie bisher auch - jederzeit Texte verändert werden können. Beim Start der Wikipedia könnten Surfer automatisch auf die stabile Version geleitet werden - nur registrierte User bekommen die "echte" Wikipedia zu sehen, an der sofort in Texte eingegriffen werden kann.

Genausogut könnten Surfer beim Aufrufen eines Wikipdia-Artikels vor die Entscheidung gestellt werden, ob sie die stabile oder die neuere Variante zu Gesicht bekommen wollen. Per Knopfdruck könnte man schnell zur jeweils anderen Version wechseln.

Das klingt zunächst einmal ganz gut. Doch schnell taucht die Frage auf, wer denn eigentlich darüber entscheiden soll, ob ein Artikel offensichtlich frei von groben Fehlern und von Vandalismus ist und deshalb als stabil einzustufen ist. Dies könnte ein ausgewählter Kreis übernehmen - etwa die Administratoren. Es gäbe dann bei Wikipedia eine Zwei-Klassengesellschaft: die der normalen Artikelschreiber und jene der Administratoren, die über die Einstufung "stabil" entscheiden.

Zwar gibt es Administratoren heute auch schon, und sie sperren bereits seit längerem von wiederholtem Vandalismus betroffene Artikel für ein paar Tage, bis sich die Autoren-Gemüter beruhigt haben. Eine Entscheidung aber über die Fehlerfreiheit eines Artikels macht einen Administrator, oder wie auch immer man ihn nennt, zu einer Art Lektor. So etwas kannte man bisher nur aus klassischen Lexikonverlagen - nicht aber aus der Wikipedia.

Hier kommen dann womöglich das vielgelobte Web 2.0 (Wikis) und eine eigentlich in der Community eher verpönte hierarchische Entscheidungsstruktur zusammen - mal schauen, ob's gut funktioniert.

Vandalismus könnte schwerer auffindbar sein

Die Neuerung soll konsequent angewandt werden: "Grundsätzlich muss es von jedem Artikel eine stabile Version geben können", erklärt Wikimedia-Vorstand Schindler. Es werde dabei sicherlich einen großen Haufen unproblematischer Artikel, aber auch "eine Handvoll nerviger und zeitraubender Sonderfälle" geben.

Schindler ist zwar eher ein Verfechter stabiler Versionen, sieht jedoch auch gewisse Risiken. So könnte es zu einem Problem werden, wenn die meisten Surfer nur noch eine statische Wikipedia zu Gesicht bekommen und das Überarbeiten nur noch im kleinen Kreis stattfindet. "Wenn wir potentiell von Vandalismus betroffene Versionen verstecken, haben wir womöglich weniger Chancen, diese zu finden."

In der Tat verschwinden Fehler derzeit oft binnen weniger Minuten, weil sie Besuchern der Seite sofort auffallen. Der Fehler lässt sich schnell beheben - ein echter Vorteil. Auch sollte man die Motivation der Autoren nicht vergessen: Natürlich ist es schöner, wenn eigene Verbesserungen von Artikeln binnen weniger Minuten online sind als erst nach einigen Wochen oder Monaten, wenn der jeweilige Artikel gerade eine neue stabile Version verpasst bekommt.

Die technische Umsetzung stabiler scheint bereits festzustehen. "Es wird vermutlich auf Flag ein hinauslaufen", sagt Schindler, also einer zusätzliche Kennzeichnung einer bestimmten Artikelversion. Derzeit sei so etwas aber noch nicht in die Wiki-Software integriert. Wann es losgehen soll mit der neuen Wikipedia - darüber hüllt sich Schindler in Schweigen. Nur so viel: "Es spricht sehr viel dafür, mit der deutschsprachigen Ausgabe anzufangen."


Mit stabilen Versionen, so glauben viele in der Wikipedia-Community, lassen sich grobe Fehler und Vandalismus, also das gezielte Einfügen von Falschinformationen oder Unsinn, verhindern.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Wikipedia bekommt Konkurrenz
Beitrag von: SiLæncer am 18 Oktober, 2006, 08:02
Die kostenlose Online-Enzyklopädie Wikipedia bekommt Konkurrenz von einem ihrer Mitbegründer. Das neue Internet-Nachschlagewerk soll in einigen Monaten unter dem Namen Citizendium an den Start gehen und im Unterschied zu Wikipedia aus Artikeln bestehen, die von Experten geprüft wurden, wie Projektchef Larry Sanger bekannt gab. Damit zielt Sanger auf die Schwachstelle der von ihm mitbegründeten Wikipedia-Enzyklopädie: Dort kann jeder Internet-Nutzer im Alleingang Artikel veröffentlichen oder bestehende Artikel ändern.
      
Kontrolle ist besser

Citizendium ist nach Sangers Angaben ebenfalls für Texte von interessierten Laien offen, allerdings werden die Informationen von einem Expertenbeirat gegengecheckt. Damit solle sichergestellt werden, dass für jeden Artikel eine "persönliche Verantwortlichkeit" besteht, erklärte Sanger. Dies schließe den "echten Namen" des Verfassers ein. Bei Wikipedia würden Einträge von Experten oft von Laientexten "verdrängt", kritisierte er. Zudem gebe es besonders bei Artikeln zu aktuellen politischen Fragen Meinungsverschiedenheiten unter den Autoren.

Sanger ließ offen, ob die Citizendium-Experten für ihre Arbeit bezahlt werden. Er hatte Wikipedia im Jahr 2001 gemeinsam mit Jimmy Wales gestartet, war aber im Jahr 2002 ausgestiegen. Als Grund nannte er unter anderem seine Enttäuschung über die mangelhafte Qualität mancher Artikel.

Wales lehnt eine Bearbeitung der Wikipedia-Artikel durch Experten ab und vertraut darauf, dass versehentliche oder absichtliche Falschinformationen in den Artikeln durch die Nutzer nach kurzer Zeit geändert werden. Er sieht darin einen Angriff auf die Freiheit des Wortes, die für Wikipedia oberste Priorität habe.

Quelle : www.onlinekosten.de
Titel: Sechs Jahre Wikipedia
Beitrag von: SiLæncer am 15 Januar, 2007, 12:07
Die Wikipedia feiert Geburtstag. Heute vor sechs Jahren startete die freie Online-Enzyklopädie unter der Domain wikipedia.com. Dies war der Beginn einer Erfolgsgeschichte: Das damals verkündete Ziel, irgendwann einmal 100.000 Artikel zu erreichen, wurde schon in einem Jahr übertroffen. Heute enthält die Wikipedia weit über fünf Millionen Artikel mit zirka zwei Milliarden Wörtern. Die Enzyklopädie ist eines der beliebtesten Internetangebote der Welt: In der Statistik des US-Anbieters Alexa steht die freie Internetenzyklopädie heute auf Platz 12, noch vor kommerziellen Angeboten Amazon oder eBay.

Die Popularität des Angebots verursacht mittlerweile hohe Kosten: Der Unterhalt von Infrastruktur und Personal kostet pro Monat 75.000 Dollar. Dabei arbeitet die gemeinnützige Wikimedia Foundation am absoluten Minimum. Weniger als 10 Angestellte kümmern sich um die Verwaltung des internationalen Vorzeige-Projekts, die Hauptarbeit wird von Freiwilligen bewältigt.

Das vergangene Jahr war ein bewegtes Jahr für Wikipedia. Das fünfjährige Jubiläum stand noch ganz im Zeichen des Skandals um den US-Journalisten Seigenthaler, dem ein Witzbold per Wikipedia eine Verwicklung in das Attentat auf den US-Präsidenten John F. Kennedy unterstellt hatte. Das Vorzeigeprojekt geriet damals in die breite Kritik und konnte sich bis heute nie ganz davon befreien.

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales versuchte dem Problem durch eine Qualitätsinitiativen zu begegnen: So sollen in Zukunft für unangemeldete Benutzer nur Artikelversionen angezeigt werden, die von bewährten Wikipedia-Nutzern freigeschaltet wurden. Damit soll der allgegenwärtige Vandalismus auf den Seiten des Projekts wesentlich reduziert werden. Doch die Einführung dieser gesichteten Versionen verzögert sich inzwischen schon über ein halbes Jahr. In einem zweiten Schritt sollen Wikipedia-Artikel auch auf faktische Korrektheit geprüft werden. Um diese geprüften Versionen gibt es noch keine Einigkeit im Projekt: So ist nicht klar, wer die Berechtigung zur Absegnung der geprüften Versionen bekommen und wie mit den Artikeln dann weiter verfahren werden soll.

Obwohl sich mittlerweile auch Firmen an der Entwicklung der Software MediaWiki beteiligen, fehlen der Wikimedia Foundation die Kapazitäten für die schnelle Umsetzung solcher weitgehenden Änderungen. Chefentwickler Brion Vibber arbeitet derzeit an der Begradigung der mittlerweile 600 Datenbanken von Wikipedia und den Schwesterprojekten. In Zukunft soll die Nutzeranmeldung vereinheitlicht werden: Ein Benutzeraccount gilt dann für alle Wikimedia-Projekte.

Im vergangenen Jahr widmete sich die Wikimedia Foundation vor allem der eigenen Umorganisation. So ließ die gemeinnützige Stiftung ihre Finanzen von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft kontrollieren, der Anwalt Brad Patrick wurde als Interims-Geschäftsführer eingestellt.

Die wichtigste personelle Änderung fand jedoch an der Spitze statt: Im Herbst verzichtete Wikipedia-Gründer Jimmy Wales darauf, noch einmal für den Vorsitz der von ihm gegründeten Wikimedia Foundation zu kandidieren. Seine Nachfolgerin Florence Nibart-Devouard muss das große Experiment Wikipedia nun in geordnete Bahnen lenken und die Organisation auf neue Füße stellen. Dabei hilft ihr der auf mittlerweile sieben Mitglieder gewachsene Wikimedia-Vorstand. Ein neues Beratergremium mit Beziehungen zu Wirtschaft und Institutionen soll in nächster Zeit vorgestellt werden. Größte Herausforderung derzeit ist die Beschaffung von ausreichenden Geldmitteln, um mit dem Wachstum der Wikipedia Schritt zu halten.

Auch international expandierte die Stiftung im vergangenen Jahr: In Großbritannien, den Niederlanden und der Schweiz entstanden neue Wikimedia-Organisationen. Diese lokalen Organisationen sind formal unabhängig, haben jedoch mit der Wikimedia Foundation in Florida Abkommen über die Verwendung der Markenrechte. In zehn weiteren Ländern ist die Gründung von lokalen Wikimedia-Organisationen geplant. Damit nimmt Wales Vision eines "Roten Kreuzes für Informationen" langsam Gestalt an.

Quelle : www.heise.de
Titel: Online- Enzyklopädie: Wikipedia- Manipulationen aus dem Bundestag
Beitrag von: SiLæncer am 19 Januar, 2007, 12:00
Das Online-Lexikon Wikipedia ist eine der populärsten Internet-Seiten. In der Politik wird es zunehmend auch zur Imagepflege und zur Diffamierung des Gegners genutzt.

Der beste Platz für einen Politiker, juxte einst Loriot, sei das Wahlplakat: "Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen."

Die Übersichtlichkeit, die der politische Schilderwald zu Wahlkampfzeiten in die deutsche Landschaft brachte, ist im Zeitalter von E-Government und vernetzter Öffentlichkeit längst verlorengegangen. Heute wäre eine nur mit Holz, Kleister und Papier ausgefochtene Kampagne so aufregend wie die Verlesung von Adenauers gesammelten Teegesprächen bei Sabine Christiansen.

Dass auch im Internet-Wahlkampf mit harten Bandagen gearbeitet wird, zeigt jetzt ein Vorfall in Hamburg: Unter der Adresse www.buergermeister-von-beust.de hatte SPD-Fraktionschef Michael Neumann dort ein Foto des CDU-Bürgermeisters mit der Aufschrift "Versagt!" ins Netz gestellt - ohne gleich deutlich zu machen, dass die Seite der SPD zuzurechnen ist.

Der moderne Abgeordnete hat längst das Internet entdeckt. Und siehe: Auch dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen - jedenfalls wenn er einen Eintrag in der freien Internet-Enzyklopädie Wikipedia.de hat. Denn das Online-Lexikon funktioniert nach dem Wiki-Prinzip: Jeder kann ran - und jeder kann löschen.

Längst hat der Volkssport Wikipedia auch die Volksvertretung erfasst. Hunderte Artikel sind von Computern des Bundestags und der Bundesregierung aus bearbeitet worden, darunter Beiträge zu so unterschiedlichen Themen wie Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz und Gummifetischismus, Rosa Luxemburg und Rotbauchunke.

Da Wikipedia alte Versionen von Artikeln mit der Netzwerkadresse der Bearbeiter speichert, lässt sich noch nach Jahren auch bei anonymen Bearbeitungen erkennen, von welchem Rechennetz aus bestimmte Änderungen vorgenommen wurden. Nur die Zuordnung zu bestimmten Abgeordneten- oder Fraktionsbüros bleibt das Geheimnis des Bundestagsrechenzentrums.

So wurden auch zahlreiche Abgeordnetenbiografien und Einträge zu politischen Themen verändert. "Aufgrund von Anfeindungen aus Teilen der Partei", hieß es bis vor kurzem im Lexikoneintrag des SPD-Abgeordneten Johannes Kahrs, habe die SPD-Linke Andrea Nahles 2005 auf die Kandidatur zur Generalsekretärin der Partei verzichtet. Doch die Passage über Kahrs' Intimfeindin wurde am 4. Januar ersatzlos aus seinem Wikipedia-Eintrag gelöscht - von einem Rechner des Bundestags aus.

Nicht zum ersten Mal. Bereits mehrfach wurden in den vergangenen Jahren ähnliche Informationen in Kahrs' Lexikoneintrag von Rechnern des Bundestags aus getilgt. Etwa der Hinweis auf ein 1992 gegen ihn angestrengtes und später gegen Bußgeld eingestelltes Strafverfahren wegen nächtlicher Drohanrufe bei einer Juso-Kollegin. Er könne auch nicht sagen, so Kahrs, wer die Passagen gelöscht habe. Er oder seine Mitarbeiter jedenfalls nicht.

Kahrs ist nicht der einzige Parlamen- tarier, dem die Hacker im Hohen Haus Gutes taten. Auch andere Abgeordnete bekamen Biografien wie beim Barbier: Waschen, Frisieren, Legen. Gut steht etwa der frühere Grünen-Abgeordnete Ludger Volmer da, der bei Wikipedia als "Großoffizier" der französischen Ehrenlegion geführt wird. Ein Hinweis auf die "Bonusmeilen-Affäre" hingegen wurde durch den Zusatz ergänzt, Volmer habe nachweisen können, "dass seine Frau mit Einverständnis und im Auftrage des Auswärtigen Amtes geflogen war und für seinen Sohn private Meilen zur Verfügung standen". Aus der "Visa-Affäre" wurde zwischenzeitlich eine "Schmutzkampagne" gegen den grünen Ex-Staatssekretär. Alle drei Einträge wurden von Parlamentsrechnern aus vorgenommen.

Wer den Wikipedia-Eintrag über Ex-CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer am 16. September 2005 besuchte, konnte dort auf einmal lesen, dass die Zahlungen, die Meyer von seinem früheren Arbeitgeber RWE erhalten hatte, "in keinster Weise zu beanstanden" gewesen seien. "Wir haben die Ergänzung bei Wikipedia vorgenommen", räumt Meyer ein, "weil über die Klärung der RWE-Vorgänge längst nicht so breit berichtet wurde wie über die zunächst erhobenen Vorwürfe und Wikipedia ohne diese Information unvollständig war."

"Diese Fälle bestätigen unsere Erfahrung", erklärt Kurt Jansson von der deutschen Wikipedia, "dass wenige Personen in der Lage sind, die eigene Biografie aus einer neutralen Position zu schildern." Das Mitschreiben am eigenen Artikel könne "schnell nach hinten losgehen".

Doch nicht nur Politikerbiografien wurden geschönt, auch in Artikel über Studiengebühren, Bürokratieabbau und Treibhauseffekt redigierten die anonymen Nutzer aus dem Bundestag fleißig politische Positionen hinein. In den Eintrag "Bürokratieabbau" wurde mitten im letzten Bundestagswahlkampf ein Abschnitt über die 2002 begonnene "Bürokratieabbau-Kampagne" der FDP eingefügt. Darin hieß es vollmundig: "In jeder Sitzungswoche hat die FDP-Fraktion seither mindestens einen konkreten Vorschlag zum Abbau von Bürokratie in den Deutschen Bundestag eingebracht." Bereits eine halbe Stunde später hatte ein Wikipedianer die dreiste Wahlwerbung wieder aus dem Artikel gelöscht.

Besonders groß scheint die Verlockung, unter dem Deckmantel vermeintlicher Anonymität den politischen Gegner diffamieren und Gerüchte kolportieren zu können. Im Artikel über das Homosexuellen-Kontaktportal "GayRomeo" verriet ein User aus dem Bundestag schon mal den Namen eines Abgeordneten, der dort als Mitglied registriert sei.

Die schärfsten Invektiven aber sind für parteiinterne Flügelkämpfe reserviert und bestätigen eine uralte politische Weisheit: Die schlimmsten Feinde sitzen oft im eigenen Lager. Der PDS-Funktionärin Katja Kipping unterstellte ein Bundestags-User im September 2006 "den Drang zu starker Selbstinszenierung" und kritisierte "ihre rhetorisch eher schwachen Auftritte in politischen Talksendungen".

Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Uwe Hiksch, der erst von der SPD zur PDS wechselte und schließlich der WASG beitrat, wurde in einem Wikipedia-Eintrag vom 21. November 2006 gar als "fraktionsloser Verräter" und "stalinistischer Linksabweichler" diffamiert. Harmlos humoristisch dagegen der Versuch eines Bundestagsmitarbeiters, die "kaputte Ampel" als Synonym für "Jamaika-Koalition" zu etablieren.

Ein Grund für das rege Interesse mancher Volksvertreter an Internet-Projekten wie Wikipedia dürfte der Wunsch sein, an den Medien vorbei direkt mit den Wählern kommunizieren zu können. Doch das Volk erweist sich als kritisch und wachsam: Meist sorgt die Community dafür, dass gezielte Manipulationen schnell wieder verschwinden und das Wiki-Prinzip des neutralen Standpunkts gewahrt bleibt.

Wem das nicht reicht, der sollte sich an ein Wort des Philosophen Georg Picht erinnern. Der ätzte bereits in den siebziger Jahren, lange bevor an Wikipedia zu denken war: "Wer glaubt, was in einem Lexikon steht, hat noch nicht gelernt, es zu benutzen."

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Wikipedia: Bitte nicht folgen
Beitrag von: SiLæncer am 23 Januar, 2007, 11:37
Ausgehende Links künftig mit "nofollow" markiert

Die Wikipedia markiert künftig alle ausgehenden Links mit "nofollow". Das 2005 von Google eingeführte Tag soll verhindern, dass Suchmaschinen Links folgen, die Spammer in Wikis, Blogs oder Foren hinterlassen.

Auf Anweisung von Wikipedia-Gründer Jimmy Wales hat Wikipedia-Techniker Brion Vibber nun alle ausgehenden Links mit "nofollow" markiert. Google beachtet Links, die mit rel="nofollow" im entsprechenden Link-Tag versehen sind, bei der Berechnung des Page-Rank nicht. So soll Spam die Basis entzogen werden, haben Spammer doch keinen Vorteil, wenn Links entsprechend markiert sind. Dabei geht es aber nicht darum, die eigentlichen Kommentare aus den Suchmaschinen herauszuhalten, sondern vor allem die darin enthaltenen Links zu "entkräften".

Man darf wohl darüber streiten, ob "nofollow" bislang etwas bewirkt hat, im Zweifel wird Spam einfach überall abgeladen, ganz gleich, wie die Links markiert sind. Die Wikipedia ist dabei ein besonders interessantes Ziel, nicht nur wegen des enormen Traffics, den die freie Enzyklopädie zu verzeichnen hat. Die Wikipedia-Seiten sind vor allem in Google extrem gut positioniert und von Google entsprechend bewertet, was einen Link auf diesen Seiten besonders wertvoll macht. Doch damit soll nun Schluss sein, mit der rigorosen Maßnahme wird verhindert, dass ausgehende Links sich in Google und ggf. anderen Suchmaschinen positiv auswirken. Dies gilt auch für Links, die von Wikipedia-Autoren ganz bewusst gesetzt werden.

Quelle : www.golem.de
Titel: Wikipedia-Gegenentwurf Citizendium öffnet seine Pforten
Beitrag von: SiLæncer am 23 Januar, 2007, 21:55
Als Gegenentwurf zur freien Online-Enzyklopädie Wikipedia hatte Larry Sanger das Projekt angekündigt, jetzt hat das Citizendium seine Pforten für die Öffentlichkeit geöffnet. Ein erster Blick offenbart: der Weg zur Experten-Wikipedia ist steiniger als geplant.

Larry Sanger war Mitbegründer und erster Chefredakteur der Wikipedia, schied jedoch bereits 2002 aus dem Projekt aus. Im September vergangenen Jahres kündigte er auf der Wizard of OS 4 in Berlin das Citizendium an. Mit einem mehr expertenorientierten Projekt will er den in Wikipedia anzutreffenden Vandalismus ausschließen und statt wild gewachsener Artikel nur fundiertes Wissen von Experten aufnehmen. Bei der Umsetzung stieß Sanger jedoch auf Schwierigkeiten. Zwar berichtet er in seinem Blog von vielen Autoren, die sich dem Projekt angeschlossen hätten, doch die Ergebnisse ließen zunächst zu wünschen übrig. Sanger hatte zuerst angekündigt, Wikipedia-Artikel als Ausgangsmaterial für seine verbesserte Enzyklopädie zu nehmen. Doch in der vergangenen Woche löschte er die unbearbeiteten Wikipedia-Artikel wieder aus dem Citizendium, um Autoren zu eigenständiger Arbeit zu motivieren.

Sanger unterteilt die Mitarbeiter seines Projekts in "Autoren" und "Redakteure". Die erste Gruppe soll wie beim Vorbild Wikipedia frei an Artikeln mitarbeiten können, verbindliche Entscheidungen sollen jedoch nur von den Redakteuren getroffen werden können. Die Redakteure können auch Versionen als "überprüft" markieren und sollen so für die Korrektheit des Artikels bürgen. Damit ähnelt Sangers Entwurf den stabilen Artikelversionen, die Wikipedia-Gründer Jimmy Wales schon im vergangenen Jahr angekündigt hatte. Immerhin einen überprüften Artikel kann Sanger schon vorweisen: ein zwölfseitiger Artikel über die Biologie steht auf der Homepage zur Ansicht bereit (PDF).

Während der Pilotphase sind Artikel nur für angemeldete Nutzer lesbar. Um an dem Projekt aktiv mitzuwirken, mussten sich angehende Autoren bisher bei Sanger bewerben. Jetzt hat ist die Anmeldung freigegeben und prompt hat das Citizendium mit Problemen zu kämpfen. Obwohl Autoren ausschließlich unter Realnamen auftreten sollen, konnten sich Vandalen problemlos anmelden und die Hauptseite des Wikis überschreiben. Zwar wird bei der Anmeldung Realname und Mailadresse verlangt, eine genaue Überprüfung findet derzeit aber wohl noch nicht statt.

Wie die Wikipedia basiert auch das Citizendium auf der Wiki-Software MediaWiki. Die bis jetzt vorhandenen Inhalte stammen größtenteils aus der Wikipedia. Allerdings hat Sanger die Lizenzbestimmungen zur Übernahme der Texte nicht erfüllt. In vielen Artikeln ist lediglich ein kleiner Hinweis auf den Ursprungsartikel, in anderen fehlt er ganz. Auch die Versionsgeschichte der Wikipedia-Artikel fehlt. Damit entspricht die Nutzung der Texte derzeit nicht den Bedingungen der freien Dokumentationslizenz GFDL, unter der die Wikipedia-Artikel stehen.

Sangers Projekt soll von Sponsoren finanziert werden, die allerdings keinen direkten Einfluss auf die Artikel haben sollen. Um dem Projekt eine erste finanzielle Grundlage zu geben, ruft Sanger zu Spenden für das Projekt auf. Eine Organisation, die das Projekt tragen soll, wurde aber noch nicht gegründet.

Quelle : www.heise.de
Titel: Wikipedia: Zahlt Microsoft für Einträge?
Beitrag von: SiLæncer am 24 Januar, 2007, 15:12
Ein Software-Entwickler aus Australien behauptet, dass er von Microsoft ein Angebot bekommen hätte, bestimmte Einträge in Wikipedia zu bearbeiten. Seine Enthüllung hat eine hitzige Debatte über Ethik und Moral entfacht.

Rick Jelliffe, Chief Technology Officer der XML-Tool-Firma Topologi , hat eigenen Angaben zufolge ein Angebot von Microsoft bekommen, Wikipedia-Einträge zu den Bereichen ODF (Open Document Format) und OOXML (Microsoft Office Open XML) zu bearbeiten. In einem Blog-Eintrag erklärte Jelliffe , dass er das Angebot per Mail erhalten habe: Man suche jemanden, der "unabhängig aber freundlich“ sei und für "ausgewogenere" Artikel bei Wikipedia zu den Bereichen ODF und OOXML sorge.

Jelliffe, der das "The XML & SGML Cookbook“ schrieb, und eigenem Bekunden nach selten Microsoft-Produkte nutzt, wird das Angebot voraussichtlich annehmen. Er sieht sich aber nicht dafür angestellt, Pro-Microsoft-Losungen auszugeben, sondern Fehler auszubessern.

Thematisch heikel an der Geschichte ist, dass es sich bei ODF und OOXML um zwei miteinander konkurrierende Formate handelt. Microsoft hat OOXML kreiert, um etwas gegen ODF, ein von Sun und IBM und anderen Firmen unterstütztes Format, in der Hand zu haben. ODF findet Anklang bei Nutzern, die an einem offenen Format interessiert sind, das sicherstellt, dass sie auf ihre existierenden Daten noch lange zugreifen können.

Jelliffes Enthüllung in dem Blog führten zu einer hitzigen Debatte über Ethik und Moral. Ob es Okay sei, dass eine Firma jemanden bezahlt, Wikipedia-Einträge zu editieren und welche Auswirkungen solche Zahlungen letztendlich auf die Glaubwürdigkeit der Site hätten.

"Von jetzt an sollten wir die Wikipedia Einträge zum Thema Open Document mit Vorsicht genießen,“ so Daniel Carrera, ein ODF-Entwickler, in einer Mail.

Andere Bemerkungen in dem Blog waren nicht ganz so freundlich. "Nachdem Du öffentlich zugibst von Microsoft bezahlt zu werden, zerstörst du jegliche Glaubwürdigkeit als ein neutraler Berichterstatter. Ende der Geschichte." schrieb ein Leser.

Bislang ist nicht klar, was passiert, wenn Jelliffe tatsächlich Änderungen an den Seiten vornehmen würde. Wikipedia "tendiere dazu, Interessenkonflikte nicht besonders positiv zu bewerten“, so David Gerard, ein freiwilliger Sprecher für Wikipedia.

Eine Möglichkeit wäre, Jelliffes Zugriff auf die Site zu blockieren. Mitarbeiter von Abteilungen für Öffentlichkeitsarbeit, die Firmen-Interessen vertreten haben, sind in der Vergangenheit blockiert worden, sagt Gerard. Aufgrund des Aufmerksamkeit, die der Vorfall erhalten hat, glaubt Gerard allerdings, dass die Leser sehr aufmerksam auf die Änderungen von Jelliffe achten werden und mit ihren eigenen Updates und Änderungen reagieren werden, was wiederum zu einer wesentlichen Verbesserung der besagten Seiten führen könnte. Gerard findet die Situation insgesamt aber bedauerlich. Sie seinen enttäuscht über die Art und Weise, wie Microsoft vorgegangen sei. Die Firma wäre besser beraten gewesen, der Wikipedia Geld zu spenden und auf diesem Wege die Gewogenheit der Leser zu gewinnen.

Von Microsofts externem Presseteam in Großbritannien konnten unseren Kollegen des IDG News Service keine Bestätigung dafür bekommen, dass Microsoft Jelliffe ein Angebot unterbreitet hat.

Quelle : www.pcwelt.de
Titel: US-College verbietet Wikipedia als wissenschaftliche Quelle
Beitrag von: SiLæncer am 21 Februar, 2007, 15:17
Die freie Online-Enzyklopäide Wikipedia erfreut sich großer Beliebtheit – natürlich auch bei Schülern und Studenten, um dort schnell nachzuschauen, aber gelegentlich auch mit Copy & Paste sich für eigene Arbeiten zu bedienen. Wer korrekter arbeitet, verweist auf die Quelle; umstritten ist allerdings, ob die von Internetnutzern gemeinschaftlich erstellten Wikipedia-Artikel im wissenschaftlichen Kontext überhaupt zitierfähig sind (vgl. Wikipedia: Quelle für wissenschaftliche Arbeiten?).

Im Januar hatte die Geschichtsfakultät des angesehenen Middlebury College (Vermont) beschlossen, dass Studenten in ihren Arbeiten nicht mehr aus Wikipedia zitieren dürfen. Als Folge können die Studenten nicht mehr für Fehler in ihren Arbeiten Wikipedia oder ähnliche Quellen verantwortlich machen, um ihre Note zu retten. Anlass dafür war, dass mehrere Studenten in einer Prüfungsarbeit über japanische Geschichte denselben Fehler gemacht und erwähnt hatten, die Jesuiten hätten im 17. Jahrhundert die Shimabara-Rebellion unterstützt. Die Quelle war ein Wikipedia-Artikel, in dem dies weiterhin zu finden ist. In anderen Fällen hatten Studenten ebenfalls nicht korrekte Informationen aus Wikipedia verwendet oder zitiert.

Don Wyatt, der Leiter der Fakultät, erklärte, die Lehrer hätten die Aufgabe, "die Verbreitung von Falschinformationen zu reduzieren. Auch wenn Wikipedia einigen Wert besitzt, vor allem den Wert, Studenten zu zitierbaren Quellen zu führen, ist es nicht selbst eine geeignete Quelle für Zitate." Man hatte im Kollegium darüber diskutiert, den Studenten ganz die Benutzung von Wikipedia zu verbieten, aber dann doch realistischerweise eingesehen, dass sich dies kaum durchführen ließe und man in Wikipedia auch gute bibliographische Angaben finden könne.

In einem Editorial der Studentenzeitung wird das Verbot als "Beginn der Zensur" kritisiert. Moniert wird auch die Arroganz der Akademiker gegenüber offenen, freien und demokratischen Medien, mit denen die Benutzer selbst Informationen schaffen.

Jimmy Wales, der Mitbegründer von Wikipedia, findet das Verbot, Wikipedia als Quelle für Zitate zu verwenden, nicht kritikwürdig: "Sie empfehlen eigentlich genau, was wir vorgeschlagen haben: Studenten sollten keine Enzyklopädien zitieren. Ich hoffe, dass sie auch nicht die Encyclopaedia Britannica zitieren." Nur ein Verbot, Wikipedia überhaupt zu lesen, würde er als lächerlich empfinden: "Sie könnten dann auch sagen, dass kein Rock'n'Roll gehört werden darf."

Tatsächlich sollte für angehende Wissenschaftler die Verwendung von Primärquellen zwingend sein, während Enzyklopädien nur der Orientierung dienen können. Kreativer, als Verbote auszusprechen, sind aber wohl solche Projekte an Universitäten, bei denen die Studenten beispielsweise vorhandene Wikipedia-Artikel überarbeiten oder neue schreiben. Im Middlebury College wird heute über die auch in Professorenkreisen umstrittene Entscheidung, Wikipedia nicht als wissenschaftliche Quelle zuzulassen, diskutiert.

Quelle : www.heise.de
Titel: WIKIPEDIA FÜR FUNDAMENTALCHRISTEN - Das Lexikon des Herrn
Beitrag von: SiLæncer am 02 März, 2007, 17:20
In den USA haben sich fundamentalchristliche Gruppen zusammengeschlossen, um dem Internetlexikon Wikipedia Konkurrenz zu machen. Gleich zwei Alternativangebote erklären die Welt aus der Sicht der Kreationisten - und sorgen damit für eine Menge unfreiwilligen Humor.

"Wie alle modernen Tiere stammen Känguruhs aus dem mittleren Osten und sind die Abkömmlinge der zwei Angehörigen der modernen Känguruh-Baramin, die vor der Sintflut auf der Arche Noah aufgenommen wurden." Dieser Satz stammt aus einem Internet-Lexikon. Und er ist durchaus ernst gemeint.

Das Lexikon heißt nicht Wiki- sondern Conservapedia. Es ist einer der jüngeren Streiche derer, die vor allem in den USA dafür arbeiten, doch endlich den unsinnigen Wissenschaftsglauben aus den Schulen zu verbannen und der Bibel ihren gerechten Platz als all-erklärendes Geschichts- und Lehrbuch zurückzugeben.

Conservapedia ist gewissermaßen eine fundamentalchristliche Antwort auf Wikipedia, der Versuch, die Deutungshoheit im Netz über den Ursprung der Menschheit und der Arten den Vertretern der Evolutionstheorie zu entreißen. Das Projekt hat sogar eine große Schwester: Das Alternativangebot CreationWiki lockt mit Weisheiten wie "Gott erschuf die Menschen getrennt von den Tieren vor weniger als 10.000 Jahren." Obwohl 45 Prozent der US-Amerikaner dies glaubten, werde die Evolutionstheorie "als Faktum in Schulen gelehrt, die mit Steuern von Menschen finanziert werden, die dieser Sichtweise nicht zustimmen", ereifert sich der Autor des Beitrages "Creation vs. Evolution".

Für Menschen, die der Vorstellung, die Bibel sei wörtlich zu verstehen, skeptisch gegenüberstehen, ist vor allem Conservapedia ein Born der Heiterkeit. Die "Zufällige Seite"-Funktion, die bei Wikipedia ein ziemlich überflüssiges Gimmick darstellt, macht Conservapedia, die dem großen Vorbild äußerlich ähnelt, zu einer Quelle des unfreiwilligen Humors für zwischendurch. Großartig sind auch die "Debattenthemen", zu denen eifrige Nutzer Stellung nehmen können ("Kreuzzüge - gut oder schlecht?").

"Bitter nötige Alternative zu Wikipedia"

Leider sind viele Einträge extrem kurz. So erfährt man über den Berg Sinai in der Conservapedia nur dass er "ein Berg" sei, und dass Moses dort die Zehn Gebote bekommen habe.

CreationWiki teilt immerhin noch die Höhe des Berges mit - und serviert einen Link zu den beiden Sinai-Einträgen der englischsprachigen Wikipedia (Sinai und biblischer Sinai). CreationWiki betrachtet sich dennoch als "bitter nötige Alternative" zur "zunehmend anti-christlichen und anti-amerikanischen Wikipedia". In der Conservapedia gibt es sogar eine eigene Seite mit "Beispielen für die Verzerrungen in Wikipedia". Sie enthält unter anderem eine köstliche Berechnung, derzufolge die freie Enzyklopädie "sechsmal liberaler ist als die amerikanische Öffentlichkeit" - und deshalb zu verdammen.

Während CreationWiki sich aber ostentativ bemüht, zumindest den Anschein von Objektivität zu wahren - auch wenn das Selbstverständnis klar als "kreationistisch" benannt wird - ist die Conservapedia in erster Linie ein relativ dürres Agitationsprojekt bar jeden Erkenntnisgewinns. Der konservative Rechtsanwalt Andy Schlafly hat sie im November 2006 mit 58 High-School-Schülern aus dem Boden gestampft, weil er der Meinung war, dass die Welt eine "Wissensquelle für ein allgemeines Publikum ohne die Defekte von Wikipedia braucht", wie er "Wired" sagte. Denn die sei in der Hand der Liberalen, vulgo der Gott- und Vaterlandslosen.

"Dazu braucht man einen intelligenten Schöpfer"

Die CreationWiki dagegen ist ganz offenkundig durchaus als ernsthaftes Projekt gedacht, zur Förderung der "Schöpfungswissenschaft" - ein Versuch der Fundamentalchristen, die Schöpfungslehre auf eine argumentative Stufe mit der Evolutionsbiologie zu hieven. In der CreationWiki, die schon seit 2004 existiert, gibt es sogar über Gene einiges zu lesen, auch eine Doppelhelix-Abbildung der DNA findet man dort. Evolutions-Bashing findet in dem Eintrag nicht statt.

In der Conservapedia dagegen stehen nur drei Sätze zum Thema: "Ein Abschnitt DNA, der die Produktion eines Proteins oder eines Anteils eines Proteins kodiert. Obwohl das Gen die elementare Einheit der Vererbung ist, können Veränderung in den Genen (sogenannte "Evolution") die Unterschiede zwischen den Spezies nicht erklären, dazu braucht man einen intelligenten Schöpfer."

An der Intelligenz der Schöpfer der Conservapedia muss man allerdings beim Herumstöbern gelegentlich zweifeln, etwa, wenn man die schiere Länge des Eintrags über die Bibel (gut 1300 Anschläge) mit der des Artikels über Dan Browns Katholizismus-kritischem Roman "Sakrileg" (gut 47.000 Anschläge) vergleicht.

CreationWiki erfreut den Leser dafür mit einer Tabelle, anhand derer der Leser überzeugt werden soll, dass Kreationismus zwar reif für den Schulunterricht ist, das "Flying Spaghetti Monster" aber nicht: "Am obigen Vergleich kann man sehen, dass es keine Grundlage dafür gibt, Schülern etwas über das Flying Spaghetti Monster beizubringen, aber dass man das Gleiche von Intelligent Design oder Kreationismus nicht sagen kann."

"Auch Konservative haben Humor"

Die fiesen atheistischen Spaßmacher da draußen haben die Jesus-Wikis natürlich längst entdeckt. Conservapedia musste laut einer Reporterin des "New Scientist" schon über 60 IP-Adressen blockieren, wegen eines "schockierenden Ausmaßes an Vandalismus und Obszönität". Der wunderbare Eintrag über einen in Nadelbäumen lebenden aber leider vom Aussterben bedrohten Octopus ist aber immer noch online. "Auch Konservative haben Sinn für Humor", sagte Schlafly "Wired".

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales hat übrigens gar keine Probleme mit den fundamentalchristlichen Gegenentwürfen. "Eine freie Kultur kennt keine Grenzen", sagte er der Dame vom "New Scientist", man begrüße "die Verwendung unserer Arbeit, um Varianten zu bauen. Das passt genau zu unserer Mission."

Das haben sich auch die dem Christentum eher nicht zugeneigten Netznutzer inzwischen überlegt: Auf Deutsch gibt es seit kurzem auch eine "Athpedia" für Atheisten - die sich allerdings ganz explizit nicht "als Konkurrenz zu Wikipedia" versteht, sondern als "ergänzendes Angebot für den interessierten Internetuser".

Der findet dort ausführliche Einträge über Begriffe wie "Religion", "Weltanschauung", oder über den Evolutionsbiologen Richard Dawkins. Der hat übrigens mal etwas gesagt, das man auch den Conservapedia-Dichtern ins Stammbuch schreiben könnte: "Ich bin gegen Religion, weil sie uns lehrt, damit zufrieden zu sein, die Welt nicht zu verstehen."

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Wikipedia- Betrüger: Falscher Professor narrt den "New Yorker"
Beitrag von: SiLæncer am 06 März, 2007, 21:11
Es gibt neuen Ärger für Wikipedia-Gründer Jimmy Wales. Ein geschätztes Mitglied des inneren Community-Kreises wurde als Betrüger entlarvt: Im Onlinelexikon selbst und auch im Gespräch mit dem US-Magazin "The New Yorker" gab er sich als hochqualifizierter Professor aus - fälschlicherweise.

Wikipedia, schrieb die Pulitzer-Preisträgerin Stacy Schiff vergangenen Sommer in einem langen Essay im "New Yorker", "verkörpert unsere neue, lässige Beziehung zur Wahrheit". Wenn die Lexikongemeinde auf einen Fehler hingewiesen werde, heiße es stets: "Schaut doch mal, wie oft die Mainstream-Medien und traditionelle Enzyklopädien falsch liegen!" Das entspreche in etwa der Kinder-Argumentation: "Aber Johnny ist zuerst von der Brücke gesprungen!", schrieb Schiff.

Nun ist das Traditionsmagazin "New Yorker" definitiv den Mainstream-Medien zuzurechnen, und stand bislang nicht im Verdacht, eine lässige Beziehung zur Wahrheit zu haben. Schiff aber saß bei der Recherche für ihren Wikipedia-Artikel einem Betrüger auf - nun sieht sich das Intellektuellenblatt in der Kritik. Ausgerechnet weil sich seine renommierte Autorin auf Informationen aus der Wikipedia-Gemeinde verlassen hat, ohne sie zu prüfen.

Schiff sprach für ihren Text unter anderem mit einem hochrangigen Wikipedia-Funktionär mit dem Benutzernamen Essjay. Der sei im wahren Leben ein "festangestellter Professor der Theologie an einer Privatuniversität", der einen Doktortitel in Theologie und einen weiteren Akademischen Grad in kanonischem Recht halte. Das hatte Essjay selbst mitgeteilt, und Schiff hatte ihm geglaubt. In Wahrheit, das ist jetzt herausgekommen, ist Essjay erst 24, heißt Ryan Jordan und hat überhaupt keine akademischen Titel, geschweige denn eine Lehrbefugnis.

Dem "New Yorker" ist das Ganze ein bisschen peinlich, aber nicht allzu sehr. Unter Schiffs Artikel steht nun eine Korrektur, die über die wahren Umständen aufklärt. Eine Entschuldigung oder gar eine plausible Erklärung dafür, warum man die Identität eines Kronzeugen im eigenen Bericht rein gar nicht geprüft hatte, bleibt das Blatt schuldig. Noch peinlicher als für das Magazin ist der Fall für Wikipedia selbst - denn Gründer Jimmy Wales hatte "Essjay" zuvor einen bezahlten Job als "Community Manager" für das neue, profitorientierte Projekt Wikia engagiert.

Ironischerweise wurde Wales selbst in Schiffs Text mit den Worten zitiert, ihm sei es egal, ob einer der Wikipedia-Autoren "ein Highschool-Kid oder ein Harvard-Professor" sei. Der "New Yorker" zitiert Wales in der Korrektur auf der eigenen Webseite mit den Worten, er betrachte Essjays erfundenes Professoren-Alter-Ego als "Pseudonym": "Ich habe eigentlich kein Problem damit." Noch Ende vergangener Woche ließ Wales laut der "New York Times" verkünden, er habe eine Entschuldigung Jordans akzeptiert, "weil er ein hervorragender Redakteur mit einer beispielhaften Erfolgsgeschichte ist und immer war".

Inzwischen ist Wales wohl klar geworden, dass es für Wikia und Wikipedia keine gute PR wäre, es dabei zu belassen. Diskussionsseiten über umstrittene Artikel belegen, dass Jordan seine erfundenen Qualifikationen auch benutzte, um seiner Privatmeinung zu strittigen Themen Gewicht zu verleihen - genau die Art von dünkelhafter Manipulation, die zu bekämpfen Wikipedia eigentlich angetreten ist.

Die Gemeinde ist wütend. Wikipedia-kritische Blogger gießen mit Vergnügen Hohn und Spott über den Enzyklopädie-Evangelisten Wales. Die britische Seite "The Register" nutzt die Gelegenheit für eine Frontalattacke: "Stalin hat Hitler vielleicht besiegen können, indem er den Armeen des Reiches 20 Millionen menschliche Körper entgegenwarf, aber keine Menge freiwilliger Wikipedianer wird das Web auch nur einen Deut 'besser' machen als vor 10 Jahren, als es noch keiner benutzte". Wales selbst wird im gleichen Text als der "Duce" des Internet-Lexikons bezeichnet, also mit Mussolini verglichen.

Der so Beschimpfte hat Jordan inzwischen fallengelassen. "Ich habe Essjay aufgefordert, seine Vertrauenspositionen innerhalb der Gemeinschaft aufzugeben", teilt er in einer Botschaft auf einer Wikipedia-internen Diskussionsseite mit. Er sei momentan in Indien und habe eben erst erfahren, dass Jordan seine gefälschten Qualifikationen auch in Streitigkeiten um Lexikon-Einträge als Argument ins Spiel gebracht habe.

Der Tonfall des Eintrags hat etwas Flehendes: "Die Integrität des Projekts hängt davon ab, dass die Kern-Community Leidenschaft für Qualität und Integrität besitzt, so dass wir einander vertrauen können", schreibt Wales. "Die Harmonie unserer Arbeit hängt von menschlichem Verständnis und der Bereitschaft ab, Fehler zu vergeben."

Laut der "New York Times" arbeitet Jordan bereits nicht mehr für Wikia. Seine Nutzerseite innerhalb des Wikipedia-Angebotes ziert ein schwarzes Rechteck mit der Aufschrift "Retired", darunter steht ein kurzer Abschiedsbrief an die Community, unter anderem mit diesem Satz: "Ich habe meine Zeit hier genossen und viel gute Arbeit geleistet; meine Zeit hier ist aber nun vorbei, und wegzugehen ist für mich und für Wikipedia das beste."

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Wikipedia.de in neuem Gewand
Beitrag von: SiLæncer am 27 Juni, 2007, 09:33
Weiterleitung auf de.wikipedia.org abgeschaltet

Unter wikipedia.de ist jetzt ein Suchportal für die freie Enzyklopädie Wikipedia (wikipedia.org) gestartet. Bislang leitete die Domain auf die offizielle Seite de.wikipedia.org weiter, was aber immer wieder für Verwirrung sorgte.

Die Weiterleitung wurde nun durch ein Suchportal ersetzt, das einen einfachen Zugriff auf Dienste von Drittanbietern bieten soll, um die Inhalte der Wikipedia zu erschließen. Die Domain gehört dem Verein "Wikimedia Deutschland - Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens", der in der Vergangenheit wiederholt wegen angeblich unerlaubter Inhalte in der Wikipedia abgemahnt wurde, auch wegen der Weiterleitung von wikipedia.de auf de.wikipedia.org.

(http://www.golem.de/0706/53126-wikipediade.png)

Nun kommt wikipedia.de mit einer typisch spartanischen Suchmaske daher und zeigt schon beim Eingeben eines Suchbegriffs automatisch eine Liste von passenden Artikeln in der jeweils gewählten Sprache. Wählt man einen dieser Links, gelangt man direkt zum entsprechenden Artikel. Alternativ kann der Begriff auch in den verschiedenen angebotenen Suchmaschinen nachgeschlagen werden, derzeit wird auf wikipedia.org, T-Online, Web.de und Exalead verwiesen. Zudem gibt es direkt die Möglichkeit, neben Deutsch in Dänisch, Friesisch, Obersorbisch oder Romani zu suchen. Die bevorzugte Sprache und Suchmaschine kann dabei dauerhaft festgelegt werden.

Quelle : www.golem.de
Titel: Re: Wikipedia.de in neuem Gewand
Beitrag von: Yessir am 27 Juni, 2007, 10:04
Hmm, bei mir kommt immer noch die alte Seite... ???
Titel: Re: Wikipedia.de in neuem Gewand
Beitrag von: SiLæncer am 27 Juni, 2007, 10:07
Bei mir kommt nach Eingabe von http://wikipedia.de/ die neue Seite ;)
Titel: Re: Wikipedia.de in neuem Gewand
Beitrag von: Yessir am 27 Juni, 2007, 10:13
Ohne die Eingabe von http:// vor wickipedia.de komme ich auf http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite... macht der Firefox wohl wieder nicht das, was er soll.
Bei http://wickipedia.de erscheint auch bei mir dann die richtige Seite... :-[
Titel: Re: Wikipedia.de in neuem Gewand
Beitrag von: Jürgen am 27 Juni, 2007, 23:44
Nicht wickipedia.de, sondern wikipedia.de ...

Die erste Seite ist - wohl u.a. für alle Legastheniker, HipHopper, Oberschlaumeier und Vorschulkinder - umgeleitet auf die Standard-Startseite von de.wikipedia.org.
Titel: Wikipedia: Streit über die Weisheit der Massen
Beitrag von: SiLæncer am 24 Juli, 2007, 17:03
Der ehemalige Chefredakteur der Wikipedia, Larry Sanger, bricht wieder Streit über die "Weisheit der Massen" vom Zaun. In einem Essay in der Süddeutschen Zeitung kritisiert er den "Dilettantismus" der freien Online-Enzyklopädie.

Wie ist der korrekte Geburtsname von Bill Clinton? Findige Wikipedianer haben herausgefunden, dass der ehemalige US-Präsident als "William Jefferson Blythe III" geboren wurde, und nicht wie von der Encyclopadia Britannica verzeichnet "William Jefferson Blythe IV". Diesen und weiteren Fehler der wohl angesehensten traditionellen Enzyklopädie sammeln die Wikipedianer auf einer eigens eingerichteten Fehlerseite, auf der natürlich auch auf die korrekten Artikel in der Wikipedia verwiesen wird.

Für Larry Sanger sind solche Beispiele vermeintlicher Überlegenheit des Wikipedia-Modells und der "Weisheit der Massen" nur Augenwischerei. Obwohl er die Beteiligung einer breiten Öffentlichkeit an Enzyklopädien begrüßt, kritisiert er das Wikipedia-Modell heftig: "Sie haben sich ganz dem Dilettantismus verschrieben; damit meine ich ihre Ansicht, niemandem sollte allein aufgrund seines Fachwissens eine Sonderrolle oder besondere Zuständigkeit in einem Content-Creation-System zugestanden werden."

Notwendig sei eine solche Sonderrolle der Experten, da die Fragen innerhalb der Wikipedia komplex sei und die Zusammenarbeit der freiwilligen Autoren alles andere als ideal gestaltet: "Um überhaupt zusammenarbeiten zu können, sind hier Konsens und Kompromisse unabdingbar." Zwar könnten Menschenmassen häufig erstaunlich genau konkrete und komplexe Fragestellungen wie die Einschätzung der Anzahl von Gummibärchen in einem Krug beantworten – dafür müssten die Antworten der einzelnen Gruppenmitglieder allerdings voneinander unabhängig sein. Die Schaffung von komplexen Enzyklopädietexten sei über ein völlig egalitäres System nicht hinreichend zu lösen.

Dem Egalitarismus der Wikipedia setzt Sanger ein meritokratisches Modell entgegen: Experten sollen gemäß ihrer Verdienste und Erfahrungen mehr Einfluss auf die Inhalte der Enzyklopädie haben. Dieses Modell versucht Sanger in seiner eigenen Wiki-Enzyklopädie Citizendium umzusetzen, die Anfang des Jahres offiziell gestartet ist.

Offiziell begrüßen Vertreter der Wikipedia das Gegen-Projekt zwar als willkommene Ergänzung ihrer eigenen Arbeit, doch für die Umsetzung wird Sanger kritisiert. So fasst der Wikipedia-User Ragesoss zusammen, dass die Wachstumszahlen des Citizendiums noch sehr zu wünschen übrig lassen und sich Sanger mit seinen Freiwillligen noch nicht einmal auf eine Lizenz für die dort erstellten Texte geeinigt habe. Andere Wikipedianer werfen Sanger vor, dass er mit der Kritik an Wikipedia lediglich für sein eigenes Projekt werben wolle, ohne wirklich gangbare Alternativen anbieten zu können.

Unterfüttert wird Sangers Kritik allerdings durch die langsame Entwicklung der Qualitätssicherung in der Wikipedia. So sind die vor über einem Jahr angekündigten stabilen Artikelversionen immer noch nicht umgesetzt worden.

Dass Experten- und Laienwissen durchaus eine Symbiose eingehen können, zeigt das Beispiel Clinton. So hat die Enzyklopaedia Britannica zwar den Geburtsnamen des Ex-Präsidenten inzwischen korrigiert. Allerdings mit einem Schönheitsfehler: Der Name von Clintons Vater blieb unkorrigiert.

Weniger theoretisch sondern ganz praktisch ist die Kritik von Suchmaschinenoptimierern an der freien Enzyklopädie. Die Wikipedia-Artikel tauchen nämlich bemerkenswert oft auf der ersten Ergebnisseite der Suchmaschine Google auf – für die SEOs ist das wertvoller Platz, der nicht für ein nicht-kommerzielles Projekt verschwendet werden sollte. Um diesem Problem ein Ende zu setzen, hat Will Critchlow ein Suchmaschinen-Plugin für Firefox erstellt, dass eine Google-Suche ohne Wikipedia-Ergebnisse ermöglicht.

Quelle : www.heise.de
Titel: Re: Wikipedia: Streit über die Weisheit der Massen
Beitrag von: BananaJoe am 24 Juli, 2007, 21:20
Und wie heisst das Plugin kann es über Google nicht finden  ???
Titel: Re: Wikipedia: Streit über die Weisheit der Massen
Beitrag von: SiLæncer am 24 Juli, 2007, 21:26
Also ich hab mal ´Will Critchlow Firefox Plugin´ bei Google eingegeben ...

Dann einfach den ersten Link nehmen ;D -> http://www.distilled.co.uk/blog/seo/search-google-without-wikipedia-a-firefox-search-plugin/
Titel: Re: Wikipedia: Streit über die Weisheit der Massen
Beitrag von: BananaJoe am 24 Juli, 2007, 21:28
mhh googlen will gelernt sein :)
Titel: Re: Wikipedia: Streit über die Weisheit der Massen
Beitrag von: Jürgen am 24 Juli, 2007, 23:33
Ehrlich gesagt, meist geht's für mich eher anders herum, ich schaue oft zuerst gezielt bei Wikipedia nach.
Und dann eventuell über grundverschiedene Suchmaschinen, aber zuallerletzt bei gerade der.
Natürlich ist mir klar, dass weder Wikipedia, noch die Britannica, noch google der Weisheit letzter Schluss sind.
Für mich sind das eben nur mehr oder weniger verlässliche Quellen, ggf. Verweise auf direktere Informationen, nicht mehr und nicht weniger.

Die Welt, der menschliche Geist und Neugierde und Wissen haben schon vor goooooo...gle existiert, und sie werden es auch hoffentlich noch lange danach.
Titel: Berichte: CIA und FBI griffen in Wikipedia ein
Beitrag von: SiLæncer am 18 August, 2007, 13:25
Dass Firmen und politische Kreise versuchen, sich durch Manipulationen von Beiträgen vorteilhafter in der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia darzustellen, ist nicht neu und in der Vergangenheit sind schon zahlreiche solcher Versuche aufgefallen. Dabei hilft, dass die Wikipedia jede Änderung zusammen mit der IP-Nummer speichert, über die sich der benutzte Rechner oder zumindest das Netzwerk anhand des Adressbereichs zurückverfolgen lässt. Über den kürzlich vorgestellten Wikiscanner kann sich jeder auf die Suche nach solchen Manipulationen machen.

Bislang galten die meisten Änderungen als harmlos. Doch nach Medienberichten sind jetzt der US-Geheimdienst CIA und die Bundespolizei FBI aufgefallen, die in Beiträge zur Irak-Invasion und zum umstrittenen Gefangegenlager Guantanamo massiv eingegriffen haben sollen. So steht die CIA im Verdacht, unter anderem eine Grafik über Kriegstote manipuliert, Angaben zu Todesursachen gelöscht und die Bemerkung eingefügt zu haben, dass die Anzahl der Toten in vielen Fällen nicht belegt sei. Von FBI-Rechnern aus sollen Luftaufnahmen des Gefangenenlagers Guantanamo entfernt worden sein. CIA-Mitarbeiter stehen außerdem unter dem Verdacht, die Rolle ihres ehemaligen Chefs William Colby während des Vietnam-Kriegs verschleiert zu haben – wenn auch erfolglos.

Quelle : www.heise.de
Titel: WikiScanner durchsucht auch deutsche Wikipedia
Beitrag von: SiLæncer am 25 August, 2007, 08:22
Schlechte Nachrichten für PR-Beauftragte in Deutschland: Seit Freitagabend durchsucht der WikiScanner des US-Studenten Virgil Griffith auch den Datenbestand der deutschsprachigen Wikipedia. Damit kann jeder Internetnutzer bequem recherchieren, aus welchen Netzen von Firmen oder Institutionen die Einträge in der freien Onlineenzyklopädie anonym geändert wurden. Mit Hilfe der Suchmaschine wurden in den letzten Tagen zahlreiche Manipulationsversuche in der englischsprachigen Ausgabe der Wikipedia aufgedeckt.

Unter den Wikipedia-Sündern waren neben Mitarbeitern des US-Wahlmaschinenherstellers Diebold auch der US-Geheimdienst CIA und die Bundespolizei FBI. Die ständig neuen Enthüllungen haben inzwischen erste Konsequenzen: So wurde der Pressesprecher des US-Abgeordneten David Davis zu einem Nachhilfekurs in Ethik verpflichtet, nachdem bekannt geworden war, dass er unvorteilhafte Informationen über den Kongressabgeordneten Davis gelöscht hatte. Das australische Verteidigungsministerium sperrte nach einem Bericht des Sidney Morning Herald den Schreibzugriff für alle Mitarbeiter. Ein Sprecher des Vatikans wies unterdessen Verdächtigungen zurück, dass ein Mitarbeiter des Kirchenstaats die Biografie des irischen Sinn-Fein-Politikers Gerry Adams verändert habe. Über 1000 Personen könnten auf Computer des Kirchenstaates zugreifen, darunter auch die Nutzer der Bibliotheken und Archive.

In der deutschsprachigen Wikipedia wurde eine eigene Seite zum Sammeln "bemerkenswerter Beiträge" eingerichtet. Wirklich skandalöse Manipulationen finden sich dort bisher aber nicht: Zwar kamen aus dem Firmennetz von Brockhaus einige kindische Änderungen an Artikeln, die ursprünglichen Artikelversionen wurden aber von der Wikipedia-Community schnell wieder hergestellt. Dass auch politische Rivalitäten ihren Ausdruck in Wikipedia finden zeigen ein Eingriff aus dem Computer-Netz der SPD, durch den das politische Wirken des CSU-Generalsekretärs Markus Söder auf "die Rettung der Mainzelmännchen, Kruzifixe in Klassenzimmern und Ausgehverbote für Jugendliche" reduziert wird.

Der Geschäftsführer des Vereins Wikimedia Deutschland begrüßt den WikiScanner als Werkzeug für mehr Transparenz in der Wikipedia: "Die Wikipedia ist ein offenes Projekt und alle Artikel befinden sich in einem fortwährenden Überarbeitungsprozess. Dies sollten Leser bei der Beurteilung der Glaubwürdigkeit einzelner Artikel immer im Hinterkopf haben", erklärt Arne Klempert auf Anfrage von heise online. Der WikiScanner trage dazu bei, dass die Leser die Artikel richtig einschätzen könnten.

Der WikiScanner durchsucht die Datenbank der Wikipedia nach anonymen Beiträgen und gleicht die verwendeten IP-Adressen mit einem Verzeichnis der Eigentümer von IP-Netzen ab. Auf diese Weise können Interessenten schnell einen kompletten Überblick über die Wikipedia-Beiträge von Firmen und Organisationen bekommen. Wikipedia erlaubt zwar das Ändern von Artikeln ohne vorherige Anmeldung, speichert und veröffentlicht in diesem Fall aber die IP-Adresse des Autoren. Gemäß den Wikipedia-Regeln sollten Autoren nicht zu Artikeln beitragen, die sie selbst betreffen.

Dass auch die offene Kommunikation mit der Wikipedia-Community nicht immer einfach ist, mussten die Öffentlichkeitsarbeiter von Siemens erfahren. Nachdem bereits im Mai 2006 beschönigende Änderungen an dem Artikel über den damaligen Vorstandsvorsitzenden Klaus Kleinfeld aufgefallen waren, hatte der Konzern einen offiziellen Account eingerichtet, um in den Dialog mit der Wikipedia-Community treten. Nach teilweise heftiger Kritik einzelner Nutzer zogen sich die Siemensianer aber schon bald wieder aus der Online-Enzyklopädie zurück. Arne Klempert empfiehlt trotzdem, mit offenen Karten zu spielen: "Im Zweifel raten wir deshalb dazu, lieber erstmal auf der Diskussionsseite aktiv zu werden und nicht gleich in Artikel einzugreifen."

Quelle : www.heise.de
Titel: Politische Grabenkämpfe in der Wikipedia
Beitrag von: SiLæncer am 20 September, 2007, 11:54
Der WikiScanner hat ein neues Opfer gefunden: Der Hessische Landesverband der CDU wurde bei Manipulationen in Wikipedia ertappt. Auch für den anlaufenden US-Wahlkampf scheint die freie Online-Enzyklopädie immer wichtiger zu werden.

Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, war die Wikipedia-Biographie des hessischen Landtagsabgeordneten der Grünen Tarek Al-Wazir Ziel gezielter Manipulationen aus dem hessischen CDU-Landesverband. So wurde eine Episode über einen vermeintlich rassistischen Zwischenrufs eines CDU-Abgeordneten auf eine parteiische Version hingebogen, die Partei Die Linke bezeichnete der anonyme Autor kurzerhand als "SED". Gegenüber der Zeitung entschuldigte sich eine CDU-Sprecherin damit, dass die Änderungen von einem Praktikanten vorgenommen worden seien. "Die Sache wurde umgehend geklärt und ist längst erledigt. Der Praktikant hatte sich für sein bedauerliches Verhalten entschuldigt", erklärte die Sprecherin der CDU-Hessen, Esther Petry.

Der Wikiscanner ermöglicht die einfache Recherche, aus welchen IP-Netzen anonymen Änderungen vorgenommen werden. Auf diese Weise konnten in den vergangenen Wochen zahlreiche Manipulationen aufgedeckt werden – vom Vandalismus von CIA-Rechnern bis zu innenpolitischen Ränkespielen in Österreich. Die Suchmaschine steht mittlerweile für acht verschiedene Sprachversionen der Wikipedia bereit und durchforstet über 40 Millionen anonyme Änderungen in der freien Online-Enzyklopädie.

Unterdessen hinterlässt der anlaufende US-Wahlkampf in der Wikipedia ihre Spuren. So erscheint die Darstellung in der von Freiwilligen erstellten Seite so wichtig für das öffentliche Image, dass selbst über winzige Details in den Biographien der Kandidaten gerungen wird. Wikipedia-Autoren kämpfen beispielsweise um die Frage, ob die Kosten für einen Haarschnitt von John Edwards relevant ist, und ob der Kandidat Fred Thompson mit seinem Geburtsnamen "Freddie" vorgestellt werden sollte.

Quelle : www.heise.de
Titel: Neues Markierungssystem für Wikipedia
Beitrag von: SiLæncer am 24 September, 2007, 08:47
Das Internet-Lexikon Wikipedia soll verlässlicher werden: In den nächsten Tagen beginnt der Test eines neuen Kennzeichnungssystems, teilte Wikimedia Deutschland am heutigen Sonntag mit. Es sieht vor, den Lesern mithilfe von Markierungen deutlich zu machen, ob ein Artikel frei von Unsinn oder falschen Darstellungen ist. Die neue Funktion werde voraussichtlich im November in das deutsche Hauptportal integriert, erklärte Wikimedia-Vorstandsmitglied Philipp Birken. Ob anderssprachige Seiten folgen, sei noch unklar.

In der Standard-Ansicht des Internet-Lexikons sollen künftig nur Texte angezeigt werden, die erfahrene Autoren als frei von Verunstaltungen markiert haben. Wieviele Autoren das sein werden, steht noch nicht fest. Nutzer sollen die nicht gekennzeichneten Versionen aber weiterhin lesen und bearbeiten können. "Ziel ist es, die Verlässlichkeit und Qualität der Texte zu erhöhen", sagte Birken der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Bislang können alle Nutzer Artikel bearbeiten, was immer wieder zu Manipulationen und Vandalismus führt. Häufig würden etwa in Artikel über Politiker Schimpfwörter eingefügt. "Die meisten dieser Einträge werden in weniger als einer Minute von anderen Mitarbeitern rückgängig gemacht, aber dann können schon Tausende Leser den Artikel gesehen haben", erklärt Birken das Problem.

Quelle : www.heise.de
Titel: Wikipedia schaltet anonyme Editoren wieder frei
Beitrag von: SiLæncer am 31 Oktober, 2007, 16:00
In der Wikipedia werden die Regeln für nicht angemeldete Autoren gelockert. Ab kommender Woche können anonyme Autoren in der englischen Ausgabe der freien Online-Enzyklopädie wieder neue Artikel anlegen. Community und die Wikimedia Foundation bemühen sich deweil, den Streit um die Ausrichtung der Wikipedia zu schlichten.

Fast zwei Jahre lang waren nicht angemeldete Autoren nicht in der Lage neue Artikel anzulegen, sie konnten nur bestehende Artikel verändern. Im Dezember 2005 hatte Wikipedia-Gründer Jimmy Wales diese Sperre beschlossen, um Image-Schäden nach dem ersten großen Wikipedia-Skandal entgegen zu treten. Damals war bekannt geworden, dass der US-Journalist John Seigenthaler per Wikipedia fälschlicherweise bezichtigt wurde, am Mord an US-Präsidenten John F. Kennedy beteiligt gewesen zu sein.

Ob die Sperre einen positiven Einfluss zur Einschränkung von Vandalismus in dem Gemeinschafts-Projekt hatte, ist unklar. Jimmy Wales hatte mehrmals berichtet, dass sich die Maßnahme als kontraproduktiv erwiesen habe: Die Vandalen hätten sich öfter einen Wikipedia-Account zugelegt – die Arbeitsbelastung der freiwillig arbeitenden Administratoren sei dadurch sogar gestiegen. Eine kürzlich erschiene Studie zeigt zudem, dass die Qualität anonymer Beiträge in der Wikipedia überwiegend positiv ist.

Die Lockerung der Regeln erfolgt nun auf Bewährung: Sollte der Vandalismus daraufhin wieder zunehmen, soll die Sperre wieder angeschaltet werden. In anderen Sprach-Versionen war die Einschränkung für anonyme Autoren gar nicht übernommen worden – in der deutschen Wikipedia werden anonyme Autoren aber dazu gezwungen, erst eine Voransicht ihrer Änderungen anzusehen.

Der Fall zeigt wieder die verschlungenen Entscheidungswege innerhalb der Wikipedia-Community. So wurde die Community über die Maßnahme lediglich per Mailingliste informiert, vorausgegangen war offenbar ein informelles Treffen von einigen wenigen Community-Vertretern mit Angestellten der Wikimedia Foundation. Die Wikimedia-Vorsitzende Florence Devouard ist über die Entscheidung überrascht, stimmt ihr aber zu. Die einzelnen Communities sollen im Prinzip über die in ihren Projekten herrschenden Regeln selbst entscheiden – wirklich verbindliche oder feste Entscheidungsprozesse gibt es allerdings nicht.

Unterdessen schlägt der Streit um die Ausrichtung des Projektes hohe Wellen. Kern-Streitpunkt ist, welche Artikel in die Wikipedia aufgenommen werden sollen. Während die "Inklusionisten" darauf verweisen, dass Wikipedia als nicht papiergebundenes Medium genügend Platz für Triviales habe, verweisen die "Exklusionisten" darauf, dass es schwer ist, qualitativ hochwertige Informationen in einem Umfeld zu pflegen, das sich durch Beliebigkeit auszeichnet. Der Streit sorgt für kuriose Auswüchse: So wurde auch ein Artikel des Wikipedia-Gründers Jimmy Wales umgehend zur Löschung vorgeschlagen.

Derweil macht sich auch die Wikimedia-Vorsitzende Sorgen um das Betriebsklima. So fragt Devouard in einer Mail über die Weiterentwicklung der Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte: "Wieviele Experten wurden von der Aggressivität unserer Mitglieder vertrieben? Wie viele neue Autoren wurden durch die Schwierigkeit entmutigt, Tabellen oder Artikelvorlagen zu ändern? Wie viele Neulinge wurden gesperrt, weil sie nicht schnell genug verstanden haben, wie man eine Diskussionsseite nutzt?" Devouard sagt den Neulingen ihre moralische Unterstützung zu, will aber wohl nicht in das komplizierte Regelwerk der Community eingreifen.

Der Streit um die Ausrichtung der Wikipedia wird mittlerweile auch außerhalb des Projekts ausgetragen. So ruft der Webcomic-Autor Howard Tayler in seinem Weblog dazu auf, den neusten Spendenaufruf der Wikimedia Foundation zu boykottieren, bis die Spielregeln des Projektes geändert werden. Tayler stört sich an der Löschung von zahlreichen Artikeln über Webcomics.

Die Wikipedia-Autoren behelfen sich selbst auf höchst unterschiedliche Weise. So bemühen sich in der deutschen Wikipedia seit einem halben Jahr freiwillige Mentoren darum, Neulingen den Einstieg in die Wikipedia möglichst zu vereinfachen. Eine andere Gruppe von Wikipedianern hat sich unterdessen daran gemacht, besonders wertvolle Inhalte in ein separates Projekt namens Veropedia auszulagern. Hier finden sich derzeit 3800 Artikel. Das wikipedia-eigene Qualitätsprogramm tritt derweil auf der Stelle. Zwar können Interessenten schon in einem Test-Wiki ansehen, wie in Zukunft stabile Versionen von Wikipedia-Artikeln erzeugt werden sollen. Wann das Projekt wie mehrfach angekündigt in der deutschsprachigen Wikipedia starten wird, steht aber in den Sternen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Wikipedia: Testsieg und Verschwörungen
Beitrag von: SiLæncer am 05 Dezember, 2007, 15:20
Gute Nachrichten für die deutschsprachige Wikipedia-Gemeinde: Die Illustrierte Stern hat die Wikipedia mit der Online-Ausgabe des Brockhaus verglichen und die freie Online-Enzyklopädie zum eindeutigen Sieger erklärt. In der englischen Wikipedia hängt hingegen der Haussegen schief: Nachdem eine geheime Mailingliste von Wikipedia-Administratoren bekannt wurde, wird die Wikipedia wegen Kungeleien kritisiert.

In einer 14-seitigen Titelgeschichte widmet sich die Illustrierte Stern in der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe dem "universellen Lexikon der Neuzeit" und stellt die Frage "Wie gut ist Wikipedia?". Um eine kompetente Antwort auf die Frage zu geben, hat der Stern 50 Artikel aus der Wikipedia und dem Brockhaus bewerten lassen. Der Wissenschaftliche Informationsdienst aus Köln prüfte sie auf Richtigkeit, Vollständigkeit, Aktualität und Verständlichkeit.

Das Ergebnis: In 43 Fällen bekamen die Wikipedia-Artikel eine bessere Gesamtnote, in einem Fall zogen beide Enzyklopädien gleich und nur in sechs Fällen lag die Kauf-Enzyklopädie vorne. Insgesamt bekamen die Wikipedia-Artikel die Note 1,7, der Brockhaus hingegen nur die Note 2,7. An den Wikipedia bemängelt der Stern lediglich, dass sie manchmal zu ausschweifend und langatmig sind – allein in der Kategorie "Verständlichkeit" kann Brockhaus gegen die kostenlose Alternative punkten. Damit entspricht das Ergebnis im Wesentlichen dem Enzyklopädien-Test in der c't-Ausgabe 6/2007.

Unterdessen sorgt die Existenz einer geheimen Mailingliste für den "inneren Kreis" der englischsprachigen Wikipedia für heftige Diskussionen. Das britische Online-Magazin The Register deckte die Existenz der Liste auf, über die sich Wikipedia-Administratoren über vermeintliche Störenfriede in der Wikipedia austauschten. "Diese geheime Mailingliste scheint das bekannt egalitäre Ethos der Wikipedia zu untergraben. Immerhin erlaubt sie einer herrschenden Clique, ihre eigene Agenda ohne Aufsicht der Community durchzusetzen. Und sie wurde dazu genutzt, um mindestens eine Person zum Schweigen zu bringen, die nur versucht hat, die Inhalte der Wikipedia zu verbessern", kommentiert The Register.

Die Veröffentlichung der Mailingliste ist eine Folge eines langen Streits um die Wikipedia-Administratorin "Durova", die durch die unbegründete Sperrung anderer Wikipedia-User aufgefallen war. Dabei berief sich die Administratorin öfters auf Beweise, die jedoch nicht öffentlich zugänglich waren. Für Wikipedia-Kritiker, die der Wikipedia-Community und den dort tätigen Wikipedia-Administratoren immer wieder unlautere Praktiken und Motive unterstellen, war der Fall ein gefundenes Fressen. Mittlerweile finden sich zahlreiche Foto-Montagen und Flash-filme im Netz, die sich über "Durova" lustig machen. Auch Wikipedia-Mitgründer Larry Sanger nutzt den Streit um für sein Konkurrenz-Projekt Citizendium zu werben.

Anders als die anderen Kommunikations-Kanäle war die kritisierte Liste nicht auf den Projekt-Seiten der Wikipedia erwähnt, statt auf den Servern der Wikimedia Foundation war sie bei Wikia, der privaten Firma von Wikipedia-Gründer Jimmy Wales, angesiedelt. Dass die Wikipedia-Community auf dieses Mittel zurückgriff, ist eher untypisch: Die Wikipedia basiert auf dem Prinzip der Offenheit. Obwohl die verschlungene Machtstruktur zu einer unüberschaubaren Anzahl von Kommunikationskanälen gesorgt hat, sind diese Kanäle für die Allgemeinheit zugänglich oder zumindest bekannt. So betont Jimmy Wales auch im Stern-Interview die Wichtigkeit von Transparenz im Umgang mit Informationen. Die Episode um "Durova" zeigt, dass die Entscheidungen in der Wikipedia selbst jedoch nur noch eingeschränkt transparent sind.

Quelle : www.heise.de
Titel: Die Linke zeigt Wikipedia an
Beitrag von: SiLæncer am 06 Dezember, 2007, 15:06
Kaum ist die Wikipedia bundesweit auf dem Titelbild der Zeitschrift Stern zu sehen, gerät die freie Online-Enzyklopädie in das politische Schussfeld. Die stellvertretende Bundevorsitzende der Partei Die Linke hat nach eigenen Angaben Strafanzeige gegen Wikipedia-Verantwortliche gestellt wegen des Verbreitens verfassungsfeindlicher Symbole. Unter der Überschrift "Nazis raus aus Wikipedia" erhebt Katina Schubert schwere Vorwürfe. Die Wikipedia sei wegen ihrer offenen Struktur ein Einfallstor für rechte und rechtsextreme Ideologien.

"Es kann und darf nicht sein, dass Einträge aus NS-Quellen zitieren und weit über das, rechtlich geschützte, Maß an Aufklärung hinaus Materialien und Kennzeichen verfassungsfeindlicher und verbotener Organisationen Verwendung finden", erklärt die Politikerin. Die Anzeige "soll die Betreiber zwingen, bei Beibehaltung der offenen Struktur, politische und ethische Standards einzuführen, die es Nazis unmöglich machen, ihren braunen Müll als lexikalisch wertvolles Wissen auszugeben und im Netz zu verbreiten".

Auf Anfrage von heise online zeigt sich Schubert besorgt, dass Rechtsextreme die Wikipedia wie auch andere zivilgesellschaftliche Strukturen zu dominieren versuchten. Ihre Parteikollegen hätten festgestellt, dass die Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen wie der Hitlerjugend in der Wikipedia "qualitativ und quantitativ" zu stark vertreten seien. Wenn ein Wikipedia-Artikel das Symbol der HJ enthalte, sollten die Grafiker darauf achten, dass das Symbol nicht einfach für Propaganda-Zwecke weiterverwendet werden könne. "Der Online-Community komme eine große Verantwortung zu", erklärt Schubert. Auch wenn die Strafanzeige keinen Erfolg habe, wollte sie mit der Aktion eine gesellschaftliche Auseinandersetzung starten. Gerade im Internet müsse man diskutieren, wie man die Unterwanderung durch Nazis verhindere. Die Anzeige habe sie zudem schon am Montag in Berlin gestellt – bevor die Wikipedia auf der Titelseite des Stern zu sehen war.

Arne Klempert, der Geschäftsführer von Wikimedia Deutschland, zeigt sich von Schuberts Vorgehen erbost. So habe die Politikerin zwar Zeit gefunden, eine Pressemitteilung herauszugeben, sie habe sich aber vorher nicht mit Wikimedia in Verbindung gesetzt. Bisher liegt im Wikimedia-Büro in Frankfurt noch keine Strafanzeige vor. Auf Anfrage von heise online gab Schubert an, dass ihre Mitarbeiter keine Adresse der Wikipedia gefunden hätten.

Inhaltlich kann Klempert die Vorwürfe nicht nachvollziehen. "Für uns gehören neutrale Artikel über die NSDAP und ähnliche Organisationen in eine Enzyklopädie. Dazu gehört natürlich auch das Logo der betreffenden Organisation." In der Hinsicht unterscheide sich Wikipedia nicht von anderen Enzyklopädien. Wende sich Schubert gegen die Abbildung dieser Symbole, begibt sie sich nach Klempert in bedenkliche Nähe zur Staatsanwaltschaft Stuttgart. Die war in einem jahrelangen Prozess gegen einen Versandhändler vorgegangen, weil der Anti-Nazi-Symbole mit durchgestrichenen Hakenkreuzen im Sortiment hatte. Erst der Bundesgerichtshof hatte den Händler mit Hinweis auf die Meinungsfreiheit freigesprochen.

Die Strafanzeige ist nicht die erste Kritik in dieser Richtung an der freien Online-Enzyklopädie. So vertritt der Autor Günter Schuler in seinem kürzlich erschienen Buch die These, dass in der Wikipedia Geschichtsrevisionismus praktiziert werde und kritisiert die Kritikrenitenz der Wikipedia-Community. Auch hier vertritt Klempert einen anderen Standpunkt: Die Wikipedia-Community zeige sich sehr problembewusst. Artikel wie der über Holocaust-Leugnung beweisen in seinen Augen, dass die Gemeinschaft der Wikipedia-Autoren sehr wohl in der Lage ist, neutral und aufklärend mit extremistischen Ideologien umzugehen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Politikerin der Linken zieht Wikipedia-Anzeige zurück
Beitrag von: SiLæncer am 07 Dezember, 2007, 11:44
Nachdem Katina Schubert, die Vize-Vorsitzende der Partei Die Linke, die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia zunächst wegen Verbreitung von Symbolen verfassungsfeindlicher Organisationen angezeigt hat, tritt sie nun einen Teil-Rückzug an. Wie die Politikerin heute bekanntgab, will sie die Strafanzeige zurückziehen. Die Auseinandersetzung um Nazi-Symbole im Internet will sie aber weiterführen.

In einem offiziellen Statement erklärt Schubert: "Da eine Strafanzeige offenbar der falsche Weg für diese Auseinandersetzung ist, ziehe ich diese – nachdem mich bereits gestern Vertreter von Wikimedia angesprochen haben und wir intensiv diskutiert haben – heute zurück. Ich stelle mich gern dem Gespräch, um andere, sinnvollere Wege der gesellschaftlichen Auseinandersetzung zu finden."

In der Sache will die Linkspolitikerin nicht zurückstecken. "Das Internet wird von Nazis als Propaganda- und Vernetzungsplattform genutzt. Gerade junge Leute nutzen das Internet zur Information und zur Meinungsbildung. Deshalb ist eine besondere Sensibilität im Umgang mit Symbolen verfassungsfeindlicher NS-Organisationen notwendig, auch bei Internet Communities." Sie wisse, dass die Symbole bei der Wikipedia vorrangig zur Dokumentation verwendet werden. "Gleichwohl können diese – anders als im Buchformat – zu rechtsextremistischen Propagandazwecken ohne Probleme heruntergeladen und umfunktioniert werden. Das ist eine nicht zu unterschätzende Grauzone", sagt Schubert.

Grund für die Strafanzeige sei der Wikipedia-Artikel über die Hitler-Jugend gewesen, auf der sich Symbole der Hitler-Jugend fanden. In der vergangenen Woche enthielt der Artikel insgesamt 12 Abbildungen, darunter sämtliche Rangabzeichen der Hitlerjugend, eine Erinnerungsplakette und eine Karte des Deutschen Reiches in den Grenzen von 1938. "Das ging aus meiner Sicht über das Dokumentarische hinaus", sagt Schubert. Die Wikipedia-Autoren waren offenbar gleicher Meinung – heute sind im Artikel nur noch zwei Bilder enthalten – und für den kompletten Artikel wurde ein Qualitäts-Sicherungsverfahren eingeleitet.

Um ähnliche Auswüchse in Zukunft zu vermeiden, fordert Schubert einen Ehrenkodex, der "antisemitische, rassistische, sexistische und rechtsextremistische Positionen ausschließt". Einen solchen Kodex gibt es in der Wikipedia freilich schon: Der Neutrale Standpunkt, der eine ausgewogene und sachliche Darstellung aller Inhalte vorschreibt, ist eines der Grundprinzipien der Wikipedia. Doch der offene Redaktionsprozess sorgt dafür, dass auch immer wieder Inhalte online stehen, die diesem Kriterium nicht genügen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Reputation und Wikipedia: von Einfluss, Anerkennung und Vergleichen
Beitrag von: SiLæncer am 10 Dezember, 2007, 17:01
Schon lange versucht die Wikipedia, angesehene Autoren für die Mitarbeit in der freien Online-Enzyklopädie zu gewinnen. Dass der Wissens- und Reputationstransfer nicht unbedingt nur in eine Richtung geht, zeigen zwei aktuelle Fälle. Und der Herausgeber des Brockhaus bezweifelt inzwischen die Ergebnisse des Vergleichstest, bei dem die Kauf-Enzyklopädie gegenüber dem Mitmach-Lexikon den Kürzeren gezogen hatte.

"Der Test des Stern war unfair", erklärt der Klaus Holoch, Pressesprecher vom Bibliographischen Institut & F. A. Brockhaus AG (Bifab) im Gespräch mit heise online. So sei für den Vergleichstest nur die Online-Ausgabe mit 150.000 Stichworten herangezogen worden, während die vollständigere Ausgabe der Brockhaus-Enzyklopädie mit 300.000 Stichworten außer acht gelassen worden sei. Auch mit der Bewertung kann sich Holoch nicht anfreunden: Dass ein Artikel über die Band U2 wegen der falschen Schreibweise des Namens drastisch abgewertet worden sei, könne er nicht nachvollziehen. Dass der Tod des Sängers Luciano Pavarotti nicht erwähnt worden sei, sei ein technisches Versehen gewesen.

Diese Kritik weist Ulrich Kämper, Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Informationsdienstes, zurück. Der Kölner Recherchedienst hatte den Vergleichstest im Auftrag des Stern durchgeführt. "Dass wir die 15-bändige Enzyklopädie zum Vergleich herangezogen haben, liegt an der Produkt- und Preispolitik des Verlags", sagt Kämper. Die Inhalte der 30-bändigen Ausgabe stehen online nur den Käufern der kompletten Enzyklopädie zur Verfügung, während man Artikel der 15-bändigen Ausgabe auch einzeln gegen Bezahlung abrufen kann. Laut Kämper sind entgegen der Produktbeschreibung des Brockhaus viele Artikel nicht aktualisiert gewesen. Beispielsweise sei der Nobelpreis der Autorin Doris Lessing nicht erwähnt worden, die neusten Informationen über Bundeskanzlerin Angela Merkel stammten aus dem Jahr 2005.

Dass die Wikipedia einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die wahrgenommenen Informationen hat, nahm sich die israelische Regierung offenbar zu Herzen. So lud das Außenministerium nach Informationen der Jerusalem Post den Wikipedia. und Wikinews-Autoren David Shankbone zu einer Informationsreise nach Israel ein. Ein Sprecher des New Yorker Konsulats verwies darauf, dass die Berichte in der Wikipedia über Israel nicht immer der Realität entsprächen. Shankbone hat als "akkreditierter Reporter" des kollaborativen Nachrichtenportals Wikinews eine Reihe von Interviews mit Politikern und Aktivisten geführt. Wikinews ist ein Schwester-Projekt von Wikipedia, das im Gegensatz zur Enzyklopädie noch eine eher geringe Rolle spielt und bisher nur wenige Meldungen pro Tag produziert.

Akademische Reputation ist aber andererseits kein Garant für hohes Ansehen in der Wikipedia. So berichtet der britische Observer vom Fall des MIT-Professors Carl Hewitt, der wegen seines Benehmens in der freien Online-Enzyklopädie gesperrt wurde. Hewitt hatte unter mindestens drei verschiedenen Accounts seine Biographie in der Wikipedia zu beeinflussen versucht und fiel dadurch auf, dass er seine eigenen Forschungsergebnisse in möglichst vielen Wikipedia-Artikeln selbst zitierte. Obwohl das Wikipedia-Schiedsgericht den Professor schon Anfang 2006 von der Mitarbeit ausschloss, kehrte der emeritierte Professor unter mehreren Pseudonymen wieder, um nochmals Einfluss auf die ihn betreffenden Artikel zu nehmen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Ertappt - BBC-Mitarbeiter schönen Wikipedia-Artikel
Beitrag von: SiLæncer am 17 Dezember, 2007, 13:16
Die alterwürdige BBC steht für kompromisslos seriösen Journalismus. Eine etwas weniger seriöse Art von Journalismus sollen aber diverse Mitarbeiter der BBC in der Vergangenheit betrieben haben: Sie veränderten einen sie selbst betreffenden Wikipedia-Artikel in ihrem Sinne.

Die englische Zeitung The Independent berichtet, dass BBC-Mitarbeiter wiederholt den Artikel Criticism of the BBC auf Wikipedia geändert haben. In dem Artikel geht es um Kritik an der BBC und an ausgewählten Beiträgen der BBC.

Unter anderem hätten die BBC-Mitarbeiter schon vor einigen Monaten damit begonnen, Wikipedia-Artikel in ihrem Sinne zu verändern. Das geht aus den Einträgen im Diskussionsbereich zu Criticism oft the BBC hervor. Unter anderem sollten damit in dem genannten Artikel Hinweise auf Pressekritik an der politischen Korrektheit der BBC-Berichterstattung entschärft werden.
Bisher sollen rund 7000 Korrekturen von Rechnern mit einer IP-Adresse der BBC durchgeführt worden sein. Im Diskussionsbereich zu diesem Artikel wird der britische Nachrichtensender dafür heftig kritisiert. Allerdings muss fairerweise auch gesagt werden, dass viele Änderungen von BBC-PCs aus durchaus sinnvolle Ergänzungen von bereits bestehenden Artikeln sind.
Wikipedia-Artikel wurden und werden immer wieder von Unternehmen und Behörden bewusst manipuliert. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist der Eintrag zum ehemaligen Siemens-Chef Klaus Kleinfeld. Ebenso legten Mitarbeiter des US-Kongresses Hand an bei Wikipedia.

Quelle : www.pcwelt.de

Titel: Die Mitmach-Britannica
Beitrag von: SiLæncer am 23 Januar, 2009, 08:24
Encyclopædia Britannica öffnet sich für Nutzercommunity

Die ehrwürdige Encyclopædia Britannica bekommt wie andere Lexika die Konkurrenz der Online-Mitmachenzyklopädie zu spüren. Die Briten haben sich deshalb zu einem erstaunlichen Schritt entschlossen: Sie öffnen ihr Lexikon der Internetgemeinde. Allerdings werden alle Nutzerbeiträge vor der Veröffentlichung von der Britannica-Redaktion überprüft.
Die Encyclopædia Britannica, seit über 240 Jahren Gralshüter des lexikalischen Wissens, hat sich zu einem unerwarteten Schritt entschlossen: Das ehrwürdige Lexikon will künftig auch der Internetcommunity die Möglichkeit zur Mitarbeit einräumen, berichtet die britische Tageszeitung Times. Die Surfer sollen Artikel bearbeiten und Inhalte ergänzen.

Anders als beim Konkurrenten, der Onlineenzyklopädie Wikipedia, will die Britannica jedoch die Kontrolle behalten und räumt ihren Internetautoren keine völlige Freiheit ein. Konkret bedeutet das, dass Britannica-Redakteure die von den Nutzern geschaffenen Inhalte zunächst auf inhaltliche Richtigkeit prüfen und dann erst freischalten. Die Seiten sollen alle 20 Minuten aktualisiert werden.

Dafür hat die Britannica einen großen Köder für ihre Nutzer: Wie Britannica-Chef Jorge Cauz der australischen Zeitung Sydney Morning Herald sagte, werden viele der Änderungen auch in die gedruckte Version übernommen. Das Lexikon erscheint nach wie vor alle zwei Jahre in einer 32-bändigen Ausgabe.

Die Richtungswechsel ist umso erstaunlicher als die britischen Wissenshüter im Frühjahr 2006 noch das Wissenschaftsmagazin Nature heftig angegriffen hatten, weil dieses gewagt hatte zu konstatieren, dass die Qualitätsunterschiede zwischen Wikipedia und Encyclopædia Britannica nicht sehr groß seien. Tatsächlich hat die Online-Mitmachenzyklopädie in Vergleichen mit arrivierten Lexika immer wieder gut abgeschnitten, auch wenn Gründer Jimmy Wales im Interview mit Golem.de zugab, er habe manchmal "den Eindruck, dass einige der Tests uns begünstigen."

Cauz konnte sich auch dieses Mal einen Seitenhieb auf die ungleich populärere Konkurrenz nicht verkneifen. Er gab zu, dass sein Angebot "definitiv nicht so populär" ist wie die Wikipedia. Diese, fuhr er fort, "trägt zur Verbreitung von Wissen bei, und viele Menschen sind mit ihr als ihrer einzigen Quelle zufrieden - so wie viele damit zufrieden sind, jeden Tag bei McDonalds zu essen."

An der gedruckten Britannica arbeiten zwischen 2500 und 4500 Autoren, viele davon Wissenschaftler. Über die Öffnung für die Webgemeinde hofft sich das Lexikon weitere Mitarbeiter zu finden. Grund für die Entscheidung sei das große Interesse der Nutzer an einer Mitarbeit an der Britannica gewesen, berichtet Cauz. "Wir haben viele Leserbriefe mit Vorschlägen zur Verbesserung von Artikeln oder Hinweisen auf sachliche Fehler erhalten. Wir sahen, dass die Leser anfingen, sich an der redaktionellen Arbeit zu beteiligen." Es habe allerdings eine Weile gedauert, eine Infrastruktur zu schaffen, die sicherstelle, dass die Nutzerbeiträge schnell bearbeitet und dann online gestellt werden. "Wir entwickeln eine redaktionell betreute Wissensdatenbank", so Cauz.

Quelle : www.golem.de
Titel: Wikipedia prüft Einschränkung der Editierbarkeit
Beitrag von: SiLæncer am 25 Januar, 2009, 19:44
Flagged Revisions Process soll Online-Vandalismus verhindern

Die englischsprachige Wikipedia erwägt eine Einschränkung der Editierbarkeit von Artikeln nach dem Vorbild der deutschen Version. Bei ausgewählten Artikeln soll auf das System der gesichteten und geprüften Versionen gesetzt werden um Falschmeldungen zu verhindern.
Wikipedia-Mitbegründer Jimmy Wales hat die Einführung der Methode der "gesichteten und geprüften Versionen" (Flagged Revisions Process) vorgeschlagen, die in der deutschen Ausgabe bereits umgesetzt ist. Updates ausgewählter Artikel müssten danach erst von einem Kreis von erfahrenen und registrierten Autoren freigegeben werden. Vertrauenswürdige Wikipedia-Autoren könnten aktuelle Änderungen dabei auch sofort freischalten. Die Beiträge anderer Autoren kämen in die Warteschleife.

Die Diskussion folgt auf zwei Fälle von Vandalismus, in denen falsche Todesmeldungen über die Senatoren Ted Kennedy und Robert Byrd bei Wikipedia verbreitet wurden. Wikipedia-Mitbegründer Jimmy Wales sagte: "Dieser Schwachsinn wäre durch 'Flagged Revisions' komplett vermeidbar gewesen. Aktuelle Einträge seien so weiter möglich, so Wales weiter. 60 Prozent der Nutzer hätten dieser Änderung zugestimmt, die Diskussion geht weiter.

Seit Mai 2008 werden in der deutschsprachigen Wikipedia einzelne Versionen von Artikeln bereits von so genannten Sichtern markiert. "Ziel der Markierungen ist es, die Verlässlichkeit von Artikeln zu erhöhen und dem Leser mehr Rückmeldung zur Qualität des Artikels zu liefern. Allerdings ist die Sichtung keine inhaltliche Prüfung, sondern lediglich eine Überprüfung auf offensichtlichen Vandalismus", heißt es bei Wikipedia.

Quelle : www.golem.de
Titel: 340.000 Euro Spenden für deutsche Wikipedia
Beitrag von: SiLæncer am 01 Februar, 2009, 16:58
Weit über 6 Millionen US-Dollar sammelte die Wikimedia Foundation, Betreiberin der Online-Enzyklopädie Wikipedia, zwischen 4. November 2008 und 9. Januar 2009 in ihrer internationalen Spendenkampagne ein, die erstmalig als Gemeinschaftsprojekt der Wikimedia Foundation in den USA und Wikimedia Deutschland stattfand. Während dieser Zeit blendeten die Initiatoren ein Banner auf den Wikipedia-Seiten ein. Wikimedia Deutschland veröffentlichte nun das Spendenergebnis hierzulande. In insgesamt 66 Tagen überwiesen Spender insgesamt rund 340.000 Euro an das Projekt, was die Erwartungen der Betreiber übertraf.

Das Geld wird indes dringend gebraucht: "Das rasante Wachstum der Enzyklopädie und die weiterhin stark steigenden Zugriffszahlen von monatlich rund zehn Milliarden Seitenabrufen machen Jahr für Jahr größere Ausgaben für den Betrieb notwendig", erklärt der Wikimedia-Vorsitzende Kurt Jansson. Ein großer Teil der eingenommenen Mittel wird laut Wikimedia für neue Server, die Weiterentwicklung der Software und den immensen Datentransfer benötigt. Darüber hinaus werden historische Quellen digitalisiert, Informationsveranstaltungen und Workshops angeboten sowie Schreibwettbewerbe und Literaturstipendien unterstützt.

Das Spendenaufkommen ist im Jahresvergleich deutlich angestiegen. Die Kampagne Ende 2007 lief 76 Tage lang und erbrachte rund 207.000 Euro. Während die Spenden trotz der kürzeren Kampagnendauer um insgesamt rund 65 Prozent stiegen, verdoppelte sich die Zahl der Spender von 4560 auf 9180. Durchschnittlich stifteten die Benutzer knapp 40 Euro. Die Spenden an Wikimedia sind steuerlich absetzbar. Für Spenden über 200 Euro stellt der Verein eine Spendenquittung zur Vorlage beim Finanzamt aus, bei geringeren Beträgen reicht der Einzahlungsbeleg als Nachweis aus. Die deutschsprachige Version von Wikipedia enthält derzeit 870.000 Artikel, weltweit sind es über 10 Millionen Artikel in rund 260 Sprachen. Wikimedia Deutschland bittet wie die Schwesterprojekte in anderen Ländern ständig um Spenden, mit denen auch zusätzliche Aktivitäten finanziert werden sollen, beispielsweise Aktionstage an Schulen, an denen Schülern und Lehrern der richtige und kritische Umgang mit der Wikipedia nähergebracht werden soll.

Quelle : www.heise.de
Titel: Wikipedia: Deutsche Version besser als englische
Beitrag von: SiLæncer am 04 April, 2009, 07:01
Der Gründer von Wikipedia, Jimmy Wales, hält die deutschen Autoren für präziser als die englischsprachigen. Der 43-Jährige sagte am Freitag auf der Internet-Konferenz re:publica in Berlin: "Ich finde, dass das deutschsprachige Wikipedia eine höhere Qualität hat als das englischsprachige."

Akademiker für mehr Qualität

Wales räumte ein, dass das Online-Lexikon ein Problem mit der Richtigkeit der im Netz veröffentlichten Informationen habe. "Ich versuche, mehr Akademiker zum Schreiben zu animieren, um die Qualität zu verbessern", sagte er im Friedrichstadtpalast. Bereits Anfang des Jahres hatte Wales in diesem Zusammenhang angekündigt, nach Vorbild der deutschen Version auch in der englischen Wikipedia ein Prüfsystem für neue Einträge einzuführen.

Vor hunderten Bloggern auf der re:publica nahm er Wikipedia jedoch auch in Schutz. Vorwürfe aus dem Publikum, große Unternehmen würden Einträge auf der Online-Enzyklopädie zu ihren Vorteilen ändern, wies Wales zurück. "Große Unternehmen engagieren Kommunikationsexperten, die schlau genug sind, zu wissen, dass es sehr schlecht für das Unternehmen wäre, wenn Veränderungen auffliegen", sagte der Wiki-Gründer.

Nach Wales' Angaben hat die Plattform mittlerweile elf Millionen Artikel in über 250 Sprachen. Die deutschsprachige Fassung ist mit gut einer Million Artikel nach der englischen mit 2,8 Millionen Texten die zweitgrößte Ausgabe der Welt.

Quelle : www.onlinekosten.de
Titel: Wikipedia-Community stimmt über Lizenzwechsel ab
Beitrag von: SiLæncer am 14 April, 2009, 11:08
Die Wikipedia-Community hat mit der Abstimmung über den Wechsel zu einer Creative-Commons-Lizenz begonnen. Die Einführung der Lizenz CC-BY-SA ("Attribution, Share Alike" bzw. "Namensnennung, Weitergabe unter gleichen Bedingungen") soll die Weiternutzung von Inhalten der Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte erleichtern und die Integration anderer freier Inhalte ermöglichen, auch bestehende Inhalte sollen neu lizensiert werden.

Die Abstimmung dauert noch bis zum 3. Mai. Teilnehmen können alle registrierten Wikipedia-Autoren, die bis Mitte März 25 Bearbeitungen vorgenommen hatten. Diese Grenze wurde festgelegt, um den Missbrauch der Abstimmung vorzubeugen, sie liegt jedoch erheblich niedriger als bei vorangegangenen Abstimmungen zur Besetzung von Posten im Vorstand der Wikimedia Foundation. Das Ergebnis der Abstimmung ist nicht verbindlich – erst der Stiftungsvorstand wird nach der Bekanntgabe der Ergebnisse entscheiden, ob die Entscheidungsvorlage in Kraft gesetzt werden soll oder überarbeitet werden muss.

Die Abstimmung ist eine der wichtigsten Richtungsentscheidungen in der Geschichte der Wikimedia Foundation. Als die Wikipedia im Jahr 2001 gegründet wurde, gab es noch keine Creative-Commons-Lizenzen. Stattdessen wurde die Wikipedia unter die GNU Free Documentation License (GFDL) gestellt, die eigentlich zur Verbreitung freier Software-Dokumentation bestimmt war. In der Folge gab es zahlreiche Probleme bei der Weiterverwendung der Inhalte. So sahen die Lizenzbedingungen zum Beispiel den Abdruck des kompletten Lizenztextes vorsahen – eine Weiterverbreitung einzelner Wikipedia-Artikel war damit in Printprodukten unpraktikabel. Auch die erforderliche Benennung der Haupt-Autoren stellte bei Wikipedia-Artikeln mit Hunderten Bearbeitungen ein großes Problem dar. Weiteres Problem war die Integration von Bildern unter Creative-Commons-Lizenzen, da die beiden Lizenzen zueinander nicht kompatibel waren.

Bereits seit Jahren hatte Wikimedia-Gründer Jimmy Wales den Wechsel zu einer Creative-Commons-Lizenz angeregt, im Dezember 2007 beschloss der Vorstand der gemeinnützigen Stiftung den Wechsel. Da die Wikimedia Foundation selbst aber keine Rechte an den Inhalten der Wikipedia und anderer Projekte halten, musste erst die Free Software Foundation (FSF) den Plänen zustimmen. Im Dezember veröffentlichte die Organisation eine eine neue Version der GFDL. "Diese gestattet explizit die Lizensierung von Inhalten in wiki-artigen Gemeinschaftsprojekten unter CC-BY-SA", erklärt Wikimedia-Vize Erik Möller, der den Lizenzwechsel organisiert. Diese Lizenz erlaubt wie die GFDL die kommerzielle Weiternutzung der Inhalte und verlangt eine Weiterverbreitung der Inhalte zu gleichen Bedingungen.

Nach Auffassung der Wikimedia Foundation ist es nicht nötig, dass jeder Autor dem Lizenzwechsel zustimmt: "In unseren Augen haben sie das bereits, da sie einer Lizensierung unter GFDL zugestimmt haben, die ausdrücklich auch die Herausgabe veränderter Versionen der GFDL erlaubt, welche im Geiste der bisherigen Version stehen", erklärt Möller auf Anfrage von heise online. Nach dem vorliegenden Vorschlag werden bereits bestehende Wikipedia-Inhalte zukünftig unter den beiden Lizenzen GFDL und CC-BY-SA stehen, neu hinzugefügte Inhalte jedoch ausschließlich unter der Creative-Commons-Lizenz. Ausgenommen sind Bilder, die nur unter GFDL 1.2 mit Ausschluss späterer Versionen hochgeladen wurden. Sie werden wahrscheinlich von den Projektseiten gelöscht werden. "Die Richtlinien für Drittnutzer werden im Zuge der Lizenzänderung, wenn sie denn stattfindet, standardisiert. Nach den vorgeschlagenen Nutzungsbedingungen ist für die Autoren-Nennung in jedem Medium ein aktiver Link – wenn möglich – oder eine URL auf den Original-Artikel mit Versionsgeschichte die Mindestvoraussetzung", sagt Möller.

Obwohl ein Lizenzwechsel in der Community fast durchgängig unterstützt wird, sind nicht alle Wikipedia-Nutzer mit den Vorschlägen der Wikimedia Foundation zufrieden. So bezweifeln Kritiker die Rechtmäßigkeit einiger Klauseln. Ein Problem ist die korrekte Auszeichnung der CC-lizenzierten Inhalte Dritter: So legen viele Ersteller freier Inhalte wert auf die Nennung ihres Namens bei jeder Veröffentlichung – innerhalb der Wikipedia werden Fotografen aber lediglich über die Verlinkung einer Bildbeschreibungsseite gewürdigt. Wenn Dritte Wikipedia-Artikel weiterverbreiten, befürchten die Kritiker, ist der Autorenvermerk aber nur über Umwege nachlesbar. Zudem sei nicht sichergestellt, dass die Wikimedia immer online sei. Möller plädiert in der Diskussion für eine bessere Auszeichnung der Rechteinhaber innerhalb der Wikipedia-Artikel.

Die korrekte Anwendung der Wikipedia-Lizenzbedingungen ist derzeit auch Gegenstand eines Rechtsstreits in Deutschland. Der Internet-Aktivist Alvar Freude wurde Anfang April abgemahnt, weil er Bilder aus der Wikipedia lizenzwidrig weiter verbreitet haben soll. Freude bestreitet die Vorwürfe.

Quelle : www.heise.de
Titel: "Wikipedia grundsätzlich unzuverlässig"
Beitrag von: SiLæncer am 25 April, 2009, 20:24
Das Berufungsgericht des US-Bundesstaates New Jersey hat ein Urteil aufgehoben, weil es unter anderem auf einem Wikipedia-Artikel als Beweismittel beruhte. Bei dem Verfahren ging es um Kreditkartenschulden. Der Kreditkarten-Account des beschuldigten Kunden war mehrfach an andere Banken übertragen worden, teilweise durch Fusionen und Firmenkäufe und schließlich durch Verkauf an ein Inkassounternehmen. Dieses versuchte nun, die Schulden einzuklagen. Der Kreditkartenkunde bezweifelte jedoch, dass er wirklich an diese Firma zahlen müsse. Um die Serie der Verkäufe zu dokumentieren, legte der Kläger-Anwalt daraufhin unter anderem den Ausdruck eines Wikipedia-Artikels und einen Artikel der New York Times vor. Der Richter akzeptierte diese beiden Beweismittel und sprach dem Inkassounternehmen schließlich einen Anspruch zu.

Der "Superior Court of New Jersey" hat nun entschieden (PDF-Datei), dass die Forderung nicht hinreichend belegt war, da der Wikipedia-Artikel nicht als Beweismittel zulässig war. Wörtlich heißt es: "Jeder, der über einen Internetzugang verfügt, kann einen Wikipedia-Account anlegen und jeden Eintrag in Wikipedia ändern." Somit könne auch jede Prozesspartei einen Artikel beliebig manipulieren, ausdrucken und dem Gericht vorlegen. Eine solche veränderbare Quelle sei "grundsätzlich unzuverlässig" (inherently unreliable) und keine, deren "Korrektheit vernünftigerweise nicht bezweifelt werden kann", wie es für Beweise erforderlich sei.

Dass der Richter im ersten Prozess den Wikipedia-Artikel berücksichtigt habe, sei somit ein Formfehler. Da in der Kette der Verkäufe somit ein Schritt nicht bewiesen sei, habe der Kläger seine Forderung nicht ausreichend belegt.

Die Korrektheit des News-York-Times-Artikels, der einen anderen Verkauf belegte, wird in der Entscheidung nicht in Zweifel gezogen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Neue Lizenz für Wikipedia
Beitrag von: SiLæncer am 21 Mai, 2009, 14:44
In einer Abstimmung haben sich die aktiven Wikipedia-Autoren mehrheitlich dafür ausgesprochen, die Inhalte der Wikipedia zukünftig doppelt zu lizenzieren: Außer unter der bisher verwendeteten GNU Free Documentation License (GFDL) sollen sich die Artikel und sonstigen Medien zukünftig auch zu den Bedingungen der Creative-Commons-Lizenz "Attribution, Share Alike" ("Namensnennung, Weitergabe unter gleichen Bedingungen", CC-BY-SA) nutzen lassen. Diese Änderung soll die Übernahme der Wikipedia-Inhalte erleichtern.

In der Abstimmung, an der sich über 17.000 Wikipedia-Autoren beteiligten, sprachen sich 75,8 Prozent für die Lizenzänderung aus. 10,5 Prozent stimmten gegen die Änderung, 13,7 Prozent äußerten keine Präferenz. Die Lizenzänderung muss jetzt noch von der Wikimedia Foundation offiziell abgenickt werden; Widerstände sind dort allerdings nicht zu erwarten, da die Anregung zu dem Lizenzwechsel vom Vorstand der Stiftung ausging. Anfang Juni soll ein Vorschlag für die geänderten Nutzungsbedingungen zur Diskiussion vorliegen, Ende Juni die Umstellung der englischsprachigen Wikipedia-Inhalte erfolgen. Gleichzeitig soll die Übersetzung der neuen Nutzungsbedingungen in andere Sprachen beginnen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Wikipedia sperrt IP-Adressen von Scientology aus
Beitrag von: SiLæncer am 29 Mai, 2009, 11:30
Das Wikipedia-Schiedsgericht hat entschieden, Beiträge oder Beitragsänderungen von Mitgliedern der sogenannten Scientology Church ab sofort zu verhindern. Das soll erreicht werden, indem IP-Adressen, die der Organisation zugeordnet werden können, ausgesperrt werden. Diese werden demnach ebenso gehandhabt wie Adressen von offenen Proxys, die bei Wikipedia unerwünscht sind. Das Schiedsgericht hatte erwogen, die Sperre nur für Artikel einzurichten, die in einem Zusammenhang mit Scientology stehen, doch das erschien letztlich nicht umsetzbar.

Die Aussperrung der US-amerikanischen Organisation, die auch in Deutschland vertreten ist, wurde im Schiedsgericht seit dem 11. Dezember 2008 diskutiert; insgesamt lief dort das vierte Verfahren rund um Scientology. Wikipedia hat sich dazu verpflichtet, alle Einträge von einem neutralen Standpunkt aus zu verfassen. Diesen hätten Nutzer verlassen, die Scientology zugeordnet werden können, indem sie Werbung in eigener Sache gemacht hätten. Nutzer sollen von Scientology aus Artikel bearbeitet und ihre Aktionen mit ihresgleichen koordiniert haben.

Quelle : www.heise.de
Titel: Wikipedia will Online-Enzyklopädie um Videos erweitern
Beitrag von: SiLæncer am 22 Juni, 2009, 18:48
Berlin - Artikel der Online-Enzyklopädie Wikipedia sollen künftig mit Videos angereichert werden können.

Die Betreiber-Stiftung Wikimedia Foundation arbeite derzeit an der Entwicklung der Software, erklärte eine Sprecherin des Vereins Wikimedia Deutschland heute in Berlin. Die Funktion soll in einigen Monaten auch in Deutschland zur Verfügung stehen. Das Mitmach-Lexikon besteht derzeit vor allem aus Texten, Fotos und Zeichnungen.
 
Die Videos sollen zum einen von den ehrenamtlichen Mitarbeitern des Online-Lexikons stammen, zum anderen von Inhaltelieferanten wie Filmarchiven. Voraussetzung sei, dass die Videos unter einer freien Lizenz zur Verfügung stünden, erklärte die Sprecherin. Nutzer dürften die Bewegtbilder selbst bearbeiten und weiterverbreiten.

Wikipedia wird von der nicht-kommerziellen Wikimedia Foundation aus San Francisco betrieben. Der Verein Wikimedia Deutschland unterstützt die US-Organisation und betreibt die deutsche Website www.wikipedia.de (http://www.wikipedia.de), die auf die Server in den USA verlinkt.

Quelle : www.digitalfernsehen.de (http://www.digitalfernsehen.de)
Titel: Atomindustrie kontra Umweltaktivisten - in der Wikipedia
Beitrag von: SiLæncer am 19 Juli, 2009, 15:00
Es ist eine Frage des Glaubens. Glaubt man der Atomindustrie, dann sind Kernkraftwerke Klimaschützer. Glaubt man den Umweltaktivisten, dann gehören sie abgeschaltet. Abseits der hitzigen politischen Debatte nach dem Störfall im Atommeiler Krümmel gilt es, auch die Öffentlichkeit für seine Sichtweise zu gewinnen – im Fokus steht dabei auch die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia. Laut der Organisation LobbyControl sind PR-Agenturen und Tarnorganisationen damit beschäftigt, Einträge zum Beispiel bei Wikipedia zu ändern. Aber nicht nur hier werden die jeweiligen Sichtweisen plaziert. Besonders aktiv sei in diesen Tagen das Pro-Atom-Netzwerk "Bürger für Technik" – einige Mitglieder fielen vor allem mit Leserbrief- Offensiven zum Thema Kernkraft auf.

"Wikipedia-Manipulation gehört heute zu den wichtigsten Aufgaben großer PR-Agenturen", sagt auch Axel Mayer, Geschäftsführer der BUND- Regionalstelle in Freiburg. Es ist einfach, den Korrigierer von Einträgen ausfindig zu machen. Die IP-Adresse des Computers, die bei einer geänderten Version angegeben ist, wird bei www.coolwhois.com (http://www.coolwhois.com) eingegeben und dort wird der Standort des Computers ausgespuckt. Unter der IP-Adresse 213.183.13.20 fügte etwa am 3. März 2006 jemand von einem Münchener CSU-Rechner ein Kapitel "Misserfolge und Kritik" in den Eintrag zum früheren Bundespräsidenten Johannes Rau (SPD) ein. Häufig werden solche Manipulationen aber rasch von engagierten Wikipedia-Nutzern wieder rückgängig gemacht – zumindest, wenn sie gegen das unparteiische Selbstverständnis der Enzyklopädie verstoßen.

Beim Thema Atom tauchte in der Vergangenheit beim Eintrag zum AKW Biblis wiederholt die IP-Adresse 153.100.131.14 auf. Der Computer steht laut "coolwhois.com" bei Biblis-Betreiber RWE – geändert wurden etwa Angaben zu Störfällen. Auf den Seiten von deutschen Atommeilern seien nur selten Infos über Radioaktivitäts-Abgaben im Normalbetrieb oder zu Krebserkrankungen, kritisiert Mayer. Allein beim Eintrag zum Pannenreaktor Krümmel gab es seit der Reaktorabschaltung am 4. Juli mehr als 120 Änderungen – die meisten waren aber nicht tendenziös.

"Der professionelle Einsatz zum Ändern kritischer Einträge und zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung geschieht häufiger, als man denkt", meint LobbyControl-Vorstand Ulrich Müller. Oft träten nicht Konzerne selbst, sondern Agenturen oder scheinbar interessierte Privatpersonen als Korrektoren auf den Plan. Müller verweist auf Fachgruppen der Kerntechnischen Gesellschaft. Dort heißt es in einem Protokoll: "Zahlreiche Mitglieder der Fachgruppe engagieren sich auch als Autoren bzw. Korrektoren bei www.wikipedia.de (http://www.wikipedia.de)". Besonders das damit verbundene Netzwerk "Bürger für Technik" versuche über Leserbriefe in Zeitungen und durch das Ändern von Internet-Einträgen eine atomfreundliche Haltung zu befördern, sagt Müller.

Das Deutsche Atomforum weist jegliche Verbindung zu PR-Agenturen zurück. "Wir haben niemanden damit beauftragt, entsprechende Einträge zu ändern", sagt Geschäftsführer Dieter Marx. Er verweist darauf, dass zu einseitige Wikipedia-Einträge ruckzuck wieder korrigiert würden. "Das sind alles Einzelpersonen, die da mitdiskutieren." Die Bürger für Technik seien aktiv, ohne dass man da irgendetwas steuere. In der Kerntechnischen Gesellschaft seien 2500 Mitglieder, auf die man nicht alle Einfluss nehmen könnte. "Wir sehen das auch zum Teil kritisch, weil sie manchmal über das Ziel hinausschießen."

BUND-Aktivist Mayer kämpft seit Jahren gegen die Veränderung von Seiten zur Kernenergie bei Wikipedia und das Löschen kritischer Verweise. "Einige Wikipedia-Seiten sind zwar ausgewogener geworden, Links zu den Seiten von Atomkraftgegnern werden nicht mehr sofort gelöscht", sagt er. "Wir haben aber das generelle Problem der Waffenungleichheit", klagt er. "Unsere Anmerkungen und Links wurden in der Vergangenheit zum Teil nach 15 Minuten gelöscht."

Für unausgewogen hält Mayer unter anderem die Seiten der bayerischen Kernkraftwerke Isar in der Nähe von Landshut und Gundremmingen. Vergangenes Jahr war Mayer aber auch selbst ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, weil der BUND Freiburg als Gegenwehr so penetrant kritische Links bei Wikipedia-Einträgen zur Atomkraft setzte, dass diese Links auf einer Spamliste landeten.

Quelle : www.heise.de (http://www.heise.de)
Titel: Verfassungsrichter beklagt die Anonymität bei Wikipedia
Beitrag von: SiLæncer am 24 August, 2009, 18:58
Ein Bundesverfassungsrichter fürchtet, dass anonyme Interessengruppen, die Wikipedia-Artikel verfassen, so die öffentliche Meinung manipulieren. Die Verfasser sollten ihr Gesicht offen im Netz zeigen, fordert Udo Di Fabio.

Udo Di Fabio, Richter am Bundesverfassungsgericht, beklagt die Manipulation der öffentlichen Meinung durch das Internet. In einer Festrede zum Jubiläum des Solinger Tageblatts, das 200 Jahre alt geworden ist, sagte er laut einem Bericht der Westdeutschen Zeitung : "Kommerzielle oder anonym auftretende politische Interessengruppen können die scheinbare Anarchie des Netzes für ihre Zwecke geschickt nutzen."

Ein Beispiel dafür sei die freie Enzyklopädie Wikipedia, über deren Autorenschaft der Richter Öffentlichkeit herstellen möchte. "Wer schreibt für Wikipedia, das jeder Schüler als digitales Lexikon ohne zu zögern konsultiert? Warum zeigt sich das Gesicht der Kommunikationsteilnehmer nicht offen im Netz?", so Di Fabio.

Das Internet berge allgemein die Gefahr, dass Nachrichten in einzelne Bestandteile zerteilt, kommerzialisiert und jedem Nutzer individuell zugestellt würden. Analytisches Herstellen von Zusammenhängen bleibe daher echten Zeitungsredaktionen wie dem Solinger Tageblatt vorbehalten.

Quelle : www.golem.de
Titel: Denk langsam, lösche schnell
Beitrag von: SiLæncer am 20 Oktober, 2009, 20:22
Nachdem der Artikel zum Opferverein "Mogis" nun schlussendlich gelöscht bleibt, geht die Lösch- oder Aufräumwut bei Wikipedia weiter. Mit teilweise abstrusen Folgen.

Getroffene Hunde bellen und bei Wikipedia kann man momentan sagen: sie löschen. Nachdem jetzt der "irrelevante Kleinverein" Mogis (Missbrauchsopfer gegen Internetsperren) nach aktueller Faktenlage bei Wikipedia weiterhin irrelevant bleibt und daher kein Eintrag zu ihm Bestand hat(te), ist das Thema Netzsperren/Stasi 2.0/Zensursula wohl so interessant/nervend geworden, dass da einige Damen und Herren allem Anschein nach gleich nach dem Gießkannenprinzip löschen, zur Neubearbeitung sperren und Links herausnehmen.

Die genauen Abläufe kann man bei Fefe nachlesen, aber wer innerhalb eines Artikels zum Thema Netzsperren nun auch die Links zu beispielsweise Odem.org herauslöscht mit der Begründung, man solle bei "Links zu Organisationen unbekannter Relevanz erst einen Artikel zu dem Thema schreiben", der hat wohl die letzten Jahre mit dem Kopf auf der Löschtaste geschlafen. Anstatt gleich reflexhaft in den Artikeln rumzupuzzeln und den Relevanzbegriff weiterhin arrogant/ignorant zu nutzen, hätte man ja auch mal nachschauen kann - nein, nicht bei Wikipedia, da steht ja nichts. Aber z.B. hier bei Telepolis, wo es heißt: "Mit seiner Initiative Odem.org hat Alvar Freude viel Medienaufmerksamkeit erhalten - und bisher über 6.300 Unterschriften Unterschriften gegen Zensur." Wer Odem als irrelevant oder unklar relevant bezeichnet, der scheint wenig geeignet dafür, beim Thema Netzsperren, welches von Alvar Freude und dessen Odem nun seit Jahren behandelt, kritisiert und bearbeitet wird, wirklich mitzureden.

Es bedarf einer kurzen Recherche bei der Suchmaschine der Wahl, um zu erfahren, um wen es sich bei Odem.org handelt und wie aktiv diese Organisation schon seit Jahren ist, wenn es um Informationsfreiheit und Netzsperren geht.

Bei "Trotz allem" die Relevanz nicht zu erfassen - nämlich, dass dieser Verein neben "Mogis" wichtig war und ist, um zu zeigen, dass nicht alle Opfer sexueller Gewalt automatisch mit Frau von der Leyen übereinstimmen - ist mehr traurig als wirklich dumm.

Die Logik: "Schreibt halt erst einen Artikel über die Vereinigung mit unklarer Relevanz" funktioniert nicht mehr, wenn zunehmend der Eindruck entsteht, dass die Relevanz von Begriffen, Personen, Vereinigungen usw. entweder ohne jedes Fachwissen entsteht oder aber ausgewürfelt wird. Wer sollte da noch Lust haben, einen Artikel zu schreiben, nur damit es dann lapidar heißt "keine Relevanz" und die ganze Arbeit im Mülleimer landet, während in epischer Breite die Klingonische Sprache erläutert wird.

Dass auch die "Schäublone" und "Zensursula" höchstens eine kurze Erwähnung im Artikel Stasi 2.0 erfahren, verwundert da schon nicht mehr.

Nicht nur momentan (doch momentan besonders deutlich) agiert man bei Wikipedia wie die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, die lediglich ihren eigenen Geschmack bzw. ihre eigene (begrenzte) Weltsicht als Prüfkriterium für Entscheidungen nutzt. Wie auch die BPfjM, die einfach sagt: "Das ist keine Kunst weil es keine Kunst ist", so sagt Wikipedia: "Das ist irrelevant, weil es irrelevant ist." Aber jeder entblößt sein Wissen bzw. den Mangel dessen eben so gut, wie er kann. Mit dem Kommentar, bei Odem sei die Relevanz nicht klar, wurde jedenfalls schön demonstriert, wie wenig (Fach)Wissen notwendig ist, um sich bei einem Thema zu betätigen...

Quelle : http://www.heise.de/tp/blogs/5/146388
Titel: Wikipedia: Die große Relevanz-Debatte
Beitrag von: SiLæncer am 06 November, 2009, 09:59
Der Verein Wikimedia Deutschland lud in Berlin zur großen Diskussion über Relevanz und Irrelevanz in der Wikipedia. Was hat die heutige Offline-Diskussion gebracht?

In den vergangenen Tagen war die Diskussion um die Relevanzkriterien der Wikipedia, die über Löschung und Beibehaltung von Artikeln entscheiden, außergewöhnlich hitzig geführt worden. Die Beteiligten beschimpften sich gegenseitig als "Blockwarte" und "Trolle" - heute trafen sie in Berlin aufeinander.

Einer der lautesten Kritiker der Wikipedia in den vergangenen Wochen tauchte gar nicht erst auf. Felix "Fefe" von Leitner blieb der Veranstaltung in den Räumen von Wikimedia Deutschland fern. Er wolle nicht, dass Wikimedia das Gespräch wegen seiner Anwesenheit platzen lasse, schreibt er in seinem Blog.

Auf dem Podium diskutierten die Wikipedianer Leon Weber und Martin Zeise und die Blogger Johnny Haeusler und Pavel Mayer. Der hatte in einem Blogbeitrag der Wikipedia unterstellt, ein "vordigitales Menschenbild" zu haben.

Das bekräftigte er gleich zu Anfang noch einmal: Das, was auf Papier gedruckt erschienen ist, zählt für die Wikipedia als Quelle, was in einem Blog geschrieben wurde dagegen nicht. Mayer stellt die Frage: "Was soll das, wenn man sich an aussterbenden Medien orientiert in der Wikipedia?"

Vor allem aber störten sich die beiden Blogger auf dem Podium - und mit ihnen die meisten Zuschauer - daran, dass es überhaupt Relevanzkriterien in der Wikipedia gibt. Relevanz, sagt Johnny Haeusler, sei für ihn nichts Objektives. Einige Zuschauer wollten dann auch gleich alle Schleusen öffnen. Im digitalen Raum gebe es kein Platzproblem, warum solle also irgendetwas aus der Wikipedia gelöscht werden?

Eine Position, die besonders bei Martin Zeise auf wenig Gegenliebe stieß: "Es ist eine gewisse Kontrolle erforderlich", hielt er denen entgegen, die sich gegen die Relevanzkriterien aussprachen. Zeise ist Administrator der Wikipedia und damit Mitglied einer Gruppe, an denen einige Teilnehmer der Veranstaltung kein gutes Haar ließen.

Sie hätten sich in eine "priesterliche Kaste" verwandelt, warf Willi Schroll diesen Wikipedianern vor, die unter anderem Löschungen von Artikeln vornehmen können. Andere kritisierten, die Administratoren würden unter einander eine intransparente Kommunikation pflegen, von Vereinmeierei war die Rede. So könnten sich alte Hasen unter den Wikipedia-Nutzern Dinge erlauben, für die Neulinge schnell verwarnt oder gar gesperrt würden.

Was bedeutet diese Kritik für die größte Enzyklopädie der Welt und wohin könnte der Weg der deutschsprachigen Wikipedia führen? Häufig war von davon die Rede, das Projekt zu forken. Viele der Kritiker würden gerne ihre eigene Enzyklopädie aufmachen, in der andere Regeln gelten. Dahinter steckt vor allem der Wunsch, sich nicht mit der Bürokratie der deutschen Wikipedia herumschlagen zu müssen.

Offenbar haben diese Kritiker bereits den Glauben darin verloren, dass eine Reform des Projektes überhaupt möglich ist. Das betrifft nicht nur technische Neuerungen, die laut Leon Weber erschreckend langsam umgesetzt werden, sondern vor allem soziale Problem.

Pavel Richter von Wikimedia Deutschland hofft, dass die Diskussion hilft, die Qualität der Wikipedia zu steigern. Davon war an diesem Abend wenig zu spüren. Besonders Martin Zeise zeigte sich deutlich als Vertreter einer Position, die einen Richtungswechsel ablehnt. Das haben die Kritiker sich zum Teil allerdings selbst zuzuschreiben. Häufig wirkten die Wortmeldungen nicht wie der Versuch, die Wikipedia zu verbessern, sondern mehr wie eine Anklage.

Quelle : www.gulli.com
Titel: Wikipedia-Unmut bei Spendenaktion
Beitrag von: SiLæncer am 12 November, 2009, 18:30
Gestern startete die Wikimedia Foundation einen ihrer üblichen weltweiten Spendenaufrufe, mit denen sich der gemeinnützige Betreiber der Wikipedia finanziert. Der deutsche Ableger der Online-Enzyklopädie steht allerdings gerade wegen seiner Löschpolitik heftig unter Beschuss, vor allem aus der Blogosphäre – und so nutzen die Wikipedia-Kritiker das Spendenformular, um ihrer Unzufriedenheit über die Admins der freien Enzyklopädie Luft zu machen: Im Spendenticker häufen sich Einträge von Minimalspenden über einen Euro mit hämischen Kommentaren wie "damit weiter zensiert werden kann" oder "eine irrelevante Spende mit einem irrelevanten Kommentar".

Der Trägerverein, die Wikimedia Deutschland e.V., hat darauf mit einer Löschung einzelner Spendeneinträge reagiert. Da der Verein diese per Einzugsermächtigung erhält, können ihm durch fehlerhafte oder frei erfundene Kontonummern finanzieller Schaden durch Rückbuchungen entstehen. In einem Blogeintrag rechtfertigte sich Wikimedia Deutschland durch den Hinweis, der Verein habe "keinen inhaltlichen, technischen oder redaktionellen Einfluss auf das Projekt" und "beziehe deshalb auch keine Position in der aktuellen Relevanzdebatte".

Viele Gäste und Beobachter einer Podiumsdiskussion zu diesem Thema haben das offenbar anders empfunden. Die Veranstaltung letzte Woche scheint eher dazu beigetragen zu haben, die Fronten zu verhärten. Während die Admins die Relevanzkriterien für unverzichtbar halten, verweisen die sogenannten Inklusionisten darauf, dass eine Online-Enzyklopädie Platz für alle möglichen Artikel habe (siehe dazu auch diesen c't-Hintergrundartikel). Aus diesen Kreisen gibt es auch neue Ideen für Wikipedia-Forks, zumal die Diskussion teilweise die Züge einer Löschantrags-Fehde zwischen Wikipedia-Admins und dem CCC  angenommen hat. Auslöser der Debatte war unter anderem die Löschung eines Artikels zum MOGIS-Verein, der bei der Debatte um das Internetsperren-Gesetz im Frühjahr eine wichtige Rolle spielte.

Quelle : www.heise.de
Titel: Autorenschwund bei Wikipedia
Beitrag von: SiLæncer am 23 November, 2009, 17:33
Die englischsprachige Wikipedia verliert Autoren. Nach Berechnungen des spanischen Forschers Felipe Ortega haben in den ersten drei Monaten dieses Jahres 49.000 Autoren der Wikipedia den Rücken gekehrt. Das sind zehn Mal mehr als im Vorjahr, wie das Wall Street Journal berichtet.

Mit der Auswertung der Wikipedia-Logfiles der zehn größten Wikipedia-Ausgaben hat Ortega somit bestätigt, was viele schon vorher vermuteten: Fast neun Jahre nach Gründung des Projekts ist die Mitarbeit in der Online-Enzyklopädie wesentlich schwerer geworden. So werden Beiträge von Wikipedia-Neulingen heute viel öfter gelöscht als früher. Auch das Artikelwachstum ist längst vom ursprünglich exponentiellen Pfad zu einem eher linearen Wachstum übergegangen. Die Leserzahlen steigen hingegen weiterhin stark an: Laut ComScore nahmen die Besucherzahlen im vergangenen Jahr um 20 Prozent zu.

Wie und ob die Wikimedia Foundation auf die Entwicklung reagiert, ist unklar. So verglich Wikimedia-Gründer Jimmy Wales ungezügeltes Wachstum in einem Interview kürzlich mit einer Krebserkrankung: "Wachstum um des Wachstums willen wäre ein merkwürdiges Ziel für Wikipedia", sagte Wales dem Deutschlandradio Kultur. Würden freiwillige Autoren jedoch dem Projekt den Rücken kehren, weil der Umgangston auf der Plattform zu rüde ist oder die Mitarbeiter in ewig gleichen Diskussionen zermürbt würden, wäre dies jedoch ein Problem, das zu korrigieren wäre, erklärte Wales gegenüber dem Wall Street Journal.

Unterdessen bemüht sich die Wikimedia Foundation, die Mitarbeit an der Online-Enzyklopädie und ihrer Schwesterprojekte zu vereinfachen. So kümmert sich ein eigenes Usability-Projekt um die Verbesserung der Wikipedia-Software. Die oftmals verwirrenden sozialen Prozesse in der Wikipedia-Community kann das Team aber nicht direkt beeinflussen. Auch ein neues Forensystem soll in der nächsten Zeit eingeführt werden, um die Übersichtlichkeit der wild wuchernden Wikipedia-Diskussionen zu erhöhen.

An Vorschlägen zur Lösung der vermeintlich existenzgefährdenden Misere mangelt es freilich nicht. So schlägt IT-Experte Kris Köhntopp vor, den Wissensstreit innerhalb der Wikipedia und damit die Artikelqualität besser zu visualisieren. Bisherige Ansätze wecken allerdings wenig Hoffnung: So kann die Firefox-Erweiterung WikiTrust vermeintlich umstrittene Änderungen farblich markieren und soll den Nutzer so vor Falschinformationen schützen. Im Praxistest der deutschen Wikipedia überzeugt die Lösung jedoch wenig: So sind im Artikel über Guido Westerwelle zunächst Vor- und Nachname des deutschen Außenministers als fraglich markiert, bei Angela Merkel erscheint die Warnfarbe gleich im ersten Satz, in dem sie als Bundeskanzlerin und Bundesvorsitzende der CDU bezeichnet wird.

Während die Diskussionen in den großen Wikipedia-Ausgaben sehr hitzig geführt werden, setzt Google auf das enorme Wachstumspotenzial einer jungen Wikipedia- Ausgabe. Mit einem derzeit laufenden Wettbewerb will der Internetkonzern afrikanische Studenten motivieren, Artikel für die noch unterentwickelte Swahili-Wikipedia zu schreiben. Google erhofft sich dadurch, den Internet-Konsum für Afrikaner attraktiver zu machen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Wikipedia weist Berichte über Autorenschwund zurück
Beitrag von: SiLæncer am 27 November, 2009, 18:56
Die Wikimedia Foundation widerspricht Berichten über einen anhaltenden Autorenschwund bei der freien Internet-Enzyklopädie Wikipedia. In einem Blogbeitrag schreiben Vize-Geschäftsführer der US-Stiftung Erik-Möller und Statistiker Erik Zachte, dass die Mitarbeiterzahlen schon im Jahr 2007 ihren Höhepunkt erreicht hätten und seitdem relativ stabil sind.

Die Stiftung zweifele dabei nicht das Zahlenmaterial des Forscher Felipe Ortega an, dessen Ergebnisse zu zahlreichen Berichten über den Niedergang der freien Online-Enzyklopädie geführt hatte. Die Methodik des Spaniers wird aber angezweifelt: So zählt Ortega jeden Autoren, der jemals eine Änderung vorgenommen hat, während Wikimedia die Editoren erst ab mindestens fünf Beiträgen in die eigenen Statistik aufnehme. Ortega spricht in seiner Analyse von drei Millionen freiwilligen Autoren in den zehn größten Wikipedia-Ausgaben, während Wikimedia seit Gründung in allen Wikipedia-Ausgaben etwas weniger als eine Million Autoren zählt. In der englischen Wikipedia seien jeden Monat um die 40.000 Autoren aktiv, der Höhepunkt wurde bereits im März 2007 mit insgesamt 54.510 Autoren erreicht.

Wikimedia verweist auf die Arbeiten der Augmented Social Cognition Research Group des Palo Alto Research Centers, die ebenfalls die Nutzerzahlen der Wikipedia untersucht und dabei ein stetig sinkendes Wachstum in allen Nutzerklassen festgestellt hat – was angesichts der Wachstumsentwicklung des Projekts aber nicht überraschend sei. Gleichwohl sehen die Forscher Indizien für eine Barriere, die Nutzer davon abhält, mehr als 100 Beiträge pro Monat zu verfassen. Ob die Gründe dafür aber im Arbeitsklima der Wikipedia zu finden sind, ist jedoch völlig offen.

"Wir wissen nicht, wie viele Freiwillige für die Wikipedia ideal wären, aber wir würden ihre Zahl gerne signifikant steigern", heißt es in dem Blog-Beitrag. Zu den Bemühungen der Stiftung gehört eine Usability-Initiative, die die Oberfläche in Wikipedia vereinfachen soll. Mit neuem Schulungsmaterial und Kursen sollen neue Autorenkreise für die Online-Enzyklopädie gewonnen werden. Auch die Langzeitstrategie der Stiftung wird derzeit mit Beteiligung der Community diskutiert.

Wikimedia-Gründer Jimmy Wales verweist in mehreren Interviews darauf, dass das Wachstum der Artikelanzahl nicht die erste Priorität der Wikipedia ist. Gegenüber dem britischen Telegraph erklärte er: "Es gibt diesen Mythos, dass Wikipedia früher eine wilde Anarchie gewesen sei, aber das ist einfach nicht wahr". In einem Interview mit dem Online-Magazin Readers Edition dementierte Wales nachdrücklich, dass der Enthusiasmus der Wikipedianer nachgelassen habe und bezeichnet "alarmistische Berichte" als falsch. Den Vorwurf zu großer Bürokratie weist er zurück: "Wikipedia soll nicht wie Twitter werden, und Wikipedia soll auch nicht wie Facebook werden. Wikipedia sollte Wikipedia bleiben."

Quelle : www.heise.de
Titel: Wikipedia steht in Deutschland vor magischer Millionengrenze
Beitrag von: SiLæncer am 25 Dezember, 2009, 18:50
Das Online-Lexikon Wikipedia steht vor einer wichtigen Marke: Seit Mai 2001 wurden 998.711 Artikel in deutscher Sprache eingepflegt, in den kommenden Tagen dürfte die Millionen-Grenze überschritten werden.

Gründer Jimmy Wales ruft gleichzeitig die Surfer zum Spenden auf: "Wikipedia ist keine kommerzielle Webseite. Es ist ein Gemeinschaftswerk, vollständig verfasst und finanziert von Menschen wie Ihnen. Über 340 Millionen Menschen nutzen Wikipedia jeden Monat – fast ein Drittel der durch das Internet vernetzten Welt. Sie sind Teil unserer Gemeinschaft", schreibt Wales in einem Spendenaufruf.

Betreibergesellschaft von Wikipedia ist die Wikimedia Foundation, eine gemeinnützige Organisation, die 2003 gegründet wurde, um das Online-Lexikon zu pflegen. Für sieben Millionen Euro pro Jahr und mit weniger als 35 Angestellten betreibt sie eine der populärsten Websites der Welt. Auch Wikisource, Wikibooks, MediaWiki, Wikiversity und Wikinews sind im Portfolio versammelt.

Quelle : http://satundkabel.magnus.de
Titel: Re: Wikipedia ...
Beitrag von: ritschibie am 25 Dezember, 2009, 20:32
Der Cheff-Cubie Silæncer steht vor einer wichtigen Marke: Seit dem 26. März 2003 (um 14:50 h) hat er 24.906 Posts in deutscher Sprache eingepflegt, in den kommenden Tagen dürfte die 25.000er-Grenze überschritten werden. Diese Grenze wäre schon vor Jahren erreicht worden, hätte er sich nicht selbst ein paar Tausend Posts gestrichen und mehrere Monate Zwangsurlaub vom Cube gemacht.

Quelle: www.dvbcube.org
An dieser Stelle möchte ich Jimmy Wales' Aufruf zu Spenden für die Wikipedia leicht abwandeln: "Der Cube ist keine kommerzielle Webseite. Es ist ein Gemeinschaftswerk, aber an den meisten Stellen verfasst und finanziert von Silæncer. Deshalb sollte man den Spendenknopf ruhig auch mal drücken!"

ritschibie (fiel mir gerade so ein - nix für ungut  :ha)
Titel: Wikipedia: Weltmeister beim Löschen?
Beitrag von: SiLæncer am 27 Dezember, 2009, 19:26
Es ist schwer nachvollziehbar, wie die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia im Laufe der Zeit zu einer Million Beiträgen gekommen ist. Auch der Rekordbrecher selbst wurde kürzlich zur Löschung vorgeschlagen.

Alle feiern, der Wissensspeicher im Internet ist jetzt Millionär. Heute knackte die deutschsprachige Ausgabe des freien Lexikons die Marke von einer Million Einträgen. Der entsprechende Artikel handelt vom amerikanischen Botaniker Ernie Wasson.

Wie Fefe unlängst bemerkte, wurde bei Wikipedia selbst dieser Beitrag als belanglos eingestuft und zur Löschung vorgeschlagen. Ob gar in der Wikiquette steht, dass man sich selbst auffressen sollte? Nach eigenen Angaben rechnet man im Jahr 2015 mit der zweiten Million Beiträge. Allerdings nur, wenn bis dahin mehr neue Beiträge eingehen, als man zwischenzeitlich tilgen konnte.

Pünktlich zur Spendenaktion von Wikipedia hatten viele Kritiker mit Kleinstspenden und überaus kritischen Kommentaren auf die Eraser-Politik der Betreiber reagiert. Die positivsten Kommentare waren solche wie "bitte mehr und längere Diskussionen zulassen vor dem Löschen von Artikeln" oder "zügelt eure löschenden Admins!" Auch die härteren Aussagen innerhalb der Spendenliste sind offenbar der Schere der Wikipedia-Verantwortlichen zum Opfer gefallen.

Die Redaktion von gulli hatte vor rund zwei Wochen an Catrin Schoneville, die Pressesprecherin der Wikimedia Foundation, eine Anfrage per E-Mail verschickt. Eine Antwort darauf blieb leider bis heute aus. Wir haben mit ihr im September 2009 ein ausführliches Interview durchgeführt. Auf unsere Frage, wie elitär es bei einer Enzyklopädie zugehen sollte, antwortete sie: "Innerhalb der Wikipedia gibt es Strukturen, die erfahrene und besonders aktive Autoren mit zusätzlichen Rechten und Pflichten ausstatten. Diese spiegeln das Vertrauen wieder, welche sich die Benutzer über lange Zeit erarbeitet haben. Mit einer abgeschlossenen Elite hat dieses System nichts zu tun." Manche Beobachter dürften in Anbetracht der Geschehnisse der letzten Wochen und Monate gerade den letzten Satz heftigst in Frage stellen.

Quelle : www.gulli.com
Titel: Deutsche Wikipedia erreicht die Millionenmarke
Beitrag von: SiLæncer am 28 Dezember, 2009, 11:43
Die freiwilligen Autoren der deutschen Sektion der Online-Enzyklopädie Wikipedia haben eine Million Einträge erstellt. Noch ist nicht entschieden, wer den Ruhm des millionsten Artikels für sich vereinnahmen kann.

Für die deutsche Wikipedia, die zweitgrößte nach der englischsprachigen Ausgabe der Online-Enzyklopädie, wurde der millionste Artikel fertig gestellt. Am 27. Dezember 2009 überschritten die Autoren die entscheidende Zählmarke. "Wir gratulieren den tausenden von fleißigen und freiwilligen Mitarbeitern der Wikipedia zu diesem rasanten Wachstum", sagte Pavel Richter, Geschäftsführer bei Wikimedia Deutschland.

Wer den Jubiläumsartikel verfasst hat, ist noch umstritten. Für den Eintrag über den US-amerikanischen Gärtner und Autor Ernie Wasson, der von dem Wikipedia-Autor JFKCom eingestellt wurde, gibt es Löschanträge, da die Relevanz umstritten ist. Somit kann auch der Artikel zu dem Eisschnellläufer Robert Seifert zum Rekordeintrag werden. Dieser Beitrag wurde von einem nicht angemeldeten Benutzer eingestellt.

In der Diskussionsseite zu dem Seifert-Eintrag heißt es: "Wenn man sich mal anschaut, was für ein Schrott abgeschickt wurde, nur um diesen Meilenstein für sich beanspruchen zu können - peinlich, peinlich. Und dann noch die nicht minder peinliche Diskussion um die Relevanz von Ernie Wasson, die zeigt, worum es in der deutschen Wikipedia geht: Um Eitelkeiten, um Rechthaberei."

Autoren, die nur gelegentlich etwas zu der freien Enzyklopädie beitragen, müssen immer öfter damit rechnen, dass ihre Beiträge wieder mit der Vorversion überschrieben werden. Das ergab eine Studie der Augmented Cognition Research Group am Palo Alto Research Center über die englischsprachige Wikipedia. Neue Autoren würden so entmutigt, kritisieren die Verfasser.

Wachstum der Autoren schwächer

Die Zahl der aktiven Autoren, die an der freien Enzyklopädie Wikipedia mitarbeiten, nimmt nicht mehr so stark zu. Das Wachstum sei "heute eher linear als exponentiell", sagte Richter im August 2009.

Die englischsprachige Wikipedia zählt 3,1 Millionen Wissenseinträge, an zweiter Stelle rangiert die deutsche Wikipedia mit 1 Million Beiträgen, gefolgt von der französischen Wikipedia mit rund 888.000 Artikeln und der polnischen Wikipedia mit etwa 660.000 Artikeln. Zusammen mit weiteren 250 Weltsprachen kommt das freie Nachschlagewerk auf über 13 Millionen Artikel.

Im Mai 2001 wurde der erste deutschsprachige Artikel zum Thema Polymerase-Kettenreaktion, die der Vervielfältigung der DNA außerhalb des menschlichen Körpers beschreibt, von Magnus Manske in die Wikipedia eingestellt. Volle zwei Jahre dauerte es dann noch, bis 15.000 Artikel in der deutschen Version der Online-Enzyklopädie standen. 2008 konnten schon 750.000 Artikel abgerufen werden.

Quelle : www.golem.de
Titel: Wikipedia bekommt ein neues Layout
Beitrag von: SiLæncer am 26 März, 2010, 19:14
Im April 2010 werden die Angebote der Wikimedia Foundation ein neues Aussehen erhalten. Ziel sei es, so die Stiftung, die Seiten leichter für Leser und Mitarbeiter nutzbar zu machen. Die Wikipedia soll Ende April umgestellt werden.

Die Wikimedia Foundation, die Betreiberin der Wikipedia, hat für den kommenden Monat ein Redesign der freien Onlineenzyklopädie sowie weiterer Angebote der Stiftung angekündigt. Ziel sei es, es Nutzern "einfacher zu machen, Wissen in der Wikipedia und ihren Schwesterprojekten zu finden oder beizusteuern", schreibt die Stiftung in ihrem Blog.

Suchfeld an anderer Stelle

Zu den Änderungen gehört in erster Linie ein neues Seitenlayout, das den Namen Vector trägt. Es soll die Navigation in den Angeboten der Wikimedia Foundation vereinfachen. So rückt beispielsweise das Suchfeld in die rechte obere Ecke der Seite. Das habe sich so eingebürgert und der Nutzer erwarte inzwischen, dass die Suche an dieser Stelle zu finden sei. Das neuen Layout soll aufgeräumter sein und zudem sicherstellen, dass die Angebote "mit verschiedenen Auflösungen, Browserformaten und Fenstergrößen funktionieren".

(http://scr3.golem.de/screenshots/1003/wikipedia/thumb480/wikipedia.png)

Vereinfacht wird auch das Aussehen der Seiten, auf denen der Nutzer Artikel bearbeiten kann. Daneben wird es eine neue Werkzeugleiste geben, die das Editieren erleichtern soll, etwa das Ändern von Tabellen. Die letzte Neuerung schließlich ist eine Überarbeitung des Logos der Onlineenzyklopädie. Kleinere Fehler sollen korrigiert und neue Sprachen aufgenommen werden.

Start am 5. April

Starttermin für die Änderungen ist der 5. April 2010. Als erstes werden die Änderungen bei dem Angebot Wikimedia Commons eingeführt. Treten dabei keine Schwierigkeiten auf, werden Ende des Monats die Neuerungen, beginnend bei der englischsprachigen Ausgabe, auf die Wikipedia übertragen. Laut Wikimedia wurden die Neuerungen bereits von 500.000 Nutzern getestet.

Wem das alte Layout besser gefällt, muss darauf übrigens auch nach dem Redesign nicht verzichten.

Quelle : www.golem.de
Titel: Deutsche Wikipedia ab sofort im neuen Design
Beitrag von: SiLæncer am 10 Juni, 2010, 18:03
Nachdem die englische Wikipedia bereits im Mai auf ein neues Design umgestellt wurde, hat nun auch die deutsche Ausgabe nachgezogen. Ab sofort präsentiert sie sich in einem überarbeiteten Gewand.

Grundsätzlich hält man an den Farben und dem Aufbau der Seite fest - die Änderungen findet man im Detail. So bekommen die Tabs am oberen Rand eines Artikels eine klarere Struktur, damit man besser erkennen kann, ob man sich gerade in der Artikel-, Diskussions- oder Bearbeiten-Ansicht befindet. Die Navigationsleiste am linken Bildschirmrand wurde entschlackt. Zudem soll Wikipedia in unterschiedlichen Browsern und bei verschiedenen Auflösungen besser skaliert werden.

(http://screenshots.winfuture.de/Wikipedia-neues-Design-1276181256.jpg)

Die Toolbar beim Bearbeiten eines Artikels wurde überarbeitet, damit die einzelnen Funktionen leichter zu erkennen sind. Das Ziel der Entwickler war es, dass Bearbeiten eines Artikel intuitiver zu gestalten. Vor allem Anfänger werden davon profitieren, weniger Wiki-Code verwenden zu müssen. Ein Assistent soll zudem das Hinzufügen von Links einfacher machen. Auch Tabellen können mit Hilfe eines Assistenten hinzugefügt werden.

Eine der auffälligsten Veränderungen dürfte die neue Position der Suchleiste sein. Man findet sie noch rechts über einem Artikel. Bislang war sie in der Navigationsleiste am linken Rand untergebracht. Weitere Informationen zum neuen Design hat Wikimedia in einer Übersicht zusammengestellt.

Quelle: http://winfuture.de
Titel: Wikipedia liefert sich kleines Scharmützel mit dem FBI
Beitrag von: SiLæncer am 03 August, 2010, 20:14
Mit einem süffisanten Brief hat der US-Justiziar der Wikimedia Foundation ein Schreiben des Federal Bureau of Investigation (FBI) beantwortet, in dem die US-Bundespolizei gefordert hatte, das offizielle Siegel der Behörde nicht mehr in der Wikipedia zu verwenden. Die New York Times berichtete am Montag über den Schriftwechsel und veröffentlichte beide Briefe auf ihrer Website.

Demnach hatte die Rechtsabteilung des FBI die Wikimedia Foundation im Juli schriftlich aufgefordert (PDF-Datei), die Verwendung des offiziellen Siegels (etwa im Wikipedia-Eintrag zum FBI) zu unterlassen, und dabei auf mögliche rechtliche Konsequenzen hingewiesen. Dabei bezog sich die Behörde auf ein Bundesgesetz, dass die unautorisierte Herstellung, Weitergabe oder Nutzung von Dienstsiegeln unter Strafe stellt. In dem Brief zitiert das FBI auszugsweise den entsprechenden Paragrafen 701.

In seiner schriftlichen Replik (PDF-Datei) wendet sich Wikimedia-Anwalt Michael Godwin gegen die "strategische Bearbeitung" des entsprechenden Paragrafen durch das FBI und verbindet seine Zurückweisung der Forderung mit einer kleinen Belehrung über die US-Auslegungspraxis. Der fragliche Paragraf, erklärt Godwin, verbiete nach gängiger Auslegung, sich durch betrügerischen Missbrauch von "Dienstmarken, Ausweisen oder anderen Abzeichen" staatliche Autorität anzueignen – das könne man der Wikipedia schwerlich vorwerfen.

Die FBI-Juristen hatten in ihrem Schreiben unter anderem die Passage "Dienstmarken, Ausweise oder andere" aus dem zitierten Paragrafen weggelassen und damit den Eindruck erweckt, das Gesetz verbiete die ungenehmigte Verwendung offizieller Siegel auch zu Repräsentationszwecken. Godwin hält dagegen, der allgemein gepflegten Auslegungspraxis zufolge seien allgemeinere Begriffe ("andere Abzeichen") im Rahmen einer Aufzählung im Kontext der vorangegangenen spezifischeren Begriffe ("Dienstmarke", "Ausweis") zu sehen. Der Text beziehe sich also nicht auf die Abbildung eines Siegels in der Wikipedia oder anderen Veröffentlichungen.

Godwin nimmt es mit Humor und hält die Argumentation des FBI zwar für "falsch", aber auch "unterhaltsam". Während er den Wunsch der Behörde anerkenne, das Gesetz ihrer weiterreichenden Vorstellung anzupassen, schreibt Godwin, "müssen wir mit dem tatsächlichen Text des Gesetzes arbeiten und nicht der von Ihnen erhofften Fassung von Paragraf 701". Er will das zur Not auch vor Gericht verteidigen. Allerdings ist unklar, ob die Behörde noch einmal nachlegt. EFF-Anwältin Cindy Cohn sagte der New York Times: "Man sollte meinen, das FBI hat was Besseres zu tun."

Quelle und Links : http://www.heise.de/newsticker/meldung/Wikipedia-liefert-sich-kleines-Scharmuetzel-mit-dem-FBI-1050130.html
Titel: Neue Löschwelle auf Wikipedia?
Beitrag von: SiLæncer am 26 August, 2010, 10:26
Die altbekannte Relevanzdebatte ist erneut bei Wikipedia losgebrochen, nachdem man kürzlich drei deutsche Open Source Konferenzen zur Löschung vorgeschlagen hat. Sollte man die FrOSCon, Open Rhein Ruhr und den Chemnitzer Linuxtag wirklich aus dem Gedächtnis dieser Enzyklopädie streichen? Manche Beobachter fragen sich: Ist die Diktatur der Relevanz wieder in vollem Gange?

(http://static.gulli.com/media/2010/08/thumbs/370/Adminpedia.jpg)
Laut der selbst gestellten Kriterien (http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Relevanzkriterien) gehören nur solche Ereignisse, Themen oder Personen bei Wikipedia rein, die sowohl aktuell als auch auf Dauer eine breite Öffentlichkeitswirkung erzielen können. Nachdem Michael Gisbers  seine eigene Veranstaltung bei Wikipedia eingetragen hat, wurden manche User auf die Open Rhein Ruhr und andere Konferenzen aufmerksam und schlugen sie zur Löschung vor. Als Beweis sollen Fotos herhalten, die im Fall der FrOSCon  auf eine „eher familiäre Veranstaltung schließen“ lassen. Bei nachweislich mehr als 1500 Besuchern wäre dies eine überaus große Familie, die sich letztes Wochenende bei Bonn getroffen hat. Ein anderer Kommentator ist der Ansicht, dass die Relevanzkriterien der Wikipedia offensichtlich nicht zur Open Source Szene kompatibel sind. „Fragt sich, wer jetzt seine Hausaufgaben machen muss.“ Die Befürworter des virtuellen Radiergummis glauben, Treffen von Karpfenzuchtvereinen oder Feierlichkeiten der örtlichen Feuerwehr könnten wichtiger als diese Veranstaltungen sein, weil sie mehr Interessenten anlocken konnten.

Nimmt man die Relevanzkriterien zur Hilfe, so dürften sich diejenigen durchsetzen, die den Rotstift ansetzen wollen. Demnach seien nur die Messen relevant, die allgemein als führend gelten. Derartige Veranstaltungen beginnen laut Wikipedia erst bei ca. 50.0000 Besuchern oder 1.000 Ausstellern. Und natürlich verfügen weder FrOSCon, noch Open Rhein Ruhr oder der Brandenburger Linux-Infotag über so viele Besucher oder Aussteller. Zwar hat sich die FrOSCon in den letzten Jahren immer mehr zu einer Fachmesse gemausert. In der Branche führend ist sie aber weder national noch international. Würde man die drei Events als Konferenzen einstufen, so gäbe es dafür keine expliziten Kriterien, nach denen man sich richten könnte.

Ist aber ein Event wirklich erst ab 50.000 Besuchern wichtig? Macht die Zahl der Anwesenden alleine seine Relevanz aus? Und was spricht bei Wikipedia eigentlich gegen zusätzliche Informationen? Welche Interessen stehen möglicherweise dahinter, gleich drei Veranstaltungen auf einen Schlag aus Wikipedia entfernen zu wollen? Die Aktion erinnert ein wenig an das Bestreben von vor drei Jahren, als man diverse Linux-Distribution aus dem Katalog entfernen wollte.

Während sich die Befürworter und Gegner der neuen Löschwelle weiter die Köpfe einschlagen, bleibt uns nichts anderes übrig, als bis zum Ende der siebentägigen Diskussion noch mehr Popcorn zu bunkern. Der Graben verläuft zwischen denen, die eine möglichst vollständige Enzyklopädie haben möchten und ihren Widersachern, die dort vieles für überflüssig halten. Wenn das so weiter geht, werden sich manche Surfer nach einer Alternative umschauen müssen. Bei so viel Übereifer könnte man auf Dauer überlegen, das Portal in Löschpedia umzubenennen.

P.S.: Der Autor des obigen Bildes (cc by-sa 3.0) trägt passenderweise den Namen Verwüstung (http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Verw%C3%BCstung). Ein Schelm wer Böses dabei denkt.


Quelle : www.gulli.com
Titel: Re: Neue Löschwelle auf Wikipedia?
Beitrag von: Jürgen am 27 August, 2010, 00:02
Was glauben die Löschwütigen eigentlich...

... dass die Server-Festplatten von Wikipedia so voll sind, dass man auf diese Art Platz schaffen muss?
... dass das Internet durch ein paaar Seiten Text mehr überzulaufen droht?
... dass irgendjemand Wikipedia komplett durchzulesen oder auszudrucken versucht?
... dass die Arbeit an (allein) von ihnen als nicht besonders relevant gehaltenen Themen nicht wert ist, geachtet und bewahrt zu werden?
... dass ihnen allein Wikipedia gehört ???

Es gibt mit Sicherheit entbehrlichere Seiten als die betroffenen.
Offenbar geht's nicht wirklich darum.
Eher scheint mir, es macht einigen Leuten eine grosse Freude, darüber zu entscheiden, was das Gemeine Volk lesen (bzw. schreiben) darf und was nicht...
Diesen wünsche ich daher einen lichten Moment im Sinne der Informationsfreiheit...


Jürgen
Titel: Wikipedia soll zunehmend vertont werden
Beitrag von: SiLæncer am 20 September, 2010, 21:34
Die Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig sowie die Organisation Wikimedia ließen in einer Pressemitteilung verlauten, dass man im Rahmen eines Pilotprojektes einen Monat lang den „Artikel des Tages“ auf Wikipedia für Blinde und Sehbehinderte vertonen werde. Insgesamt will man die Vertonung von Wikipediainhalten vorantreiben.

In einer Pressemitteilung  ließ die Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (kurz DZB) verlauten, dass man in einem Pilotprojekt einen Monat lang den „Artikel des Tages“ der Online-Enzyklopädie Wikipedia vertonen werde. Die Themen, die dieser täglich neu ausgewählte Artikel behandelt, sind höchst unterschiedlich. Sie wurden allerdings von der Wikipedia-Community als „lesenswert“ oder „exzellent“  ausgezeichnet. So habe man vor, diese Informationen auch blinden und sehbehinderten Menschen zur Verfügung zu stellen. Das Projekt entsteht in Kooperation mit dem gemeinnützigen Verein Wikimedia Deutschland und wird im Oktober starten.

Da der uneingeschränkte Zugang zu aktuellen Nachschlagewerken auch ein Bedürfnis von sehbehinderten Menschen sei, werde man, um diesem Bedürfnis gerecht zu werden, dazu beitragen, dass wenigstens Teile des wohl größten Online-Lexikons nicht nur visuell abrufbar sind.

Nachdem der Text von professionellen Sprechern der DZB vertont wurde, wird die entstandene Audiodatei auch auf Wikimedia Commons, einem Schwesterprojekt der Wikipedia, zur freien Verfügung gestellt.

Der Geschäftsführer von Wikimedia Deutschland, Pavel Richter erklärt in der Mitteilung, dass die „Aufbereitung von Wissen“ ihnen schon immer ein großes Anliegen war, was nun mit der Unterstützung der DZB Leipzig weiter realisiert werde. Weiter versuche man zu erreichen, dass die 30-tägige Vertonung keinesfalls ein einmaliges Projekt bleibt. Im Gegenteil arbeite man an Möglichkeiten das Wissen auch längerfristig für Blinde aufzubereiten. Zugleich liefen Überlegungen zur künftigen Professionalisierung ehrenamtlicher Wikipedia-Sprecher. Der Direktor der DZB, Dr. Thomas Kahlisch, gab zu verstehen:„Wichtig ist uns, die Qualität dieser Aufsprachen sicherzustellen und dazu zu motivieren, es uns gleich zu tun.“

Mit der Idee einer „gesprochenen Wikipedia“ war man bei DZB und Wikimedia allerdings nicht der Erste. Bereits jetzt wurden schon über 400 deutsche Artikel von freiwilligen Wikipedia-Helfern mit einfachsten Mitteln vertont. Eine gute Qualität der Aufnahmen ist deshalb nicht in allen Fällen gewährleistet, was durchaus für eine Professionalisierung dieses Vorhabens durch die DZB spricht.

Quelle : www.gulli.com
Titel: Kritischer Standpunkt: Wie offen ist Wikipedia?
Beitrag von: SiLæncer am 25 September, 2010, 17:15
Auf der Konferenz Wikipedia - ein kritischer Standpunkt  in Leipzig diskutieren Forscher verschiedener Wissenschaftsbereiche an diesem Wochenende die Funktion und Entwicklungen in der Online-Enzyklopädie Wikipedia. Am ersten Tag standen die Wikipedia als Politikum und die Politik in der Wikipedia im Vordergrund. Der Direktor der Leiziger Universitätsbibliothek Ulrich Johannes Schneider  sieht in der Online-Enzyklopädie eine zwangsläufige Folge: "Enzyklopädien wollten immer ins Internet – in Büchern waren sie eigentlich immer falsch aufgehoben." Viele Probleme der Wikipedia seien aber keineswegs neu. So stritten bereits Pioniere wie Denis Diderot und Johann Heinrich Zedler  darum, welche Artikel sie in ihre Werke aufnehmen wollten und wie das Wissen zu organisieren sei. Gemeinsam sei den Enzyklopädien jedoch die Orientierung am Leser: "Diese Werke bemühen sich, das Wissen auf eine gleichmäßige Entfernung zum Benutzer zu bringen." Zentral für den Erfolg und Fortbestand der Enzyklopädien sei immer die Publikumsbindung.

Dass diese Publikumsbindung kein Selbstläufer ist, betonte Felix Stalder in seinem Vortrag. So entdeckte er bei der Wikipedia die Tendenz, dass sich die engagierten Aktivisten von der Außenwelt abschotten. Allerdings seien solche Tendenzen bei allen Open-Source-Projekten zu beobachten. Während Wikipedia von vielen inzwischen auch als "Frustrationsmaschine" angesehen werde, habe die Plattform den Vorteil, dass Konflikte und Probleme für alle sichtbar blieben. Während bei kommerziellen Projekten wie beispielsweise Facebook der Nutzer als Produkt behandelt werde, spielt dieser Aspekt bei Wikipedia keine Rolle. Wikipedia wurde 2001 zu einem Zeitpunkt gegründet, als nach dem Platzen der Dot-Com-Blase kaum Geld zur Verfügung stand. "Heute wird Wikipedia in dieser Form wohl nicht mehr gegründet", meint Stalder. Gleichzeitig sorge die Spendenfinanzierung dafür, dass die Wikimedia Foundation sich darum bemühen müsse, die Frustration der Nutzer gering zu halten. Um dies zu erreichen, plädiert der Wiener Forscher dafür, die Eingriffsmechanismen mehr zu formalisieren, um neuen Nutzern mehr Sicherheit zu vermitteln.

Christian Stegbauer diagnostizierte einen Paradigmenwechsel in der Wikipedia-Community. Während in den Anfangsjahren die Befreiungsideologie im Vordergrund gestanden habe, sei nun die Produktideologie an die erste Stelle gerückt: Statt sich darauf zu konzentrieren, das Wissen aus den klassischen Hierarchien und von den Urheberrechten zu befreien, stehe nun der qualitative Wettbewerb mit anderen Enzyklopädien im Vordergrund. Folge dieser unvermeidlichen Entwicklung sei, dass Wikipedia für neue Nutzer deutlich weniger attraktiv ist. So hätte kaum ein neuer Nutzer Chancen darauf, in die Riege der Administratoren vorzustoßen. Stegbauer befürchtet eine Negativspirale der Motivation neuer Mitarbeiter. Diese These stieß indes bei einigen Teilnehmern der Konferenz auf Widerspruch: Wikipedia habe sich nicht von der ursprünglichen Idee abgewendet, sondern habe sich lediglich im Laufe der Zeit konsolidiert.

Quelle : www.heise.de
Titel: Kritischer Standpunkt: Wikipedia und das vorläufige Wissen
Beitrag von: SiLæncer am 26 September, 2010, 17:48
Welches Wissen wird auf Wikipedia verbreitet? Wie geht man mit der Vorläufigkeit des freien Wissens um? Die Teilnehmer der Konferenz Wikipedia – ein kritischer Standpunkt in Leipzig stellten der Online-Enzyklopädie  ein durchwachsenes Zeugnis aus: Zwar wurde der Wikipedia eine Schlüsselrolle bei der Weiterentwicklung der Wissensverarbeitung zugesprochen, mit den Ergebnissen zeigte sich jedoch nicht jeder zufrieden.

Der Geschichtswissenschaftler Peter Haber hatte mit seinen Studierenden mehrere Wikipedia-Artikel über geschichtswissenschaftliche Themen analysiert und auf Kriterien wie Verständlichkeit, Objektivität und Korrektheit untersucht. Sein Fazit: "Je komplexer die Thematik ist, desto prekärer ist das Ergebnis in der Wikipedia." Zwar habe sein Forschungsseminar kaum Fehler gefunden, dennoch taugten viele Artikel kaum dazu, dem Leser einen umfassenden Einblick in das Themengebiet zu verschaffen. So gebe zum Beispiel der Artikel zum Frühmittelalter nicht die aktuelle Diskussion zum Thema wieder.

Die Wikipedia-Autoren stützen ihre Texte nach den Ergebnissen der Untersuchung oft nur auf einzelnen Quellen aus dem eigenen Sprachraum. Um einen kompetenten Überblick zu bieten, müsste man jedoch die gesamte relevante Literatur kennen, kritisierte der Wissenschaftler. Zudem fehle vielen Wikipedia-Artikeln eine nachvollziehbare Struktur – die englischsprachigen Versionen schnitten hier tendenziell besser ab. Haber zog damit ein negativeres Fazit als zum Beispiel das Wissenschaftsmagazin Nature, das der Online-Enzyklopädie bereits vor fünf Jahren eine sehr hohe Qualität bescheinigt hatte. Gleichzeitig wollte der Historiker der Wikipedia aber nicht pauschal die Zitierfähigkeit absprechen.

Dass Wikipedia trotz der enormen Bedeutung im Netz noch nicht in allen Gesellschaftsschichten angekommen ist, erläuterte Ute Demuth, die seit zehn Jahren in der Erwachsenenbildung tätig ist. "Eigentlich ist die Wikipedia ideal für die politische Bildung", sagte Demuth. An der Online-Enzyklopädie ließen sich der kulturelle Wandel und das Auflösen traditioneller Rollen gut illustrieren. Dennoch lehnten viele Teilnehmer Wikipedia ab, da sie den nutzergenerierten Inhalten gegenüber misstrauisch eingestellt seien. "Die Vorläufigkeit des Wissens ist hier keine Qualität, sondern eine Bedrohung", sagte Demuth. In Zeiten des beschleunigten sozialen Wandels suchten vor allem ältere Bürger eher feste Orientierung. Daher sei auch die Motivation, an Artikeln mitzuarbeiten, nicht besonders hoch.

Dass die Entschleunigung von Wikipedia-Inhalten innerhalb der Plattform neue Probleme verursacht, beleuchtete der Medienwissenschaftler Christian Pentzold. Er hatte die Sperr-Praxis innerhalb der englischsprachigen Wikipedia untersucht. Mit den meist temporären Artikelsperrungen versuchen Wikipedia-Administratoren insbesondere gegen Vandalismus vorzugehen. Innerhalb des Untersuchungszeitraums waren mit 16.000 Artikeln maximal 0,4 Prozent der Wikipedia-Artikel gesperrt.

Ob dieses Mittel auch tatsächlich nötig ist, stellte Pentzold mit seiner Analyse in Frage. So waren von der Maßnahme ausgerechnet die Artikel betroffen, die am meisten gelesen und bearbeitet wurden. Eine Studie habe im Jahr 2007 ergeben, dass Vandalismus in der Wikipedia im Schnitt schon nach zwei Minuten beseitigt wurden. Zwar waren die Artikel im Schnitt nur 16 Stunden gesperrt, die Auswirkungen auf die Editierhäufigkeit der Artikel war jedoch auch später zu registrieren: So bearbeiteten auch 30 Tage nach der Sperr-Rücknahme nicht angemeldete Autoren die betroffenen Artikel deutlich weniger.

Quelle : www.heise.de
Titel: Re: Kritischer Standpunkt: Wikipedia und das vorläufige Wissen
Beitrag von: Jürgen am 26 September, 2010, 22:41
Zitat
..., dennoch taugten viele Artikel kaum dazu, dem Leser einen umfassenden Einblick in das Themengebiet zu verschaffen.
Solche Ansprüche erfüllen gedruckte Enzyklopädien / Lexika noch weniger.
Ich habe durchaus verschiedene Werke dieser Art kennengelernt, und selbst von solchen mit etwa dreissig Bänden ist weder zu erwarten noch beabsichtigt, irgendwelche Themen wirklich umfassend zu beleuchten.
Niemand hatte je die Absicht, mittels universeller Nachschlagewerke die Anwendung echter Fachliteratur entbehrlich zu machen.
Aber im Gegensatz zu den üblichen Druckwerken verlinkt Wikipedia immerhin vielfach zu externen Quellen aller Art.

Zitat
So gebe zum Beispiel der Artikel zum Frühmittelalter nicht die aktuelle Diskussion zum Thema wieder.
Das ist ganz sicher keine vorrangige Aufgabe einer Enzyklopädie.
Für aktuelle Diskussionen gibt's beispielsweise Internetforen, Studiengruppen, Forschungsinstitute usw.
Hinzu kommt im Falle des Artikels zum Frühmittelalter, dass dieser aktuell zur Bearbeitung gekennzeichnet ist.
Und weiterführende Links zum Thema gibt's auch.

Ungeeignetes Beispiel, Thema verfehlt.

BTW, es steht auch jedem Kritiker jederzeit zu, bemängelte Inhalte selbst zu aufzuwerten.
So wie ich es selbst ganz gelegentlich auch mal mache. Meine wenigen kleinen Ergänzungen und Korrekturen wurden übrigens noch nie wieder entfernt.
Qualität vor Quantität, Dauerhaftigkeit vor Modernität, das gilt für mich immer.
Erst recht bei Wikipedia.

Jürgen
Titel: Kritischer Standpunkt: Wohin mit dem Wissen?
Beitrag von: SiLæncer am 27 September, 2010, 16:37
Die Online-Enzyklopädie Wikipedia hat den Umgang mit Wissen verändert – doch wie soll man damit umgehen? Auf der Konferenz Wikipedia - ein kritischer Standpunkt in Leipzig debattierten Forscher und Wikipedianer über die Zukunft des Wissens. Die Kunsthistorikerin Gabriele Blome  warb für neue Zugangsformen zum Wissen. Statt sich alleine auf vertikale Denkprozesse zu konzentrieren, die linear verlaufen, solle viel mehr das laterale Denken  der Leser aktiviert werden, das mehr sprunghaft verlaufe und keine Grenzen kenne. "Man muss zum Teil auch irren können, um zum Ziel zu kommen", beschreibt die Wissenschaftlerin dieses Konzept. Von Wissensspeichern, die auf Stichwortsuche aber nur sehr spezielle Inhalte auswerfen, könnten diese Denkprozesse aber wenig profitieren.

Blome plädierte deshalb für kreativere und ästhetische Benutzeroberflächen, die den Leser mehr einbinden – wie zum Beispiel das Projekt ArtScope des San Francisco Museum of Modern Art oder das Projekt Search Crystal. Dabei müssten diese neuen Oberflächen nicht nur auf Einfachheit ausgerichtet werden: "Die Tendenz, die Interfaces dem bewussten Wahrnehmen des Betrachters zu entziehen, ist schädlich für die Aktivierung des Publikums", erläuterte Blome. Das Publikum müsse jedoch eingebunden werden, um die Informationen tatsächlich nutzen zu können.

Für grundsätzlichere Änderungen plädierte der Computerwissenschaftler und Futurist Alan Shapiro. "Wikipedia kann nicht mit Science Fiction umgehen, weil es bei Science Fiction nicht um Fakten geht", erklärte Shapiro. So verweise der Artikel über den Film "A.I. Artificial Intelligence" in der Beschreibung des Plots auf Artikel, die lediglich den aktuellen Stand der Technik widerspiegelten – und führten den Leser so in die Irre. Mit der heutigen Wissens-Darbietung von Wikipedia zeigte sich Shapiro wenig zufrieden: Studenten würden heute eher abgehalten, sich weiter mit einem Thema zu beschäftigen, wenn sie die Wikipedia-Kurzfassung gelesen hätten.

Neue, intelligente Software-Agenten sollten den Betrachter nach Shapiros Vision in das Geschehen einbinden, und zwar nach dem Vorbild der Holodecks im Star Trek-Universum. Dazu fehle es aber noch an vielen Voraussetzungen: "Wir können keine künstliche Intelligenz schaffen, wenn wir selbst nicht intelligent sind", sagte Shapiro. Eine wesentliche Voraussetzung sei die Erweiterung der Informatik. So solle der Vererbungsmechanismus der Objektorientierung um Analogien und Ähnlichkeiten erweitert werden.

Um die Aktivierung der Wikipedia-Leser zur Mitarbeit in der Online-Enzyklopädie ging es in mehreren Beiträgen. So beklagte ein Wikipedia-Aktivist das Desinteresse vieler Leser an den Prozessen hinter den Wikipedia-Artikeln. So seien zu einem Wikipedia-Workshop in Leipzig nur sieben Interessenten erschienen. Webloggerin und Indymedia-Deutschland-Mitbegründerin Anne Roth plädierte dafür, die seit Jahren stattfindenden Wikipedia-Stammtische mehr zu öffnen und zu bewerben.

Dass die in vielen Beiträgen geforderte Diskurs-Abbildung innerhalb der Wikipedia für neue Probleme sorgt, zeigte sich auch direkt am Beispiel der Leipziger Konferenz. So beklagte der Geschichtswissenschaftler Peter Haber einen hämischen Pennälerton, mit dem Wikipedia-Aktivisten zum Beispiel auf Twitter über die Konferenz berichtet hatten. "Die mangelnde Dialogbereitschaft der Wikipedianer mit der Wissenschaft hat sich aber nicht nur im Niveau, sondern auch in einem grundlegenden Abwehrreflex wissenschaftlichen Argumentationsweisen gegenüber gezeigt", schreibt Haber. Wikipedia-Aktivist Nando Stöcklin sieht jedoch das Versäumnis bei den Wikipedia-Forschern: "Akademiker pflegen Kritik in diplomatische Worte zu fassen und sind offene Kritik nicht gewohnt. Für Wikipedianer sind harte und offene Diskussionen an der Tagesordnung", schreibt der Schweizer.

Quelle : www.heise.de
Titel: Zensur: Wikimedia ließ Artikel bei Telepolis löschen!
Beitrag von: SiLæncer am 06 Oktober, 2010, 15:37
Telepolis-Autor Markus Kompa dürfte jetzt eine Ahnung davon haben, wie man bei der Wikimedia Deutschland e.V. den Begriff Meinungsfreiheit definiert. Ohne genauere Begründung entfernte der Heise Verlag seinen Artikel über die geplante Auslagerung von Vereinsaufgaben in die eigens dafür gegründete gGmbH. Stunden zuvor hatte die Leitung von Wikimedia den Heise Verlag anwaltlich kontaktiert.

Der Medienrechtler Markus Kompa aus Münster schreibt regelmäßig als Freiberufler für das Online-Portal Telepolis. Sein Beitrag vom 29. September 2010 wurde nach nur zwei Tagen auf Wunsch des Geschäftsführers der Wikimedia e.V. entfernt. Markus Kompa berichtete von geheimen Verhandlungen, die die Mitglieder des Vereins vor vollendete Tatsachen stellen sollten.  Die Gründung der gemeinnützigen GmbH soll bereits im Juli 2010 geplant worden sein. Selbst Martina Nolte als Mitglied des Strukturausschusses war darüber nicht im Vorfeld informiert worden. Den Notartermin zur Gründung der gGmbH hatte man für den 4. Oktober angesetzt. Wie wir heute erfuhren, ist es tatsächlich zur Gründung der geheimgehaltenen Gesellschaft gekommen. Drei Tage vor der Gründung meldete sich Martina Nolte aufgrund eines Gerüchts in der Mailingliste der Community zu Wort und monierte die fehlende Transparenz des Vorstands und der Geschäftsstelle. Kurze Zeit später trat sie aus Protest von ihrem Amt zurück.

Hintergrund der Firmengründung waren bereits im Sommer 2010 abgeschlossene Verhandlungen mit der kalifornischen Wikimedia Foundation und auch steuerliche Aspekte. Der mit der deutschen Wikimedia abgeschlossene Vertrag besagt, dass 50% der Einnahmen der deutschen Wikimedia an die Wikimedia Foundation in den USA überwiesen werden müssen. Alleine im Jahr 2009 sollen 614.000 Euro in die Kassen des Vereins geflossen sein. Der Finanzbericht 2009 rechnet mit über einer Million Euro an Spendengeldern für das Jahr 2010. Kooperationen mit dem Spiegel Verlag, Bertelsmann-Verlag und der Bundeszentrale für politische Bildung sollen weitere Gelder in die Kassen gespült haben. Nach unseren Informationen wurde seit der Gründung des Vereins im Juni 2004 noch kein einziger Cent an die Mutterorganisation in den USA überwiesen.

Auf Anfrage von Martina Nolte gab Pavel Richter, der Geschäftsführer der Wikimedia Deutschland e.V., bekannt, dass man den Kontakt zu Telepolis mithilfe des Vertragsanwalts hergestellt hätte. Seine Antwort im Wortlaut: „Hallo Martina, ja, wir haben uns (durch unsere Anwaltskanzlei JBB) an Telepolis / heise gewandt und unsere Sicht der Dinge dargestellt. Wichtig ist mir die Feststellung, dass wir nicht abgemahnt haben. Die Entscheidung, den Artikel vom Netz zu nehmen, hat Telepolis / heise gefällt.“ Neben dem eigentlichen Artikel sind der Löschaktion 118 kritische Kommentare von Telepolis-Usern zum Opfer gefallen.

Der Grundgedanke hinter dem Prinzip Wikipedia ist es, Wissen online möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Viele Vereinsmitglieder tun dies mit mit viel Enthusiasmus und dem Wunsch, dass die Leser der Artikel durch diese Informationen freier in ihren Entscheidungen werden. Wissen macht ja bekanntlich frei. Aber Theorie und Praxis sind leider auch mitunter verschieden. Das Vereinsmitglied René Schwarz musste dies eigenhändig erfahren. Er hatte sich nach Bekanntwerden des Notartermins für die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung stark gemacht. Laut Satzung braucht er dafür die Zustimmung von 10 % aller Mitglieder des Vereins, weswegen er die rund 600 Personen kontaktieren wollte. Der Wikimedia-Vorstand weigerte sich,  die Weiterleitung seines Antrags an die Mitglieder vorzunehmen. Jetzt einigte man sich darauf, dass ein Treuhänder die Mitgliederliste erhalten wird, um im Namen von Herrn Schwarz alle Vereinsmitglieder anzuschreiben.

Obwohl der Termin am Montag vollzogen wurde, existiert bis heute keine Pressemitteilung über diesen Vorgang. Kritische Mitglieder scheinen in diesem Verein generell einen schweren Stand zu haben. Vor allem dann, sollten sie sich über den Verbleib der bisher eingesammelten Spendengelder informieren wollen. Die Verwendung der Finanzen selbst, über die der Verein bislang voll verfügte, wird in der Gemeinschaft der Wikipedianer kritisiert. So sei für die Wikipedia selbst verschwindend wenig, zu viel aber für Personalkosten und kaum effiziente Projekte ausgegeben worden.

Wir haben vor etwa 24 Stunden sowohl bei der Pressesprecherin der deutschen Wikimedia e.V. als auch beim Heise Verlag per E-Mail um eine Stellungnahme gebeten und bekamen bis jetzt keine Antwort. Wir haben nicht wirklich mit einer Reaktion gerechnet, wollten aber allen Beteiligten die Chance einräumen, sich vor der Veröffentlichung unseres Artikels zum Sachverhalt zu äußern. Sie zogen aber ihr Schweigen vor.

Die gGmbH wurde am 4. Oktober gegründet, obwohl mehrere Mitglieder drohten, wegen der Informationspolitik auszutreten. Es gibt bereits einen Gegenaufruf, mit dem Austritt wenigstens noch einige Monate zu warten. Olaf Simons, 4. Oktober 2010.

Quelle : www.gulli.com
Titel: Ist Wikipedia wirklich demokratisch?
Beitrag von: SiLæncer am 18 Oktober, 2010, 15:25
gulli.com beleuchtet in einer Artikelreihe das Projekt Wikipedia. Was verbirgt sich hinter dem perfekt wirkenden Deckmantel dieser „freien“ Wissenssammlung? Wodurch werden die Inhalte beeinflusst, die sehr viele Menschen ungeprüft als Wissen und Wahrheit übernehmen? In diesem Teil gehen wir der Frage nach, unter welchen Strukturen die Autoren arbeiten.

Das Online-Lexikon Wikipedia ist eine nützliche Seite mit derzeit etwa 260 Sprachversionen, die zu den weltweit meistbesuchten Webseiten gehört. Der Amerikaner Jimmy Wales erhielt im Oktober 2010 als Anerkennung für die Gründung der Wikipedia ein stolzes Preisgeld in Höhe von 100.000 Schweizer Franken. Die Lobrede des Gottlieb Duttweiler Institutes betont, in der Wikipedia sei die Mitarbeit "ehrenamtlich, das partizipative Modell zutiefst demokratisch", denn Freiwilligkeit sei der "Preis der Freiheit."

Diese Worte zeugen von Enthusiasmus, doch ist die Wikipedia hinter ihren Kulissen wirklich demokratisch? Eine zentrale Definition, was Wikipedia ist, gibt es nicht. Stattdessen gibt es eine Seite mit Negativ-Definitionen, die seit ihrer ersten Fassung im September 2001 einige tausend Male geändert wurde. Diese Seite enthält den zentralen Satz "Wikipedia ist keine Demokratie". Als Beweis gilt eine Stellungnahme von Jimmy Wales aus dem Jahre 2005. Jimbo Wales wünscht sich darin: "Der Hinweis, die Wikipedia sei eine Enzyklopädie und kein Demokratie-Experiment, solle am besten auf Papierzettel ausgedruckt und jedem Menschen auf der Welt in die Hand gegeben werden."

Sorgen bereiteten Jimmy Wales vor allem "die Idioten, deren Mehrheitsentscheidungen den gesunden Menschenverstand aufheben könnten." Gleichwohl sei er bereit, bei den anderssprachigen Schwesterprojekten Meinungsbilder zu akzeptieren, da er die dortige Willensbildung "weniger überschauen" könne. An anderer zentraler Stelle schreibt man noch dazu: "Wikipedia ist keine Demokratie, sondern eine Willkürherrschaft. Man hat keine Rechte. Demokratie ist hier ein Schimpfwort."

Die Funktionäre des "Fan-Clubs" Wikimedia in Deutschland reihen sich in die  Linie von Jimmy Wales mit Kraftsprüchen ein wie zum Beispiel "Wir sind hier um die Demokratie zu beschreiben, wir praktizieren sie nicht." oder "Wikipedia ist keine Demokratie. (...) Wikipedia ist ein privates Dienstangebot. Es gibt kein Recht auf Mitarbeit. Wer sich hier nicht wohlfühlt, kann jederzeit ohne Androhung von Strafe gehen."

Abstimmungen finden statt, obwohl vor ihnen als "böse" gewarnt wird. Man fürchtet sich vor dem Stimmbetrug durch Autoren mit mehreren Benutzerkonten, sodass man im deutschsprachigen Projekt Verifikationsprojekte durch "persönliche Bekanntschaften", aber auch durch Bürgschaften unter Vorlage des Personalausweises entwickelte. Beides blieb bislang im Versuchsstadium. Die Stimmberechtigung wird derzeit von der Dauer und vom Umfang der ständigen  Mitarbeit bestimmt. Offiziell haben Wikimedia Foundation und Wikimedia in Deutschland keinen Einfluss auf die Inhalte. Im Hintergrund betreibt man ein Beschwerdesystem (OTRS), über das man in der Öffentlichkeit nur ungern berichtet. Viel lieber verweist man auf die Selbstorganisation der Autoren.

Diese Selbstverwaltung hat aber ihre Eigenheiten. Beispiele für eine Gesellschaft der Ellenbogen gibt es tagtäglich. "Ihr Spinner seid einer Diskussion nicht würdig. Mangelnder Widerspruch ist daher nicht als Zustimmung zu werten. Finger weg von dem Artikel, wenn ihr ihn nochmal anfasst, wird er gesperrt." warnte beispielhaft einmal ein Freizeit-Wikipedia-Administrator. Die zunächst nur gefühlte Willkür des Betroffenen wird mit Verweis auf "Wikipedia ist kein Mädchenpensionat" objektiviert. Wer eine Kritik nachhaltiger formuliert, gilt als "Projektstörer" oder Demokratiefanatiker. Entsprechende Erwiderungen werden unter Verweis auf "Keine persönlichen Angriffe", "Kein Wille zur enzyklopädischen Mitarbeit" oder "Sperrumgehung, keine Besserung erkennbar" mit zeitweiliger, im Wiederholungsfalle unbegrenzter Benutzersperre gekontert. Die Auseinandersetzungen sind standardisierte Rituale.

Dabei gelten alle Benutzer zunächst einmal als gleichberechtigt. Zu den Autoren, die sich dennoch etwas unterscheiden, zählen in der deutschsprachigen Wikipedia etwa 300 Benutzer mit dem Status eines so genannten Admins, Oversight-Berechtigten, Bürokraten, Check-User-Beauftragen, Mitglieds eines Schiedsgerichts und vielleicht noch weiteren unbezahlten Funktionen, die in der zahlenmäßig erstaunlich kleinen Gemeinschaft als erstrebenswert angesehen werden. Hinzu kommt die Hoffnung auf ehrenamtliche oder festvertragliche Funktionen beim Verein Wikimedia in Deutschland, die sich jedoch nur für wenige erfüllt. Ebenso bringt es Pluspunkte, sich als Mentor, Teilnehmer eines Wettbewerbs oder als Mitglied einer "Redaktion" zu präsentieren. Weiteres Gewicht verschaffen auch persönliche Verbindungen über Stammtische und andere Veranstaltungen. Es bilden sich fast ausschliesslich von Männern geprägte geschlossene Zirkel, die das Prinzip der sozialen Kontrolle leicht überwinden können. Das Gefühl der Zugehörigkeit verändert auch die Selbstwahrnehmung und die Wahrnehmung des Projekts in der Diskussionskultur. Dies erklärt zumindest teilweise den rauen Ton, der zuweilen bis zur Repression reicht.

Über den wenig glorreichen Umgang von "Wikimedia in Deutschland" mit seinen Mitgliedern und Kritikern berichtete gulli.com vor kurzem.
Es wird interessant sein, das so hoch gelobte Projekt in seiner Entwicklung weiter zu beobachten. Die Besonderheiten des sozialen Systems des eigentlichen Projekts Wikipedia untersuchten unter anderem Günter Schuler 2007, Christian Pentzold 2007, Christian Stegbauer 2009 und Peter Haber 2010 (Interview mit Peter Haber). Wissenschaftler sprechen öffentlich von "Verkrustung" und "Autorenschwund". Die Zahl der tätigen Autoren bleibt auf mehr oder minder gleichem Niveau hängen, die Zahl der Neuanmeldungen sinkt seit 2006 sogar dramatisch. Die Anzahl der aktiven Administratoren ist innerhalb der letzten zwölf Monate sogar um etwa 10 % zurückgegangen. Der Artikelbestand der Wikipedia wächst nach wie vor, aber die Produktivität selbst hat in sämtlichen großen Sprachversionen seit 2006 kaum Zuwachs. Ganz sicher wird es mit der Wikipedia als Projekt trotz ihrer Machtkonflikte also weitergehen.

Wer aber in der Wikipedia freiwillig mitwirkt, dürfte das gepriesene "Ideal der Freiheit" in diesem Klima auf Dauer nicht finden.

Stay tuned - diese Artikelreihe wird bald fortgesetzt.

Quelle : www.gulli.com
Titel: Re: Ist Wikipedia wirklich demokratisch?
Beitrag von: Jürgen am 18 Oktober, 2010, 17:20
Ist die Wahrheit demokratisch?
"Eat dung, billions of flies can't all be wrong"

Freiheit bedeutet auch und vor allem, schreiben zu können, was nicht der Mehrheitsmeinung entspricht, sofern man sich an Fakten und wohlbegründeten Theorien orientiert.
Naturgemäss gibt es in jeder Struktur einander widersprechende Tendenzen und Überzeugungen.
In nicht wenigen Artikeln spiegelt sich das auch wieder.
Leider auch in Edits und Löschungen.
Dennoch, was bei Wikipedia stattfindet, ist nichts anderes als in jeder Redaktion, oder in den meisten anderen Firmen, Vereinen, Bürgerinitiativen, Parteien usw.
Nur eben mit ziemlich vielen Teilnehmern.
Und auch Aussteigern.
Insbesondere wer allzusehr in der Sache aufgeht, der ist leider auch gefährdet, irgendwann den intoleranten Besserwisser heraushängen zu lassen.
Und genau die versuchen überall, sich möglichst viel Macht und Einfluss zu verschaffen.
Und wenn das nicht wunschgemäss klappt, folgt gerne einmal ein bühnenreifer Abgang, mit möglichst viel Kollateralschaden.

Ich wünsche der Wikipedia von Herzen, dass endlich ein gewisser Frieden eintritt, denn das Projekt ist an sich unzweifelhaft gut, bewährt und unterstützenswert.

Jürgen


Titel: Wikipedia integriert OpenStreetMap
Beitrag von: SiLæncer am 21 Oktober, 2010, 16:53
Die deutschsprachige Wikipedia integriert ab sofort Karten des Community-Projekts OpenStreetMap (OSM). In über 150.000 Wikipedia-Artikeln kann damit auf Mausklick eine dynamische Karte angezeigt werden. OpenStreetMap nutzt die in Wikipedia enthaltenen Daten, um die eigenen Karten anzureichern. Auf einem Layer lassen sich so zum Beispiel Bilder von bekannten Bauwerken aus dem Bestand von Wikimedia Commons einblenden. Da beide Projekte ihre Inhalte unter einer Creative-Commons-Lizenz anbieten, ist das ohne Probleme möglich. Wikipedia wiederum profitiert von der Flexibilität des OpenStreetMap-Materials: So lässt sich in der Enzyklopädie auch eine Karte mit Wander- und Radwegen anzeigen.

mehr ... (http://www.heise.de/newsticker/meldung/Wikipedia-integriert-OpenStreetMap-1123096.html)

Quelle : www.heise.de
Titel: Wikipedia: Neuer Spendenaufruf bittet um 16 Millionen Dollar Spenden
Beitrag von: SiLæncer am 16 November, 2010, 15:57
Nach zahlreichen erfolgreichen Kampagnen rührt die Wikimedia Foundation wieder die Spendentrommel. Der Betreiber des freien Online-Lexikons Wikipedia möchte innerhalb von zwei Monaten Spendengelder in Höhe von 16 Millionen US-Dollar einsammeln. Die Spenden seien notwendig, um Wikipedia weiterhin werbefrei und zugleich kostenlos anbieten zu können.

"Keine Werbung. Keine Profite. Keine Hintergedanken." Das sind die drei Stichworte, mit denen Jimmy Wales, der Gründer von Wikipedia, sein Projekt zu charakterisieren versucht. Um die Online-Enzyklopädie weiterhin kostenlos und werbefrei halten zu können, ruft der Wikipedia-Gründer zu einer Spendenkampagne auf. Gemeinsam gelte es dafür zu sorgen, dass "Wikipedia für jeden frei zugänglich bleibt."

16 Millionen US-Dollar seien diesmal nötig, um Wikipedia weiterhin in jetziger Form präsentieren zu können: Frei und kostenlos. Mit einer Anzahl von 400 Millionen Wikipedia-Nutzern sei es unmöglich, die Webseite auf eigene Faust zu betreiben. Obwohl die freie Online-Enzyklopädie mittlerweile zu den fünf beliebtesten Webseiten der Welt gehöre, sei das Projekt nicht gewinnbringend. "Die anderen vier [beliebtesten Webseiten der Welt] verschlingen Milliardensummen, sie werden betrieben von Unternehmen mit Tausenden Angestellten und mit immensem Werbeaufwand", so Jimmy Wales. Im Falle von Wikipedia sei dies jedoch anders. Die Online-Enzyklopädie habe nichts mit einer kommerziell betriebenen Webseite gemein. "Wikipedia wird durch die Gemeinschaft geschaffen - geschrieben und gepflegt von einer Vielzahl von Freiwilligen – Artikel für Artikel, Satz für Satz."

Für das Hosting der Seite seien im vergangenen Jahr Kosten in Höhe von 1 Millionen US-Dollar angefallen. Der technische Betrieb habe rund 3,3 Millionen US-Dollar verschlungen. Aus dem Jahresplan der Wikimedia-Foundation geht hervor, dass in Zukunft 4 Millionen US-Dollar für ein neues Datacenter und die Erhöhung der Bandbreite anfallen werden. Auch seien neue Mitarbeiter vorgesehen.

Wer spenden möchte, kann dies auf der offiziellen Seite der Wikimedia-Foundation (https://spenden.wikimedia.de/spenden/?piwik_campaign=wikipedia_de_banner&piwik_kwd=Jimmy_Appeal_2010_ohne_Text.jpg) tun.


Quelle : www.gulli.com
Titel: Wikipedia erreicht Spendenziel von 16 Millionen US-Dollar
Beitrag von: SiLæncer am 02 Januar, 2011, 12:34
Die Wikimedia Foundation, Betreiberin der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia, hat das Ziel ihrer im November vergangenen Jahres gestarteten Spendenkampagne nach eigenen Angaben erreicht. Über 500.000 Einzelpersonen aus 140 Ländern haben demnach gut 16 Millionen US-Dollar gespendet, um den werbefreien Betrieb der Wikipedia im laufenden Geschäftsjahr zu sichern. Das Gesamtbudget gibt die Wikimedia Foundation mit 20,4 Millionen Dollar an, die Differenz soll aus Projektgeldern und Lizenzeinnahmen bestritten werden. Im vergangenen Jahr hatten halb so viele Einzelpersonen (230.000) gespendet.

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales zeigte sich in einer Stellungnahme begeistert: "Die überwältigende Unterstützung tausender Menschen aus allen Gesellschaftsschichten ist ein Beleg für den Geist der Wikimedia-Bewegung." Momentan bereitet sich die Wikimedia Foundation auf die Feierlichkeiten anlässlich des zehnten Geburtstags der Wikipedia am 15. Januar vor. Passend zum Anlass soll es ein Jubiläums-T-Shirt geben, dessen Verkaufserlös wiederum dem Wikipedia-Budget zugute kommen soll.

Quelle : www.heise.de
Titel: Zehn Jahre Wikipedia
Beitrag von: SiLæncer am 15 Januar, 2011, 09:05
Am heutigen Samstag feiert eines der Vorzeigeprojekte des Internet einen runden Geburtstag: Die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia startete am 15. Januar 2001. Mit Hilfe unzähliger freiwilliger Autoren ist das nichtkommerzielle Projekt zu einer der meist besuchten Webseiten der Welt aufgestiegen und hat den Umgang mit Wissen wesentlich beeinflusst. "Es ist kaum zu glauben, dass es zehn Jahre her ist, dass ich das erste Mal in der Wikipedia geschrieben habe", sagt Jimmy Wales, Mitgründer der Wikipedia in einer Geburtstagsbotschaft. "Ich erinnere mich an diesen ersten Tag. Ich klickte auf den Editier-Knopf und schrieb Hallo Welt".

Welche bescheidenen Anfänge die ersten Wikipedia-Artikel hatten, lässt sich heute online nachvollziehen. So hat Kurz Jansson, Wikipedia-Aktivist der ersten Stunde, einen Wikimedia-Mirror von August 2001 online gestellt, Autor Rob Reagle veröffentlicht auf seiner Website die ersten Edits der englischsprachigen Wikipedia.

Unzählige Internet-Nutzer haben es Wales nachgemacht – heute zählt Wikipedia über 17 Millionen Artikel in über 270 Sprachen. Allein die deutschsprachige Wikipedia enthält über 1,1 Millionen Artikel, täglich kommen zirka 400 weitere hinzu. Weltweit besuchen mittlerweile 400 Millionen Nutzer pro Monat die Wikipedia, Tendenz steigend. Die Wissensplattform gehört damit zu den zehn meistgenutzten Angeboten des Internets.

Wales appelliert nun an die vielen Leser, sich auch als Autoren zu engagieren: "Es gibt noch viel zu tun", sagt Wales. Gleichzeitig arbeitet die gemeinnützige Wikimedia Foundation daran, die Wikipedia auch in Entwicklungsländern populär zu machen und sich als kostenlose Quelle verlässlichen Wissens zu etablieren. Wo die Reise hinführt, erklärt Sue Gardner, die seit drei Jahren die Geschäfte der Stiftung führt: "Bis 2015 wollen wir eine Milliarde Menschen erreichen." Gleichzeitig will sie auch die Diversität steigern: "Wir wollen mehr Leser überzeugen, zur Wikipedia beizutragen, mehr Frauen, mehr Menschen von der Südhalbkugel".

Um diese Mission zu erfüllen, beschreitet die US-Stiftung neue Wege. In Kürze will sie in Indien ein eigenes Büro eröffnen, das die Entwicklung der Wikimedia-Gemeinden in Asien unterstützen soll. Weitere Büros in Brasilien und in einem arabischen oder afrikanischen Land sollen folgen. Denn gerade Entwicklungsländer sind in der Wikipedia immer noch unterrepräsentiert. So kommt zum Beispiel die Wikipedia-Ausgabe in der afrikanischen Sprache Suaheli auf gerade einmal 21.000 Artikel – trotz handfester Unterstützung durch den Internet-Konzern Google und der Beteiligung europäischer Autoren.

Doch auch in den westlichen Ländern ist Wikipedia nicht ohne Probleme. Das Online-Lexikon befindet sich seit Beginn in einem Spannungsfeld zwischen Offenheit und Qualitätsansprüchen. "Wenn wir den Artikel über George W. Bush freigeben, dauert es nur 36 Sekunden, bis er vandalisiert wird", sagte Jimmy Wales am Donnerstag in einer Rede im englischen Bristol. Ob die zur Vandalismus-Bekämpfung eingesetzten Artikelsperren aber wirklich langfristig nutzen, ist nach neusten Forschungen zumindest fraglich.

Besonders erfolgsfördernd war die Kooperation mit Google. Schon nach den ersten Jahren des Bestehens wurden die Wikipedia-Einträge in den Ergebnissen von Google oft auf der ersten Seite, wenn nicht gar auf dem ersten Platz angezeigt. Für beide Angebote war dies von Vorteil: Wikipedia erhielt durch Google einen ständigen Zustrom von Lesern und wurde somit auch für Autoren attraktiver. Google konnte im Gegenzug seinen Besuchern ein Ergebnis liefern, das auf knappen Raum das gewünschte Thema anschaulich beschrieb.

Doch diese Lesermacht sorgte auch für Probleme: So wurde Wikipedia immer wieder zum Schauplatz politischer Grabenkämpfe und zum Tummelplatz für Internet-Trolle. Die gesteigerten Qualitätsansprüche und ein Klima des Misstrauens machen es neuen Nutzern mittlerweile schwer, sich in der Online-Enzyklopädie einzubringen. Zwar lässt sich ein Autorenschwund nicht mit Sicherheit feststellen, die Wikimedia Foundation versucht aber neue Autorenkreise mit Lehrveranstaltungen und einer Artikel-Bewertungsfunktion zu gewinnen.

Sie dazu auch:

    * Zehn Jahre Wikipedia (http://www.heise.de/ct/artikel/Zehn-Jahre-Wikipedia-1170011.html). Der c't-Hintergrundartikel zeichnet die Entwicklung der Online-Enzyklopädie nach.

Quelle : www.heise.de
Titel: Streit und Umbau bei Wikimedia Deutschland
Beitrag von: SiLæncer am 21 Januar, 2011, 12:50
Unmittelbar nach den Feierlichkeiten zum zehnten Geburtstag der Online-Enzyklopädie Wikipedia geht es bei Wikimedia Deutschland um Richtungsentscheidungen: Am kommenden Samstag müssen die Mitglieder des gemeinnützigen Vereins auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung über einen Misstrauensantrag gegen den Vorstand und über eine Strukturreform entscheiden. Anlass des Streits ist die Gründung einer Fördergesellschaft im Herbst 2010, die nicht von der Mitgliedsversammlung abgesegnet worden war.

Die Ausgründung einer weiteren Körperschaft aus einem Verein hätte nicht ohne Einbindung der Mitglieder erfolgen dürfen, erklärte Vereinsmitglied René Schwarz. Auf einer eigens eingerichteten Webseite sammelte er Unterschriften, um eine außerordentliche Mitgliedsversammlung einzuberufen. Nun muss sich der Vereinsvorstand am Samstag dem Misstrauensvotum stellen.

Pavel Richter, Geschäftsführer von Wikimedia Deutschland, sagte gegenüber heise online, es habe sich nicht um eine wirkliche strukturelle Änderung gehandelt, sondern um eine verwaltungstechnische Konstruktion. Das Thema sei nicht auf der Mitgliederversammlung im Mai 2010 zur Sprache gekommen, da zu der Zeit mit der Wikimedia Foundation über einen neuen Vertrag über Verwendung der Markenrechte der US-Stiftung verhandelt worden sei. Teil der Verhandlungen war offenbar auch die Neuregelung der Spendenverteilung.

Bisher konnte der als gemeinnützig anerkannte Verein Wikimedia Deutschland die US-Zentrale aus steuerrechtlichen Gründen nur indirekt unterstützen, indem er zum Beispiel Konferenzen veranstaltete oder eine Serverfarm in Amsterdam aufbaute. Für die Expansion in Entwicklungsländer benötigt die Wikimedia Foundation aber möglichst direkten Zugriff auf die Spendengelder. Dies war schon seit Jahren Streitpunkt zwischen den beiden Organisationen, im Sommer wurde der Durchbruch erzielt.

"Dass die Neuregelung der Mittelverteilung bereits für die Spendenkampagne 2010/2011 von uns und der Wikimedia Foundation angestrebt wird, hat sich tatsächlich erst im Verlauf des Jahres 2010 und nach der Mitgliederversammlung herauskristallisiert", erklärt Richter gegenüber heise online. Nun werden die Spendengelder direkt über die Fördergesellschaft abgerechnet – Wikimedia Deutschland und die Wikimedia Foundation erhalten jeweils die Hälfte des Betrages. Alleine in Deutschland wurden in der neusten Spendenkampagne 2,2 Millionen Euro eingenommen, die Wikimedia Foundation verbuchte umgerechnet rund 12 Millionen Euro Einnahmen.

Am Samstag müssen die Mitglieder auch über zwei Satzungsentwürfe entscheiden. Während der Vorstand unter anderem aus Haftungsgründen die Aufgaben des bisherigen Vorstandes in ein neu zu gründendes Präsidium auslagern will, sieht der Konkurrenzantrag eine größere Beteiligung der Community vor, um mehr Transparenz bei den Entscheidungsvorgängen zu schaffen.

Der Vorstand widerspricht der These, er sei nicht offen genug für Anregungen aus der Vereinsbasis: "Fördertöpfe wie das Community-Budget, das Literaturstipendium und andere werden regelmäßig nicht ausgeschöpft, da schlicht nicht genug Anträge gestellt werden. Das ist tatsächlich ein Problem, und mit Initiativen wie dem kürzlich gestarteten Ideenwettbewerb WissensWert versucht Wikimedia Deutschland, mehr direkte Anfragen aus der Community zu fördern."

Unterdessen versucht der Vereinsvorstand sich mit neuen Initiativen direkt an die Wikimedia-Community zu wenden. So stellte der Vorstandsvorsitzende Sebastian Moleski im Dezember die direkte juristische Unterstützung von Wikipedia-Autoren durch den Verein in Aussicht. Auch die Verteilung von Geld der Verwertungsgesellschaft VG Wort an Wikipedia-Autoren wurde wieder auf die Agenda gesetzt. Wie eine solche Geldverteilung bei dem ganz auf seine Unkommerzialität gegründeten Projekt funktionieren könnte, wird den Verein wohl noch Jahre beschäftigen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Wikipedia: Strafanzeige wegen fehlendem Quellennachweis
Beitrag von: SiLæncer am 05 März, 2011, 13:44
Die Plagiats-Affäre um den ehemaligen Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) färbt sprachlich auf einen Streit in der Online-Enzyklopädie Wikipedia ab: Der Autor Georg Zoche will durchsetzen, dass sein Buch als Quellenangabe eines Wikipedia-Artikels erscheint oder dass daraus zittierte Textpassagen gelöscht werden. Zoche hatte den Artikel im September 2010 angelegt und dabei mehrere Absätze aus seinem Buch verwendet. Als andere Autoren den Artikel umschrieben und dabei auch den Verweis auf das Buch Zoches entfernten, machte Zoche eine Urheberrechtsverletzung geltend – sein Text sei "geguttenbergt" worden. Im Streit geht es um den Wikipedia-Artikel über die Rede des Reichswirtschaftsministers Walther Funk mit dem Titel "Die wirtschaftliche Neuordnung Europas".

Der Streit mündete nun in eine Strafanzeige gegen insgesamt fünf Wikipedia-Autoren bei der Staatsanwaltschaft Hamburg. Kommerzielle Motive habe er nicht, betont Zoche gegenüber heise online: "Die Vorstellung, wonach Quellenangaben vordergründig Werbung für die dort genannten Autoren wären, ist mir völlig fremd." Zoche geht es ums Prinzip: nur zwei Sätze in dem Wikipedia-Artikel entsprechen seiner Urfassung und der Artikel wird kaum gelesen.

Wikipedia-Autorin Martina Nolte, die zu den Angezeigten gehört, gibt sich gegenüber Heise Online gelassen: Der Literaturverweis auf Zoches Buch sei aus Qualitätsgründen entfernt worden, erklärt sie: "Mehrere Wikipedianer akzeptierten Herrn Zoches Buch nicht als ausreichende Quelle." Der Autor habe sich in anschließenden Diskussionen uneinsichtig gezeigt. Eine Urheberrechtsverletzung liege nicht vor. "Wer Texte in die Wikipedia einstellt, stellt sie unter eine freie Lizenz, die eine Weiterbearbeitung und Weiternutzung erlaubt", erklärt Nolte. Ob Zoche die Texte aus dem eigenen Buch entnommen habe, spiele dabei keine Rolle. Sein Beitrag sei lizenzgemäß in der Versionsgeschichte des Artikels gewürdigt. Allerdings wurde die erste Version des Artikels wegen einer vermeintlichen Urheberrechtsverletzung gelöscht – Wikipedianern war aufgefallen, dass die Formulierungen aus einem Buch stammten und konnten den Autoren nicht eindeutig zuordnen. Nolte selbst war in der Vergangenheit gegen die Weiterverwendung von Bildern, die sie in die Wikipedia eingestellt hatte, wegen aus Ihrer Sicht unzureichender Quellenangaben juristisch vorgegangen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Stalins Badezimmer: Falscher Wikipedia-Eintrag wird zum geflügelten Wort
Beitrag von: SiLæncer am 24 März, 2011, 18:14
Ein Redakteur der Berliner Zeitung hat sich mit den Mechanismen des Webs einen Scherz erlaubt. Er erfand für die Karl-Marx-Allee der Hauptstadt die Bezeichnung "Stalins Badezimmer". In den folgenden Jahren verbreitete sich der Begriff, bis der Journalist versuchte, das zu stoppen.

Stalins Badezimmer - so sollen Berliner zu DDR-Zeiten die Karl-Marx-Allee genannt haben. Wegen der "charakteristischen Keramikfliesen", wie bis zum Morgen des 24. März 2011 in der deutschen Wikipedia zu lesen war. Das stimmt aber nicht - sagt jedenfalls Andreas Kopietz, Redakteur der Berliner Zeitung. Er selbst hat den Begriff erfunden, wie einem Artikel der Zeitung zu entnehmen ist.

Das sei am 17. Februar 2009, abends, gewesen, erzählt Kopietz, und eigentlich habe er das gar nicht so richtig gewollt. Das - zweite - Glas Rotwein sei "versehentlich" auf der Enter-Taste gelandet, und so sei die ausgedachte Geschichte tatsächlich bei Wikipedia online gegangen. Zumindest da hätte der Scherzbold das sofort rückgängig machen können - zwei Jahre später ist das nicht mehr so einfach, auch wenn die Wächter über den Wikipedia-Artikel die Sache inzwischen als erledigt betrachten.

Der Journalist verfolgte, wie oft seine Wortschöpfung sich verbreitete. Von Unternehmen zu Badezimmerplanung über touristische Angebote zu Berlin wurde der Begriff offenbar ohne Prüfung übernommen. Auch in einer Hauptseminararbeit zu sozialistischer Architektur - die Verfasserin nennt die Zeitung nicht - soll von Stalins Badezimmer die Rede gewesen sein.

Schließlich fand der Begriff auch seinen Weg in die etablierten Medien. Kopietz zufolge tauchte er im April 2010 in der Zeitschrift Stern auf. Und dann in der Märkischen Oderzeitung, und schließlich bei Spiegel Online. Im Februar 2011 war Stalins Badezimmer dann dort angekommen, wo es herkam: Die Berliner Zeitung selbst benutzte die Bezeichnung.

Nur ein Leser der Zeitung soll sich darüber beschwert haben, ihm war als langjährigem Anwohner der Straße der Begriff unbekannt. Am 17. März löschte Kopietz die Passage aus der Wikipedia, wo sie der Wächter über den Artikel umgehend rückgängig machte. Zu oft war der Begriff wohl schon zu finden, und deshalb "ist es die Wahrheit", resigniert Andreas Kopietz.

Jener Redakteur weilt übrigens gerade im Urlaub, wie ein Kollege der Berliner Zeitung Golem.de am Telefon sagte. Geben soll es den Erfinder von Stalins Badezimmer aber, er ist nach Angaben des Blattes schon jahrelang Redakteur der Zeitung.

Dass sich mit Wikipedia schnell vermeintliche Fakten schaffen lassen, fiel zuletzt spektakulär am 10. Februar 2009 auf - also genau eine Woche, bevor Andreas Kopietz seinen Scherz begann. Damals hatte ein anonymer Gastschreiber von Bildblog dem gerade ins Amt berufenen Karl-Theodor zu Guttenberg per Wikipedia einen weiteren Vornamen verpasst. Da der vorläufige Ex-Politiker über zehn existierende Vornamen verfügt, war das eingefügte "Wilhelm" nicht weiter aufgefallen. Von der Bild bis zur Süddeutschen Zeitung wurde die falsche Angabe verbreitet.

Quelle : www.golem.de
Titel: Wikipedia will Weltkulturerbe werden
Beitrag von: SiLæncer am 24 Mai, 2011, 16:16
Mittels einer Petition will Wikipedia erreichen, zum Weltkulturerbe zu werden. Anlass für die Petition ist, dass für die Anerkennung die Maßstäbe der UNESCO geändert werden müssten, und der normale, formale Weg Jahre dauern würde.

Nachdem Wikipedia dieses Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum feiert, kam der Gedanke auf, die Aufnahme in das UNESCO-Weltkultrerbe zu beantragen. Damit soll gewürdigt werden, dass Wikipedia nach eigenen Angaben die größte Wissenssammlung der Menschheitsgeschichte ist, die zudem unabhängig, frei zugänglich und nicht kommerziell ist.

Wikipedia sieht sich damit als Vorreiter eines Kulturwandels, denn sie habe die uralte Tradition des Austauschs von Wissen in das neue, digitale Zeitalter überführt. So sei ein in der Kulturgeschichte bisher einzigartiger Ort des Wissensaustauschs entstanden, und deshalb habe sie als grenzübergreifende, kulturelle Leistung der Menschen die Anerkennung und den Schutz der UNESCO als erstes digitales Weltkulturerbe verdient.

Nun ist dieses Vorhaben nicht ganz leicht. Zwar erfüllt Wikipedia die inzwischen zusätzlich geschaffenen Kategorien als Weltdokumentenerbe und als immaterielles Welterbe, doch um diese Einstufungen geht es hier nicht. Ein Weltkulturerbe kann sich auch nicht selbst bewerben, sondern muss von einem Staat vorgeschlagen werden. Dies geschieht nur einmal im Jahr im Februar. Deswegen startet das Projekt eine Petition und einer breiten Diskussion, die den formalen Weg unterstützen sollen.

Ein Kulturgut muss außerdem bedroht sein, damit es zum Weltkulturerbe werden kann. Dem Einwand, Wikipedia und insbesondere die deutschsprachige Wikipedia seien doch gar nicht bedroht, wird damit begegnet, dass keineswegs alle Menschen einen kostengünstigen Breitband-Internetzugang mit ungehindertem Zugriff auf das ganze Netz haben. Freies Wissen und der Zugang zu freiem Wissen werden laut Wikipedia auf vielen Ebenen bedroht, beispielsweise durch Bestrebungen, die Netzneutralität aufzuheben, Verschärfungen rechtlicher Vorschriften oder Zensur.

Quelle : www.pro-linux.de
Titel: Wikipedia führt "Love-Button" ein
Beitrag von: SiLæncer am 26 Juni, 2011, 11:55
(http://static.gulli.com/media/2011/06/thumbs/370/WikiLove-Proposal-Dialog-1.jpg)
Auch die Online-Enzyklopädie Wikipedia wird ihren Nutzern bald eine Art „Like-Button“ zur Verfügung stellen. Mit dem sogenannten „Love-Button“ wird es Leser möglich sein, den freiwilligen Autoren der Plattform virtuelle Geschenke oder simple Danksagungen zu übermitteln. In Frage kommen beispielsweise virtuelle, Sterne, Katzen oder Biergläser.

Um ihre freiwilligen Autoren künftig zu belohnen, hat die Online-Enzyklopädie Wikipedia vor, in der kommenden Woche einen sogenannten „Love-Button“ einzuführen. Dieser soll bald über jedem Artikel auf der bekannten Webseite erscheinen. Sobald ein Leser auf die Schaltfläche klickt, bedankt er sich beim Verfasser des entsprechenden Textes. So soll es den zahlreichen Nutzern der Plattform leichter gemacht werden, fleißigen Wikipedianern ein Lob zu übermitteln.

Prinzipiell ist der „Love-Button“ nichts anders als der „Like-Button“ des sozialen Netzwerkes Facebook. Jedoch sind auf einer Testseite, auf der das neue Feature beschrieben wird, noch einige weitere Funktionen zu erkennen. So scheinen die User des Lexikons den Autoren nicht nur ein Lob, sondern auch virtuelle Sterne, Kekse, Biergläser oder Katzen verschiedener Arten schenken zu können. Ein dankbarer Leser kann es aber auch schlichtweg bei einer kurzen Textnachricht belassen, in der er sich beim Schreiber für seine Mühe verbal erkenntlich zeigt.

Mit diesen Spielereien wollen die Betreiber der Seite offenbar erreichen, dass die Verfasser der Artikel ihre Schriftstücke häufiger überarbeiten. Für die englische Version der Online-Enzyklopädie ist der Starttermin des neuen Features auf den 29. Juni festgelegt. Wann die anderen Fassungen des Lexikons das angekündigte Update erfahren werden, ist noch nicht bekannt.

Wikipedia ist nicht das erste Webangebot, das sich mit der Einführung eines „Like-Buttons“ an Facebook orientiert. Auch Google sprang vor Kurzem auf den Zug auf und bietet seitdem den sogenannten „+1-Button“ für Internetseiten an. Der Hintergedanke ist hierbei in seinen Grundzügen der Gleiche, allerdings werden durch Klicks auf den Button zudem die Ergebnisse der Suchmaschine beeinflusst.

Quelle : www.gulli.com
Titel: Wirbel um Wiki-Watch
Beitrag von: SiLæncer am 04 Juli, 2011, 19:50
Mitarbeiter der Arbeitsstelle Wiki-Watch an der Europa-Universität Viadrina sehen sich mit Manipulationsvorwürfen konfrontiert. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hatten am Wochenende über Indizien berichtet, dass aus dem Umfeld des Wiki-Watch-Initiators Wolfgang Stock mehrere Wikipedia-Einträge in Verbindung mit einem Pharma-Unternehmen "in firmenfreundlicher Richtung optimiert“ worden sein sollen. Stock weist die Vorwürfe zurück und kündigte rechtliche Schritte gegen die Zeitung an. Die FAZ hat den Artikel inzwischen aus ihrer Online-Ausgabe entfernt.

Ein anonymer Wikipedia-Nutzer hatte zuvor Artikel zu Pharma-Themen dokumentiert, in denen es unter anderem zu auffälligen Änderungen in Verbindung mit der Markteinführung eines Insulin-Präparats gekommen war. Dabei soll auch ein Account eine Rolle spielen, der Wolfgang Stock zugeordnet wird. Auch ein zweiter Account, der ebenfalls auffällige Änderungen vornahm, konnte demnach Wiki-Watch zugeordnet werden.

FAZ-Autor Jörn Wittkewitz warf dem Projekt deshalb eine Grenzüberschreitung vor: "Es bedarf einer speziellen Auffassung von Forschung, um die Qualität der Einträge bei Wikipedia eigenhändig zu optimieren und im selben Projekt die Güte der Artikel statistisch zu bewerten." Wiki-Watch war im Oktober 2010 mit dem Ziel gegründet worden, mehr Transparenz über die Arbeit der Wikipedia-Community herzustellen.

Stock, der gleichzeitig geschäftsführender Gesellschafter der PR-Agentur Convincet ist, wehrt sich gegen den Verdacht der Auftragsarbeit: Kein Mitarbeiter seiner Firma habe im Auftrag von Kunden in der Wikipedia editiert. Ebenso habe kein Mitarbeiter von Wiki-Watch in der Wikipedia mitgearbeitet. Für sich selbst macht er jedoch eine Wikipedia-Regel geltend, wonach der Wunsch nach Anonymität eines Nutzers respektiert werden soll, selbst wenn der Name des Nutzers bekannt sei.

Auch in einem anderen Zusammenhang soll ein Mitarbeiter von Wiki-Watch aufgefallen sein. In Wikipedia-Artikeln der Themenbereiche Homosexualität und Religion sowie Evangelikalismus sollen Nutzer aus dem evangelikalen religiösen Spektrum versucht haben, weltanschaulich gefärbte Informationen einzubringen und damit gegen Wikipedia-Regeln verstoßen haben. Einer der beteiligten Nutzer mit dem Pseudonym "Diskriminierung" soll dabei auch den Account von Wiki-Watch verwendet haben.

Rechtsanwalt Johannes Weberling, der Wiki-Watch zusammen mit Stock leitet, räumt die Verbindung ein. Der Nutzer "Diskriminierung" habe bei der ersten Umfrage unter Wikipedia-Administratoren geholfen. Nachdem er im November 2010 den Wiki-Watch-Account ohne Wissen der Verantwortlichen für eigene Zwecke genutzt habe, sei ein Vier-Augen-Prinzip für Artikel eingeführt worden. Im Februar ließ Wiki-Watch den eigenen Wikipedia-Account wegen Inaktivität sperren. Zur Identität der kritisierten Wikipedia-Autoren macht Wiki-Watch keine Angaben.

Quelle : www.heise.de
Titel: Wikimedia will vielfältiger werden
Beitrag von: SiLæncer am 14 Juli, 2011, 17:09
Die Wikimedia Foundation hat ihren Finanzplan für das kommende Geschäftsjahr vorgestellt. Die Stiftung, die unter anderem die freie Enzyklopädie Wikipedia betreibt, will vor allem die Diversität fördern, mehr Nutzer in Entwicklungsländern und mehr Frauen als Autoren gewinnen. In der deutschen Wikimedia-Community gibt es unterdessen Streit um das Community-Projektbudget.

Die Ausgaben der fast ausschließlich spendenfinanzierten Wikimedia Foundation werden im kommenden Jahr voraussichtlich von 18,5 Millionen auf 28,3 Millionen US-Dollar ansteigen. Im vergangenen Jahr hatte die Spendenkampagne mehr Geld eingebracht als erwartet, beispielsweise eine Großspende der Alfred P. Sloan Foundation über 3 Millionen Dollar. Das meiste Geld stammt jedoch von Kleinspendern. Gleichzeitig schritt die Expansion der Wikimedia Foundation langsamer voran als geplant. So hat die Stiftung das bisher noch nicht vor mehr als einem Jahr angekündigte Büro in Indien eröffnet. Im kommenden Jahr will sie auch Projekte in Brasilien und Afrika oder dem Nahen Osten starten.

Wissen für benachteiligte Menschen in Entwicklungsländern bereitzustellen war seit Gründung der Stiftung erklärtes Ziel, aber bisher sind die Projekte vor allem in Industrieländern gewachsen. Um die Menschen in Ländern mit unzureichender Internetabdeckung besser zu erreichen, will die Stiftung die Abrufe der mobilen Versionen der Wikimedia-Projekte verdreifachen: von 726 Millionen im März 2011 auf 2 Milliarden im Juni 2012. Im gleichen Zeitraum will die Stiftung mit verstärkter Aufklärungsarbeit die Zahl der aktiven Nutzer in den Entwicklungsländern von 15.700 auf 19.000 steigern. Wikipedia-Aktivisten suchen weltweit die Zusammenarbeit mit Bildungsorganisationen.

Den Schwund aktiver Editoren aufzuhalten ist zu einer der größten Aufgabe der Wikimedia geworden. Mit einer derzeit laufenden mehrstufigen Nutzerbefragung versucht die Stiftung das Problem genauer zu analysieren. Beispielsweise waren nur 9 Prozent der Befragten weiblich. Im kommenden Jahr will Wikimedia die Anzahl weiblicher Projektteilnehmer von 9000 auf 11.700 steigern. Gleichzeitig soll die Gesamtzahl der Autoren von 90.000 auf 95.000 steigen.

Um ihre Projekte attraktiver zu machen, hat Wikimedia bereits einige Projekte gestartet, wie zum Beispiel einen Belohnungsbutton, der das teilweise sehr negative Arbeitsklima verbessern soll. Bis Dezember soll auch endlich der "Visual Editor" startbereit sein, mit dem Wikimedia-Artikeln einfacher verfasst werden können.

Im Finanzbericht verweist die Wikimedia Foundation auch auf die Spannungen zwischen der Zentrale in den USA und den lokalen Organisationen in verschiedenen Staaten. Wie der Geldzustrom kontrolliert und ausgegeben werden kann, ist Grund für Auseinandersetzungen. Die Wikimedia Foundation dringt auf strengere Regulierung der Finanzen der Wikimedia-Chapter weltweit.

Innerhalb der deutschen Wikimedia-Community gibt es zur Zeit Streit um das Community-Projekt-Budget, das in der vorigen Vereinsversammlung beschlossen wurde. Insgesamt 200.000 Euro werden von Wikimedia Deutschland bereit gestellt, um Projekte zu fördern, die von Mitgliedern der Wikipedia und der Schwesterprojekte vorgeschlagen werden.

Da es bei der Erstellung des Berichtes zu Verzögerungen und Kommunikationspannen gekommen war, hatte sich der Vereinsvorstand Zugriff auf das interne Wiki des Ausschusses verschafft, was bei den Ausschussmitgliedern zu starken Protesten und Rücktrittsforderungen führte. Mittlerweile scheinen sich die Wogen jedoch wieder zu glätten: "Wir sind auf einem guten Weg", erklärt Wikimedia-Deutschland-Geschäftsführer Pavel Richter im Gespräch mit heise online. In der kommenden Woche soll der Vereinsvorstand über die insgesamt 36 Anträge entscheiden. Eine zweite Runde ist noch für dieses Jahr geplant.

Quelle : www.heise.de
Titel: Druck auf Wiki-Watch steigt
Beitrag von: SiLæncer am 15 Juli, 2011, 16:38
Die Arbeitsstelle Wiki-Watch an der Europa-Universität Viadrina gerät wegen des Vorwurfs der Manipulation von Wikipedia-Artikeln immer stärker unter Druck. Laut Presseberichten steht das gesamte Projekt auf der Kippe. Die Vorwürfe gegen Wolfgang Stock, einen der Projektleiter, sollen nun von der Universität überprüft werden.

Der Leiter des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Wolff Heintschel von Heinegg, erklärte, dass er inzwischen den Dekan und den Präsidenten der Universität eingeschaltet habe. "Wir werden noch im August eine Entscheidung treffen", sagte von Heinegg der Nachrichtenagentur dpa. Geklärt werden müsse, ob man am Leiter der Arbeitsstelle und am Forschungsprojekt insgesamt festhalten könne. Wiki-Watch war im vergangenen Jahr mit dem Anspruch gestartet, mehr Transparenz in die Arbeit der Online-Enzyklopädie zu bringen.

Nachdem Stock in der vergangenen Woche den Vorwurf zurückgewiesen hatte, er habe im Auftrag des Pharma-Konzerns Sanofi-Aventis Wikipedia-Artikel umgeschrieben, räumte der Konzern gegenüber dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel ein, dass Stock das Unternehmen seit Juli 2009 in Kommunikationsfragen berate – nur kurze Zeit nach den Änderungen, die den Verdacht der gezielten Manipulation nahelegten. Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) brachte Stock private Gründe für seine Wikipedia-Arbeiten vor: Seine Großmutter und mehrere Freunde seien zuckerkrank gewesen.

Laut seiner Wikipedia-Historie zeigte Stock selektives Interesse an der Krankheit: So schrieb über den von Sanofi-Aventis hergestellten Wirkstoff Insulin Glargin, mehrfach fügte er Kritik in den Artikel zum "Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen" ein. "Wikipedia muss für alle Meinungen offen sein und diese angemessen widerspiegeln, wenn es objektiv sein will", erklärte Stock gegenüber heise online. Die Vermutung, er habe PR betrieben, sei "nachprüfbar falsch". Belege dafür liefert er allerdings nicht.

Gleichzeitig sieht sich Stock auch verdächtigt, er habe mit mehreren Accounts – sogenannten Sockenpuppen – in der Wikipedia gearbeitet. Ein Wikipedia-Nutzer hatte auffällige Übereinstimmungen bei Änderungen verschiedener Accounts in einem Dossier (PDF-Datei) zusammengefasst. Insbesondere der Account "Investor" sorgt unter Wikipedianern für Misstrauen, da er in zahlreichen Artikeln mit direktem Bezug zu Stocks Umfeld editiert hatte und obendrein einen Fragebogen für eine Umfrage der Arbeitsstelle Wiki-Watch hochgeladen hatte.

Stock sieht sich als Opfer einer Kampagne: "Der letzte Edit in Wikipedia von mir stammt nachweislich vom 16.1.2010. Ich habe daher auch keinerlei Wikipedia-Artikel mehr bearbeitet, als das Projekt Wiki-Watch im Oktober 2010 startete", erklärt Stock. Darüber habe er eine eidesstattliche Versicherung abgegeben. Gegenüber der Märkischen Oderzeitung erklärte der zweite Initiator der Arbeitsstelle "Wiki-Watch", der Medienrechtler Johannes Weberling, er wolle eine Unterlassungserklärung gegen die Darstellung der FAZ erwirken.

In der Tat ist sind Sockenpuppen selbst mit dem in der Wikipedia angewandten Checkuser-Verfahren kaum zweifelsfrei nachzuweisen. Bei dem Verfahren werden unter anderem die IP-Adressen überprüft, mit denen sich verdächtige Accounts eingeloggt hatten. Stock hatte bereits angegeben, dass mehrere Mitglieder seines Haushalts in der Wikipedia editiert haben, übereinstimmende IP-Adressen seien so unvermeidlich.

Trotzdem verwickelt sich Stock immer wieder in Widersprüche. So hatte er auf seiner Facebook-Seite erklärt, dass er im April 2009 einen Insulin-Artikel angelegt hatte. Unter seinem Account "Kan900" ist jedoch kein solcher Beitrag zu finden, stattdessen hat der ominöse Nutzer "Investor" den Artikel Insulin Glargin im fraglichen Zeitraum angelegt. Inzwischen wurde im Facebook-Eintrag das Wort "ich" durch "wir" ersetzt. Gegenüber heise online gestand Stock ein, die Identität von "Investor" und des ebenfalls gesperrten Nutzers "Diskriminierung" zu kennen. Er wolle aber die Anonymität der Nutzer wahren. Eine Erklärung für seinen Facebook-Eintrag lieferte Stock nicht.

Quelle : www.heise.de
Titel: Wikipedia: Der Autoren-Nachwuchs bleibt aus
Beitrag von: SiLæncer am 05 August, 2011, 15:09
Wikipedia hat Nachwuchs-Sorgen: Trotz unverändert hoher Leserzahlen sinkt die Zahl der aktiven Autoren stetig. Dies erklärte Wikipedia-Gründer Jimmy Wales auf einer Wikipedia-Konferenz in Israel. Um zukünftig wieder mehr Freiwillige für Wikipedia zu gewinnen, sollen nun vor allem die redaktionellen Richtlinien vereinfacht werden.

Immer mehr Autoren wenden sich von Wikipedia ab. Die einen, um sich verstärkt um private Dinge zu kümmern, andere, weil es mittlerweile immer weniger neuer Beiträge bedarf. Die englische Wikipedia beinhaltet mehr als drei Millionen Einträge, die deutsche Version immerhin rund 1,2 Millionen Artikel. Um zukünftig wieder mehr freiwillige Autoren zu finden, müsse man vor allem die verworrenen und teilweise unverständlichen redaktionellen Richtlinien überarbeiten, so Wales. Zu diesen redaktionellen Richtlinien gehören zum Beispiel die oft diskutierten "Relevanzkriterien", nach welchen die Eignung für einen Wikipedia-Eintrag bewertet werden soll. Neue Autoren werden hier oft abgeschreckt, wenn gleich der erste Artikel in einer Löschdiskussion untergeht.

Waren im März dieses Jahres etwa 90.000 Autoren an der Wikipedia beteiligt, sollen bis Juni nächsten Jahres weitere 5000 Autoren hinzu kommen, so Sue Gardner, Geschäftsführerin des Wikipedia-Betreibers. Zu diesem Zweck soll ihre Firma eine Kampage starten, in der Universitätsprofessoren ihre Studenten für das Schreiben von Wikipedia-Artikeln rekrutieren könnten.

Der Soziologe Christan Stegbauer untersuchte unterdessen die Frage, was die Autoren überhaupt dazu bewegt, freiwillig und unentgeltlich für die Wikipedia zu arbeiten. Für ihn liegt die Antwort zu dieser Frage darin, dass das Wissen der Menschheit zu sammeln, außerhalb der Schranken des Urheberrechts, eine gewisse Anziehungskraft besitzt. Außerdem geht er davon aus, dass es den Autoren nicht um Anerkennung von außerhalb, sondern um Ansehen innerhalb der Wikipedia-Gemeinschaft geht.

Quelle : www.gulli.com
Titel: Frisches Blut für Wikipedia
Beitrag von: SiLæncer am 12 September, 2011, 16:35
"Die erste Priorität der Wikimedia Foundation ist es, die ersten Erlebnisse neuer Nutzer zu verbessern", erklärte Michael Jahn, Mitarbeiter von Wikimedia Deutschland, auf der Konferenz in Nürnberg. Denn gerade bei den neuen Mitstreitern stößt das Projekt auf Probleme. Zwar stoßen immer noch viele Nutzer zur Wikipedia hinzu, aber sie steigen relativ schnell wieder aus dem Projekt aus. Mit Experimenten wie einem neuen Belohnungssystem will Wikimedia das Arbeitsklima verbessern, bisher aber ohne spürbare Erfolge.

Die zweite große Priorität ist die Etablierung eines neuen Wikipedia-Editors, der es Autoren auch ohne Kenntnis der MediaWiki-Syntax erlauben soll, komfortabel Änderungen an den Artikeln der Wikipedia vorzunehmen. "Wenn wir es wirklich wollen würden, könnten wir die Anzahl der Nutzer in der Community vervielfachen. Aber ich glaube nicht, dass wir es wirklich wollen", sagte Kurt Jansson in Nürnberg. Die Voraussetzungen seien heute zu schlecht: "Wem kann man den heutigen Editor zumuten?", fragte der Gründungsvorsitzende von Wikimedia Deutschland.

Der WYSIWYG-Editor wird zwar seit über fünf Jahren immer wieder angekündigt, wurde aber bis heute nicht umgesetzt. Inzwischen wurde eine erste Version des neuen Editors für Ende 2011 in Aussicht gestellt, in Wikipedia soll der neue Editor voraussichtlich im nächsten Jahr etabliert werden. Der Vorsitzende des Stiftungsrats der Wikimedia Foundation Ting Chen gestand auf der WikiCon Versäumnisse der US-Stiftung ein. "Erst seit 2008 haben wir die Entwicklung wirklich vorangetrieben", sagte Chen. Obwohl mittlerweile fast 100 Angestellte für die Wikimedia Foundation arbeiteten, seien dies immer noch viel zu wenige für die anstehenden Aufgaben. So hatte die Stiftung angepeilt 60 Entwickler einzustellen, konnte aber bisher nur die Hälfte der Stellen besetzen. Zudem hätten die Entwickler mit starkem Gegenwind aus der Wikimedia-Community zu kämpfen, wenn sie neue Features entwickelten.

Unterdessen versucht Wikimedia ein besseres Bild von den Problemen der Wikipedia zu bekommen. So versucht die Wikimedia Foundation mit einem multidisziplinären Forschungsprogramm die Zusammensetzung und Motivation der Community und die Auswirkungen der Wikipedia-Regeln wie dem anonymen Editieren zu erforschen. Mit einem systematischen Untersuchung der Zufriedenheit der Wikipedia-Autoren versucht der Medienwisenschaftler Manuel Merz derzeit Erkenntnisse über die Motivation der deutschsprachigen und englischsprachigen Wikipedia-Communities zu gewinnen. Dazu schickte er einen Fragebogen an Nutzer, nachdem sie ihren ersten Edit in der Wikipedia abgespeichert hatten.

Erste Auswertungen der 2100 Antworten bestätigen den geringen Frauenanteil: Nur neun Prozent der Befragten war weiblich. Während sich Administratoren trotz einer Anhäufung von undankbaren Routine-Tätigkeiten in ihre Rolle eingelebt haben, sieht es für die unangemeldeten Autoren anders aus: "Neue Nutzer fühlen sich in der Wikipedia wenig willkommen", erklärte Merz. So werden Neulinge oft damit konfrontiert, dass ihre ersten enzyklopädischen Gehversuche schnell gelöscht werden. Genauere Ursachen und Strategien für eine Verbesserung des Arbeitsklimas will Merz in den kommenden Monaten herausarbeiten.

Immer wieder thematisiert wird der offene Zugang der Wikipedia und die Verwendung von Pseudonymen. Auf der WikiCon schlug Wikipedianer Jürgen Engel vor, die Nutzung des Klarnamens in der Wikipedia zu fördern. Bei einer Auswertung von 1000 Wikipedia-Konten fand er nur 75 Nutzer, die ihren bürgerlichen Namen als Autorennamen verwenden. Dabei sei es in den meisten Fällen unnötig, sich hinter Pseudonymen zu verstecken. "Es gibt nur wenige Berichte über nachteilige Ereignisse", sagte Engel. Zudem würde die Nutzung des Realnamens das Ansehen zum Beispiel bei Wissenschaftlern erhöhen, um deren Mithilfe man sich bemühe.

Beim Publikum stieß die Initiative aber auf wenig Zustimmung. So wollen viele Wikipedianer nicht breit bekannt machen, woran genau und wann sie in der Online-Enyzklopädie arbeiten. Verzicht auf Pseudonyme werde die Umgangsformen kaum verbessern. Hier seinen Treffen wie die regelmäßig stattfindenden Wikipedia-Stammtische wichtiger: "Ob ich einen Wikipedianer beim Stammtisch unter Klarnamen oder Benutzernamen kennenlerne, ist mir egal. Wichtig ist mir, dass ich ihm in die Augen sehen kann", sagte eine Teilnehmerin.

Erfolgreicher erweist sich derzeit eine andere Initiative. Unter dem Motto Wiki loves Monuments ruft Wikimedia dazu auf, Bilder von europäischen Denkmälern auf die Multimedia-Plattform "Wikimedia Commons" hochzuladen. Nach weniger als zwei Wochen wurden bei der Aktion, für die derzeit auf allen Wikimedia-Plattformen geworben wird, sind über 36.000 Bilder von historischen Bauwerken und Naturdenkmalen hochgeladen worden, davon über 6000 aus Deutschland. Die Aktion läuft noch bis Ende September. Die besten Bilder sollen mit Sachpreisen wie einem Tragschrauberflug oder Fotoausrüstungen prämiert werden.

Quelle : www.heise.de
Titel: Wikimedia schließt Spendenkampagne ab – offiziell
Beitrag von: SiLæncer am 02 Januar, 2012, 20:30
Die Wikimedia Foundation, Trägerverein des Online-Lexikons Wikipedia, hat ihre jährliche Spendenkampagne am Neujahrstag offiziell abgeschlossen. Wie der Verein am Montag mitteilte, seien in den vergangenen zwei Monaten 20 Millionen US-Dollar für das Projekt zusammen gekommen. Es habe mehr als eine Million Einzelspender aus aller Welt gegeben. Innerhalb der letzten drei Jahre hätten sich damit sowohl das Spenden- als auch das Spendervolumen vervielfacht.

Wikimedia hat für das Geschäftsjahr 2011/2012 ein Budget von 28,3 Millionen US-Dollar veranschlagt. Neben der Spendenkampagne, die vor allem auf Privatpersonen abzielte, erfolgt die Finanzierung auch durch institutionelle Wohltäter.

(http://www.heise.de/imgs/18/7/5/2/0/7/6/22181b2c4707cb1d.png)
Im Vorfeld der Sammelaktion sorgte der seitens Wikimedia Deutschland angemeldete Finanzbedarf für Diskussionsstoff. Der deutsche Trägerverein wollte 3,8 Millionen Euro für den eigenen Bedarf einsammeln. Die US-Organisation zeigte sich in einem offenen Brief skeptisch ob der Notwendigkeit, so viel Geld einzunehmen, und angesichts der Gefahr, Wikipedia-Besucher mit allzu aggressivem Spendensammeln zu vergraulen.

Tatsächlich sammelt Wikimedia Deutschland auch einen Tag nach offizieller Beendigung der US-Kampagne noch Geld ein, allerdings offenbar nur noch bei deutschen Besuchern der englischen Ausgabe. Der dort eingeblendeten Spendenuhr zufolge fehlen noch 100.000 Euro. Ein deutscher Wikimedia-Sprecher war am Dienstag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Wikipedia feiert ersten Autor mit über 1 Million Edits
Beitrag von: SiLæncer am 22 April, 2012, 16:00
(http://static.gulli.com/media/2012/04/thumbs/370/wikipedia.jpg)
Wikipedia feiert seinen wohl fleißigsten Autor. Wie es Jimmy Wales, Gründer der Online-Enzyklopädie zuletzt mitteilte, habe der erste Autor die Marke von über einer Million Edits geknackt. Es ist die Rede vom 30-jährigen Nutzer Justin Knapp aus dem US-amerikanischen Indianapolis, der diese Anzahl der Einträge in sieben Jahre erreichte. Wales rief den 20. April zum „Justin Knapp Day“ aus.

Die Arbeitsweise des freien Online-Lexikons Wikipedia ist kein Geheimnis. Nutzer stellen Artikel ein, andere wiederum kritisieren, diskutieren und editieren selbige, so dass ein geschlossener Text entsteht. Die Internetseite ist ein "Wiki einer freien kollektiv erstellten Online-Enzyklopädie", so die Selbstbeschreibung. Dabei ist es klar, dass die Betreiber dieses erfolgreichen Projekts auf zahlreiche engagierte Nutzer angewiesen sind. Besucher der Seite sollen nicht nur konsumieren, sondern mitwirken, damit ein freies, kostenfreies Online-Lexikon bestehen kann. Im Januar 2001 ging Wikipedia ans Netz. Der Gedanke hat sich bis heute durchgesetzt. Mittlerweile besteht das Projekt in rund 260 Sprachen und ist für zahlreiche Internetnutzer nicht mehr wegzudenken.

Einen großen Anteil für diesen Erfolg hat Justin Knapp alias "Koavf". Dem aus dem US-amerikanischen Indianapolis stammenden Wikipedia-Nutzer gelang es, innerhalb von nur sieben Jahren seiner Mitgliedschaft, die Marke von einer Million Edits zu knacken. Rund drei Stunden täglich verbringe Knapp mit Wikipedia, um kleine Änderungen, Rechtschreibkorrekturen oder Verbesserungen vorzunehmen. Ein Bestandteil seiner Aufgabe bestehe auch aus Routineaufgaben wie etwa die Sortierung von Artikeln in Kategorien oder das Anpassen von Dateinamen. Als Absolvent der Fächer Politikwissenschaften und Philosophie engagiert sich Knapp hauptsächlich in den Bereichen Philosophie, Politik, Religion und Popkultur.

Bei den Betreibern von Wikipedia stieß die Aktivität des engagierten Nutzers nicht auf taube Ohren. Wikipedia-Gründer Jimmy Wales rief den 20. April zum "Justin Knapp Day" aus.

Quelle : www.gulli.com
Titel: Wikipedia testet WYSIWYG-Editor
Beitrag von: SiLæncer am 24 Juni, 2012, 13:02
Die Wikimedia Foundation hat einen neuen Prototypen des Visual Editors vorgestellt, der das Mitarbeiten in der Online-Enzyklopädie Wikipedia erleichtern soll. Wann die neue Technik einsatzbereit sein soll, ist allerdings unklar.

Mit der neuen Eingabemethode sollen sich die freiwilligen Mitarbeiter nicht mehr mit der teilweise chaotischen Wikisyntax beschäftigen müssen, die Grundlage für Wikipedia-Artikel ist. Die Wikimedia Foundation will so auch für Mitarbeiter attraktiver werden, die keinen technischen Hintergrund haben und die Arbeit mit Formatierungszeichen nicht gewohnt sind. Die Formatierungssprache ist in den ersten Jahren der Wikipedia wild gewachsen – besonders Aufgaben wie der Aufbau von Tabellen oder die Einbindung von Infoboxen sind sehr komplex.

Doch das Projekt stellt die Wikimedia Foundation vor größere Schwierigkeiten als erwartet. So hatte die Stiftung bereits im Dezember einen Prototypen des Visual Editors vorgestellt. Doch diese Umsetzung erwies sich als offenbar technische Sackgasse, so dass der Editor fast komplett neu geschrieben werden musste. Zudem holte die Wikimedia Foundation Unterstützung von der Firma Wikia, die Wikis kommerziell betreibt. Wikia wurde wie die Wikimedia Foundation vom Unternehmer Jimmy Wales gegründet.

Der neue Prototyp wurde direkt in die Wikipedia zu Grunde liegende Software MediaWiki integriert. Zudem nutzt der Editor nun die HTML5-Funktion content editable, so dass zum Beispiel die Rechtschreibkorrektur des Browsers direkt genutzt werden kann und auch mobile Browser Zugriff auf den neuen Editor haben.

Quelle : www.heise.de
Titel: Wikimania: Wikipedia-Autorenschaft schrumpft, Zahl der Artikel steigt
Beitrag von: SiLæncer am 16 Juli, 2012, 21:20
Eine gemischte Bilanz präsentierte die Wikimedia Foundation am Wochenende auf der internationalen Konferenz Wikimania in Washington: So gewinnt die freie Enzykloädie Wikipedia zwar immer mehr Leser, verliert aber Autoren. Mit neuen Projekten will die Stiftung das Ruder herumreißen und gleichzeitig aktiv Politik machen. Über 1000 Wikipedianer aus 87 Ländern waren zusammengekommen.

Noch im vergangenen Jahr hatte Geschäftsführerin Sue Gardner zur Priorität erklärt, aktive Autoren zu gewinnen und die Zahl von 90.000 auf 95.000 im Juni dieses Jahres zu steigern. Doch offenbar schlugen die Bemühungen fehl: In Washington gab Gardner bekannt, in allen Projekten gebe es derzeit zirka 80.000 Autoren. Trotzdem wächst die Online-Enzyklopädie weiter. Am Wochenende konnte die englische Wikipedia den viermillionsten Artikel feiern, die chinesische Wikipedia erreichte den Meilenstein von einer halben Million Artikeln.

Als Grund für die schrumpfende Autorenschaft gab Gardner unter anderem die Komplexität der Arbeit in der Wikipedia und mangelnde gegenseitige Unterstützung an. Auch den niedrigen Frauenanteil unter den Autoren von rund 10 Prozent sieht die Wikimedia Foundation als Problem an. Allerdings haben die Wikipedianer bisher keine nachhaltige Lösung dafür gefunden. Laut Wikinews regte Wikimedia-Gründer Jimmy Wales an, dass die Wikipedianer ihre Themen neu überprüfen sollten. So sei es nicht klar, warum ein Artikel über Kate Middletons Hochzeitskleid gelöscht wurde, Artikel über unbekannte Linux-Distributionen hingegen nicht.

Eines der zentralen Projekte zum Senken der Einstiegsschwelle ist der Visual Editor, mit dem Neulinge Wikipedia-Artikel schreiben können, ohne sich mit den komplexen Formatierungsoptionen im Wikitext zu beschäftigen. Eigentlich sollte die Software bereits im Juni in den Probebetrieb gehen, doch wegen technischer Probleme musste das Projekt auf einer anderen Basis neu gestartet werden. Gardner stellte in Washington den Probebetrieb des neuen Editors für Ende 2012 in Aussicht, in den Regelbetrieb soll er 2013 gehen.

Unterdessen diskutiert die Community darüber, ob Wikipedia mit einem Reiseführer ein weiteres Schwesterprojekt bekommen soll. So haben die Verantwortlichen des 2003 gestarteten Projekts Wikitravel und dem Fork Wikivoyage ihre Bereitschaft erklärt, ihre Projekte zukünftig unter dem Dach der Wikimedia Foundation laufen zu lassen. Bei einer Abstimmung zeigte sich starke Zustimmung der Wikipedianer zu diesem Vorschlag. Das letzte Wort hat jedoch der Stiftungsrat der Wikimedia Foundation.

Auch hier gab es Veränderungen. Auf der Wikimania wählte das Gremium die US-Amerikanerin Kate Walsh zur neuen Vorsitzenden. Sie löst damit den in Deutschland lebenden Ting Chen ab, der weiterhin im Stiftungsrat bleibt. Abgelöst wurden die von den Wikimedia-Chaptern gewählten Mitglieder Arne Klempert und Phoebe Ayers. An ihre Stelle treten Alice Wiegand, die zuvor im Vorstand von Wikimedia Deutschland war, und Patricio Lorente, ehemaliger Präsident von Wikimedia Argentinien.

Laut dem Jahresplan will die Wikimedia Foundation ihr Budget wieder steigern. Im Geschäftsjahr 2012/2013 soll die Stiftung insgesamt 42 Millionen Dollar ausgeben. Im Vorjahr plante Wikimedia Ausgaben von 29,5 Millionen. Der Anstieg ist auch Teil der geänderten Finanzpolitik der Foundation: Einnahmen, die bisher über die weltweit verstreuten eigenständigen Chapter abgewickelt wurden, sollen künftig über San Francisco fließen.

Über die Verwendung von 11,4 Millionen Dollar soll ein neues Freiwilligen-Gremium entscheiden, das neu zu bildende "Funds Dissemination Committee". Dieses soll sicherstellen, dass Gelder international am besten eingesetzt werden. Die letzte Entscheidung liegt aber bei der Wikimedia Foundation. Diese Pläne hatten in der internationalen Wikimedia-Community für Streit gesorgt. Zur Wikimania in Washington trat auch die im Gegenzug zum Funds Dissemination Committee gegründete Wikimedia Chapters Association zusammen, die die Interessen der Chapter unabhängig von der Wikimedia Foundation vertreten soll. Beide Gremien sind allerdings erst in einem Anfangsstadium.

Ein anderes kontroverses Kapitel wurde in Washington abgeschlossen: Der vorgeschlagene Bilderfilter gegen kontroverse Inhalte wurde von dem Stiftungsrat offiziell zurückgezogen. "Es ist klar geworden, dass das Thema die Community spaltet und von der Arbeit ablenkt", heißt es in dem Vorstandsbeschluss. Nur Jimmy Wales, der mit der eigenmächtigen Löschung umstrittener Bilder für einen Sturm der Entrüstung gesorgt hatte, stimmte dagegen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Die Wikipedia bekommt bald ein neues Design
Beitrag von: SiLæncer am 18 Juli, 2012, 16:00
Die Online-Enzyklopädie Wikipedia soll erstmals eine umfangreiche Überarbeitung ihres Designs erhalten. Abgesehen von kleineren Anpassungen blieb das Aussehen der Webseite in den vergangenen elf Jahres faktisch auf dem gleichen Stand.

Wie die Wikimedia Foundation, unter deren Dach die Plattform betrieben wird, mitteilte, handelt es sich bei dem Redesign allerdings eher um ein mittelfristiges Projekt. Der eigentliche Relaunch wird voraussichtlich eher gegen Ende des Jahres 2014 zu erwarten sein. Dies passt zu den gewohnt langsam laufenden Uhren, wenn es um die Weiterentwicklung der Plattform geht.

Verwunderlich ist dies nicht. Immerhin handelt es sich um ein nichtkommerzielles Projekt und die im wesentlichen ehrenamtlichen Designer und Entwickler, die die neue Gestalt entwerfen und in Code gießen, müssen darauf Acht geben, dass es in den über 20 Millionen Artikeln, die über die verschiedenen Sprachversionen existieren, nicht zum Chaos kommt.

Das Redesign ist dabei ein weiterer Schritt, um die Enzyklopädie attraktiver zu machen. Ziel sei es, die Seite übersichtlicher zu gestalten und Bildern einen größeren Raum zu geben. Neben dem bereits länger in der Entwicklung befindlichen neuen Editor mit WYSIWYG-Funktionalität sind aber auch weitere Maßnahmen geplant, um mehr Autoren für die Mitarbeit zu gewinnen.

(http://scr.wfcdn.de/7713/Wikipedia-Redesign-1342618234-0-1.jpg) (http://scr.wfcdn.de/7713/Wikipedia-Redesign-1342618241-0-1.jpg) (http://scr.wfcdn.de/7713/Wikipedia-Redesign-1342618247-0-1.jpg)
Bildertsrecke - 5 Bilder (http://winfuture.de/screenshots/Wikipedia-Redesign-7713-1.html)

So sollen Nutzer, die einen Artikel editiert haben, zukünftig besser über weitere Veränderungen informiert werden. Weiterhin sollen die Funktionen, über die User miteinander kommunizieren verbessert werden - als Vorbild dienen dabei Social Networks.

Das Konzept für das neue Design ist laut der Wikimedia Foundation seit Mitte 2010 in Arbeit, als klar wurde, dass radikale Veränderungen nötig werden, wenn sich die schon länger bestehenden Probleme nicht immer weiter verfestigen sollen. Es hat inzwischen konkrete Formen angenommen. Jetzt soll die technische Umsetzung beginnen.

Quelle : http://winfuture.de/
Titel: Re: Die Wikipedia bekommt bald ein neues Design
Beitrag von: Jürgen am 19 Juli, 2012, 04:08
Mir scheint, man will sich unbedingt von der ursprünglichen Idee entfernen, einem elektronischen Lexikon auch mit Eingabemöglichkeit.

Ein Lexikon braucht nämlich stets ein einigermaßen neutrales Design, das sich nicht gegenüber Inhalten und Ordnungsstrukturen in den Vordergrund drängt. Und das sollte nicht schlagartig verändert werden, damit der Nutzer nicht ständig eine neue Bedienung einüben oder Orientierung finden muss.

Ich habe in letzter Zeit immer wieder beobachtet, wie eBay an den verschiedenen Seiten herumgebastelt hat, und die meisten Veränderungen wurden sehr schnell wieder rückgängig gemacht, höchstwahrscheinlich aufgrund einer Flut an Beschwerden der Nutzer, die eben nicht dort sind, um sich an hippem Layout und modisch veränderter Bedienung zu ergötzen...
Ganz ähnliches kennen wir ja auch von diversen Boards, wo eine neues Design vielleicht durchaus hingenommen oder sogar begrüßt wird, erhebliche Veränderungen an der Bedienung dagegen meist nicht.
Man hat ja meist bestimmte Absichten beim Besuch, aber Abenteuer mit einer neuen Oberfläche gehören grundsätzlich nicht dazu.
In einem Diskussionsforum möchte man diskutieren oder Diskussionen verfolgen.
Und nicht danach suchen, wo dieser verd... Knopf nun wieder hingewandert ist.

So ähnlich sehe ich das bei Wikipedia auch.
Wenn ich beispielsweise nach Informationen zu Polyquaternium suche, erwarte ich keine bilderüberladene Seite mit allerlei Schnickschnack, sondern in erster Linie klar strukturierten Text, und weil es ein Online-Lexikon ist, tunlichst auch weiterführende Links.
Was nicht unmittelbar Teil dieser erwünschten Information ist, gehört im Wortsinn an den Rand oder an's Ende.

So ist es jetzt und so sollte Wikipedia auch weiterhin bleiben.
Das ist weder ein Abenteuerspielplatz, noch ein Anhängsel irgendwelcher sozialen Netzwerke oder eines schicken Mediaplayers.

Auch die Seiten zur Erstellung neuer Einträge oder zum Editieren sollten eher funktionell und zweckmäßig bleiben, nicht stylisch, dominant und schrill.
Selbst bisher sicherlich häufig vermisste Formatierungshilfen und ähnliche Werkzeugkomponenten dürfen im Erscheinungsbild gerne klar und zurückhaltend bleiben.

Jürgen
Titel: PediaPress: E-Book-Export für die Wikipedia
Beitrag von: SiLæncer am 23 September, 2012, 09:56
Inhalte der Wikipedia lassen sich ab sofort auch im EPUB-Format als E-Book exportieren. Das vereinfacht die Offline-Nutzung.

Einzelne Inhalte der freien Enzyklopädie Wikipedia lassen sich künftig in einem persönlich gestalteten E-Book zusammenfassen. Dazu werden die jeweiligen Artikel ausgewählt und als E-Book gespeichert, das auf diversen E-Book-Readern genutzt werden kann.

Um ein E-Book aus Wikipedia-Inhalten zu erstellen, muss die neue Funktion mit dem Link Create a book (http://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Special:Book&bookcmd=book_creator&referer=Main+Page) unter "Print/Export" aktiviert werden. Im Kopf der Artikelseiten wird dann ein Menü eingeblendet, mit dem einzelne Artikel dem persönlichen E-Book zugeordnet werden können.

Das so zusammengestellte Buch kann anschließend in verschiedenen Formaten heruntergeladen werden: Die Ausgabe ist als E-Book im PDF- und EPUB-Format sowie als OpenDocument-Datei und im OpenZIM-Format möglich. Über PediaPress kann das Buch auch in einer gedruckten Ausgabe bestellt werden.

Das automatisch erstellte E-Book enthält neben den eigentlichen Artikeln samt Bildern, Tabellen und Formeln auch ein Inhalts- und Literaturverzeichnis sowie eine Auflistung der an den Artikeln beteiligten Autoren.

Quelle : www.golem.de
Titel: Wikipedia verliert durch neue Regeln Autoren
Beitrag von: SiLæncer am 05 Januar, 2013, 21:02
Die Online-Enzyklopädie Wikipedia scheint sich mit seinem neuen Regelwerk ins eigene Fleisch geschnitten zu haben. Wie ein wissenschaftlicher Bericht der Universität Minnesota dokumentiert, fiel die Zahl der freiwilligen Autoren im englischen Bereich Ende 2012 auf 35.000. Vor fünf Jahren waren es noch 56.000 Personen, die sich an der Arbeit beteiligten.

Die Veröffentlichung der Zahlen erfolgte im Rahmen eines Artikels von Wissenschaftlern der Universität Minnesota, der in der Zeitschrift American Behavioral Scientist veröffentlicht wurde. Dort dokumentieren die Experten für Ende 2012 einen erheblichen Rückgang der Autorenzahlen. Während 2007 noch 56.000 Personen regelmäßig englische Artikel für das Lexikon verfassten, sollen es Ende des letzten Jahres nur noch 35.000 gewesen sein.

Nach Einschätzung der Wissenschaftler soll Wikipedias neues Regelwerk hinter diesem Defizit von 37,5 Prozent stecken. Denn die freie Online-Enzyklopädie implementierte in den letzten Jahren immer weitere Algorithmen und Richtlinien, die zur Löschung einiger neuer Inhalte führten. Durch diese restriktiven Mechanismen, die ursprünglich der Qualitätskontrolle dienlich sein sollten, seien sehr viele neue Autoren abgeschreckt worden, so die Forscher. Unter dem Strich habe der Versuch, die Masse an verschiedenen Informationen zu kontrollieren, also dazu geführt, dass die Menge der Inhalte abgenommen habe.

Neue Autoren für das Projekt zu begeistern ist nicht die einzige Herausforderung, der sich der Gründer der Plattform, Jimmy Wales zurzeit stellen muss. Erst kürzlich forderte er die gesamte Nutzerschaft mit einem Spendenappell dazu auf, Wikipedia finanziell zu unterstützen. Insgesamt 25 Millionen US-Dollar konnten auf diesem Wege eingenommen werden. Der deutschsprachige Teil konnte mit 5,2 Millionen Euro seinen Vorjahresrekord sogar um 40 Prozent steigern.

Quelle : www.gulli.com
Titel: Wikivoyage: Wikipedias neuer Reiseführer
Beitrag von: ritschibie am 15 Januar, 2013, 12:19
Wie die Betreiber der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia und des freien Reiseführers Wikivoyage bekannt gaben, wird Wikivoyage in die Obhut der Wikimedia Foundation übergehen. Der offizielle Start der Seite ist der 15. Januar.

(http://www.pro-linux.de/images/NB3/imgdb/n_wikipedia-logo-1.jpg)
Wikimedia Deutschland
Am 15. Januar 2001 ging die englischsprachige Wikipedia online. Mit über 24 Millionen Artikel in mehr als 285 Sprachen ist die Online-Enzyklopädie heute eine der größten Wissenssammlungen der Welt. Zum 12. Geburtstag von Wikipedia erhält die freie Enzyklopädie nun mit dem freien Reiseportal Wikivoyage ein neues Schwesterprojekt.

Die Idee hinter Wikivoyage ist nicht neu. Knapp zwei Jahre nach der Gründung der Wikipedia begannen Evan Prodromou und Michele Ann Jenkins mit dem Aufbau eines freien Reiseführers unter dem Namen Wikitravel. 2006 wurde der Verkauf der Domain an das Unternehmen Internet Brands bekannt gegeben, was dazu führte, dass sich ein Teil der Community von dem Projekt abspaltete. Die Administratoren übernahmen mit 2950 Artikeln den kompletten Bestand des deutschsprachigen Wikitravel und starteten mit Wikivoyage ein eigenständiges Projekt. Das Ziel blieb: Die Schaffung des größten Reiseführers der Welt unter freier Lizenz.

Mittlerweile stellt Wikivoyage mit aktuell mehr als 12.000 Artikeln rund um das Thema die größte deutschsprachige Sammlung unabhängiger und weltweiter Reiseinformationen. Das Projekt steht in neun Sprachen zur Verfügung, unter anderem in Englisch, Deutsch, Russisch und Spanisch. Über das Portal können Menschen aus aller Welt Reiseerfahrungen in Form von Artikeln und Fotos frei mit anderen teilen und auch über mobile Geräte von unterwegs abrufen oder bearbeiten.

Mit einer Vertragsunterzeichnung Anfang November 2012 zwischen der Wikimedia Foundation und dem Wikivoyage e. V., der für den Betrieb der Seite verantwortlich ist, wird Wikivoyage ein Projekt der Wikimedia Foundation und damit auch ein Schwesterprojekt der Wikipedia. Nachdem nun die bisher erstellten Artikel auf Server der Wikimedia Foundation transferiert wurden, wird das Projekt ab dem 15. Januar 2013 offiziell von der Wikimedia Foundation als neues Projekt zur Förderung Freien Wissens betrieben.

Quelle: www.pro-linux.de

Titel: Wikipedia zieht um
Beitrag von: SiLæncer am 20 Januar, 2013, 14:15
Technical Communications Manager Guillaume Paumier hat im Tech-Blog der Wikimedia Foundation angekündigt, dass Wikipedia und andere Dienste in den nächsten Tagen von Tampa, Florida, komplett in das neue Rechenzentrum in Ashburn, Virginia, umziehen werden. Ziel ist eine schnellere und stabilere Netzanbindung. Während des Übergangs ist mit Einschränkungen zu rechnen. Alle Wikimedia-Seiten werden zeitweise nur im Lesemodus zu erreichen sein, und auch Verbindungsprobleme könnten nicht ausgeschlossen werden, heißt es. Die Migration startet am 22. Januar und soll am 24. Januar abgeschlossen sein.

Der ganze Artikel (http://www.heise.de/newsticker/meldung/Wikipedia-zieht-um-1787622.html)

Quelle : www.heise.de
Titel: Wikipedia nun auch per SMS nutzbar
Beitrag von: SiLæncer am 24 Februar, 2013, 20:40
Wikipedia ist erstmals auch für Nutzer verfügbar, die nicht über eine Internetverbindung verfügen. Die Enzyklopädie, die sich als Online-Lexikon rund um den Globus einen Namen gemacht, startet nun einen SMS-Dienst: Per SMS sendet der Handy-Nutzer eine Anfrage für ein Schlagwort und binnen weniger Sekunden schicken die Betreiber von Wikipedia die entsprechenden Informationen zurück.

Ermöglicht wurde das Projekt durch die Knight Foundation, welche das Projekt mit 600.000 US-Dollar unterstützt. Ziel der Stiftung ist es, auch Menschen, die nicht über eine Internetverbindung verfügen, bei Wikipedia einzugliedern und ihnen das Tor zur freien Informationswelt zu ermöglichen. Während in westlichen Ländern der Internetzugang eines jeden Menschen zur Selbstverständlichkeit gehöre, könne sich eine hohe Anzahl von Handy-Nutzern aus Entwicklungsländern keine Internetverbindung für das Handy leisten. Um dieser Segregation entgegenzuwirken, habe die Stiftung den kostenfreien SMS-Service eingeführt.

Nicht zuletzt aus diesem Grund hat die Wikimedia Foundation Monate zuvor Wikipedia Zero ins Leben gerufen. In Zusammenarbeit mit Mobilfunkanbietern werden damit Smartphone-Nutzern aus unterentwickelten Ländern der mobile Zugang zu Wikipedia ermöglicht, ohne die Kosten der entsprechenden Datennutzung anzurechnen. Wikipedia Zero gibt es bereits für 230 Millionen Handy-Nutzer aus 31 verschiedenen Ländern.

Mithilfe der Knight Foundation wird die Anzahl der Nutzer womöglich auf weitere Millionen steigen.

Quelle : www.gulli.com
Titel: Wikipedia-Seite nach Zensurversuch in zahlreiche Sprachen übersetzt
Beitrag von: SiLæncer am 08 April, 2013, 21:15
Der französische Inlandsgeheimdienst DCRI hat mit seiner Intervention gegen einen vermeintlich sicherheitsgefährdenden Artikel im Online-Lexikon Wikipedia ein Paradebeispiel für den Streisand-Effekt abgeliefert. Der Artikel hat im Internet mittlerweile eine weite Verbreitung gefunden, Wikipedia-Nutzer erstellten bis Montag Versionen des Artikels in 20 verschiedenen Sprachen. Am vergangenen Sonntag schnellte der Artikel mit rund 75.000 Aufrufen an die Spitze der Nutzungsstatistik für die französische Ausgabe der Online-Enzyklopädie, wie Wikiscan ermittelte.

Der Beitrag zur militärischen Sendeanlage Pierre-sur-Haute schlummerte jahrelang relativ unbeachtet in den Tiefen der französischen Wikipedia, bis der französische Inlandsgeheimdienst DCRI im März die Wikimedia Foundation als Betreiberin der Enzyklopädie nach deren Angaben aufforderte, den Artikel zu löschen. Nähere Begründungen bekam Wikimedia auch auf Nachfrage nicht. "Deswegen war die Stiftung gezwungen, das Ansinnen abzulehnen", erklärte Wikimedia. Praktisch alle Informationen des Artikels seien öffentlich zugänglich. Zudem habe der Artikel seit 2009 unbeanstandet im Netz gestanden. Entscheidungen über die Löschung eines Artikels treffen üblicherweise die Wikipedia-Mitglieder gemeinsam.

Der Inlandsgeheimdienst soll daraufhin Ende März einen Administrator der Wikipedia mit Hinweis auf mögliche rechtliche Folgen unter Druck gesetzt haben. Der Betroffene löschte daraufhin den Artikel, der später wiederhergestellt wurde. Das für den Geheimdienst DCRI zuständige Innenministerium bestätigte tatsächlich, die Seite habe aus Gründen der nationalen Sicherheit gelöscht werden sollen. Allerdings will das Ministerium keinen Druck auf den Administrator ausgeübt, sondern nur vor juristischen Risiken gewarnt haben.

Wer sich über die militärische Anlage informieren will, kann dafür übrigens – jenseits der Wikipedia – auch einen Beitrag des örtlichen TV-Senders Television Loire 7 anschauen. Dort wird auch ein Atombunker als Teil der Anlage erwähnt, um den es beim Streit um den Wikipedia-Artikel gehen könnte. Im Fernsehbeitrag werden Anlage und Keller rund 25 Minuten lang erklärt – unter anderem von einem Offizier.

Quelle : www.heise.de