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Info Corner / Internet-via-Sat, Datendienste / IPTV / Videoportale / Internet TV & Radio => # WWW, Telefon, Provider & Co => Thema gestartet von: SiLæncer am 11 November, 2007, 13:57
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Die von dem Musiker Peter Gabriel 1992 gegründete Organisation Witness mit dem Slogan "See It Film It Change It" hat das Ziel, mit Videos Menschenrechtsverletzungen anzuprangern und zu beweisen. Dazu wurden Menschenrechtsaktivisten mit Kameras ausgestattet und im Umgang mit ihnen ausgebildet. Mit dem Web wurde die Arbeit erleichtert, da nun auch unabhängig von Medien die mit Filmkameras oder Kamerahandys aufgenommenen Videos und Informationen weltweit verbreitet werden können.
Witness ist nun noch einen Schritt weiter gegangen und hat mit der Webseite http://hub.witness.org/ in einer Testversion ein Portal eröffnet, das als ein "YouTube für die Menschenrechte" dienen soll. Hier können Menschenrechtsorganisationen, Aktivisten oder Privatpersonen unter der Devise "Upload It: See It: Share It. Take Action" Videos, Fotos oder Audiodateien ohne Zensur und auch anonym veröffentlichen, ohne sich registrieren zu müssen und ohne dass Logfiles angelegt werden. Für die Sicherheit der Server sorgt CivicActions, zum Schutz wird das Programm Openwall GNU/*/Linux verwendet, IP-Adressen nur von den Besuchern gespeichert, nicht von denjenigen, die Inhalte heraufladen. Von diesen wird angeblich nur die IP-Adresse überprüft, um zu sehen, ob die Internetnutzer aus einem riskanten Land kommen, und diesen dann einen gesicherten Zugang zu empfehlen. Unterstützt wird das Projekt von zahlreichen Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty, Human Rights Watch oder B'Tselem.
The Hub übernimmt keine Verantwortung für die Richtigkeit oder Authentizität der Inhalte und verweist darauf, dass die Internetbenutzer diesen nicht mehr vertrauen können als anderen Quellen im Internet. Das könnte der Glaubwürdigkeit des Portals schaden, wenn es beispielsweise für politische Zwecke missbraucht wird. Allerdings heißt es, dass man sehr genau auf mögliche Urheberrechtsverletzungen achten und die entsprechenden Inhalte sperren werde. Ansonsten empfiehlt man, die Inhalte unter einer Creative-Commons-Lizenz einzustellen.
Peter Gabriel betont, dass mit der raschen Verbreitung von Handys die ursprüngliche Idee von Witness, "der Welt Kameras zu geben", technisch eingeholt wurde. Ende 2007 würden bereits drei Milliarden Menschen Handys haben, die verändern, wie man sich organisiert und miteinander interagiert. Und sie würden zusammen mit digitalen Kameras und Notebooks auch ermöglichen, dass nun jeder zu einem "Verteidiger der Menschenrechte" werde. Es sei nie einfacher gewesen, Beweise für Menschenrechtsverletzungen aufzunehmen, aber bislang hätten Möglichkeiten gefehlt, diese einfach und ohne Zensur im Internet zu verbreiten. Mit The Hub würde das anders werden, verspricht Gabriel.
Quelle : www.heise.de
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Gute Idee, auch wenn sich damit nur solche Menschenrechtsverletzungen darstellen lassen, die direkt sichtbar sind.
In den Industrieländern, D eingeschlossen, gehten die Unterdrücker meist viel subtiler vor, sodass eine überzeugende bzw. zutreffende Darstellung per Kurz-Video kaum möglich ist.
Ähnliches gilt auch für alle anderen Gesellschaften, bei denen der äussere Schein ebenfalls mehr zählt als die Wahrheit.
Unterdrückung durch Elend ist kaum zu dokumentieren, weil man zwar das Elend selbst abbilden kann, kaum aber die meist recht komplexen amtlichen und oft korrupten Strukturen, die es verursachen oder stabilisieren und fördern.
Das verbreitete Fehlen von Hintergrund-Informationen und / oder Einblick und Erkenntnis der Berichtenden in die Zusammenhänge ist das grösste Problem, wenn's darum geht, einer grossen Öffentlichkeit ein wirkliches Problem zu vermitteln.
Das merkt man immer wieder auch hierzulande.
Dennoch, richtig so.
Immerhin ist's sicherlich ein sehr wichtiges Mittel zum Schutz der Presse- und Meinungsfreiheit, zumindest global gesehen.
P.G. ist m.e. nicht verdächtig, Heuschrecken oder Regimen zuzuarbeiten.
Und ich glaube nicht, dass er seinen Namen her gibt, wenn er nicht von der Sache überzeugt ist.
Und für alles, was damit nicht geht, gilt es, eifrig weitere Ansätze zu suchen.