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Info Corner / Internet-via-Sat, Datendienste / IPTV / Videoportale / Internet TV & Radio => # WWW, Telefon, Provider & Co => Thema gestartet von: SiLæncer am 10 Dezember, 2007, 14:21
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Die britische Schriftstellerin Doris Lessing, die diesjährige Trägerin des Literaturnobelpreises, hat sich in der traditionellen Nobelvorlesung kritisch über den Umgang vor allem der jüngeren Menschen mit den neuen Medien geäußert. Die Menschen hätten sich noch nie gefragt, wie das Internet ihren Geist verändere, "das eine ganze Generation mit seinen Belanglosigkeiten [im Original inanities, womit auch "Albernheiten" gemeint sein könnten] verführt hat, sodass selbst einigermaßen vernünftige Leute zugeben, dass man sich nur schwer losreißen kann, wenn man einmal süchtig ist, und es sein kann, dass auf einmal ein ganzer Tag mit Bloggen und Bluggen und so weiter vergangen ist".
Es sei ganz normal, dass junge Menschen nach jahrelanger Ausbildung nichts über die Welt wüssten, dass sie nichts gelesen hätten und sich nur in einem Fachgebiet auskennten, zum Beispiel mit Computern, schreibt Lessing in ihrem Text On Not Winning the Nobel Prize, den sie am vergangenen Freitag von ihrem Verleger Nicholas Pearson vortragen ließ. Wenn sich ältere Menschen mit jüngeren unterhielten, "dann begreifen sie, wie sehr Lesen bildet, weil die jungen Leute so viel weniger wissen. Und wenn Kinder nicht lesen können, liegt es daran, dass sie nichts gelesen haben".
Der "Belanglosigkeit" des Internets und der Wergwerfmentalität in der westlichen Welt stellt Lessing den "Hunger nach Büchern" gegenüber, ein Phänomen, das die Schriftstellerin von Kenia bis zum Kap der Guten Hoffnung beobachtet habe – doch herrsche dort wegen der fehlenden Mittel auch Chancenlosigkeit. Lessings Rede war so wie die der vorigen Literaturnobelpreisträger Harold Pinter und Elfriede Jelinek von Bitterkeit und Zorn durchwoben. Bei britischen Schülern habe sie bei einem Besuch an einer Schule in London, bei dem sie über Zustände an einer Schule in Simbabwe berichtet habe, festgestellt, dass ihnen das Verständnis fehle, da sie zu wenig lesen würden: "Ganz bestimmt kennt jeder hier, der eine Rede hält, diesen Moment, wenn man in ausdruckslose Gesichter blickt. Die Zuhörer können nicht hören, was man sagt: Sie haben keine Vorstellung im Kopf, die dem entspricht, was man gerade erzählt."
Die Nobelpreise für Physik, Chemie, Medizin und Literatur werden heute Nachmittag in Stockholm verliehen. Doris Lessing kann aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen. Mit Peter Grünberg und Gerhard Ertl werden in diesem Jahr zwei Deutsche für ihre wissenschaftlichen Verdienste ausgezeichnet. Die Zeremonie zur Verleihung des Friedensnobelpreises an Al Gore und den UN-Weltklimarat findet momentan in Oslo statt.
Quelle : www.heise.de
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Belanglosigkeiten wie Internetspiele führen
auf Dauer zur Verblödung ganzer Bevölkerungsschichten,
wie sagte einst Bismark ...,
"dumme Leute regieren sich leichter" ! ::)
Der PC ist viel zu Schade um "nur" zu Spielen, das
alleine beweist uns dieses tolle Forum ! ;)
McQuade
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stimmt. Vieliecht sollten wir frau lessing mal in dieses forum einladen, damit sie auch mal ne andrere seite sieht.
Und lesen alleine bringt auch nicht viel, zum einen gibt es auch auf der gedruckten seite viel "inanities", und zum anderen sollte man die durch lesen erworbene information auch anwenden und gegebenenfalls auch mal anderen mitteilen.
so, ihr faulen mitleser und minimal-poster: wo bleibt euer beitrag :D
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Ich denke, zu dieser 'Generation' habe ich nie gehört.
Auch nicht, als man mir prophezeite, vom Fernsehen würde ich eckige Augen kriegen, oder von der 'Urwaldmusik' epileptische Anfälle.
Eher traf das die damaligen Popper (http://de.wikipedia.org/wiki/Popper_%28Jugendkultur%29), die heutzutage vermutlich überwiegend Finanz-Jongleure, Zeitarbeits-Sachbearbeiter, CallCenter-Teamleiter, Politiker einer Drei-Punkte-Partei oder Crashtest-Dummies geworden sind.
Extrem flache Bereiche des Internet gibt's zweifellos, nur darf man beispielsweise den Teenies in ihrem Liebeskummer oder sonstig halb unzurechnungsfähigen Zeitgenossen dafür nicht einmal böse sein.
Das legt sich meist irgendwann.
Ebenso wie die Sitte, massenhaft kurze sinnfreie Krüppeltexte allein mit dem Daumen abzusondern, oder sich ständig Lampen an's Ohr zu halten.
Früher gab's dafür CB-Funk und Kettenbriefe, heute ist die Technik weiter, aber nicht der menschliche Geist.
Wir hatten ja sechzehn Jahre einer 'geistig-moralischen Wende', unter Führung einer selbst ernannten christlich-liberalen Elite.
Und das konnte nicht spurlos an Denken und Sozialverhalten vorbeigehen.
Auch nicht an ehemals eher linken Parteien, deren Anführer von Vielen inzwischen bestenfalls als Arbeiterverräter angesehen wurden und wohl teils auch weiter werden.
Agenda 2010 lässt grüssen...
Das Internet ist eine der wenigen Möglichkeiten auch vieler Armer, zeitweilig der geistigen Enge einer rechts-orientierten und sozialdarwinistischen Spiesser-Gesellschaft zu entkommen.
Kein Wunder, dass es den Herrschenden zunehmend ein Dorn im Auge ist.
Mir ist nur noch nicht klar, ob hier in dieser Hinsicht bald russische oder chinesische Verhältnisse gelten, Oder ob sich gar deutsch-christliche Fundamentalisten irgendwann erdreisten, hierzulande die Taliban zu spielen...