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DVB Hardware diverses ... => # DVB-Hardware => Thema gestartet von: McCom am 21 Oktober, 2009, 01:22

Titel: StudiWohnheim Sat Anlage
Beitrag von: McCom am 21 Oktober, 2009, 01:22
Ok, thema ist nicht grade das beste aber ok. Bin für 5 Tage bei einem Freund untergekommen und schau mir mal seine Uni an (mal weg von meiner sch anlage zuhause) Er ist in einer Verbindung. Diese will für ihr Wohnheim weg vom Kabel und eine Satanlage aufbauen.

Also wir hätten den Wunsch 1 Sat auf 4 Stockwerke mit insg. 44 Zimmer zu verteilen. Im Keller soll noch das Sat-programm abgegriffen werden und in ein internes LAN als IP-TV eingespeist werden. Wir hätten 4k€ zur Verfügung. Und an sich denke ich wenn Geld übrig wäre, könnte man auch mehr Sats anpeilen ;-) Multiblech...

Wenn man nun so was großes mehr oder weniger in Eigenarbeit machen will (eben die Admins/Techniker der Verbindung) was würdet ihr als Profis im Rahmen von 4k€ da so einbauen/verplanen?

Würde mich sehr freuen, ihr seid da einfach die Profis...
Titel: Re: StudiWohnheim Sat Anlage
Beitrag von: Theos am 21 Oktober, 2009, 22:02
Im Keller soll noch das Sat-programm abgegriffen werden und in ein internes LAN als IP-TV eingespeist werden.
ich glaube dieser teil wird ziemlich teuer (sofern man eben mehr als nur 2-3 transponder haben will).

aber andererseits, wenn man schon das ganze signal über's lan verteilt, wäre es wohl günstiger die fernseher über eine ip-tv settop box zu versorgen. dann muss man auch keine extra sat kabel verlegen.
Titel: Re: StudiWohnheim Sat Anlage
Beitrag von: Jürgen am 21 Oktober, 2009, 22:35
Für die Verteilung (natürlich mit Multischaltern) gibt's prinzipiell zwei Möglichkeiten:

- die ausbaufähige Variante:
Sternförmige Verkabelung, jeder Teilnehmeranschluss führt direkt zu einem zentralen Verteilraum, nah an der Schüssel.
Nachteil:
Viele lange Kabel nach "unten" (z.B. 44 oder auch mehr, z.B. für Twin-Geräte), somit Bedarf für einen grossen Kanal. Erhöht u.U. den Brandschutzaufwand an Geschossdecken noch weiter.
Vorteil:
Am zentralen Verteilort kann modular gearbeitet werden.
So könnte man 5/x Multischalter einsetzen, ggf. auch mit kaskadierbaren aufbauen, individuelle DiSEqC-Schalter (z.B. 4/1 oder auch 8/1 usw.) können jederzeit nutzerspezifische Konfigurationen ermöglichen.
Erweiterungen auf exotische Positionen müssen so nicht immer für alle erbracht werden.
So könnten weitere Positionen ermöglicht werden, per Multifeed(adaptern) und / oder auch durch weitere Schüsseln, und der Nutzer könnte sich das Angebot an Positionen individuell zusammenschalten lassen, evtl. gegen Kostenbeteiligung.
So ein System kann grundsätzlich jederzeit wachsen, mit genau dem erforderlichen Aufwand, ohne bestehende Technik verschrotten zu müssen.

- die eingeschränkte Variante:
Etagenverteilung mit Busleitungen und Etagen-Multischaltern
Nachteile:
Für eine Erweiterung auf zusätzliche Positionen müssen je Position vier weitere Kabel zu den Etagen gezogen werden.
Zudem müssten die Etagenschalter von Anfang an auf die maximale Anzahl von Positionen ausgelegt werden, oder man müsste sie irgendwann allesamt tauschen, jedenfalls benötigte man auf jeder Etage Verteilstellen samt Platz für diese und eventuelle Erweiterungen.
Das Bus-System müsste unbedingt eingemessen werden, bei Erweiterungen auch nochmals, um die unterschiedlichen Verluste so weit zu kompensieren, dass die dortigen Multischalter stets vernünftige Pegel erhalten. Das ist deutlich kritischer als bei längeren Kabeln für die Teilnehmer, weil darin Verstärker NACH langen Leitungen arbeiten müssen und dann Übersteuerungen ebenso übel sind wie zuwenig Pegel.
Also wenig flexibel, Erweiterungen auf mehr Positionen deutlich teurer, mehrstufige Einpegelung notwendig
Vorteile:
Insgesamt (einmalig) weniger Kabellänge, weniger Strippen im Kanal von Etage zu Etage


Bei der grossen Teilnehmerzahl verbieten sich Kopfstationen mit individuellen Tunern mit Umsetzern, weil die Anzahl möglicher unabhängiger Downlinks niemals ausreicht. Aufgrund der Mindestanforderung wenigstens einer gewissen Erweiterbarkeit und zugunsten uneingeschränkten Zugriffs auf das komplette Angebot jeder verfügbaren Position sind zudem sog. Einkabellösungen absolut indiskutabel.

Fazit:
Ich persönlich bevorzuge jederzeit die erste - modulare - Lösung mit sternförmiger Verteilung und habe das daher immer und überall auch so gemacht. Man kann relativ klein anfangen und jederzeit schnell, preiswert und bedarfsgerecht mit Standardmaterial erweitern, und ein echtes Limit gibt's kaum. Der Mindestaufwand für den einzelnen Teilnehmer ist und bleibt gering.

IP-TV ist nur per Station oder äusserstenfalls per Transponder möglich, der Aufwand für die erforderliche Serverarchitektur und Netzwerk-Kapazität steigt stark mit der Anzahl gleichzeitig verfügbarer Stationen. Selbst direkte Backbones auf Glasfaserbasis lassen sich so schnell komplett dichtkleistern. Im Übrigen ist die Verbreitung über eine Wohneinheit hinaus rechtlich sehr problematisch, insbesondere wenn die Signale dann auch noch das Haus verlassen. Das wäre mit Rundfunk gleichzusetzen und erfordert regelrecht Senderechte.

Dieser Text ist von mir persönlich verfasst und darf - aber stets nur ohne meine persönliche Signatur - frei verbreitet werden, sofern dvbcube.org als Quelle genannt wird.

Jürgen
(Radio- und Fernsehtechniker)

Titel: Re: StudiWohnheim Sat Anlage
Beitrag von: spoke1 am 21 Oktober, 2009, 23:48
Ich hab mir da heute über Tag auch einige Gedanken zu gemacht. Alleine schon weil ich es als Projekt tierisch spannend finde!! Mein erster Gedanke war auch jeden einzeln anklemmen, aber die Kabellängen werden sicher tödlich! Zumal sehe ich da auch schnell den Kostenrahmen gesprengt.  :-\ und Twin denk ich mal wäre die Massgabe für sowas.


Daher hätte ich eher eine Art "privates Kabelfernsehen" ins Auge gefasst. Zumal ja die Geräte welche für die Umsetzung des IPTV benötigt werden sicher auch nicht so ganz billig daher kommen. Preise konnte ich keine finden. Eine Firma die Geräte für solche Unternehmungen vertreibt hab ich gefunden: h**p://www.teracue.com/index.php?puid=2&pageid=104 und auf Anfrage bekommt man sogar Preise mitgeteilt. Ich vermute mal da werden aus euren 4K€ schnell 4000 Herzinfarkte²

Wie sich jetzt nach Jürgens Erklärungen darstellt wohl der falsche Ansatz. Bin gespannt was ihr draus macht
Titel: Re: StudiWohnheim Sat Anlage
Beitrag von: Yessir am 22 Oktober, 2009, 08:51
Ich glaube auch, dass da 4000€ nicht reichen werden.
Wenn Kabel von alter Antennenverteilung vorhanden sind, könnte man vielleicht dies nutzen: Technisat Technirouter (http://www.technisat.de/index4527.html?nav=Digitale_Einkabell%C3_sungen,de,116-15025).
Allerdings benötigt man dazu SAT-Receiver, die diese Technik unterstützen. Man kann aber die vorhandene Verkabelung nutzen...
Titel: Re: StudiWohnheim Sat Anlage
Beitrag von: McCom am 22 Oktober, 2009, 18:00
Jungs erstmal vielen dank. ich hab ihn grade alles lesen lassen und er ist von euch tief beeindruckt. Jetzt wird er sich mal mit der Verbindung und den anderen Teckis kurzschließen und mal drüber reden. An sich ist ein Kabelnetz ja vorhanden. Aber da muss man sehen. Auch wenn ihr sat das 4k€ an sich zu wenig ist ;-) Mal sehen, ich teil euch dann mit wies weiter geht.

Aber erstmal vielen dank!