Wie ein aktueller Beitrag von Techcrunch aufdeckt, wurden offensichtlich doch Last.fm-Nutzerdaten an die Recording Industry Association of America (RIAA) ausgehändigt. Jedoch war es nicht Last.fm, durch das die Daten weitergeleitet wurden.
Es ging wie ein Lauffeuer durch die Musikszene, als sich im Februar 2009 das Gerücht verbreitete, der beliebte Musik-Streaming-Dienst Last.fm habe Nutzerdaten an die Recording Industry Association of America (RIAA) ausgehändigt.
Aufgedeckt hatte dies der Technologie-Blog Techcrunch und erntete prompt eine böse Antwort durch das Blog von Last.fm, wo man unpassend erklärte, dass "Techcrunch voll mit Scheiße" sei. Michael Arrington von Techcrunch wollte sich mit dieser Aussage jedoch offensichtlich nicht abspeisen lassen und recherchierte weiter. Ein Prozess, der manchmal lang und steinig sein kann und nicht immer zu einem erfolgreichen Ende führt. Im Falle der möglichen Weitergabe von Nutzerdaten durch Last.fm jedoch schon.
Klar ist nun, dass Last.fm die Wahrheit gesagt hat. Man hat keine Nutzerdaten an die Recording Industry Association of America weitergegeben. Ebenso klar ist nun aber auch, dass Nutzerdaten weitergegeben wurden - und zwar vom Mutterkonzern CBS.
Wie ein Informant, der bei CBS beschäftigt ist, gegenüber Techcrunch in einer E-Mail erklärte, seien die Daten von CBS aus an die Recording Industry Association of America gelangt. Techcrunch vermutet folgenden Ablauf: Der Mutterkonzern CBS verlangte von Last.fm die Nutzerdaten, inklusive Benutzernamen und IP-Adressen. Diese wollte man im Rahmen einer Anfrage der RIAA übermitteln, erklärte gegenüber Last.fm jedoch, dass die Daten lediglich zum "internen Gebrauch" angefordert werden. Kurze Zeit nach der Übermittlung bemerkten Führungskräfte bei Last.fm den wahren Grund für die Anfrage. Laut der Quelle seien die Mitarbeiter über das Verhalten von CBS schockiert gewesen, hätten jedoch nichts mehr unternehmen können, da die Daten bereits übermittelt wurden.
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Der Angestellte von CBS, der diese Informationen an Techcrunch zugespielt hat, wurde inzwischen gekündigt. Das Blog vermutet jedoch, dass CBS sowie Last.fm möglicherweise gegen einige Datenschutzgesetze sowie ihre eigenen Richtlinien zum Schutz von privaten Daten verletzt haben könnten. Wäre dem so, würde die Quelle möglicherweise durch bestimmte US-Gesetze als Informant eingestuft und geschützt. Techcrunch hat angeboten, die Kosten für eine juristische Vertretung zu übernehmen.
Quelle : www.gulli.com