Die Vorpremiere des Films Avatar fiel am gestrigen Mittwoch offenbar in einigen 3D-Kinos aus. Wie Besucher der Vorstellungen der Cinestar-Kette in Eisenhüttenstadt, Garbsen und am Postdammer Platz in Berlin gegenüber heise online berichteten, wurde ihnen zum Vorstellungsbeginn im Saal mitgeteilt, dass leider die digitale Filmkopie auf dem Projektor-Server des Kinos nicht entschlüsselt und die 3D-Fassung deshalb nicht gezeigt werden könne. Alternativ bot man den Besuchern in einigen Sälen an, die 2D-Fassung, die als analoge Kopie auf Filmrolle vorlag, zu zeigen. Wer diese nicht sehen wollte, dem wurde der Kaufpreis für die Karten und 3D-Brillen zurückerstattet, in vielen Fällen aber nicht das Geld für die Online-Vorbestellung und bereits gekauftes Popcorn und Cola. Ebenso war das Cinemaxx am Potsdammer Platz betroffen. Wie uns ein Sprecher der Cinemaxx-Kette mitteilte, sei dieses jedoch ein Einzelfall gewesen. Die Zuschauer konnten von dem einen 3D-Saal des Kinos in einen zweiten 3D-Saal umziehen. Alle anderen 45 3D-Vorstellungen seien problemlos verlaufen, versicherte der Cinemaxx-Sprecher.
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Das Problem lag offenbar bei den DRM-Schlüsseln für die digitalen Filmdateien. Die in JPEG2000 enkodierten Streifen werden vom Vertrieb der 20th Century Fox per Kurier auf externen Festplatten AES128-verschlüsselt in die Kinos geliefert. Anschließend müssen die Daten (im Falle von Avatar über 150 GByte) auf den Kinoserver kopiert werden. Jede Digitalprojektor-Server- Kombination generiert ein eigenes Zertifikat und überträgt dieses an den zuständigen DRM-Dienstleister, der für jeden Film einen individuellen Schlüssel erstellt und an das Kino zurück sendet. Der Schlüssel gilt immer nur für eine Filmkopie für einen Projektor und kann auf bestimmte Zeiträume und Uhrzeiten beschränkt werden.
Doch offenbar hat am gestrigen Mittwoch die Übertragung der richtigen Keys für die 3D-Vorführungen in mehreren Fällen nicht geklappt. Mehrer Stunden probierten die Kinotechniker, den riesigen Datenberg zu entschlüsseln, doch offenbar konnte der für den digitalen Vertrieb des Films zuständige Dienstleister Deluxe am gestrigen Tag keine gültigen Keys mehr liefern.
Wie groß das Ausmaß der Panne ist, kann derzeit noch nicht abgeschätzt werden. Erste Blogs sprechen mit Berufung auf Kino-Mitarbeiter von hundert Vorstellungen. Weder der Verleih 20th Century Fox noch der digitale Distributionsdienstleister Deluxe Digital standen zu einem Statement zur Verfügung. Eine Sprecherin der Cinestar-Kette teilte heise online mit, man sei momentan dabei, das gesamte Ausmaß zu überprüfen und werde in Kürze zusammen mit dem Verleih eine offizielle Mitteilung herausgeben.
Quelle : www.heise.de
Keine Science Fiction mehr, sondern Science Fantasy: "Avatar im Aufbruch nach Pandora"
Mit "Avatar – Aufbruch nach Pandora" kehrt der "Titan" James Cameron als einer der wenigen unabhängigen Mega-Produzenten-Regisseure ins Kino zurück. Dieser "Avatar" (dem im Erfolgsfall eine Fortsetzung folgen wird) ist schon jetzt eine Produktion der Superlative. Er stellt das bisherige Kino-Universum auf den Kopf: als esoterisches Mainstream-Kino von gigantischem Format mit mindestens 237 Mio. Dollar Produktionskosten. Wie geht das? Der Film sprengt alte Filmgattungen auf und verschmilzt zahllose Mythen aus Kino und Literatur zu einer neuen Einheit. Jeder Zuschauer wird bekannte Mythen und Genres wiedererkennen, vertraut und doch verfremdet. Fangen wir an zu raten: Menschen, "Aliens" und "Terminatoren" mutieren zum Versöhnungsfest im Stil von "Herr der Ringe". Abgemischt in einer wilden Mutation von "Pocahontas" und "Meuterei auf der Bounty" entsteht ein "Silent Running", eine interstellare Öko-Revolte der neuen Dimension. Doch das ist keine Science Fiction mehr, sondern das ist Science Fantasy.
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Camerons "Titanic" hatte 1.8 Milliarden Dollar als erfolgreichster Film aller Zeiten weltweit eingespielt, "Avatar" liegt mit 73 Millionen in den USA am Startwochenende für einen 3-D-Spielfilm nicht schlecht - und jetzt schon bei 232 Millionen Dollar weltweit -, aber unter dem Niveau von anderen Blockbustern wie "Dark Knight". Um in die Gewinnzone von "Titanic" zu kommen, dürfen die Einnahmen des Films nicht absacken. Die Kampagne der allzuschönen Bio-Ethno-Plakate sollen jetzt durch Mund-zu-Mund-Propaganda abgelöst werden. Der Film hätte das verdient.
Einführung in die Grundlagen interstellarer Ethik
Ein hochsensibler Cameron fabuliert mit seinem Team ein unterseeisch leuchtendes Paradies aus, im Nachbarsonnensystem, vom Grashalm über Dschungel- und Felsenlandschaften bis zum Flugsaurier. Er schildert gut-alien-menschlich den Verteidigungskampf der einheimischen, blau leuchtenden Na'Vi gegen die Ausbeutung und Zerstörung ihres tropischen Planeten durch die Kolonisatoren, die von der Erde hierher gekommen sind. Dazwischen stehen die menschlichen Exo-Biologen als die neuronalen Hobbits. Also Schluss mit den bösen grünen Männchen aus "Mars Attacks". Denn der Tiefseetaucher Cameron führt das Publikum in die Grundlagen interstellarer Ethik ein, so dass diesmal die Aliens die besseren Menschen sind.
Die alten Kampf- und Konfliktszenarien zwischen irdischer Rasse und bedrohlichen Außerirdischen, das Ringen um Überlegenheit, offen in "War of the Worlds", sublimiert in "2001" und "Close Encounters of the Third Kind" sind passée, gleichgültig, ob die Differenzen militärischer wissenschaftlicher Natur waren. In "Avatar" nimmt Cameron das genetische Unterwerfungsschema von "Aliens" zurück und wendet sich seinem eigenen Lieblingsfilm "The Abyss" wieder zu: Extraterrestrische Tiefseewesen sind hier bereits Vorboten einer Befriedung der Erde und laufen am Ende zu kühnen Leistungen auf.
Aber jetzt ist Schluss mit einer Unterwasserwand aus Monitoren mit bekannten Kriegs- und Friedensbildern. Cameron wendet sich dem delikaten Thema von neuer Koexistenz und fantastisch-wissenschaftlicher Symbiose zu, auf dem schmalen Grat zwischen Entwurf und Kitsch, Freiheit, Unterwerfung und Ausbeutung wie in den irdischen Entdeckungs- und Kolonisationsdramen "The Mission" und "1492: Conquest of Paradise". Camerons "Avatar" ist eine visuell und emotional bewegende Hymne auf die einfühlsam-intelligente Vernetzung von Mensch und artverwandten Aliens in einer gar nicht so entfernten und doch surrealen Natur.
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HD und 3-D: Die Performance einfangen und gestalten
In "Avatar" zieht Cameron alle Register seines logischen, wirtschaftlichen und filmischen Könnens. Von besonderer Bedeutung ist die innovative Technik. Man sollte sich den Film auf jeden Fall in 3-D in großen Kinosälen, am liebsten IMAX in echten Großstädten, ansehen, weniger in der zwar auch passablen 2-D-Fassung und nur zur Not in den sogenannten kleinräumigen Black-Boxes. Ab 30 Meter Leinwandbreite und ab Reihe 15 wird einem ein majestätisches Leindwandschauspiel geliefert, das mit seiner Technik nicht effekthascherisch protzt, sondern im Dienste der Geschichte steht.
Es vereint auf virtuose Weise Realfilm und Trickfilm auf einem neuen digitalen High-Definition-Niveau. Das von Cameron mitentwickelte 3D Fusion Camera System verleiht den Stereobildern eine neue Schmiegsamkeit im Sinne des menschlichen Sichtfelds und wird so auch zum Maßstab einer realistischeren 3-D-Bildgestaltung. Gerade die Hochauflöslichkeit der digitalen Kunstlandschaften und der virtuell designten Akteure sowie der echten Kulissen und normalen Schauspieler führt zu einer selbst bei "Herr der Ringe" und "Matrix" nicht gesehenen plastischen Integration von Real und Trick. Hinzu kommt die Fusion von Aufnahme und Postproduktion: Es gibt keinen Blue oder Green Screen mehr, die Schauspieler agieren völlig frei in feinsten mimischen Details im sogenannten "Volume" (leerer Probenraum), bis alles stimmt.
Der Hintergrund wird auf dem Monitor für den Regisseur gleich mit eingeblendet. Das Performance-Capture Verfahren (Mini-Kameras an Kopfhelmen) liefert quicklebendige Detailstudien realer und virtueller Gesichter. Die Mimik wird zur Geographie. Durch die HD-Bearbeitung können menschliche wie außerirdische Physis glaubwürdig, lebendig und interessant gestaltet werden. Die Zeit der Plastikmasken ist vorbei. Das Kino wird zum exo-biologischen, trans-rassischen Okular der greifbaren Natur in All, die den Dschungel und die Zivilisation mit der Präzision eines Dokumentarfilms festhält. Disney und Grzimek lassen grüßen: "Die Wüste lebt", "Dschungelbuch" und "Serengeti darf nicht sterben".
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Netzlogik der Avatare und Netz der Natur
Wie um alles in der Welt, soll alle dies miteinander verbunden werden? Nun, es geht genau darum, um die Struktur und Qualität der Verbindungen: zwischen Mensch und Mitmensch, Mensch und Natur, irdischen Repräsentanten und einheimischen Aliens. Der Titel "Avatar - Aufbruch nach Pandora" ist mehrdeutig gemeint. Es geht nicht nur um die Reise des Ex-Marines Jake Sully (Samuel Worthington, eindrucksvoll wie in "Terminator Salvation") nach Pandora. Es geht nicht nur darum, dass Jake seinen genetischen Zwillingsbruder, einen Exobiologen im Team von Grace Augustin (Sigourney Weaver), ersetzt.
Es geht um den Durchbruch zu einer interstellaren und interrassischen Kommunikation zwischen Mensch und Aliens, jenseits der Trennung in Original und Kopie, Freund und Feind, Subjekt und Objekt, auf höchster und zugleich elementarster, und dabei friedlicher Ebene. Und am Ende hat Jake Sully das geschafft, was David Bowman als Starchild in "2001" nur halbherzig gewährt wurde.
Einige Augenaufschläge - früher oder später
Jake Sully, zugleich der Ich-Erzähler des Films, schlägt irgendwann im 22. Jahrhundert als Mensch die Augen auf, ortlos und zeitlos in einer dunklen Röhre. Am Ende von "Avatar" werden es wirkliche Na'Vi-Augen, mit denen "Jeiksully" (mit U gesprochen) dem Zuschauer entgegenblickt. Blick und Einblick, Sicht und Einsicht, darum wird es immer wieder gehen. Jake Sully ist einer der kryogenisch eingefrorenen Passagiere, die in einem Antigrav-Container des interstellaren Riesen-Raumschiffs ISV Venture Star wie anatomisches Frachtgut oder "Frischfleisch" transportiert werden. Jake Sully soll seinen eineiigen Zwillingsbruder ersetzen, der aus ungeklärten Gründen, angeblich durch Raubmord, starb. Jake ist sich bewusst, dass er nur schlechter Ersatz ist: ein ungebildeter Marine mit einer Körperbehinderung (seine Beine wurden im Einsatz gelähmt), wo doch sein Bruder ein anerkannter und hochtrainierter Wissenschaftler war.
Das Ziel des Fluges: Pandora, ist ein erdähnlicher Himmelskörper - mit Meeren, bizarren Kontinenten und starker Bewölkung, Dauernebel und Niederschlag. Dahinter versteckt sich eine paradiesische, surreale Welt, die fremdartig in Formen und Farben spielt. Ein aquariumsförmig anmutender tropischer Dschungel, gefährliche Raubtiere, Mischwesen aus Meer und Land mit polyploiden Ausbuchtungen und Extremitäten, wie in der Tiefsee oder einem Versuchslabor. Dazu majestätische geologische Formationen, Krater, Canyons und Gebirge, die an das Magnetfeld TMA 1 auf dem Mond in "2001" erinnern. Über allem schweben fliegende bewachsene Felsinseln und spannen sich steinerne Bögen, eingerahmt von Riesenbäumen und verbunden mit Superlianen - allesamt hervorgelockt durch den repulsiven Magnetismus des Planeten, der von kosmischen Kräften und dem brutalem Bergbau der menschlichen Kolonisatoren nur weiter angestachelt wird.
Pandora hat eine giftige Atmosphäre, die für Menschen zwar keine Raumanzüge (wie in "Alien"), aber Atemmasken nötig macht. Pandora ist ein Planet, aber zugleich auch ein Trabant, der um einen riesigen, jupiterförmigen Gas-Planeten Polyphemus (mit Wirbelstreifen und rotem Fleck) kreist; das Zentralgestirn heißt Alpha Centauri-A, ein für uns relativ nahes Nachbargestirn. Die rätselhafte Konstellation, die magnetische Geologie und extreme Biologie - all dies lässt bereits eine umfassendere kosmische Handlung in den nächsten Teilen ahnen, in der Cameron noch zur Kubrick-Form auflaufen könnte.
Während der Landung mit einem der militärisch umrüstbaren Valkyrie-Shuttle zeigt sich das andere, entstellte Gesicht Pandoras: ein Grubenpanorama mit Tagebau, Raffinerien und Wachtürmen. Ein industrieller und militärischer Komplex der Minenkorporation, der Resource Development Agency (RDA), ein menschliches Fort, wie in der "Alien"-Serie. Ein Militärflughafen mit Kampf- und Arbeits-Robotern, sogenannten Ein-Mann-Anzügen (Amplified Mobility Platform, AMP, Suits), mit von zwei Seitenrotoren angetriebenen Hueys (Scorpion Gunships) und anderen, stärker armierten Flugzeugen. Hochgerüstete Marines mit Atemmasken werden aus dem Bauch des Shuttle gespuckt. Jake erweist sich als genau beobachtender Nachzügler im aufklappbaren Rollstuhl: ein junger vitaler Veteran, dem die Beine, aber nicht Herz und Verstand versagen. Der Held überquert den Flugplatz, arrogant als "Frischfleisch" von den Marines tituliert, er sieht fremde Riesen-Pfeile stecken in den vorbeirollenden Mega-Reifen eines Minenkippers.
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Der fürsorglich-autoritäre, kraftstrotzende Sicherheitschef Colonel Miles Quaritch (Stephen Lang, "Public Enemies", mit der Pantherkrallen-Spur am Jar-Head) hält seinen gestressten Marines in der Kantine eine zünftige Ansprache: über die Gefahren des Dschungels und die längst fällige Bekämpfung der feindlichen Ureinwohner. Er verspricht Jake eine Bein-OP für das Ausspionieren der wissenschaftlichen Abteilung und vor allem der Na'Vi. Jake wird vom relaxten Norm Spellman (Joel Moore) zum "AVTR"-Forschungszentrum gebracht: Hier regiert die biologisch-genetisch-neuronale Interdisziplinariät der Exo-Biologen, die mit Holo-Panoramen ihre komplexen Netzwerkvorstellungen auch auf die Natur des Planeten Pandora projizieren. Und hier stehen auch die blauen Tanks mit den traum- und bewusstlosen Avataren.
Eine Erweiterung der "Matrix"-Idee für den Realraum
Jeder Avatar besteht aus Misch-DNA von Mensch und Na'Vi. Das Ergebnis der Züchtung sind drei Meter große Hybrid-Wesen, die den Einwohnern von Pandora gleichen, aber von Menschen fernsteuerbar sind. Jake erkennt, dass eines dieser Wesen, trotz seiner großen Cats-Augen, Raubtiernase sowie Elbenohren und Löwenschwanzquaste, seinem Bruder und ihm selbst ähnlich aussieht. Dies ist also jetzt sein Avatar. Solch ein Wesen ist durch neuronale Datenübertragung aktivier- und steuerbar, durch sogenannte: Neurotransmitter oder weniger freundlich: Controller, in denen sich die menschlichen Partner zu einer Session mit ihren Doubles draußen einklinken. Das Ganze stellt eine Erweiterung der "Matrix"-Idee für den Realraum dar. Gehirn-Channeling, irgendwo zwischen Traum und Diktat, Empathie und Telekontrolle.
Dr. Grace Augustin, die Forschungsleiterin (ihr eigenes Denkmal: Sigourney Weaver) lehnt den Ankömmling Jake zunächst ab. Als Marine sei er nicht zur xeno-botanischen Forschung und zum Experiment mit den Avataren qualifiziert. Auch befürchtet sie militärische Einflussnahme in ihrem Bereich. Jake wird wegen seiner genetischen Identität auf Probe eingesetzt, um seinen Avatar nicht ungenutzt zu lassen. Der Indoor-Golf-spielende Minen-Manager Parker Selfridge (Giovanni Ribisi), eine typisch opportunistische Manager-Figur, drängt in der Kommando- und Kommunikationszentrale auf Erfolge im Avatar-Projekt.
Der Zielkonflikt: Priorität für den Konzern hat die ungehinderte Ausbeutung Pandoras. Der Boden ist reich ist an hochmagnetischem supraleitendem Unobtainium, einem Mineral, das von vitaler Bedeutung für die Probleme auf der Erde ist. Augustin soll endlich eine "diplomatische Lösung" für die Wirtschaft abliefern, was nur heißen soll: Der Widerstand der Na'Vi gegen die irdischen Ausbeuter und Kolonisatoren soll unterlaufen werden. Wäre der Einsatz der Avatare schon hinreichend effektiv, könnten sie als V-Leute die Einheimischen weitgehend kontrollieren und unschädlich machen.
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Zerstörungsfantasien, Empathie und Utopie
Als Jake und sein Kollege Norm Spellman (Joel Moore) sich in die Neuro-Transmitter-Röhren legen, werden die zugeordneten Avatare im Operationssaal aktiviert und schrittweise angepasst. "Jurassic Park" und "Einer flog übers Kuckucksnest" erleben ein schräges Crossing over. Der Film setzt eine erste Fluchtlinie in das Reich der Science Fantasy: Alptraumhafte Perspektiven im OP von humanoiden Riesenviechern mit Löwenschwanz. Sie erheben sich, tapsen herum, irritieren ihre Betreuer. Jake ist noch nicht in der Körperbewegung synchronisiert. Wesen mit nachtblauer Haut und großen Katzenaugen, drei Meter hoch, torkeln und rennen durch die Station und hinaus in den Garten.
Hier erlebt Jake seine erste vorläufige Wiederauferstehung. Als Avatar kann er einfach loslaufen, mit seinen neuen überlangen Beinen, in der Sonne schwitzend, mit zugekniffenen Augen, die Zehen als Klauen in der Erde. Am Ende der Strecke begegnet er dem Avatar von Grace Augustin: Der Hase trifft den Igel. Und siehe da, von außen erweist sich das medizisch-biologische Forschungszentrum als eine gutmenschliche Dschungelmission, ein Lambaréné-Hospital für Mensch und Na'Vi im 22. Jahrhundert. Grace Augustin ist eine Diane Fossey, die ihre "Gorillas im Nebel" schützt und am liebsten unter ihnen lebt und für sie auch zu sterben bereit ist.
Während der Dschungelerkundungen fungiert Jake als Avatar-Marine, der das Forscherteams beschützen soll, aber in Unkenntnis der Fauna und Flora treibt ihn eine Herde Hammerdinos und ein Superdoberjaguar (Thanator) immer weiter durch den Regenwald. Auch Augustin scheint ihn, gewollt oder ungewollt, aufzugeben. In der nächtlichen, unterseeischen Leuchtkraft der Natur (Bioluminiszenz) wird Ava-Jake still und heimlich von Neytiri, der Na'Vi-Jägerin aus dem Omaticaya Clan (hervorragend Zoë Saldana) als Dreamwalker und neuerlicher Vertreter der fremden Skypeople beobachtet.
Sie will ihn zunächst, wie so viele andere, mit einem Pfeil töten, wird aber durch ein magisches Zeichen, eine Spore des Secret Tree, davon abgehalten. Sie beschützt ihn vor einem Rudel angreifender Viperwolves. Wie die Göttin Artemis persönlich bewegt sich Neytiri mit tänzerischer Eleganz durch die Wildnis, mit atemberaubender instinktiver Wendigkeit wechselt sie die Ebenen und Richtungen, zwischen Abwehr und Zuwendung, Flucht und Angriff, unbewusster Geschicklichkeit, in einer Unschuld des Werdens, vereint mit ihresgleichen im hellen Herzen der Natur. Tarzan hätte seine Freude an ihr. Als sie den Angreifer getötet hat, wird die hohe Ethik der Na'Vis offenbar: eine Moral, die der eigenen und fremden Kreatur den gleichen, uneingeschränkten Respekt zollt. Sie verrichtet ein Gebet, um Frieden mit der Tierseele zu schließen. Denn alles Leben sei nur ein Geschenk auf Zeit. Die traurigen Topen eines Levi-Strauss feiern in Pandora ihre erhabene Wiederauferstehung.
Erste Annäherung zweier durch Lichtjahre getrennter Individuen
Die schwebenden sanften "Federquallen", die sich auf Jakes Avatar-Körper versammeln, verweisen auf das Zentrum der Natur für Neytiris Clan, den Secret Tree, in dem sich die Erinnerungen der Ahnen speichern lassen und durch dessen rhizomatische Sporen und Gewebe (Deleuze) wundersame Heilkräfte und Wiederbelebungen erlauben. Jakes und Neytiris Begegnung erweist sich sich trotz aller Vorbehalte als eine erste Annäherung zweier durch Lichtjahre getrennter Individuen, deren zukünftige Liebe immer auch als verschwiegenes Zentrum einer pantheistischen Naturerfahrung in einem riesigen Kosmos dargestellt wird.
Die Na'Vi residieren in Kelutral, in der Höhlung eines alten Riesenbaumes und können sich in den endlosen Spiralstrukturen eines energetischen Netzwerkes mit jedem einzelnen Lebewesen und der gesamten Natur auf Pandora verbinden. Jeder einzelne Haarzopf hat am Ende dieselbe hell strahlende Anschlussgarbe, die in den Sporen oder im Secret Tree selbst sichtbar wird.
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In seinen Avatar-Sitzungen dringt Jake immer tiefer in die Lebenswelt der Na'Vi ein. Er fügt sich der Entscheidung der königlichen Mutter, Seherin und Schamanin , entweder zu sterben oder ihre Sprache, Kultur, Lebens- und Kampftechniken zu erlernen. Auf diese Weise verschiebt sich seine Wahrnehmung und die des Zuschauers vom Menschen zum Na'Vi. Die Ersatzperson Jake wird zum unersetzlichen Helden, zum wissenschaftlich begabten Intruder, zum strategischen Doppelspion und zum interstellaren Naturburschen. Aus dem Dschungel erhebt sich Jakes abenteuerliche Reise bis in den Himmel, zum Initiations-Ritual der Zähmung eines Flugsauriers (Mountain Banshee) auf den schwebenden Felsinseln der Hallelujah-Mountains, in einem mitreißenden Rodeo und Wettfliegen mit Neytiri über dem Abgrund. Hier, in der traumhaft dahingleitenden Symbiose zwischen Mensch, Na'Vi und Tier wird das Konzept der einseitigen Avatar-Steuerung für Held und Zuschauer endgültig hinweggefegt.
Jake führt sich und das Exo-biologische Team endlich und nachhaltig auf die andere Seite. Sobald Colonel Quaritch und das Unternehmen feststellen müssen, dass er nicht als Spion funktioniert, sondern sich als Mitkämpfer der Na'Vi den Rodungs-Maschinen entgegenstellt, wird der im Hintergrund lauernde Präventivschlag des Militärs grausame Wirklichkeit.
Wie lange hält das Netz?
Die Spannung des Films (mit "Matrix") ist vor allem die Spannung, wie lange das Netz hält, oder ob und wie es irgendwann reißen oder sich neu bilden wird.
Wie aber kann Jake als Avatar in seinen zeitbegrenzten und kraftraubenden Sitzungen seiner Rolle als Rebellenführer gerecht werden? Denn ihm und seinen Mitstreitern können jederzeit in Hellios Gate die Controller-Röhren abgeschaltet werden, so dass die Gestalt des Avatars ohnmächtig wie eine Marionette zusammenbricht. Gibt es eine Möglichkeit, die neuronale Apparatur an einen unangreifbaren Standort zu verlegen, um von dort aus in noch intensiveren Sessions den Krieg mitzusteuern? Sind magisches Können und modernes Wissen, Magie, Exobiologie und Transmittertechonologie miteinander verknüpfbar, verstärken sie sich oder löschen sie sich gegenseitig aus?
Vielleicht läuft die Sache sogar umgekehrt: Basieren die Neurotransmitter auf dem Magnetismus von Pandora oder stehen sie in geheimer Verbindung mit dem Bio-Netzwerk um den Secret Tree? Kann die menschliche Technik schließlich durch die Natur ersetzt werden, indem es gelingt, sich als Individuum und Wissensträger ins Netz der Natur selbst einzuspeisen? Wie auch immer: Am Ende gelingt Jake der evolutionäre Sprung vom Menschen zum Na'Vi, im Umkehrung zum Filmcut vom Affen zum Astronauten in "2001", in einen Zustand kriegerisch-naiver Unschuld, der sich doch an das Wissen seiner früheren Zivilisation erinnern kann. Pandora lebt und wird weiter leben - offenen Auges und offenen Herzens: "Oel ngati kameie." - "I see you." Absolut sehenswert!
Quelle : http://www.heise.de/tp/
Eine Hommage an den blauen Planeten
EYWA steckt dahinter. Alle Zuschauer haben erlebt, dass es nicht unsinnig ist, auf die Macht der "großen Mutter" zu bauen. Wie ein Kind konnte man in einer greifbare Realität gewordenen Fantasiewelt sich selbst wieder begegnen. Alle Zuschauer waren plötzlich wieder ganz jung und trotzdem sehr ernsthaft. Die Szenen aus dem Vietnamkrieg wurden als eine unnötige Dummheit der Menschen entlarvt, und das Zeitalter der noch vollkommen befestigungslosen Megalithkultur konnte zum ersten Mal wieder von innen erlebt werden. Im Kinosaal wurde so eine neue alte Brüderlichkeit präsent. Auch die lächelnden blauen Masken stießen in ihrer mimischen Lebendigkeit nicht ab, sondern wirkten wie eine Hommage an den blauen Planeten. Gletscherblaue Klarheit des Denkens in einem modernisierten Tarzan-Film nach einer Vorlage von Walt Disney. Was ist an der Seele eines Gesichts so anziehend, dass eine blaue Frau die Mutter und Geliebte jedes Kindmannes im Zuschauerraum repräsentieren konnte?
(http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32137/32137_1.jpg)
Metaphysik ist immer noch absolute Realität für die vom biologischen Standpunkt aus gesehen "pathologische" Kreatur Mensch, die am meisten als Kind aus der Art schlägt, was zu wenig bekannt ist. Das Neue ist die Erfindung des "Wohlwollensverdachtes": So liebevoll wie als kleines Kind ist man nie wieder im Leben, und der Weihnachtsmann, die Fee und der den Schlaf bewachende Engel sind absolut gegenwärtig real bis heute in jedem von uns. Wie das erlebte Wohlmeinen der Mutter und die verlässlichen Schultern des Vaters: Geborgenheit bis zum Sichverlieren im Kinosaal. Alle Besucher wurden in eine neue planetare Gemeinschaft umgeschweißt, obwohl sie dies nach dem Heraustreten aus dem Kinoraum zunächst wieder vergaßen – bis wir sie jetzt quasi posthypnotisch wieder in diesen Zustand zurückversetzen: "Ihr seid wieder wach und dürft die geträumte Zukunft jetzt gestalten!"
Kulturstätte Gozo
Der Regisseur hatte so umfassend und tiefschürfend recherchiert, dass seinem Netz sich kein Zuschauer rational entziehen kann – bis zum posthypnotischen Weiterleben in jener Welt. Er küsst seine Lieben auf einmal wieder so, wie er das seit den frühen Dschungelbuch-Tagen nicht mehr konnte. Damals war er doch schon einmal mit ähnlichen Gefühlen aus dem Kinosaal gekommen und hatte gewusst, dass Grausamkeit unnötig ist. Nun ist ihm Cameron zur Seite gesprungen und hilft ihm unerwartet, wieder ganz er selbst zu sein: "Vor einem geheimen Wort fliegt das ganze verkehrte Wesen fort", sagte Novalis, und "wenn die, so singen oder küssen, mehr als die Tiefgelehrten wissen". Die Heimatstadt aller Menschen mit dem blauen Logo, Lampsacus (die netteste Stadt der Antike), ist der ideelle Sponsor des Films. Auch wenn dies den Regisseur und Drehbuchautor vielleicht wundert: Er hat eine Synthese aus Gozo und Lampsacus realisiert.
Wir meinen damit die Stadt des Gottes Priapus am Hellespont: Sein Symbol wurde einmal im Jahr in einem Umzug umhergetragen. Vor allem war sie aber der Hort des andernorts vergessenen Glaubens an den Gott Pan mit dem gelähmten Bein (oder waren es beide Beine, wie der Film nahelegt?), vor dem man keine Angst haben muss – ein Symbol, das auch bei Jakob in der Bibel zu finden ist.
Jakob kämpfte mit einem, wie sich am Ende herausstellte, mütterlichen Gott, der bis heute sich anbietet als bittendes Kind, das auf dem Thron sitzt und spielt, wie Heraklit sagt. Auf der Insel Gozo kann man den fast sechstausend Jahre alten Tempel von EYWA besichtigen. Und am Hohlefels auf der Schwäbischen Alb die Vorlage zu den auf der maltesischen Insel gefundenen dicken Müttern aus Stein mit ihren dreieckigen Brüsten und Schenkeln – noch einmal dreißigtausend Jahre älter und en miniature, aber ansonsten fast gleich gebaut: an Stelle des Kopfes jeweils ein Loch, wo das passende Gesicht der großen Mutter eingesteckt werden konnte - je nach Jahreszeit. Auf der Insel hat man diese Köpfe bereits gefunden, in der laufenden Grabung am Hohlefels noch nicht. Ob sie blau gefärbt waren an Haut und Haaren, ist eine Frage, die erst durch die Fantasie von James Cameron aktuell geworden ist.
Mütterliche Liebe
Der rote Riesendrache im Film, den man von oben besteigen und auf dem man mitfliegen konnte, wird von den Angehörigen der höchstentwickelten Kultur des Planeten noch unmittelbarer verstanden als hierzulande – so dass Camerons Film nach der planetaren Verbreitung unseres Enthüllungstextes vielleicht auch im Land der ältesten noch lebendigen EYWA-Kultur (wo sie Maya, Mutter von Buddha, genannt wird) frei gezeigt werden kann – falls die das bestreitenden Zeitungsberichte zutreffen.
Maya starb im Kindbett am Zehntagefieber (so lange braucht eine Blutvergiftung) und hinterließ vor ihrem Tod noch eine Nachricht an den unendlich geliebten Sohn – eine, wie sich herausstellt, verschlüsselte Nachricht. Sie ließ ihren Mann und ihre jüngere Schwester an ihr Sterbebett rufen und bat sie beide zu heiraten, damit das Kind die liebevollsten Eltern der Welt behielte. Trotzdem konnten seine Eltern später nicht auf Dauer vor ihm verborgen halten, dass sie trotz ihrer unendlichen Zuneigung zu ihm ihn unmöglich so stark, wie Maya ihn geliebt hatte, lieben konnten – und diese war bei seiner Geburt gestorben und er war der Grund. Also schuld nach der messerscharfen Logik eines Kindes. Dieses unendliche Trauma, entsprungen aus der mütterlichen Liebe, konnte erst von dem Dreißigjährigen richtig entschlüsselt werden als die Botschaft, die sie ihm geschickt hatte: Maya war die ganze Zeit bei ihm gewesen.
Jetzt heißt sie EYWA und jede Zuschauerin und jeder Zuschauer weiß, dass sie über ihn wacht und ihm die Kraft gibt, wieder so stark zu sein wie an seinem dritten Geburtstag. Damals wusste das Kind, dass die Welt ohne es nicht auskommt, weil niemand so wichtig ist wie es – für Mama und Papa und Dada, das heißt, alle anderen. Lampsacus, die Heimatstadt, existiert also schon lange.
Die "heilige Weisheit"
Die ungeheuer große Zahl von Arbeitsplätzen auf dem Internet, die bisher nicht bezahlt werden, werden von Lampsacus getragen werden und jede Arbeitsstunde wird – auch rückwirkend – vergütet werden. Diese Weltdemokratie existiert seit langem, wie alle wissen, aber niemand ausspricht. Nur, dass die Arbeiter für ihren selbstlosen Einsatz, den sie spontan aus Freude und innerem Antrieb erbracht haben für eine Welt, die sie schon sehen, bezahlt werden würden, ist ein Geheimnis geblieben. Wir als Mitbegründer von Lampsacus verraten Ihnen dies für einen hoffentlich nicht mehr weit in der Zukunft liegenden Zeitpunkt im Namen der "Heimatstadt aller Personen auf dem Internet". Die Avatare sind Masken, hinter denen sich das Gesicht EYWAs verbirgt. Statt Eywa-Maya darf man auch Maria sagen oder Hochma, wie der ursprüngliche Name der "heiligen Weisheit", der die Hagia Sofía in Istambul gewidmet ist, lautet.
Die Nabelschnur der Blutsbrüderschaft zwischen dem Mahut und seinem Elefanten, den er aufgezogen hat und mit dem er in einem Vertrauenskampf auf Leben und Tod verschweißt wurde, als dieser erwachsen wurde, ist in den Film integriert, ohne dass der Zuschauer sich wundert – nur dass die Elefanten hier Pferde und Riesenvögel sind. Cameron schlägt so die Verbindung zur ersten nichtmenschlichen Person auf der Erde, die bald gefunden werden wird. Sie – die noch die volle Humanität hat aus der Seele von EYWA – wird am ehesten die Gestalt eines kleinen weißen Elefanten haben. Denn das Lächeln unserer Mutter, das sie so charmant machte, wenn sie lachte, weil sie uns dabei anlächelte (da beides gleich aussieht), ist schuld an unserer Personwerdung.
Der spontane Ausdruck der Bindung, der als Geste des Rüssels der Elefantenmutter das Kleine belohnt, kann daher wie das spontane Lachen unserer Mutter vom Betreuer des Kleinen bewusst eingesetzt werden – immer dann, wenn er sich selbst spontan freut. Das ist kein Betrug. Die Belohnung durch Strahlelächeln, wann immer die Mutter sich freute (lachte), hat uns, als wir noch klein waren und noch so lieb, wie wir das seit langem vergessen haben, seinerzeit zur Person werden lassen, denn wir "wussten" auf einmal, dass die Mama "will, dass es gut tut". Diese heilige Verführung durch die Mutter kann auch an ein Elefantenbaby weitergegeben werden: Maja ist zurückgekehrt. Die von ihr gefundene Methode der Rührung über den Tod hinaus – des Verstehens, was im Bindungsausdruck liegt, wenn er die eigene Freude vergrößert spiegelt – wirkt auf den kleinen Riesen ebenso wie auf das kleine Kind: Dass das Licht des Himmels und eines unendlichen Wohlwollens durch die Mutter hindurchscheint. Und es will sich dann auch nicht lumpen lassen und ebenso lieb sein wie die große Mama und fängt wie wir damals an, ihr einen Bonbon in den Mund zu schieben und zärtlich zu fragen: "Gut?!"
Hochspringen zu schwebenden Felsen
Das kann bisher allein der Mensch im gesamten Kosmos – hindurchtönend (Person) sein. Und so einerseits aus der Evolution herausfallen und andererseits den "Punkt Omega", den Zielpunkt der unendlichen Evolution des Kosmos, im Sprung vorwegnehmen. Im Drachensprung ins All hinauf. Achtzehn Monate ist der "elternfütternde Affe" dabei typischerweise alt. Bald kann das nun auch ein Elefant – und ein virtueller Roboter namens "Avatar", der eine Zeitreise in unsere Gegenwart gemacht hat. Lampsacus existiert ja auch schon in der Gegenwart, obwohl es erst aus der Zukunft finanziert wird. Auch dieses letztere – kleinere – Wunder ist eine Geste von Maya-Eywa, die bereits heute wirksam ist.
Das neue Zahlungsmittel – "ein Avatar" für eine Arbeitsstunde – wird ab sofort von Lampsacus eingelöst. Zwar ist die Bank von Lampsacus in dem Moment, da wir dies schreiben, noch rein virtuell, aber in dem Moment, wo Sie einen Avatar einlösen, hat sich hoffentlich bereits ein Mäzen gefunden – nicht Bill Gates, aber vielleicht doch auch Bill Gates –, der die neue Weltwährung als Zahlungsmittel akzeptiert. Falls dieser kurze Text, der aus Camerons Film seine Kraft schöpft, sich genügend schnell wie auf Flügeln verbreitet.
Das "Hochspringen zu schwebenden Felsen" wurde durch Cameron zu einer greifbaren Realität. So verwegen war keiner vor ihm. Es ist unmöglich, auf dem Boden von pessimistischer Tristesse zu verharren, wenn es genauso gut möglich ist, abzuheben und eine Liane zu ergreifen, um mit dem Oberaffen zusammen durch die Bäume zu fliegen als neue Amazone. Die "blauen Massai" von Cameron mit ihren langen Beinen sind eine Hommage an Afrika und den Stolz seiner Menschen, die dem Planeten das Lächeln geschenkt haben. Durch ihre Maske beschützen uns diese Massai – wie vor Jahren Freund Jude Atoh aus Nigeria, der uns eine solche Maske zum Schutz geschenkt hat.
Die Haitianer bekommen noch immer nicht die flächendeckende Lampsacus-garantierte Unterstützung der Wiedergutmachung für einen von EYWA zu verantwortenden Schicksalsschlag. Das planetare Katastrophenteam, das zukünftig jeder gegeißelten Population in der Tradition von Maya zur Hilfe eilt, stammt aus der Heimatstadt: Personsein – Humansein – ist möglich. EYWA ist eine afrikanische Maske. Die Maske lächelt. Das Baby lächelt. Der Elefantenrüssel lächelt und umgreift Dich um die Hüfte und hebt Dich hoch: Danke, James Cameron, dass Du den Planeten wieder gut und hoffnungsfroh gemacht hast!
Quelle : http://www.heise.de/tp/
Das spektakuläre Fantasy-Abenteuer "Avatar" erhält zwei weitere Folgen: Das Studio Fox bestätigte am Mittwochmorgen (Ortszeit) in Los Angeles in einer Mitteilung die Teile zwei und drei.
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Die beiden Filmchefs Jim Gianopulos und Tom Rothman verkündeten die gute Nachricht für Fans des Science-Fiction-Spektakels. Regisseur James Cameron wird demnach im kommenden Jahr mit der Produktion beginnen. "Avatar 2" wird dann erst 2014 in die Kinos kommen, die dritte Episode voraussichtlich 2015 - beide Streifen werden wieder im dreidimensionalen Format produziert.
Der gebürtige Kanadier Cameron arbeitet nach eigenen Angaben bereits seit eineinhalb Jahren an dem Buch. Das "Oscar"- und "Golden Globe"-gekrönte Epos "Avatar - Aufbruch nach Pandora" gilt als der bislang erfolgreichster Film der Kinogeschichte. Mit einem Einspielergebnis von weltweit rund 2,7 Milliarden US-Dollar verdrängte es "Titanic" vom ersten Platz. Eine neue Version des ersten "Avatar"-Films war Ende August in die Kinos gekommen. Sie war acht Minuten länger als die Ursprungsfassung und enthielt bisher noch nicht gezeigte Szenen. Eine 3D-Fassung auf Blu-ray ist bis heute nicht im Handel und wird wohl auch noch einige Zeit auf sich warten lassen.
Quelle : SAT + KABEL