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Info Corner / Internet-via-Sat, Datendienste / IPTV / Videoportale / Internet TV & Radio => # News & Infos zu Kino/TV/Radio => Thema gestartet von: SiLæncer am 27 Juni, 2006, 19:07

Titel: Eurosport überträgt die Tour de France im Internet
Beitrag von: SiLæncer am 27 Juni, 2006, 19:07
Bei eurosport.de können Radsport- fans alle Etappen live im Video- stream verfolgen. Insgesamt werden Eurosport und eurosport.de damit jeweils mehr als 80 Stunden live im Bewegtbild von der Tour de France 2006 berichten.
 
Das Angebot ist kostenfrei und kann von allen Internet-Usern in Deutschland genutzt werden. Über das Radsport-Forum bei Eurosport.de haben alle Tour-Fans zudem einen direkten Draht zu den Kommentatoren. Die Reporter gehen live on air auf die Fragen der Zuschauer ein und diskutieren mit den Fans zu Hause.
 
Neben den Etappen-Übertragungen gibt es begleitend ein umfangreiches Informationsangebot für die Internet- User: Live-Ticker, Vorberichte und Analyse jeder Etappe, Ergebnisse, exklusive Interviews und Multimedia- angebote wie Videos stehen den Nutzern zur Verfügung.

Eurosport wird in 54 Ländern und 19 Sprachen mit einem Team von rund 100 Mitarbeitern von der Tour de France berichten.

Quelle : www.digitalfernsehen.de
Titel: RADSPORT - Alle Topstars von Tour de France ausgeschlossen
Beitrag von: SiLæncer am 30 Juni, 2006, 14:22
Die diesjährige Tour de France droht zur Farce zu verkommen. Neben den suspendierten T-Mobile-Fahrern Jan Ullrich und Oscar Sevilla dürfen auch andere Spitzenleute wegen dringenden Dopingverdachts nicht starten. Ersatzfahrer werden nicht nachnominiert.

Hamburg - Bei der morgen in Straßburg beginnenden 93. Tour de France wird keiner der 58 Radprofis starten, die auf der Liste der Verdächtigen in der spanischen Dopingaffäre stehen. Dies erklärten die Teammanager der 21 für die Frankreich-Rundfahrt zugelassenen Teams heute nach einer gemeinsamen Sitzung.

Gleichzeitig gaben sie bekannt, dass keine Ersatzfahrer benannt werden. Damit wird T-Mobile nur mit sieben Radprofis an den Start gehen. Die Mannschaftsleitung hatte heute morgen Ullrich und Sevilla wegen ihrer möglichen Verstrickungen in den Blutdoping-Skandal suspendiert. Beide Fahrer beteuern ihre Unschuld.

Neben Ullrich, dem Gewinner von 1997, fehlen bei der Frankreich-Rundfahrt somit weitere Sieganwärter wie der Italiener Ivan Basso des dänischen CSC-Teams von Bjarne Riis und der Spanier Francisco Mancebo (Team AG2R). Auch dessen Landsmann Joseba Beloki (Astana-Würth) darf nicht starten.

Basso reagierte gelassen auf seinen Ausschluss und die gegen ihn erhobenen Doping-Vorwürfe: "Ich bin ganz cool. Ich warte darauf, dass mir irgendjemand den Beweis für meine Schuld bringt", sagte der Italiener. Bassos Teamchef Bjarne Riis verteidigte die Entscheidung: "Ich muss an mein Team denken, das ist jetzt das Wichtigste. Ich vertraue Ivan, aber es liegt jetzt an ihm und seinen Anwälten zu zeigen, dass er nichts mit der Affäre zu tun hat."

Durch das Fehlen der Favoriten steigen die Chancen von Alexander Vinokourov auf den Sieg bei der Frankreich-Rundfahrt. Der Kasache fährt für das Team Astana-Würth, das von den Tour-Organisatoren zunächst ausgeschlossen worden war, vor dem internationalen Sportgerichtshof CAS aber seine Teilnahme erstritt. Vinokourov steht nicht auf der Liste der verdächtigen Athleten.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: RADSPORT- SKANDAL - Verdrehtes Denken
Beitrag von: SiLæncer am 01 Juli, 2006, 11:39
Die Tour de France hat ihren Skandal schon vor dem Start. Alle Topfavoriten sind aus dem Rennen. Sie werden verdächtigt, gedopt zu haben. Dass die Rennställe umdenken, ist nicht anzunehmen. Schon aus der Festina-Affäre 1998 hat, wie man nun sieht, keiner gelernt.

Der Radsport hat sich sehr bemüht, angesichts seines neuesten Dopingskandals Entschlossenheit zu demonstrieren. Team T-Mobile schickte gestern seinen Star Jan Ullrich nach Hause, nur Minuten, nachdem ein Fax mit belastenden Dokumenten von den spanischen Ermittlern eingegangen war. Auch die 21 Teamchefs der Tour-Mannschaften handelten schnell, um wenigstens etwas von der 93. Frankreich-Rundfahrt zu retten. Man war sich schnell einig, alle Fahrer, gegen die in Spanien wegen des Verdachts aus Blutdoping ermittelt wird, von der Tour auszuschließen. Nachnominierungen sind ausgeschlossen.

Am selben Tag hatte die französische Sporttageszeitung "L'Equipe" in ihrem Editorial die Affäre um den Madrider Blut-Anreicherer Eufemanio Fuentes als Zeichen dafür gedeutet, dass der Radsport endlich umgedacht habe. Leidenschaft habe heutzutage den Platz der Indifferenz im Kampf gegen das Doping eingenommen, erklärte das Blatt feierlich. 1998 hatten französische Polizeirazzien das ganze unappetitliche Ausmaß des Epo-Missbrauchs im Radsport aufgedeckt. Damals habe jeder jeden gedeckt. Heute hingegen, so "L'Equipe", gebe es konkrete Untersuchungen, konkrete Anklagen, konkrete Maßnahmen.

So wehrt sich der Radsport dagegen, die neueste Affäre nicht als Rückfall in alte Gewohnheiten oder gar als Zeichen der Unverbesserlichkeit zu sehen. Im Gegenteil - die jüngsten Aktionen sollen dem Publikum, den Sponsoren und den Medien weismachen, dass der Radsport sich erneuert habe. Das klingt wie ein Standardargument, das man schon lange im Radsport hört. Der 2005 zurückgetretene Tour-Rekordsieger Lance Armstrong etwa wird seit Jahren nicht müde, darauf hinzuweisen, dass der Radsport mehr gegen das Doping tut als jeder andere Sport. Die vielen entdeckten Dopingfälle seien nur darauf zurückzuführen, dass hart durchgegriffen wird.

Es ist schon eine arg verdrehtes Denken, dass aufgedeckte Betrügereien in erster Linie ein Zeichen für Aufklärung sind und eben nicht für weit verbreiteten Betrug. Und auf den Fall der aktuellen Tour trifft es schon gar nicht zu. Denn es war wie schon 1998 der Staat, diesmal der spanische, der die tief verwurzelte Kultur des Dopings im Radsport zutage gefördert hat. Der Radsport selbst hat letztlich nur reagiert. Seit 1998 hat sich nicht viel geändert.

Das sagen selbst Leute aus dem Sport. Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer erklärte gestern: "Wenn das, was man alles hört, stimmt, ist es schlimmer als 1998." Die von der spanischen Nationalpolizei Guardia Civil aufgedeckte Praxis, dass Blutkonserven in Kühltaschen kreuz und quer durch Europa verschifft, angereichert und dann wieder injiziert wurden, findet Holczer gleich aus mehreren Gründen abstoßend und verstörend.

Neben der hygienischen Unappetitlichkeit solcher Machenschaften gibt vor allem die Unverfrorenheit und das nach wie vor kaum ausgeprägte Unrechtsbewusstsein zu denken. Holczers inzwischen entlassener Kollege Manolo Saiz, eine der einst angesehensten Figuren im Profiradsport, tauschte in aller Öffentlichkeit 60.000 Euro gegen Blutkonserven ein. Das sieht nicht gerade nach Skrupel aus.

Aber Fairness war dem Radsport schon immer fremd. Die Tour des France war von Beginn an kein ritterlicher Kampf, sondern ein Massenspektakel. Und Kern des Spektakels war es, wie unglaublich das ist, was die Fahrer sich zumuten. Danach, wie sie das schaffen und womit sie nachhelfen, wurde in den ersten 70 Jahren des Sports nicht gefragt. Das ging niemanden etwas an.

Genau so denken im Radsport bis heute noch viele. Die Mehrheit der Fans interessiert es auch nicht. Richard Virenque, eine der zentralen Figuren des Festina-Skandals von 1998, ist immer noch (oder gerade deshalb?) einer der beliebtesten französischen Rennfahrer. Als die Tour ihn 1999 ausladen wollte, gab es Proteste und Solidaritätsbekundungen.

In diesem Jahr muss sich das Publikum nach dem Ausschluss von Ullrich und Co. mit einer Tour ohne Stars anfreunden. Vielleicht verlieren die Zuschauer an einem solchen Rennen ja dann das Interesse, wenn Blutbeutel und Polizeirazzien das schon nicht vermochten. Das würde den Radsport wirklich schmerzen, denn dann würden auch die Sponsoren ausbleiben. Reformieren würde vermutlich jedoch auch das den Sport nicht - dafür ist es wohl schon lange zu spät.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: TALKSHOW- AUFTRITT - Ullrich bricht mit Beckmann
Beitrag von: SiLæncer am 01 März, 2007, 17:23
Zoff zwischen Jan Ullrich und Reinhold Beckmann: Der Radstar wollte zeitweise offenbar die Ausstrahlung seines Auftritts bei dem ARD-Talker verhindern - wegen zu kritischer Passagen. SPIEGEL ONLINE erfuhr: Auch zwischen der ARD und Beckmann soll es geknirscht haben.

In dem TV-Gespräch brachte Beckmann Ullrich mit kritischen Fragen ein ums andere Mal in Verlegenheit und schaltete zu dessen offensichtlicher Verblüffung den ARD-Dopingexperten Hajo Seppelt aus einem Nebenstudio zu. Im Anschluss an die Aufzeichnung der Sendung am Montag Nachmittag kam es zu einem Wortgefecht zwischen Ullrich, dessen Beratern und der "Beckmann"-Redaktion. Das bestätigte Ullrichs Sprecher Michael Lang, der bei der Auseinandersetzung anwesend war, auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE.

Anlass der hitzigen Diskussion war laut Ullrichs Manager Wolfgang Strohband, dass Talkmaster Reinhold Beckmann mehrere mündliche Vereinbarungen nicht eingehalten haben soll, die vor der Aufzeichnung angeblich getroffen worden waren. Demnach hatte bereits am Sonntag ein Gespräch zwischen Ullrich, Strohband und Reinhold Beckmann stattgefunden - laut Strohband "auf Wunsch von Beckmann".

In diesem Gespräch soll der Talkmaster seinem prominenten Gast zugesichert haben, ihn nicht zum spanischen Dopingskandal zu befragen und keine weiteren Gäste außer Ullrich und seiner Frau Sara einzuladen. Zudem soll Ullrich die mündliche Zusage erhalten haben, die Aufzeichnung der Sendung - die erst am späten Abend ausgestrahlt wurde - vorab zu sehen und kritische Passagen herausschneiden lassen zu können.

Nach der Aufzeichnung des Talks mit den scharfen Fragen Beckmanns und der Zuschaltung Seppelts "haben wir darum gebeten", so Strohband, "diesen Teil der Sendung herauszuschneiden. Daraufhin hat uns eine Mitarbeiterin des NDR erklärt, das sei nicht mehr möglich".

Ullrich-Sprecher Lang hat die Situation so in Erinnerung: "Herr Beckmann und seine Redaktion waren offenbar nicht abgeneigt, unsere Vorgaben zu erfüllen und die Passagen zu entfernen", doch auf Druck des NDR sei der Gastauftritt von Seppelt gesendet worden. Die Sendung "Beckmann" wird von einer privaten Produktionsfirma im Auftrag des NDR hergestellt.

In der ersten Aufregung überlegten Strohband und Lang laut Informationen von SPIEGEL ONLINE, mit einer einstweiligen Verfügung die Ausstrahlung der Sendung zu verhindern, sahen davon aber mit Blick auf mögliche negative Schlagzeilen ab. Ein Bericht der "Bild"-Zeitung von heute, in dem mit Bezug auf einen angeblichen schriftlichen Vertrag zwischen Beckmann und Ullrich behauptet wird, dass der Radstar juristisch gegen weitere Ausstrahlungen der Sendung vorgehen wolle, ist laut Strohband schlicht falsch. Der im Artikel zitierte Rechtsanwalt Marcus M. Hotze sei "sehr erbost" über den Artikel. Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE teilte eine Mitarbeiterin von Hotze unwirsch mit, dass es "ganz und gar unmöglich sei, ihn zu diesem Thema zu sprechen".

Strohband versicherte SPIEGEL ONLINE, dass weder eine schriftliche Vereinbarung existiert habe noch juristische Schritte gegen Beckmann geplant seien. Er sei ebenso wie Ullrich "menschlich enttäuscht", dass der Talkmaster "die Freundschaft zu Jan und Sara genutzt hat, um die beiden in die Sendung zu holen" und sich dann nicht an die Absprachen gehalten habe. Bereits in der offiziellen Ankündigung der Sendung war allerdings am Sonntag nachzulesen, dass es auch um Doping-Vorwürfe gehen werde. "Beckmann"-Sprecher Frank Schulze ist erstaunt über Strohbands Vorwürfe: "Wo soll es denn da Absprachen gegeben haben? Wir kündigen doch nicht einen Tag vorher das zentrale Thema der Sendung an, wenn es angeblich nicht angesprochen werden durfte."

Beckmann selbst verteidigt sich gegen die Vorwürfe. Der "Bild"-Zeitung sagte er heute: "Jan Ullrich wusste, dass es sich um ein journalistisches Gespräch handeln wird. Darüber haben wir vorher gesprochen. Es ist doch klar, dass wir eine Untersagung der zentralen Frage nach dem Doping-Arzt Fuentes niemals zugelassen hätten. Jan Ullrich hat einen ganz normalen Gäste-Vertrag bei uns. Darin ist nicht vorgesehen, nach der Sendung Passagen zu entfernen, die einem nicht gefallen oder Einfluss auf die Sendung zu nehmen."

Der NDR bestätigt Beckmanns Aussage in einer schriftlichen Stellungnahme und betont, dass "lediglich ein Gespräch über die Sendung nach der Aufzeichnung" zugesagt worden sei. Ulrike Jonas, die zuständige NDR-Redakteurin, habe demnach gegenüber Ullrich und dessen Begleitern "deutlich gemacht, dass weder ein Herausschneiden der Doping-Passage noch der Zuschaltung des Doping-Experten Hajo Seppelt für sie in Frage kommt".

Zur Aussage von Ullrich-Sprecher Lang, dass Beckmann durchaus bereit gewesen sei, die umstrittene Passage wieder herauszunehmen, hat der Talkmaster auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE bislang noch nicht Stellung genommen.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Streit über Talkshow- Auftritt: Beckmann greift Ullrichs Berater an
Beitrag von: SiLæncer am 02 März, 2007, 07:54
Radstar Jan Ullrich und seine Mitarbeiter werfen Reinhold Beckmann üble Tricks vor: Bei der Sendung am Montag soll der ARD-Talkmaster Absprachen gebrochen haben. Jetzt verteidigt sich Beckmann - und attackiert auf SPIEGEL ONLINE Ullrichs Berater.

Beckmann sagte SPIEGEL ONLINE heute: "Ich finde es erschütternd, was die Anwälte und vielen Berater von Jan Ullrich jetzt veranstalten. Ich habe den Verdacht, dass Jan Ullrich von diesem Vorgehen nichts weiß."

Sowohl Ullrichs Sprecher Michael Lang als auch dessen Manager Wolfgang Strohband hatten unmittelbar nach der Aufzeichnung der "Beckmann"-Sendung versucht, die Ausstrahlung der Sendung zu verhindern. Laut Strohband soll Beckmann in einem Vorgespräch seinem prominenten Gast zugesichert haben, ihn nicht zum spanischen Dopingskandal zu befragen und keine weiteren Gäste außer Ullrich und seiner Frau Sara einzuladen. Außerdem soll Ullrich die mündliche Zusage erhalten haben, die Aufzeichnung der Sendung - die erst am späten Abend ausgestrahlt wurde - vorab zu sehen und kritische Passagen herausschneiden lassen zu können.

In dem Fernsehgespräch brachte Beckmann dann Ullrich mit kritischen Fragen ein ums andere Mal in Verlegenheit und schaltete zu dessen offensichtlicher Verblüffung den ARD-Dopingexperten Hajo Seppelt aus einem Nebenstudio zu.

Beckmann entgegnet den Vorwürfen der Ullrich-Berater: "Jan Ullrich und ich haben uns am Tag vor der Sendung getroffen. In diesem Gespräch habe ich Jan Ullrich gesagt, dass ich ihm am Montag einige klare Fragen zu den Doping-Vorwürfen stellen werde. Nach der Aufzeichnung am späten Montagnachmittag hat das Management von Jan Ullrich von uns verlangt, wahlweise die Schalte zu dem ARD-Doping-Experten Hajo Seppelt erheblich zu kürzen oder gar den gesamten Fragenkomplex zum Thema Doping aus der Sendung zu schneiden." Das lehnte Beckmann ab: "Dazu haben wir unmissverständlich klargemacht, dass weder an das eine noch an das andere zu denken sei. Ich werde das Gefühl nicht los, dass sich hier einige untaugliche Berater drei Tage nach der Sendung von eigenen Fehlern freisprechen wollen."

Im Anschluss an die Aufzeichnung der Sendung am Montagnachmittag kam es zu einem Wortgefecht zwischen Ullrichs Beratern und der "Beckmann"-Redaktion. Das bestätigte Michael Lang, der bei der Auseinandersetzung anwesend war, auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE. Nach der Aufzeichnung des Talks "haben wir darum gebeten", sagte Strohband, "diesen Teil der Sendung herauszuschneiden. Daraufhin hat uns eine Mitarbeiterin des NDR erklärt, das sei nicht mehr möglich".

Ullrich-Sprecher Lang hat die Situation so in Erinnerung: "Herr Beckmann und seine Redaktion waren offenbar nicht abgeneigt, unsere Vorgaben zu erfüllen und die Passagen zu entfernen." Doch auf Druck des NDR sei der Gastauftritt von Seppelt gesendet worden. Zu diesem Vorwurf äußerte sich Beckmann trotz mehrfacher Nachfrage von SPIEGEL ONLINE nicht konkret. Auch die angebliche Zusage, keine weiteren Gäste einladen zu wollen, wurde nicht dementiert. Die Sendung "Beckmann" wird von einer privaten Produktionsfirma im Auftrag des NDR hergestellt.

In der ersten Aufregung nach der Aufzeichnung überlegten Strohband und Lang laut Informationen von SPIEGEL ONLINE, mit einer einstweiligen Verfügung die Ausstrahlung der Sendung zu verhindern - sahen davon aber mit Blick auf mögliche negative Schlagzeilen ab. Ein Bericht der "Bild"-Zeitung von heute, in dem mit Bezug auf einen angeblichen schriftlichen Vertrag zwischen Beckmann und Ullrich behauptet wird, dass der Radstar juristisch gegen weitere Ausstrahlungen der Sendung vorgehen wolle, ist laut Strohband falsch. Der im Artikel zitierte Rechtsanwalt Marcus M. Hotze sei "sehr erbost" über den Artikel. Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE teilte eine Mitarbeiterin von Hotze unwirsch mit, dass es "ganz und gar unmöglich" sei, ihn zu diesem Thema zu sprechen.

Strohband versicherte SPIEGEL ONLINE, dass weder eine schriftliche Vereinbarung existiert habe noch juristische Schritte gegen Beckmann geplant seien. Er sei ebenso wie Ullrich "menschlich enttäuscht", dass der Talkmaster "die Freundschaft zu Jan und Sara genutzt hat, um die beiden in die Sendung zu holen", und sich dann nicht an Absprachen gehalten habe. Schon in der offiziellen Ankündigung der Sendung war allerdings am Sonntag nachzulesen, dass es auch um Doping-Vorwürfe gehen werde. "Beckmann"-Sprecher Frank Schulze ist erstaunt über Strohbands Vorwürfe: "Wo soll es denn da Absprachen gegeben haben? Wir kündigen doch nicht einen Tag vorher das zentrale Thema der Sendung an, wenn es angeblich nicht angesprochen werden durfte."

Der NDR bestätigt Beckmanns Entgegnungen in einer schriftlichen Stellungnahme und betont, dass "lediglich ein Gespräch über die Sendung nach der Aufzeichnung" zugesagt worden sei. Ulrike Jonas, die zuständige NDR-Redakteurin, habe demnach gegenüber Ullrich und dessen Begleitern "deutlich gemacht, dass weder ein Herausschneiden der Doping-Passage noch der Zuschaltung des Doping-Experten Hajo Seppelt für sie in Frage kommt".

Quelle : www.spiegel.de
Titel: BLUTKONSERVEN - DNA- Analyse belastet Jan Ullrich schwer
Beitrag von: SiLæncer am 03 April, 2007, 18:26
Die Indizien wiegen schwer. Deutsche Ermittler können dank DNA-Analyse Blutbeutel aus der spanischen Dopingaffäre Jan Ullrich zugeordnen - die Anwälte des gefallenen Radstars setzen trotzdem auf Konfrontation statt Kooperation.

Hamburg - Wie der Bonner Staatsanwalt Friedrich Apostel dem Sport-Informations-Dienst (sid) bestätigte, seien die bei der "Operacion Puerto" sichergestellten Blutkonserven mit den Kennzeichnungen "Jan", "Nummer 1" oder "Rudis Sohn" "zweifelsfrei" Ullrich zuzuordnen. "Wir haben neun Blutkonserven vorgefunden, die wir mit den DNA-Proben vergleichen konnten. Dabei haben wir die Identität von Ullrich feststellen können", sagte Apostel dem Nachrichtensender n-tv. Die Blutbeutel belegten somit, dass ein Kontakt zum spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes bestanden habe. "Es zeigt, dass Blutbeutel dort gelagert wurden", sagte Apostel.

Der 33-jährige Ex-T-Mobile-Kapitän und Toursieger von 1997 hatte bisher jede Verbindung zu Fuentes und jede Manipulation bestritten. Er war am 26. Februar mit der Behauptung zurückgetreten, "nie betrogen" zu haben. "Die Erkenntnisse der Bonner Staatsanwaltschaft bestätigen die schlimmsten Befürchtungen, aber auch die konsequente Linie des BDR im Kampf gegen Doping", sagte der Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer, Rudolf Scharping.

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Thomas Bach, zeigte sich wenig überrascht von der Mitteilung der Staatsanwaltschaft. "Leider war das zu erwarten. Ich hoffe im weiteren Verfahren auf eine gute Kooperation zwischen Sportler und Staat", so Bach.

Dass diese Hoffnung des obersten deutschen Olympioniken womöglich fehl am Platz ist, zeigt die erste Stellungnahme von Johann Schwenn. Der Ullrich-Anwalt spricht im Zusammenhang mit den spanischen Ermittlungen von Manipulation. Auf Ullrichs Homepage erklärte Schwenn: "Die Verteidigung wird sich das Gutachten des Bundeskriminalamtes genau ansehen. Nach den Unregelmässigkeiten im spanischen Verfahren und bei der UCI ist es gut möglich, dass der angebliche Befund die Folge von Manipulation ist. Jedenfalls besteht kein Grund, an der Verteidigungslinie für Jan Ullrich irgend etwas zu ändern."

Ullrichs Anwälte sind laut Apostel über das Ergebnis informiert worden. Man erwarte "relativ schnell" eine Reaktion. Die Bonner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ullrich wegen Betruges zum Nachteil seines früheren Rennstalls sowie gegen seinen Betreuer Rudy Pevenage wegen Beihilfe und Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz.

Ullrichs Anwalt wollte Peter Michael Diestel wollte von einer neuen Lage nichts wissen. Mit dem DNA-Abgleich sei "überhaupt nichts bewiesen", so Diestel, Ullrich sei oft Blut abgenommen worden. "Außerdem waren wir nicht dabei, als die Proben verglichen wurden." Die Staatsanwaltschaft sehe aber in den Übereinstimmungen "wichtige Indizien" für die grundsätzliche Aussagekraft der spanischen Unterlagen, in denen unter gleichen Codes Wachstumshormone, Insulin und Testosteron gelistet werden.

Wann offiziell Anklage erhoben wird, konnte Apostel noch nicht abschätzen. Man wolle zuvor noch weitere Beweismittel zuordnen, sagte der Oberstaatsanwalt dem sid. Man erwarte noch Material aus Belgien und der Schweiz. Am 23. Februar 2007 hatte der Nationale Gerichtshof Spaniens den Einspruch der Ullrich-Anwälte gegen ein von der Bonner Staatsanwaltschaft gestelltes Rechtshilfeverfahren abgewiesen und den Weg für den Abgleich zwischen den Blutbeuteln und einer Speichelprobe freigemacht, die Ullrich am 1. Februar in Konstanz abgegeben hatte.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Das Fernsehen im Dopingsumpf
Beitrag von: SiLæncer am 27 Mai, 2007, 18:29
Abscheu, Verachtung, Enttäuschung: ARD und ZDF sprechen in der Doping-Affäre des Radsports plötzlich im Ton des Inquisitors. Dabei sind die Öffentlich-Rechtlichen noch immer ein Teil des Problems. Von Michael Hanfeld, "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung"

Die Doping-Aufklärer von heute sind die Leugner von gestern. Was man dieser Tage bei ARD und ZDF zu sehen bekommt, macht einen schwindlig. Die Moderatoren überbieten einander geradezu, Abscheu und Verachtung auszudrücken gegenüber einer Praxis, vor der sie ein ganzes Jahrzehnt lang die Augen verschlossen haben.

Bevor wir am Donnerstag Rolf Aldag lässig erzählen sahen, wie er mit dem Doping begonnen hat, und Erik Zabel schluchzte, schauten uns Figuren an wie Dieter Poschmann im ZDF und Michael Antwerpes in der ARD, die im Inquisitorenton die Pressekonferenz des Teams T-Mobile ankündigten. Die haben ja alle gedopt! Welch eine Enttäuschung, welch ein Skandal! Die Mär vom sauberen Sport - alles Lüge! Wer hätte das nur gedacht?

Sie alle haben es gedacht, geahnt, gewusst oder billigend in Kauf genommen. Sie haben die Heroen geschaffen, deren Untergang sie nun genauso lustvoll begleiten wie zuvor deren Aufstieg. Es gibt nicht wenige Sportjournalisten, deren Karriere darauf gründet, dass sie jemanden wie Jan Ullrich zur Lichtgestalt hochgesendet haben.

Die Intendanten gaben ihm den passenden Mitarbeitervertrag dazu, rund 200.000 Euro bekam er von 1999 an von der ARD; 2003 wurde sein Kontrakt noch einmal verlängert, obwohl er zuvor des Dopings überführt worden war. Man wolle ihm eine zweite Chance geben, hieß es damals und hieß es vor ein paar Monaten, als die Verabredung ans Licht kam. Richtig gelesen hatte den Vertrag angeblich keiner.

Warum auch? Es galt schließlich der Satz des wegen seiner Stasi-Kontakte geschassten Sportkoordinators Hagen Boßdorf: Wenn das Team Telekom sagt, es wird nicht gedopt, dann gibt es auch für die ARD kein Doping. Und so gingen sie jahrein, jahraus an die Strecke und stünden immer noch da, wäre es den Athleten nicht inzwischen selbst unheimlich geworden, ewig den Lügenbaron zu spielen. Und wenn man dann noch sieht, dass im ZDF die ehemalige DDR-Schwimmerin Kristin Otto als Sportredakteurin die entsprechenden Meldungen verliest, weiß man, dass leider gerade die Öffentlich-Rechtlichen noch immer ein Teil des Problems sind und wenig zur Lösung beitragen, auch wenn der Radsportler Bert Dietz bei "Beckmann" die Bekenntnisorgie begonnen hat.

Doch dann taucht im Ersten plötzlich jemand wie Ralf Meutgens auf. Wer ist Meutgens? Ein freier Journalist, den bis dato nur die Insider kannten. Ein Besessener, der seit Jahren akribisch wie kein Zweiter die Dopingmafia verfolgt hat und das System mit allen Verästelungen in seinem jüngst erschienenen Buch "Doping im Radsport" ebenso trocken wie detailliert nachzeichnet. Ein Außenseiter, der Zeilenhonorar kloppen und sein Geld woanders verdienen musste; ein Verfemter der Branche - zumindest im Fernsehen -, der seine Geschichten wie sauer Bier anbieten musste und Mal um Mal abgedrängt wurde. Der bis zur letzten Ampulle vorrechnet, was die Radfahrer alles in sich hineingepumpt haben.

Da steht er nun plötzlich, als wäre nichts gewesen, vor Antwerpes' ARD-Mikrofon und gibt zum Besten, was wir in der "Sportschau" oder dem "Aktuellen Sportstudio" schon vor Jahren von ihm hätten hören können: wer wie wann gedopt hat. Nur wollte das, solange Sender, Sponsoren und Rennställe noch Partner waren, keiner hören. Jetzt ist Meutgens dran, endlich.

Es ist schwer zu erklären, wie es zum Umschwung kam, zum Ende des Widerspruchs zwischen der Sportberichterstattung in Qualitätszeitungen und Magazinen und der des Fernsehens. Vielleicht hat ja doch das erzwungene Ende der Radsport-Fernseh-Allianz dazu beigetragen, beflügelt durch die Aufdeckung der Machenschaften korrupter Sportchefs wie Jürgen Emig vom Hessischen und Wilfried Mohren vom Mitteldeutschen Rundfunk. Die "partners in crime" stehen bald selbst vor dem Kadi. Doch man sollte sich nichts vormachen: Wo zuvor die nun verfemten Radsportler strampelten, stehen heute - zum Beispiel - die Boxer unter Vertrag.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Re: TALKSHOW- AUFTRITT - Ullrich bricht mit Beckmann
Beitrag von: _Immer_Intl_ am 30 Mai, 2007, 09:07
Das ist ja mal eine ganz neue Art der Anwalterei, was der Herr Diestel da veranstaltet.

Leute, diese "Profis" haben gedopt und wollen jetzt noch dafür Mitleid???

Sind die alle bescheuert?!!
Titel: Re: TALKSHOW- AUFTRITT - Ullrich bricht mit Beckmann
Beitrag von: Jürgen am 31 Mai, 2007, 01:27
Nö, nur gierig.

Und das dumme Volk gibt seine 'Helden' nicht so schnell auf.

Bereits vor über dreissig Jahren, in der sehr sportlichen Phase als Heranwachsender, habe ich im Sportverein und sogar im Schulsport mit Leuten aus der Doping-Szene zu tun gehabt, deren intensiven Webe-Argumenten etliche nicht widerstanden haben.
Schon damals hiess es, wer vorne mitspielen wollte, der hätte keine andere Wahl, als von Anfang an mitzumachen.

Dies hat mich, zusammen mit meiner Abneigung gegen gemeinsames Duschen und dem hartnäckigen und trotz offizieller Beschwerde wiederholtem  Versuch unsittlicher Handlungen unter Unterstützung der Trainer, zum Verlassen des Vereins und der Aufgabe jeglichen offiziellen Leistungssports bewegt.

Stier-Hormone oder Männerschweiss, pfui Deibel...

Muss leider feststellen, das sich mir der 'Sportsgeist' letztlich als Fortsetzung von Nazi-Ideologie und -Methoden dargestellt hat, etwa 25 - 30 Jahre nach dem 'Zusammenbruch'.
Frage mich daher, ob's heute wirklich soo viel anders ist, oder doch immer noch die Suche nach dem teutonischen Übermenschen mitspielt...
Jedenfalls passt da ziemlich gut zu all' der nationalistischen Raserei bei einigen populären Sportarten  >:(
Titel: Re: TALKSHOW- AUFTRITT - Ullrich bricht mit Beckmann
Beitrag von: _Immer_Intl_ am 31 Mai, 2007, 12:28
Jau, ich stimme Dir zu.
Titel: Re: TALKSHOW- AUFTRITT - Ullrich bricht mit Beckmann
Beitrag von: Schranzbert am 31 Mai, 2007, 19:24
Dazu kann ich nur empfehlen mal nach "Joachim Bublath Die neuen Supermänner zu suchen" (eseln) da gehts um ähnliche Themen. Ansonsten kann ich euch nur recht geben. Allerdings ist das Sensationsgebaren von den Öffis mittlerweile auch echt peinlich.  ::)
Titel: ARD und ZDF steigen vorläufig aus Tour- Berichterstattung aus
Beitrag von: SiLæncer am 18 Juli, 2007, 13:55
Nach der positiven A-Probe von Radprofi Patrik Sinkewitz ziehen ARD und ZDF drastische Konsequenzen: Bis auf Weiteres werden die Öffentlich-Rechtlichen nicht mehr von der Tour de France berichten.

Hamburg - Den Ausstieg teilte ZDF-Sprecher Thomas Stange der Deutschen Presse-Agentur dpa mit. Die beiden öffentlich-rechtlichen TV-Sender reagieren damit auf die Doping- Anschuldigungen gegen T-Mobile-Profi Patrik Sinkewitz, der nach Mitteilung der Nationalen Anti-Doping-Agentur Nada bei einer Trainingskontrolle am 8. Juni positiv getestet worden ist. Der Boykott werde so lange anhalten, bis die Angelegenheit geklärt sei, sagte der ZDF-Sprecher.

Der Ausstieg hatte sich angekündigt. Wie SPIEGEL ONLINE von ARD-Tour-Teamchef Roman Bonnaire erfahren hatte, berieten sich die beiden Sender bis vor Kurzem. "Wir beraten gerade noch mit dem ZDF über den Tour-Ausstieg. Jetzt müssen erstmal alle zusammenkommen, im Verlauf des Nachmittags wird dann eine Entscheidung fallen", sagte Bonnaire.

Vom ZDF lag zunächst keine Stellungnahme vor. Das "Zweite" hatte aber bereits vor Beginn der Tour darüber nachgedacht, den Radsport von der Mattscheibe zu verbannen. ZDF-Intendant Markus Schächter hatte damals zur Bedingung gemacht, dass die Organisatoren sichere Kontrollen nachweisen.

Zudem soll es eine Ausstiegsklausel in den TV-Verträgen geben, die den Ausstieg erlaubt, sollte es während der Übertragungen zu neuen Dopingfällen kommen. Bei der Sitzung Anfang Juni hatte eine knappe Mehrheit des für Grundsatzfragen zuständigen ZDF-Fernsehrats gar gegen die Übertragung der Frankreich-Rundfahrt gestimmt.

20 Mitglieder hatten sich damals gegen die Übertragung ausgesprochen, 19 votierten für den Forderungskatalog, der an die Veranstalter gerichtet wurde. In der ZDF-Struktur ist der Fernsehrat nicht für Programmfragen verantwortlich, insofern war die Abstimmung lediglich als Empfehlung zu verstehen gewesen. Künftig werde das ZDF bei allen Sportverträgen Dopingklauseln einbauen, hatte der Intendant im Juni angekündigt.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Re: ARD und ZDF steigen vorläufig aus Tour- Berichterstattung aus
Beitrag von: ritschibie am 18 Juli, 2007, 17:19
Stier-Hormone oder Männerschweiss, pfui Deibel...

Was kann ich denn dafür, daß ich Ende April geboren wurde? Wegen so nem Sch... werde ich jetzt diskriminiert!!!
Titel: Re: ARD und ZDF steigen vorläufig aus Tour- Berichterstattung aus
Beitrag von: rmbigfoot am 19 Juli, 2007, 07:46
Nach der positiven A-Probe von Radprofi Patrik Sinkewitz ziehen ARD und ZDF drastische Konsequenzen: Bis auf Weiteres werden die Öffentlich-Rechtlichen nicht mehr von der Tour de France berichten.
...
Quelle : www.spiegel.de

Endlich mal ein Zeichen an die Verantwortlichen. Wird Zeit, daß da mal aufgeräumt wird. Vielleicht passiert ja mal was, wenn denen die Einnahmen aus der TV-Berichterstattung flöten gehen. Das Problem bei der ganzen Sache ist nur das, daß wenn das Verhalten von ARD und ZDF Schule macht, kriegen wir bald gar keinen Sport mehr zu sehen.
Zum Thema Doping kann ich nur sagen, die zu erwartenden Strafen sind einfach zu lau, genau wie im deutschen Straßenverkehr. Vielleicht müsste Doping rechtlich auf eine andere Stufe gestellt werden, so daß man als dopender Sportler auch Angst vor der Justiz haben müßte. Denn letztendlich ist Doping nichts anderes als Betrug. Aber das Ganze wird wahrscheinlich wieder an der Internationalität des Sports an sich scheitern.
Titel: Sinkewitz' Sündenfall stürzt Radsport ins Chaos
Beitrag von: SiLæncer am 19 Juli, 2007, 09:39
Wut, Empörung, Fassungslosigkeit: Der Dopingfall Sinkewitz erschüttert die Radsportszene. ARD und ZDF haben wegen der Affäre die Live-Berichterstattung von der Tour de France ausgesetzt. Auch Sponsoren erwägen den Ausstieg. Protest dagegen gibt es ausgerechnet von dem Tour-Ausrichter.

Hamburg - Ausgerechnet einer der jungen Hoffnungsträger des T-Mobile-Teams hat den deutschen Radsport in eine neue schwere Krise gestürzt. ARD und ZDF zogen nach dem Dopingfall Patrik Sinkewitz die Notbremse und stiegen heute aus der Live-Berichterstattung von der Tour de France aus.

"Wir konnten mit der Gelben Karte nicht mehr warten, es muss klar Schiff gemacht werden", sagte ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender nachdem er sich mit ARD-Programmdirektor Günter Struwe abgestimmt hatte. Sinkewitz sei zu den "jungen wilden Sauberen" gezählt worden. Man wolle durch die Maßnahme versuchen, "zu einem sauberen Sport beizutragen".

Der Ausstieg von ARD und ZDF gilt laut Brender "bis zur Aufklärung des Falls Sinkewitz". Dagmar Reim, Intendantin vom Rundfunk Berlin-Brandenburg, erwartet nach dem Tour-Ausstieg von ARD und ZDF, dass "diese Konsequenzen sich nötigenfalls auch auf andere Sportarten zu erstrecken haben". Denn man könne sich "heute kaum vorstellen, dass allein im Radsport gedopt wird". Der Fernsehsender Eurosport setzte dagegen seine Übertragungen von der Tour wie gewohnt fort. Man denke nicht an ein Ende der täglichen ausführlichen Live-Berichterstattung, hieß es aus Paris.

Der Präsident der Tour-Organisation Amaury Sports (ASO), Patrice Clerc, hat die Entscheidung von ARD und ZDF indes kritisiert. "Damit wird die Tour bestraft, aber wir sind die Falschen", sagte Clerc nach der 10. Etappe in Marseille. Leidtragende seien die Zuschauer sowie jene Fahrer und Teams, die unbelastet seien. Die Medien hätten die Aufgabe, zu berichten und den Kampf gegen Doping zu begleiten. Daher sei die Entscheidung, die Live-Berichterstattung nach Bekanntwerden des Dopinfalls von Patrik Sinkewitz "paradox", sagte der ASO-Präsident.

Mit den noch verbliebenen sechs Fahrern ging das T-Mobile-Team an den Start der 10. Etappe. Man werde die Mannschaft auf keinen Fall aus der Tour nehmen, sagte der Kommunikationsdirektor des Unternehmens, Christian Frommert: "Ein solcher Schnellschuss kommt nicht in Frage, so frustrierend das alles auch ist. Wir werden nach Ende der Rundfahrt analysieren, wie die Zukunft aussieht." Gleiches gilt laut PR-Chef Stefan Göbel für Gerolsteiner: "Ob wir nach 2008 im Radsport bleiben, entscheiden wir Ende August."

Nur zwei Stunden zuvor hatte der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) gemeldet, dass T-Mobile-Profi Sinkewitz bei einer Trainingskontrolle der Nationalen Antidoping-Agentur Nada am 8. Juni in den Pyrenäen positiv auf Testosteron getestet worden war. Die im Kölner IOC-Labor vorgenommene Analyse der A-Probe überschritt mit einem Wert von 24:1 das erlaubte Limit von 4:1 deutlich. Sinkewitz, der am vergangenen Sonntag nach einem schweren Sturz die Tour beenden musste, wurde von seinem Team umgehend suspendiert. Der Beschuldigte bestritt kurz vor seiner Operation in einer Hamburger Klinik, gedopt zu haben.

Sollte die B-Probe wie erwartet das Ergebnis bestätigen, wird der 26-Jährige laut Frommert sofort entlassen: "Das einzig Gute an diesem Tiefschlag ist die Erkenntnis, dass die Kontrollen immer besser greifen." Man werde sich vom Kurs der Erneuerung nicht abbringen lassen.

Sinkewitz wäre der Erste, der als des Dopings überführter Radprofi neben der zu erwartenden Zweijahres-Sperre ein Jahresgehalt als zusätzliche Strafe zahlen müsste. Er hatte wie alle Tour-Starter die Ethik-Verpflichtung des Weltverbandes UCI unterschrieben. Sein Jahressalär wird auf 500.000 Euro geschätzt.

Vor einem Jahr war bekannt geworden, dass Sinkewitz vom umstrittenen italienischen Arzt Michele Ferrari betreut wurde. Erst auf massiven Druck des Bonner Teams, das ihn Anfang 2006 von Quick-Step geholt hatte, brach Sinkewitz die Verbindung ab. Zum damaligen "Ferrari-Trio" T-Mobiles zählten auch der Australier Michael Rogers und der Italiener Eddy Mazzoleni (seit 2007 bei Astana), der vor kurzem wegen neuer Dopinganschuldigungen seine Karriere beendet hat.

Der Heidelberger Doping-Experte Werner Franke zeigte sich bei n-tv nicht überrascht von der positiven A-Probe Sinkewitz': "Es wird jetzt mit Methoden gedopt, von denen man annimmt, sie könnten bei Kontrollen nicht entdeckt werden. Da hat man sich aber wohl geschnitten." Die Deutschen seien ein besonders scheinheiliges Volk, sagte Franke: "Weil sie meinen, sie kontrollieren sich zu Tode. Für andere Disziplinen ist ja bekannt, dass dies keinesfalls so ist."

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Tour de France bei SAT1
Beitrag von: ritschibie am 19 Juli, 2007, 22:48
Hoffentlich bin ich hier im richtigen Thread...

Erst vor Tagen hatten uns die SAT1 Gewaltigen darüber informiert, daß aus Sparzwängen die Nachrichtensendungen mittags und abends entfallen müssen. Wenigstens haben sie unterhaltungstechnisch für Ersatz gesorgt, wenn auch nur für ein paar Tage. Die von den öfftl. rechtl. Programmen eingestellte Live-Übertragung der Tour de France findet ab sofort auf SAT1 statt. Da fühlt sich wohl nicht nur die ARD und das ZDF verarscht, da werden sich auch die entlassenen Nachrichten-Leute verwundert die Augen reiben.

Na sollen sie doch radeln, mit und ohne Nadeln..
Titel: Sponsoren drohen mit Rückzug aus dem Radsport
Beitrag von: SiLæncer am 20 Juli, 2007, 15:44
Das Doping-Debakel bei der Tour de France hat wirtschaftliche Konsequenzen: Nach Adidas erwägen auch andere Sponsoren, aus dem Radsport auszusteigen. Audi, Gerolsteiner, Skoda, Milram - sie alle wollen einen Werbe-Stopp nicht ausschließen. Den Teams würden Millionen entgehen.

Hamburg - Den Anfang machte gestern Adidas. "Wir befassen uns sehr ernsthaft mit dem Gedanken an einen Ausstieg aus unseren Sponsoring-Aktivitäten", sagte ein Unternehmenssprecher. "Es stehen noch Gespräche aus, aber die Zeichen stehen eher auf Ausstieg."

Heute Morgen zog dann Audi nach. Der Autohersteller stellt bei der Tour de France etwa zwei Dutzend kostenlose Begleitfahrzeuge für das T-Mobile-Team. Im Herbst, sagte eine Audi-Sprecherin, werde man dieses Engagement "angesichts der jüngsten Vorfälle kritisch überprüfen". Einen Rückzug schloss sie nicht aus.

Mindestens drei weitere Unternehmen machen sich ebenfalls ernsthafte Gedanken. Ihre Befürchtung: Der Doping-Verdacht gegen T-Mobile-Fahrer Patrik Sinkewitz könnte den Radsport endgültig in Verruf bringen - und das Image der Sponsoren in Mitleidenschaft ziehen. Egal, ob die Unternehmen mit dem Team T-Mobile in Verbindung stehen oder nicht: In der öffentlichen Wahrnehmung, so die Sorge, könnte das PR-Desaster auf die gesamte Branche abfärben.

Besonders düster sieht man das bei Gerolsteiner. Der Mineralwasserhersteller unterstützt das gleichnamige Team, der Vertrag läuft bis Ende 2008. Noch in diesem August will das Unternehmen entscheiden, ob es den Vertrag verlängert - oder aussteigt.

"Wir wollen Mineralwasserkonsumenten erreichen", sagt ein Sprecher zu SPIEGEL ONLINE. "Wenn die Brücke zum Konsumenten nicht mehr funktioniert, dann steht unser Engagement ernsthaft in Frage."

Dabei trifft das Team Gerolsteiner selbst keine Schuld. Der mutmaßliche Dopingsünder Sinkewitz fuhr schließlich für die Konkurrenz. Was das Unternehmen jedoch beunruhigt, ist der Ausstieg von ARD und ZDF aus der Tourberichterstattung.

"Wie wir uns entscheiden, hängt maßgeblich von den Zuschauerzahlen ab", sagt der Gerolsteiner-Sprecher. "So gesehen war die Entwicklung der letzten Tage ein herber Rückschlag." Möglicherweise würden sich Zuschauer enttäuscht vom Radsport abwenden.

Nachdem Sat.1 die Live-Übertragung übernommen hat, müsse man abwarten, wie sich die Einschaltquoten entwickeln. "Das steht jetzt wirklich auf dem Prüfstand."

Immerhin: Einen Imageschaden für sein Mineralwasser erwartet Gerolsteiner nicht. Eine Marktforschungsstudie im Auftrag des Unternehmens registriert zwar einen sinkenden Rückhalt in der Bevölkerung für den Radsport insgesamt. Das Team Gerolsteiner hingegen werde als unbescholten wahrgenommen. "Es gibt keinen negativen Einfluss auf die Marke Gerolsteiner", sagt der Sprecher.

In der Zwickmühle steckt auch der Autohersteller Skoda. Vor 110 Jahren wurde das Unternehmen von einem Fahrradproduzenten gegründet, seitdem fühlt es sich dem Radsport traditionell verbunden. Die aktuelle Entwicklung allerdings sieht man bei Skoda gar nicht gerne. "Natürlich stellen wir uns die Frage, ob unser eigenes Image Schaden nimmt", sagt ein Sprecher zu SPIEGEL ONLINE. Zumindest bestehe die Gefahr, dass der Fall Sinkewitz die Sportart so sehr in Verruf bringt, "dass das Fass überläuft".

Noch hat man bei Skoda aber Hoffnung. Das Unternehmen stellt unter anderem Fahrzeuge für das Team Gerolsteiner zur Verfügung. "Das scheint eines der wenigen Teams zu sein, die es kapiert haben", sagt der Skoda-Sprecher. "Es wäre ein Fehler, jetzt alle unter Generalverdacht zu stellen." Eine kurzfristige Entscheidung über ein Ende des Sponsorings stehe deshalb nicht an. "Wir hauen nicht in Hektik ab."

Wenn ein Gerolsteiner-Fahrer jedoch des Dopings überführt würde, "dann ändert das die Sache sofort", sagt der Skoda-Sprecher. "Wenn dort die gleiche Sauerei passiert, sind wir weg." Noch setze man aber darauf, dass der Radsport die Wende zum Guten schaffe. "Da wollen wir mit dabei sein."

Kritische Stimmen sind auch bei Nordmilch, dem Geldgeber des Teams Milram, zu hören. Der Vertrag läuft zwar noch bis Ende 2009. Doch Marketing-Vorstand Martin Mischel betont im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE, dass es eine Ausstiegsstrategie gebe. "Wenn wir eine Schädigung unserer Markenwerte feststellen würden, reagieren wir." Im Vordergrund stehe dabei nicht die Meinung der Medien, sondern die des Verbrauchers.

Allerdings: Nicht alle Unternehmen sehen im jüngsten Doping-Fall eine Gefahr für das eigene Image. So will der Lebensmittelkonzern Dr. Oetker dem Radsport in jedem Fall treu bleiben. Das Unternehmen hat kein eigenes Team, lässt aber Fahrzeuge in der Werbekaravane mitfahren - beworben wird zum Beispiel die aus dem Hause Oetker stammende Pizza Ristorante.

"Es gibt keine Überlegungen, sich zurückzuziehen", sagt ein Sprecher. Die Kampagne werde von Dr. Oetker in Frankreich organisiert und ziele auf den französischen Markt ab. "Dort wird die Tour ganz anders wahrgenommen als in Deutschland", sagt der Sprecher. "Die Stimmung der Franzosen ist ausgezeichnet." Und dieses Millionenpublikum will das Unternehmen erreichen - Doping hin oder her.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: ARD und ZDF bleiben auf 7,5 Millionen Euro Kosten für "Tour" sitzen
Beitrag von: SiLæncer am 21 Juli, 2007, 13:17
Den Gebührenzahler kommt der Ausstieg von ARD und ZDF aus der Übertragung der diesjährigen "Tour de France" teuer zu stehen.

Nach Angaben der "Berliner Zeitung" (Samstagsausgabe) dürfte der Kurztrip die beiden öffentlich-rechtlichen Sender rund 7,5 Millionen Euro gekostet haben. 2,6 Millionen mussten sie für die TV-Rechte bezahlen. Etwa fünf Millionen seien für Produktion und Logistik fällig, hieß es. Einen Bericht der "Bild"-Zeitung am Freitag, wonach der Abbruch etwa 10 Millionen Euro koste, wiesen ARD und ZDF zurück - allerdings ohne konkrete Zahlen zu nennen.

Die TV-Zuschauer hatten in zwei Blitzumfragen zum "Tour de France"-Ausstieg die Haltung der öffentlich-rechtlichen Sender zuvor gebilligt .

Regressansprüche gegen den "Tour"-Veranstalter ASO schlossen die Sender bereits im Vorfeld aus (SAT+KABEL berichtete). Derzeit holen ARD und ZDF ihre Mitarbeiter aus Frankreich zurück. Das soll nach Angaben der "Berliner Zeitung" helfen, die Kosten nicht weiter steigen zu lassen. Und auch auf die Werbegelder, die durch die "Tour" generiert worden wären, soll nicht verzichtet werden: Den Kunden würden nun andere Werbeumfelder angeboten.

Quelle : SAT+KABEL
Titel: Bericht über weiteren Dopingfall bei der Tour
Beitrag von: SiLæncer am 25 Juli, 2007, 15:36
Schon wieder meldet die französische Zeitung "L'Equipe" einen Dopingfall - diesmal wurde bei einem Fahrer ein erhöhter Testosteron-Wert nachgewiesen. Bei Alexander Winokurow ergab auch eine zweite Blutprobe Doping mit Fremdblut.

Hamburg - Nach der elften Etappe am 19. Juli von Marseille nach Montpellier wurde ein Fahrer positiv auf Testosteron getestet. Das meldet die französische Zeitung "L'Equipe" auf ihrer Internetseite unter Berufung auf den Radweltverband UCI. Der Name des Fahrers soll am Nachmittag bekanntgegeben werden. Die Dopingbeauftragte des UCI, Anne Gripper, wollte bei SPIEGEL ONLINE den aktuellen Fall nicht kommentieren. Sie kündigte allerdings an, dass es im Laufe des Tages eine Stellungnahme des Weltverbandes geben wird.

Nach der Etappe wurde ein Urintest durchgeführt, dabei wurde der erhöhte Testosteronwert festgestellt, meldet "L'Equipe" weiter. Die Dopingprobe war im Labor von Châtenay-Malabry untersucht worden.

Auch beim deutschen T-Mobile-Profi Patrik Sinkewitz war ein erhöhter Testosteronwert festgestellt worden - allerdings bei einer Trainingskontrolle vier Wochen vor Tourbeginn.

Das elfte Teilstück war eine Flachetappe und wurde von Robert Hunter (Barloworld) gewonnen, der sich als erster Südafrikaner einen Etappensieg bei der Tour sicherte. Michael Rasmussen fuhr zu diesem Zeitpunkt bereits in Gelb. Nach ARD-Informationen wurden nach der Etappe Rasmussen, der Luxemburger Kim Kirchen, Erik Zabel, Tagessieger Robert Hunter aus Südafrika, Patxi Vila Errandonea aus Spanien, Lilian Jegou aus Frankreich, der Kasache Maxim Iglinskiy und der Franzose Cristian Moreni zur Doping-Probe gebeten.

Erst vor wenigen Stunden hatte "L'Equipe" gemeldet, Alexander Winokurow sei zweimal des Fremdblut-Dopings überführt worden. Der Kapitän des inzwischen abgereisten Astana-Teams habe beim Gewinn des Zeitfahrens am Samstag und bei seinem Etappensieg am Montag manipuliert. Dabei hatte der 33-Jährige in der französischen Zeitung in einem Interview seine Unschuld beteuert und von "Verschwörung" gesprochen.

Gestern war Winokurow eine positive Dopingprobe vom Zeitfahren der laufenden Tour de France vom 21. Juli nachgewiesen worden. Die Astana-Mannschaft erklärte daraufhin mit sofortiger Wirkung den Rückzug von der 94. Frankreichrundfahrt. Winokurow reiste ab, bevor die Polizei das Teamhotel filzte. Wo sich der Kasache jetzt aufhält, ist nicht bekannt. Mit dem Ausstieg des Teams ist die Tour auch für den Deutschen Andreas Klöden beendet.

Für Doping-Schlagzeilen hatten zuvor schon der im Gesamtklassement führende Däne Michael Rasmussen und Patrik Sinkewitz vom T-Mobile Team gesorgt. Allerdings beziehen sich beide Fälle nicht auf Vergehen während der laufenden Rundfahrt.

Rasmussen wird vorgeworfen, mehrfach bei unangemeldeten Kontrollen nicht angetroffen worden zu sein. Sinkewitz war Anfang Juni im Training positiv auf Testosteron getestet worden.
Erneute Kontrollen wurden auch heute vor der letzten Pyrenäen-Etappe durchgeführt. Bei keinem der 14 getesteten Fahrer wurde ein erhöhter Hämatokritwert festgestellt.

Insgesamt wurden seit dem Tour-Start am 7. Juli in London 225 Proben entnommen. Auch beim Ruhetag gestern waren die Kontrolleure des Radsport-Weltverbandes UCI bei 40 Fahrern vorstellig geworden, darunter auch bei Rasmussen und dem im Gesamtklassement zweitplatzierten Spanier Alberto Contador.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Team feuert Tour- Spitzenreiter Rasmussen
Beitrag von: SiLæncer am 26 Juli, 2007, 08:01
Er fuhr seit Tagen unter Dopingverdacht im Gelben Trikot - jetzt muss Michael Rasmussen die Tour de France verlassen. Das Team Rabobank hat ihn gefeuert, weil er mehrmals über seinen Aufenthaltsort log und so das Kontrollsystem unterlief. Noch in der Nacht rückte die Polizei an. Die Tour-Leitung ist zufrieden.

Gourette - Ein Sprecher des Rabobank-Teams teilte am späten Mittwochabend mit, dass Michael Rasmussen mit sofortiger Wirkung aus der Tour de France 2007 aussteigen wird. Der Däne gehe wegen einer Entscheidung des Teams und der Sponsoren. Er habe durch Lügen die internen Regeln des Rennstalls verletzt. "Am Mittwochnachmittag" sei klar geworden, dass Rasmussen intern "mehrmals" falsche Trainingsorte angeben habe. Er sei damit konfrontiert worden und habe schließlich zugegeben, statt in Mexiko in den Dolomiten trainiert zu haben - was für Teamchef Theo De Rooy "das Wasserglas zum Überlaufen gebracht" habe. Sponsor Rabobank teilte mit: "Wir sind schockiert und völlig enttäuscht, dass Rasmussen über seinen Aufenthaltsort gelogen hat." Das sei "inakzeptabel".

Laut der niederländischen Nachrichtenagentur ANP wurde Rasmussen außerdem mit sofortiger Wirkung aus dem Team entlassen. Ob Rabobank am Donnerstag zur 17. Etappe der Tour de France antritt, blieb offen. "Die anderen Fahrer diskutieren, ob sie abreisen oder nicht. Die Entscheidung fällt am Morgen", kurz vor Etappenstart, sagte der Teamsprecher. Die Polizei rückte noch in der Nacht am Mannschaftshotel von Rabobank an, inspizierte Räumlichkeiten und den Bus.

Tour-Direktor Christian Prudhomme lobte die Entscheidung der Sponsoren. Man könne nicht sagen, dass Rasmussen betrogen habe. Doch seine Lügen über seinen Aufenthaltsort seien nicht mehr tragbar. Der Rabobank-Fahrer führte nach seinem zweiten Etappensieg auf der letzten schweren Bergstrecke die Gesamtwertung mit einem Vorsprung von 3:10 Minuten vor dem Spanier Alberto Contador an. Das galt als kaum noch einholbar, zumal Contador kein guter Sprinter ist und damit am Sonnabend im Zeitfahren kaum noch Chancen hatte, den Rückstand aufzuholen.

Jetzt fährt der umstrittene Spanier Contador im Gelben Trikot

Die Entscheidung im Dopingverdachts-Fall Rasmussen ist der vorläufige Höhepunkt der Skandal-Tour 2007. Gestern Nachmittag war schon der Italiener Cristian Moreni vom Cofidis-Team als Testosteron-Doper entlarvt worden - seine Mannschaft zog daraus die Konsequenzen und verabschiedete sich von der Tour. Am Dienstag hatte das kasachische Astana-Team nach der Blutdoping-Überführung ihres Kapitäns Alexander Winokurow den sofortigen Rückzug bekannt gegeben; am Mittwoch wurde bekannt, dass gegen Winokurow ein weiterer belastender Dopingbefund vorliegt.

Der bisherige Tourzweite Alberto Contador ist damit der neue Führende der Tour de France. Der 24-jährige Spanier startet für das Team Discovery Channel des Ex-Toursiegers Lance Armstrong. Er ist als mutmaßlicher Kunde des berüchtigten Blutdoktors Eufemiano Fuentes in Verdacht.

Immer wieder hatte es in den vergangenen Tagen Ärger um Rasmussen gegeben. Der dänische Radsportverband DCU hatte ihn am 19. Juli aus dem Nationalteam ausgeschlossen - wegen Unregelmäßigkeiten bei Dopingtests, wie sie auch jetzt als Begründung angeführt werden. DCU-Geschäftsführer Jesper Worre sagte, Rasmussen sei mehrfach seiner Meldepflicht gegenüber dem Weltverband UCI nicht nachgekommen. Nach den UCI-Statuten müssen die Radprofis den Weltverband über ihren jeweiligen Aufenthaltsort in Kenntnis setzen, damit dieser jederzeit Dopingtests vornehmen kann. Verstößt ein Fahrer drei Mal gegen diese UCI-Regel, dann wird dies als Dopingvergehen gewertet und mit zwei Jahren Sperre geahndet.

Seit der Enthüllung von Rasmussens Vergehen entbrannte ein Streit um Formalien. Er hatte nach letztem Stand zwei Verwarnungen von der UCI kassiert - und zwei von der DCU. Doch 2+2 waren in diesem Fall nicht 4, sondern 2: Die Verstöße durften nicht addiert - und somit auch nicht geahndet werden. Rasmussen konnte also weiter bei der Tour de France starten, Tourdirektor Prudhomme sah keine ausreichenden Gründe für einen Ausschluss.

"Die Tour braucht einen Helden, Rasmussen ist keiner"

"Die ganze Sache ist unverhältnismäßig und beruht auf einer Fehlinformation. Ich hatte nie einen positiven Dopingtest", hatte Rasmussen vor dem Start zur 12. Etappe noch gesagt. "Ich bin im Juni außerhalb von Wettkämpfen getestet worden, und alle Tests waren negativ. Ich habe die Unterstützung von der Tour. Aber ich bin sauer auf den dänischen Verband, weil ich nichts getan habe." Dennoch hatte Prudhomme zuletzt Rasmussen scharf kritisiert: "Die Tour braucht einen Helden, Rasmussen ist keiner", hatte der Tourboss der Zeitung "Sud Ouest" gesagt.

Auch bei vielen anderen Fahrern war Rasmussen unten durch. Gestern streikten mehrere Teams am Start, starteten erst mit Minuten-Verzögererung hinter der Dänen auf die 16. Etappe, um gegen die Starterlaubnis für Rasmussen zu protestieren. Auch im Publikum hatte Rasmussen inzwischen viele Kritiker. Pfiffe, Buhrufe begleiteten den Mann im Gelben Trikot auf der Etappe. Erboste Fans brüllten ihm gestern "Dopage! Dopage!" entgegen. Im Ziel ließen sich die Zuschauer nach Rasmussens Etappensieg nur zu einem Anstandsapplaus hinreißen - und bejubelten die Nächstplatzierten umso mehr.

Nach der Ankunft hatte Rasmussen beleidigt erklärt, er bringe "aufgrund der vielen Anfeindungen von Tag zu Tag immer mehr Respekt für Lance Armstrong" auf. Der einstige siebenmalige Seriensieger der Tour, in dessen 1999er-Blutproben bei verfeinerten Tests 2005 Epo gefunden wurde, war beim französischen Publikum wegen seiner arroganten Art und seiner brutalen Dominanz nie beliebt gewesen.

Bergkönig Rasmussen wollte diesmal unbedingt den Sieg

Rasmussen gilt als Exot im Profi-Radsport. Der ehemalige Mountainbike-Weltmeister stammt aus dem Flachland - und ist seit drei Jahren der stärkste Kletterer auf der Große Schleife. Im Kampf Rasmussen gegen alle war der dünne Däne im Gebirge stets der Stärkere geblieben. Diesmal wollte er sich in Paris zum dritten Mal in Folge zum "Bergkönig" krönen lassen - und zum neuen Triumphator in Gelb.

Seine Eigenwilligkeit in sportlichen Dingen überträgt er auch auf den organisatorischen Bereich. Aus Trainingsaufenthalten in Mexiko, wo seine Familie lebt, resultierte im vergangenen Jahr eine Mitgliedschaft in der dortigen Radsport-Föderation. Das europäische Doping-Kontrollsystem war fern.

Dem Weltverband UCI war Rasmussen nicht erst durch die verpassten Kontrollen seines Landesverbandes aufgefallen. In seiner Wahlheimat Italien wurde er öfter beobachtet, wie er in neutralem Dress trainierte - angeblich, um sich vor Belästigungen durch Cyclo-Touristen zu schützen. Die UCI wertete das als Versteckspiel vor den Kontrolleuren.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: "Tour de France": Sat.1 und Eurosport übertragen bis zum bitteren Ende
Beitrag von: SiLæncer am 26 Juli, 2007, 18:01
Trotz der Dopingskandale bei der "Tour de France" und des Ausschlusses des bisherigen Spitzenreiters Michael Rasmussen halten die Privatsender Sat.1 und Eurosport an der Übertragung des Radrennens fest.

"An unserer Grundhaltung, dass wir nicht der Richter über die Dopingsünder sind, hat sich nichts geändert", sagte Sat.1-Sprecherin Kristina Faßler am Donnerstag. "Das Ausmaß des Dopings hat uns schockiert, das ist keine Frage. Aber wir werden bis zum Ende die „Tour de France“ übertragen." Eurosport-Sprecher Werner Starz erklärte: "Radsport hat bei uns weiter einen wichtigen Stellenwert."

ARD und ZDF waren in der vergangenen Woche nach dem Dopingfall Patrik Sinkewitz aus der Live-Berichterstattung von der Tour ausgestiegen. Der TV-Konzern ProSiebenSat.1 hatte daraufhin die Rechte erworben. ARD und ZDF sehen sich nach den immer neuen Doping- Enthüllungen in ihrer Entscheidung zur Rückgabe der Live-Rechte bestätigt. "Das ist die Entwicklung, die wir befürchtet haben und weswegen wir die schnelle Entscheidung getroffen haben", sagte ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender der dpa am Donnerstag. Beide Sender äußerten jedoch Bedauern über die Ereignisse. "Wir sehen das völlig ohne Häme", sagte Burchard Röver, Sprecher der ARD-Programmdirektion. "Mit so einem Tollhaus konnte man nicht rechnen", erklärte Brender.

Der ZDF-Chefredakteur übte scharfe Kritik an Teams, „Tour“-Organisatoren und Rad-Weltverband UCI. "Offensichtlich sind alle Beteiligten nicht in der Lage, zu einem fairen Sportereignis beizutragen", sagte er. Dennoch ist bei beiden öffentlich-rechtlichen Sendern noch keine Entscheidung über die Übertragung weiterer Radrennen wie Deutschland-Tour und Weltmeisterschaft gefallen. "Nach Abschluss der „Tour de France“ ist der Zeitpunkt, sich darüber Gedanken zu machen", sagte Röver.

Sat.1-Sprecherin Faßler verteidigte noch einmal die Fortsetzung der „Tour“-Übertragung bei dem Privatsender. Sie verwies darauf, dass nach dem Ausstieg von ARD und ZDF auch im Ausland weiterhin über die „Tour de France“ berichtet werde und die Zuschauer für eine weitere Berichterstattung votiert hatten. "Die Übertragung ist noch zu vermitteln, weil es bei all den Katastrophen im Radsport noch viele Radsportfans gibt", erklärte Faßler.

Unterdessen berichtete Eurosport am Donnerstag vor dem Start der 17. „Tour“-Etappe in einer zweistündigen Sondersendung ausführlich über die Doping-Vorfälle und die Affäre Rasmussen. Eine Entscheidung über die Form und den Umfang künftiger Übertragungen von Radrennen stehe noch aus, sagte Sprecher Starz. "Da wird es eine redaktionelle Diskussion geben."

Quelle : SAT+KABEL
Titel: Tour am Ende - Organisatoren versprechen Radsport- Revolution
Beitrag von: SiLæncer am 28 Juli, 2007, 18:02
Nie mehr eine solche Tour de Farce - alles muss sich ändern: Die Organisatoren des weltgrößten Radrennens gehen in die Offensive. Sie wollen Dopingtests verschärfen, mit dem Weltverband brechen, ganze Teams aussperren. Ein Teamchef fürchtet die Spaltung des Sports.

Der Herr im dunklen Jackett wirkte etwas verloren, wie er in Cognac vor dem Eingang des "village étape" stand, jenes provisorischen Dorfes, das am Start einer jeden Etappe der Tour de France aufgebaut wird. Hinein dürfen nur geladene Gäste und all jene, die eine Akkreditierung besitzen. Der Präsident des Weltradsportverbandes UCI gehört bei der Frankreich-Rundfahrt mittlerweile weder zur einen noch zur anderen Kategorie. Er ist unerwünscht.

Pat McQuaid musste heute also draußen bleiben und sich aus zweiter Hand berichten lassen, wie drin im Dorf gerade seine Kontrahenten deftig über die UCI herzogen. Patric Clerc, Chef des Tour-Veranstalters Amaury Sports Organisation (Aso), und Christian Prudhomme, Direktor des Rennens, hatten unmittelbar vor dem Start des Zeitfahrens zur Pressekonferenz gebeten, um vor allem eines zu erklären: dass es die Tour de France, so wie man sie bisher kannte, nie mehr geben soll.

Erster Schritt zur Veränderung soll der Rausschmiss der UCI ein - nicht nur des Präsidenten, sondern des ganzen Verbandes. Prudhomme hatte die Zusammenarbeit bereits in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" aufgekündigt . Er will Dopingtests in Zukunft direkt von der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) durchführen lassen.

Nun legte der 46-Jährige nach. Im Hinblick auf die viel zu späte Veröffentlichung der Dopingprobe von Patrik Sinkewitz sagte er: "Wir haben das Gefühl, dass uns die UCI die Resultate nicht vorher geben wollte." Was das lange Verschweigen der verpassten Tests von Michael Rasmussen betrifft, urteilte Prudhomme: "Entweder ist die UCI unfähig oder sie will der Tour schaden." Sein Vorgesetzter Clerc fasste das ganze Elend - aus Sicht der Aso - zusammen: "Die UCI hat sich nicht sehr professionell verhalten. Wenn man anderswo solche Fehler macht wie die UCI, dann wird der Verantwortliche normalerweise entlassen."

McQuaid, dem diese Attacke galt, stand derweil draußen vor dem Zaun und beschwor gegenüber Reportern, dass die Tour keine Alleingänge versuchen sollte: "Die Radsportfamilie muss ihre Probleme gemeinsam lösen." Er würde nie etwas tun, was der Tour de France schaden würde. Er nannte es "skandalös", wenn die Aso dies andeute. Die Aso hingegen scheint wild entschlossen, die UCI loszuwerden. Für die kommenden Monate wollen die Tourveranstalter laut Clerc "mit den Teams, den Sponsoren, den nationalen Verbänden und auch internationalen Organisationen reden", um einen Katalog zu erstellen, in dem definiert wird, wer künftig noch bei der Tour mitfahren darf.

Die UCI, klang zwischen den Zeilen durch, darf sich durchaus an diesen Gesprächen beteiligen. Sie kann es aber auch lassen. Zu oft hatte der Weltverband schon in der Vergangenheit den Eindruck erweckt, Doping-Vergehen lieber unter den Tisch zu kehren statt sich offensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Clerc nannte die UCI "zutiefst gewissenlos".

Auch bei den Tour-Teilnehmern wollen Prudomme und Clerc einen klaren Schnitt machen. Zukünftig, so ließen sie verlauten, sollen eher ethische als sportliche Höchstleistungen zum Start berechtigen. Wer den Kriterien, die bis Ende Oktober festgelegt werden sollen, nicht genügt, muss zu Hause bleiben.

Das dürfte nach heutigem Stand der Doping-Diskussion und der Spaltung der Rennställe im Umgang mit dieser Frage zwangsläufig dazu führen, dass erheblich weniger Teams starten. Clerc bestätigte: "Wir haben keine Probleme mit einem verkleinerten Peloton" - selbst wenn dies bedeutet, dass dann weniger Gelder von Sponsoren fließen.

Wenn man sich künftig nicht mehr auf Tests und Einschätzungen des Weltverbandes verlässt, könnten der Tour nicht nur unsagbare Peinlichkeiten wie der Fall Rasmussen erspart bleiben, sondern auch zweifelhafte potentielle Sieger . Selbst bei ihrer heutigen mitunter arg pathetischen Ansprache mussten sich Clerc und Prudhomme Nachfragen wegen Contadors möglicher Fuentes-Vergangenheit und angeblicher neuer Beweise gegen ihn gefallen lassen.

Doch darüber wussten beide vorgeblich so wenig Bescheid wie McQuaid, der eingestand, nicht alle Dokumente des Falles zu kennen - inklusive jener, die der UCI vorliegen. Angesichts solcher häufig vorkommender kollektiver Ahnungslosigkeit musste sich nicht nur der Weltverband, sondern auch die oft zögerliche Aso einige Kritik gefallen lassen.

Rolf Aldag, Sportlicher Leiter des T-Mobile-Teams, hörte sich die Ausführungen von Clerc und Prudhomme interessiert an. Ginge es nach ihm, sollte das Umdenken allerdings bereits morgen einsetzen. "Muss man die drei Ersten der Tour de France morgen wirklich ehren? Muss man sich da wirklich hinstellen und sagen, das sind die Besten und wir ehren unsere Helden wie immer?", sagte Aldag SPIEGEL ONLINE. Seine Alternative: "Da soll man lieber die letzten Drei ehren. Oder alle, die sich bis Paris durchgekämpft haben, das ist ja genug Quälerei." Aldag wartet auf ein klares Zeichen der Veranstalter, befürchtet aber, "dass es wieder an den Fahrern hängenbleibt". Ein möglicher Protest auf der Zieletappe morgen könnte darin bestehen, einen Meter vor dem Ziel abzustoppen oder den traditionellen Nichtangriffspakt der Teams aufzukündigen . Aldag: "Es herrscht schließlich kein Frieden im Peloton. Warum sollte man dann so tun?"

Hans-Michael Holczer, Teamchef von Gerolsteiner, warnte: "Man sollte das Thema Doping nicht als Waffe instrumentalisieren, um Machtkämpfe auszutragen. Es ist schon absurd: Wenn ich in unserem Team-Begleitwagen durch Frankreich fahre, sehe ich Millionen von Zuschauern, die uns an der Strecke begeistert anfeuern. Und es geht alles kaputt. Der Radsport ist sehr verrückt."

Die ständigen Querelen der Verbände, sagte Holczer SPIEGEL ONLINE, seien einer der Gründe, warum sich nicht nur die Tour de France von Grund auf ändern müsse: "Es brodelt mit einem solchen Druck unter der Oberfläche, dass es vielleicht bald eine Explosion gibt, die mehr spaltet als nur die Teams. Vielleicht wird sich der gesamte Radsport zweiteilen in zwei unterschiedliche Organisationen, die ihre eigenen Rennen austragen. So wie bisher kann es nicht weitergehen."

Quelle : www.spiegel.de
Titel: "Tour de France" als Quoten-Desaster - Radsport für Sat.1 kein Thema mehr
Beitrag von: SiLæncer am 29 Juli, 2007, 16:43
Der umstrittene Einstieg in die "Tour de France" hat sich für den Berliner Privatsender Sat.1 zu einem Quoten-Desaster entwickelt.

Am vorletzten Tag der Frankreich-Rundfahrt bescherte das Zeitfahren dem TV-Sender mit durchschnittlich 670.000 Zuschauern und einem Mini-Marktanteil von 5,9 Prozent wieder eine Riesenenttäuschung. Das Experiment wird nächstes Jahr nicht wiederholt. "Die 'Tour' hat an Relevanz eingebüßt, was an der Glaubwürdigkeit der Veranstaltung liegt. Für uns stellt sich das Thema Radsport derzeit nicht", lautete am Sonntag das bittere Fazit von Sat.1-Sprecherin Kristina Faßler.

Nach dem Ausstieg der öffentlich-rechtlichen Sender ARD/ZDF aus der Live-Berichterstattung als Reaktion auf den Doping-Fall Patrik Sinkewitz war der Privatsender in die Lücke gesprintet und hatte preisgünstig die Rechte an einem vermeintlich "großen Sportereignis" erworben. Doch die negativen Doping-Schlagzeilen lösten einen regelrechten Quotenrutsch aus. An keinem Tag übertraf Sat.1 die Marke von einer Millionen Zuschauer. Die Marktanteile lagen stets unter 10 Prozent und blieben damit hinter denen des üblichen Nachmittagsprogramms zurück. Eine Erfahrung, die auch ARD/ZDF auf den ersten zehn Etappen gemacht hatten.

"Die 'Tour' gehört nicht mehr in einen großen Sender", sagte Faßler. Der Spartenkanal Eurosport, von der ersten Etappe an auf Sendung, profitierte zwar vom ARD/ZDF-Rückzug, doch selbst zusammen kamen Sat.1 und Eurosport selten über einen Marktanteil von 15 Prozent. Die Sat.1-Reporter Timon Saatmann und Ex-Profi Mike Kluge stemmten die Berichterstattung aus einem Berliner Studio und mussten für ihre Kommentierung reichlich Kritik in den Printmedien einstecken. Ein Versuch, kurzfristig den früheren ARD-"Tour"-Reporter Herbert Watterott zu engagieren, scheiterte.

Freuen durften sich die Sat.1-Verantwortlichen über die gute Quote beim Ligapokal-Finale am Samstag. Im Schnitt 4,61 Millionen Fußballfans (Marktanteil 26,7 Prozent) verfolgten den 1:0-Sieg des FC Bayern München gegen Schalke 04.

Ob Radsport in den kommenden Wochen für die Fernseh-Sender wieder ein Thema ist, muss sich noch zeigen. Die ARD will in dieser Woche entscheiden, ob sie Live-Bilder von der "Deutschland-Tour" bringen wird. Das Rennen beginnt am 10. August in Saarbrücken und endet am 18. August in Hannover.

Quelle : SAT+KABEL
Titel: Entschieden: ARD verzichtet auf Tour de France
Beitrag von: SiLæncer am 28 Januar, 2009, 10:39
Düsseldorf - Die ARD hat keine Lust mehr auf die Tour de France: In diesem Jahr wird es keine mehrstündigen Live-Berichte geben - das ZDF zieht wohl nach.

Auch wenn mit Lance Armstrong ein möglicher Quoten-Bringer zurückkehrt, wird die ARD in diesem Jahr auf mehrstündige Live-Übertragungen der Tour de France verzichten. Das kündigte ARD-Programmdirektor Volker Herres gegenüber dem "Handelsblatt" an.
 
"Wir haben eine Beschlusslage, dass es bei der Tour de France keine flächendeckende Live-Berichterstattung geben wird", so Herres. Nachrichtlich werde man allerdings über die Tour de France in den aktuellen Sendungen berichten. Im Klartext heißt das: Im Rahmen von "Tagesschau" oder "Tagesthemen" wird über das größte Radrennen der Welt berichtet - mit viel mehr ist kaum zu rechnen, wenngleich Herres noch offen ist für weitere Verhandlungen.

"Wir führen derzeit Gespräche mit der EBU und den Radsportverbänden darüber, in welcher Form wir von der 'Tour' im Sommer berichten werden", so Herres gegenüber dem "Handelsblatt". Durch die Entscheidung der ARD steht nun auch fest, dass das ZDF ebenfalls keine Live-Berichte in seinem Programm haben wird. "Wenn die ARD aussteigt, müssen auch wir aussteigen, und zwar aus finanziellen, programmlichen und produktionstechnischen Gründen", kündigte ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender bereits im Vorfeld an.

Die Tour de France wird hierzulande im Sommer daher wohl nur bei Eurosport zu sehen sein - dass sich RTL oder Pro Sieben Sat 1 die Rechte sichern, gilt spätestens seit dem Quoten-Debakel von Sat 1 im Jahr 2007 als ausgeschlossen. Und so wird die Tour de France in diesem Jahr nach all den Doping-Querelen der Vergangenheit erstmals wohl ein Schattendasein in Deutschland führen.

Quelle : www.digitalfernsehen.de